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27.09.2016 | Elektromobilität | Im Fokus | Onlineartikel

Elektrofahrräder als Chance für Metropolen

Autor:
Stefan Schlott

Elektromobilität kann einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung und einem lebenswerten urbanen Raum leisten. Insbesondere Pedelecs bieten große Chancen.

Schon heute ist es in Großstädten oft eng, stickig und laut. Doch wenn die Prognosen eintreffen, wonach bis 2050 drei Viertel der Menschen in Städten leben, ist dies nur ein kleiner Vorgeschmack. "Rund 70 Prozent aller Ressourcen werden in Metropolen verbraucht und mehr als 75 Prozent aller CO2-Emissionen in ihnen erzeugt. Luftverschmutzung, Engpässe bei der Versorgung mit Wasser und Energie, Platzmangel und verstopfte Straßen bereiten große Probleme", bringt ein Pressetext von Bosch zur Europäischen Mobilitätswoche die Situation auf den Punkt. Abhilfe, so das Papier weiter, könnte die Elektromobilität schaffen. Allen voran Elektrofahrräder. Auch mit einem Beispiel ist Bosch zur Hand: Bei einem Pilotprojekt in Mailand ersetzte der Paketzusteller GLS zehn Monate lang drei Lieferwagen durch sechs eCargo-Bikes, Lastenräder mit Elektromotor. Das Resultat: 85 Prozent weniger Kosten im Vergleich zum Lieferwagen, 90 t weniger CO2-Ausstoß, hochgerechnet auf das Jahr. Doch dabei handelt es sich um keinen Selbstläufer. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um mögliche Potenziale umfassend zu nutzen. Für das Pedelec bedeutet dies: eine fahrradfreundliche Infrastruktur, Ladestationen sowie sichere Abstellmöglichkeiten. 

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Fahrrad- und Fußverkehr: Strukturen und Potentiale

Rad- und Fußverkehr sind erst sein wenigen Jahrzehnten verkehrspolitisches Thema. Sie finden wegen des Potenzials, motorisierten Verkehr zu ersetzen und zu Klimaschutz und Lebensqualität beizutragen, zunehmend Beachtung. Während Fuß- und Radverkehr d


Der Vorstoß passt in die Zeit. Denn der Markt für Elektrofahrräder boomt. 2015 wurden in Deutschland laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) 535.000 Stromer verkauft und damit 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 95 Prozent davon waren Pedelecs (Pedal Electric Cycles). Die Anzahl der Elektroräder auf deutschen Straßen schätzt der ZIV auf rund 2,5 Millionen. Doch wie beim Elektroauto ist auch der Gebrauch von Elektrofahrrädern mit einer umgangssprachlich als Reichweitenangst bezeichneten Unsicherheit vieler Fahrer verbunden.

Reichweitenangst auch auf dem Sattel

Untersuchungen zur verbesserten Vorhersage der Reichweitenabschätzung von Pedelecs sowie Ansätze zur Energieoptimierung stehen im Zentrum des Kapitels Energieoptimierung und Verbesserung der Reichweitenvorhersage für Pedelecs aus dem Fachbuch Entscheidungen beim Übergang in die Elektromobilität. Darin berichten S. Weichold, D. Kriesten, W. Kilian und U. Heinkel von einer Smartphone-App zur Steuerung der Unterstützungsstufe sowie einer ausgeklügelten Sensorik, mit der die für den Energieverbrauch relevanten Größen erfasst werden, um so in Probandenstudien das Fahr- und Nutzungsverhalten von verschiedenen Fahrern unter realistischen Bedingungen untersuchen und beurteilen zu können.

Einen anderen Aspekt für die Realisierung künftiger Mobilitätsstrategien in Städten thematisieren Eva Frensemeier und J. Müller im Kapitel Geteilte Elektromobilität aus dem Fachbuch Nationale und internationale Trends in der Mobilität. Demnach besteht die Voraussetzung für das Gelingen in einem funktionalen Netz multimodaler Umstiegspunkte, die den ÖPNV, umweltfreundliche Mobilitätsformen wie den Rad‐ und Fußverkehr sowie neuartige Mobilitätsformen elektromobiler Sharingsysteme miteinander verknüpfen. Die Konzeption und Ausgestaltung solcher Mobilstation genannten Umstiegspunkte sowie die Entwicklung konkreter Handlungsansätze und Gestaltungsvorschläge sei Gegenstand aktueller Forschungsprojekte.

Fahrrad- und Fußverkehr gleichberechtigt behandeln

Dass gleichzeitig aber auch in den Köpfen der Entscheider noch ein Umdenken stattfinden muss, konstatiert Tilman Bracher im Kapitel Fahrrad- und Fußverkehr: Strukturen und Potenziale aus dem Handbuch Verkehrspolitik. Eine Gleichberechtigung oder Förderung von Fuß- und Radverkehr wäre demnach ein Paradigmenwechsel einer jahrzehntelang am Autoverkehr und an öffentlichen Verkehrsmitteln orientierten Verkehrspolitik. Zwar spielt der Radverkehr nach Beobachtungen von Bracher sowohl auf Bundesebene mit dem Nationalen Radverkehrsplan als auch in vielen Bundesländern und Kommunen inzwischen eine erkennbare Rolle. Doch der Autor weiß auch, "dass Radverkehr und Fußgänger in den Regelwerken, bei der Finanzierung, der Personalausstattung in den Ämtern und in der Abwägung vor Ort immer noch überwiegend nachrangig sind und der institutionelle Rahmen noch nicht trägt".

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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