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06.09.2017 | Elektrofahrzeuge | Nachricht | Onlineartikel

Neuer Nissan Leaf wird stärker und fährt teilautomatisiert

Autor:
Patrick Schäfer

Nissan stellt die zweite Generation seines Elektroautos Leaf vor. Das neue Modell soll Elektrifizierung, Vernetzung und Fahrassistenzsysteme intelligent miteinander verbinden.

Die zweite Generation des Nissan Leaf wächst auf 4.490 Millimeter Länge und 1.790 Millimeter Breite, die Höhe beträgt 1.540 Millimeter. Der Luftwiderstandsbeiwert des 1535 Kilogramm schwereren Nissan Leaf hat sich mit 0,28 nicht geändert. Die Leistung des Elektromotors wurde allerdings von 80 auf 110 Kilowatt (150 PS) gesteigert, ebenso das Drehmoment, das nun 320 Nm beträgt. Die Höchstgeschwindigkeit des Stromers liegt nach wie vor bei 144 km/h. 

Die flach im Unterboden platzierte Lithium-Ionen-Batterie ist nun 40 Kilowatt groß und sorgt für eine Reichweite von 378 Kilometern nach NEFZ. Trotzdem ist die Batterie nicht größer geworden: Die Energiedichte wurde durch ein weiterentwickelten Elektrodenwerkstoff und eine optimierte Zellenstruktur um fast 70 Prozent erhöht. An einer herkömmlichen Steckdose mit 3 Kilowatt muss das Fahrzeug 16 Stunden laden, bis der Akku wieder bei 100 Prozent ist. Mit einer 22-kW-AC-Ladestation mit 6 Kilowatt reduziert sich die Dauer um die Hälfte. 40 Minuten bis 80 Prozent dauert es an einer Schnellladestation.

Nissan Leaf wird zum "Ein-Pedal-Auto"

Der Innenraum wird unter anderem mit einem Lederlenkrad und blauen Ziernähten aufgewertet. Das Kombiinstrument wird aus einem analogen Geschwindigkeitsmesser und einem sieben Zoll großen Multiinformationsdisplay gebildet, ein zentraler Touchscreen auf der Mittelkonsole ist für das Infotainment zuständig, das je nach Ausstattung Apple CarPlay und Android Auto beherrscht. Auch das Fahrverhalten soll sich verbessert zeigen, so wurde die Servolenkung straffer abgestimmt, eine weichere Hinterachsabstimmung soll für mehr Fahrkomfort sorgen.

Sehr komfortabel soll die Fahrt dank "Ein-Pedal-Technik" sein. Der Fahrer muss nur den Fuß vom Gaspedal heben, dann hält das Fahrzeug mit einer Bremskraft von bis zu 0,2 G an. "Unsere Testergebnisse haben gezeigt, dass die Fahrer die Nutzung des E-Pedals intuitiv und angenehm finden. Und es fördert ein vorausschauendes Verhalten im Straßenverkehr", so Hiroki Isobe, Chief Vehicle Engineer. Die Bremsleistung der Rekuperation soll so stark genug sein, um das Auto auch bei Steigungen bis zu Stillstand zu bringen. Das Pedal für das Bremssystem steht aber natürlich nach wie vor zur Verfügung und muss bei stärkeren Bremsungen auch genutzt werden. Mit den Fahrassistenzsystemen Propilot und Propilot Park kann der Leaf im einspurigen Autobahnverkehr teilautonom Fahren beziehungsweise automatisch einparken.

Auto soll mehr als nur Transportmittel sein

Nissan hat dafür gesorgt, dass der Leaf mit Fahrer, Fahrzeugen und Infrastruktur vernetzt werden kann. Mit Vehicle-to-Grid (V2G) kann der Nissan als Energiespeicher genutzt werden. Die in der Batterie des Nissan Leaf gespeicherte Energie aus einer Photovoltaik-Anlage kann bei entsprechender Vernetzung abends etwa für den Betrieb des Fernsehers genutzt werden. Mit der App Nissan Connect kann über das Smartphone der Ladevorgang des Fahrzeugs überwacht und das Aufladen programmiert werden, die nächste Ladestation gesucht werden oder die Temperatur im Innenraum vor Fahrtbeginn reguliert werden. Laut Nissan verkörpert der neue Leaf die neue "Intelligent Mobility Vision" des Autoherstellers. Demnach soll dem Auto der Zukunft mehr Nutzen zukommen als einfach nur ein Transportmittel zu sein. 


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