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14.12.2017 | Elektrofahrzeuge | Nachricht | Onlineartikel

Continental zeigt auf der CES zwei neue Batterieladesysteme

Autor:
Patrick Schäfer

Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas stellt Continental 2018 zwei neue Batterieladesysteme vor: Ein induktives Ladesystem und das mit allen Ladesäulen kompatible Allcharge-System.  

Beim induktiven Laden soll eine Mikronavigationslösung mittels eines magnetischen Ortungssystems für eine präzise Positionierung sorgen. Magnetfeldsensoren in der Bodenplatte senden die empfangenen Messergebnisse über WLAN an das Elektrofahrzeug zurück. Das Ortungssystem arbeitet im Langwellenbereich (LF) und soll die Bodeneinheit selbst durch Schnee oder Laub hindurch zentimetergenau finden können. 

Der eigentliche Ladevorgang läuft automatisch und unter permanenter Sicherheitsüberwachung mit einer Leistung von 11 Kilowatt ab. Die weltweit geltenden Standards, die gerade erarbeitet werden, würden in Zukunft sogar das effiziente Laden von mehreren Fahrzeugen nacheinander ermöglichen. Automatisierte E-Fahrzeuge könnten dann nach dem Laden "umparken" und die Platte für das nächste autonome Fahrzeug freigeben.

Continental Allcharge vereinfacht kabelgebundenes Laden

Mit dem System "Allcharge" will Continental eine Art Universalschlüssel für alle Ladesäulen schaffen. Dafür haben die Ingenieure den elektrischen Antrieb zum Ladesystem weiterentwickelt, indem der Elektromotor und der Inverter (Wandler zwischen Gleich- und Wechselstrom) für die Zusatzaufgabe des Ladens ertüchtigt wurden. Ein Gleichspannungswandler (DC/DC) sorgt für eine stets optimale Spannung zur Batterie. Beim Laden fließt Wechselstrom (AC) von der Ladesäule durch den Elektromotor zum Inverter und von dort als Gleichstrom (DC) weiter zur Batterie. Umgekehrt lädt der Gleichstrom aus einer Ladesäule über den DC/DC-Wandler direkt die Batterie. Mit diesem System umgeht Continental die Anforderung nach immer größeren und teureren On-Board-Chargern, da sonst beim kabelgebundenen Laden grundsätzlich der Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom umgewandelt werden muss. Beim Wechselstrom-Laden mit  dem Allcharge-System fällt die Begrenzung durch den On-Board-Charger weg, somit kann die Batterie bei entsprechender AC-Infrastruktur mit bis zu 43 Kilowatt laden.

Das bedeutet laut Continental in zehn Minuten ein Plus von bis zu 50 Kilometer Reichweite. Mit dem neuen System lassen sich auch 400-Volt-Gleichstrom-Schnellladestationen nutzen, an denen in zehn Minuten bis zu 150 km Reichweite gewonnen werden kann. Fahrzeuge mit sehr großer Batterie können ihre Reichweite an 800-Volt-DC-Stationen in zehn Minuten um bis zu 300 Kilometer erhöhen. Das Allcharge-System ist zudem auch bidirektional nutzbar und liefert den Wechselstrom ohne Leistungsbeschränkung und macht Elektroautos als mobile Energiespeicher nutzbar. Der Produktionsstart für die neuen Ladesysteme ist für 2022 vorgesehen.

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