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23.09.2016 | Elektromobilität | Nachricht | Onlineartikel

Induktiv Laden mit regenerativer Energie

Autor:
Andreas Burkert

Bosch und Partner entwickeln ein Ladesystem für Automobile zum Aufbau einer Infrastruktur für regenerative Energienetze. Die Elektrofahrzeuge sollen als intelligente Energiespeicher ins Stromnetz integriert werden.

Das Elektroautomobil wird Teil des Stromnetzes für erneuerbare Energie. Damit das gelingt forscht Bosch als Projektkoordinator gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft und der GreenIng GmbH & Co. KG unter anderem an dem kabellosen Laden. Künftig soll das Fahrzeug induktiv, also berührungslos, durch ein magnetisches Feld geladen werden, während es an einer Ladestation steht. Darüber hinaus soll das Elektrofahrzeug die Stromnetze stabilisieren. Die Energiemenge, die aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne und Wasser gewonnen wird, unterliegt natürlichen Schwankungen. Vor diesem Hintergrund entwickelt das Konsortium im Rahmen des öffentlich geförderten Forschungsprojekts BiLawE ein induktives Ladesystem zum Aufbau einer intelligenten Infrastruktur für die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien.

Basis für diese Lösung sind die Batterien der Elektroautos, die bidirektionales Laden ermöglichen: Einerseits speichern sie über ein intelligentes und leistungsfähiges Ladesystem Energie, andererseits speisen sie diese bei Bedarf wieder ins Stromnetz zurück. Kommt es bei viel Sonne und Wind zu Spitzen in der Energieerzeugung, wird der Strom in den Fahrzeug-Batterien zwischengespeichert. Bei bedecktem Himmel und Flaute wird die Energie wieder ins Netz eingespeist, um den Strombedarf zu decken. "Um diese Aufgabe zu bewältigen, müssen die Elektrofahrzeuge möglichst oft und möglichst lange mit dem Stromnetz verbunden sein. Das funktioniert nur mit einer stationären Infrastruktur, also speziellen induktiven Ladestationen, die wir an öffentliche, lokale und auch an Inselnetze, die nur ein begrenztes Gebiet versorgen, anbinden wollen“, erklärt Philipp Schumann. Der Physiker leitet das Projekt am Bosch-Forschungscampus in Renningen.

Kabelloses Laden beim Parken

Der Vorteil des induktiven Systems: Durch das berührungslose Laden sind die Fahrzeuge häufiger mit dem Stromnetz verbunden, weil das manuelle Anschließen mittels Ladekabel entfällt. Zum Projekt gehört es auch, ein Konzept für die wirtschaftliche Herstellung der Ladesystemkomponenten und ein Geschäftsmodell für verschiedene mit der Rückspeisung verbundene Netzdienstleistungen zu entwickeln. Denn die bidirektionalen Ladestationen haben den Vorteil, dass sie durch ihre Anbindung ans Netz dieses auch entlasten und stabilisieren können, selbst wenn das Fahrzeug unterwegs ist.

Das Forschungsprojekt BiLawE (Bidirektionale, induktive Ladesysteme wirtschaftlich im Energienetz) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie innerhalb des Programms ELEKTRO POWER II mit 2,4 Millionen Euro gefördert und vom Spitzencluster Elektromobilität Süd-West unterstützt. Partner im Verbund sind neben der Robert Bosch GmbH als Projektkoordinator das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie die GreenIng GmbH & Co. KG. Das Förderprojekt startete Anfang des Jahres und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Das Spitzencluster Elektromobilität Süd-West ist ein regionaler Verbund auf dem Gebiet der Elektromobilität. Es verfolgt das Ziel, die Industrialisierung der Elektromobilität in Deutschland voranzubringen und Baden-Württemberg zu einem wesentlichen Anbieter elektromobiler Lösungen zu machen. In den vier Innovationsfeldern Fahrzeug, Energie, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie Produktion werden renommierte große, mittlere und kleine Unternehmen untereinander und mit Forschungsinstituten vor Ort vernetzt.

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