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29.09.2017 | Elektrofahrzeuge | Kommentar | Onlineartikel

Wie der PSA-Deal Opels Elektroauto-Strategie schadet

Autor:
Patrick Schäfer

Noch ist unklar, wie es mit dem Elektroauto Opel Ampera-e weitergeht. Die Anzeichen jedoch verdichten sich, dass es nach der Übernahme durch PSA keine Zukunft in Europa hat. Für Opel bedeutet das nichts Gutes.

Eigentlich sollte der Opel Ampera-e ab Frühjahr 2017 "der Konkurrenz die Rücklichter" zeigen und die "Zukunft gestalten". Doch daraus wurde nichts, stattdessen kam der Verkauf an PSA. Nicht nur für die Elektroauto-Strategie von Opel könnte dies gravierende Folgen haben. Es wird schon seit geraumer Zeit über die Einstellung des Elektroautos spekuliert – obwohl es noch gar nicht richtig auf dem Markt war. 

Zwar findet sich das Modell auf der Website von Opel, bislang sei aber kein Auto in Kundenhand, heißt es bei der "Automobilwoche". Und auch vorbestellen lässt sich das Fahrzeug nicht. Auf der Website erscheint folgender Hinweis: "Aufgrund der hohen Nachfrage können wir zur Zeit keine weiteren Reservierungen entgegennehmen."

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Droht dem Ampera-e das Aus?

Die Frage ist, ob es überhaupt zu Reservierungen gekommen ist. Denn PSA-Chef Carlos Tavares wurde jüngst in der FAZ so zitiert: "Der Ampera ist ein gutes Auto. Aber er macht Verlust. Das können wir nur hinnehmen, wenn er auf die Firma abstrahlte und dadurch andere Autos verkauft würden." Ein Bekenntnis zu einem Produkt hört sich anders an. Eher ist davon auszugehen, dass die Franzosen – die selbst eigene Elektroauto-Kompetenz haben – den von Opel zuvor euphorisch beworbenen Wagen direkt abstoßen wollen. 

Das ist im Hinblick auf komplizierte Verwicklungen mit dem ehemaligen Opel-Partner General Motors (der Ampera basiert auf dem Chevrolet Bolt) einerseits verständlich. Andererseits nimmt PSA den Rüsselsheimern damit den gerade erst erarbeiteten Nimbus des Elektroauto-Demokratisierers. Denn der Ampera-e ist ein relativ günstiges Elektroauto mit großer Reichweite  (500 km NEFZ, circa 380 km real), und sollte den Massenmarkt hierzulande erschließen. Das hat PSA weder mit dem Peugeot Ion noch mit dem Citroën C-Zero geschafft – und traut dies dem Opel jetzt auch nicht zu. 

Opels Expertise nicht gefragt?

Stattdessen setzt PSA wohl lieber auf eigene Neuentwicklungen: Neben einigen größeren Hybridmodellen sollen vier Elektroautos vom Kleinwagen bis zur Kompaktklasse entstehen. Name der mit dem chinesischen Kooperationspartner Dongfeng entwickelten Plattform: E-CMP, anvisierter Marktstart 2019. "Die zukünftige E-CMP-Plattform ist ein wichtiger Meilenstein in unserer Partnerschaft mit Dongfeng", sagte Carlos Tavares. Möglich, dass ein fertiger Opel-GM da nur stört, von dem auch keine Synergieeffekte ausgehen.

Das würde bedeuten,dass PSA seinen Neuzukauf zugunsten der eigenen Produkte bewusst schwächt. Das ist kein gutes Zeichen für Opel. Die Expertise der Rüsselsheimer ist bei den Franzosen anscheinend nicht gefragt. Opel büßt damit nicht nur ein möglicherweise erfolgreiches Modell und damit an Image ein – es steht mehr auf dem Spiel: Opel droht, das eigene Profil innerhalb des neuen Konzerns schon jetzt verlieren. Und dabei sollte mit dem neuen Partner doch alles besser werden.

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