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10.06.2021 | Elektrifizierung | Infografik | Online-Artikel

E-Dienstwagen könnten Pkw-Emissionen um ein Drittel senken

verfasst von: Christiane Köllner

2:30 Min. Lesedauer
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Die große Mehrheit der neuen Firmenwagen wird von einem Verbrennungsmotor angetrieben. Dabei hätten Dienstwagen viel Potenzial, CO2 im Verkehr zu reduzieren – durch Elektrifizierung. 

Dienstwagen und gewerblich zugelassene Fahrzeuge sind für 76 % der CO2-Emissionen von Neuwagen in Deutschland verantwortlich. Sie bilden die klimaschädlichste Flotte in Europa, wie eine Studie von Transport & Environment (T&E) zeigt. Eine von T&E in Auftrag gegebene Analyse berechnet, dass sich die gesamten Pkw-Emissionen in Deutschland um fast ein Drittel verringern würden, wenn alle neuen gewerblich zugelassenen Fahrzeuge bis 2030 elektrifiziert werden. Bislang wird die große Mehrheit der gewerblichen Neuzulassungen (87 %) noch immer von einem Verbrennungsmotor angetrieben.

Stef Cornelis, Direktor von T&E Deutschland, dazu: "Die Elektrifizierung von Dienstwagen bietet eine Chance, den Markt für E-Fahrzeuge an Dynamik gewinnen zu lassen. Weil sie in den Gebrauchtwagenmarkt übergehen, bedeuten mehr elektrische Dienstwagen gleichzeitig Millionen erschwingliche Elektroautos für alle Autofahrer. Um die neuen, strengeren Klimaziele zu erreichen, wäre es für die Regierung ein perfekter Anfang, alle neuen Dienstwagen bis spätestens 2030 zu elektrifizieren."

Besteuerungssystem überarbeiten

Deutschland sollte außerdem sein Besteuerungssystem überarbeiten und die Förderung umweltbelastender Pkw stoppen, so T&E. Die Steuern auf gewerblich registrierte Verbrenner seien in Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sehr niedrig. "Dienstwagen mit hohem CO2-Ausstoß werden in Frankreich mit mehr als 9.000 Euro besteuert, in Deutschland hingegen nur mit 1.500 Euro", heißt es. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen von gewerblich zugelassenen Fahrzeugen seien in Deutschland daher 17 % höher als in Frankreich. Deutschland sei zudem der einzige größere Markt in Europa, in dem die Nachfrage nach E-Autos bei gewerblich registrierten Fahrzeugen niedriger sei als bei Privatfahrzeugen.

T&E zufolge würden die Fahrer von Dienstwagen in Deutschland für die private Nutzung eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils deutlich weniger zahlen als in anderen EU-Staaten. "Für Arbeitnehmer fallen in Deutschland 18 % Steuern für einen VW Golf oder einen stark umweltbelastenden VW Tiguan an. Im Vereinigten Königreich bezahlen Mitarbeiter 30 % für den VW Golf bzw. 37 % für den VW Tiguan", so T&E. Die neue Regierung sollte umweltbelastende Dienstwagen ähnlich wie andere europäische Länder besteuern, fordert die Organisation.

Außerdem ermutige laut T&E die bestehende Förderung für Elektroautos Unternehmen, Plug-in-Hybride zu kaufen. 70 % der neuen Plug-in-Hybride würden gewerblich zugelassen. Der Großteil seien Luxusmodelle und SUVs, die unter realen Bedingungen vier- bis fünfmal so viele Emissionen ausstoßen wie angegeben. Die Berechnungen von T&E zeigten, dass Plug-in-Hybride in den Fahrzeugflotten deutscher Unternehmen jedes Jahr mit 1 Mrd. Euro gefördert werden.

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