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Über dieses Buch

In diesem essential werden die wesentlichen Merkmale, Strukturen und Elemente des deutschen Theatersystems vorgestellt. Die Theaterlandschaft ist der größte kulturelle Komplex in Deutschland. Gegenwärtig arbeiten 40.000 Mitarbeiter in den 130 öffentlichen Theatern und erreichen pro Jahr ca. 19 Mio. Zuschauer. Vor allem die Stadttheater mit ihren veralteten Leitungs- und Organisations-strukturen und ihrer Tendenz zur Überproduktion verlieren Zuschauer und das Vertrauen der Politik. Erste Lösungsvorschläge liegen vor: neue Organisations-, Leitungs- und Finanzierungsmodelle, die mehr Partizipation der Darsteller und Mitarbeiter, Gerechtigkeit, Diversität und Good Governance ermöglichen.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Die Theaterlandschaft ist der größte kulturelle Komplex und das gewichtigste künstlerische Feld in Deutschland – geteilt in die freien Theater, zu denen Produktionshäuser, freie Festivals und freie Gruppen gehören, und die immer noch deutlich größeren öffentlichen Theater. Gegenwärtig arbeiten etwa 40.000 Mitarbeiter in den ca. 130 öffentlichen Theatern und erreichen Jahr für Jahr etwa 19 Mio. Zuschauer – das sind mehr Zuschauer p. a. als in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga zusammen (Saison 2016/2017, kicker). Die öffentliche Theaterlandschaft ist die Summe und Vielfalt aller deutschen Ensemble-Theater, die von kleinen Landestheatern, in Tübingen und Parchim, bis zur Opernstiftung in Berlin mit mehr als 1500 Mitarbeitern reicht. Zu den wesentlichen Alleinstellungsmerkmalen zählen: der Ensemble- und Repertoirebetrieb, das Intendantenmodell, der Manufakturbetrieb, die öffentlichen Gesellschafter (Land und/oder Kommunen) und der dadurch bedingte, hohe Anteil öffentlicher Zuwendungen an den Gesamtbudgets der Theater.
Thomas Schmidt

Kapitel 2. Die Ursprünge des modernen deutschen Theaters

Das deutsche Theater in seiner heutigen Form hat seinen Ursprung im Hoftheater. Ein Fürst bestellte einen Intendanten, der meist selbst dem niederen oder mittleren Adel angehörte, und der zuerst als Verbindungsmann zwischen den Wünschen des Hofes und der jeweiligen Schauspieler bzw. der dort spielenden Truppe vermittelte. Dieser Prozess etablierte sich zunehmend, und mit der Zeit wuchs auch die Rolle des Intendanten bzw. Theaterdirektors, der das Programm machte, die Schauspieler engagierte, und zum Teil selbst spielte und Arbeiten bei der Einrichtung der Texte und der Szenen übernahm.
Thomas Schmidt

Kapitel 3. Merkmale und Rahmenbedingungen des Deutschen Theatersystems

Die deutsche Theaterlandschaft ist horizontal und vertikal gegliedert, durch eine Teilung zwischen öffentlichen und Freien Theatern/Gruppen auf der einen Seite, und eine Teilung oder besser Schichtung zwischen den öffentlichen Theatern selbst. Dabei besteht die deutsche Theaterlandschaft aus der Summe und Vielfalt aller deutschen Ensemble-Theater, Orchester, Festivals wie auch Freier Gruppen, Bespiel- und Produktionshäuser. Sie wird geprägt durch die Kulturpolitik der Länder und Kommunen.
Thomas Schmidt

Kapitel 4. Die Wirtschaftliche Struktur und Wirksamkeit der öffentlichen Theater

Von ca. 130 öffentlichen Theatern in Deutschland werden ein Viertel aller Theater (ca. 30) in den kommenden 30–40 Jahren durch Schließungen von Sparten, Fusionen oder drastische Kürzungen bedroht sein. Hinzu kommen prekäre Arbeitsverhältnisse von künstlerischen Mitarbeitern und Ensemblemitgliedern, die die Arbeit vor allem der mittleren und kleinen Stadttheater, insbesondere im Osten Deutschlands noch schwerer machen. Auch hier wird wieder die These einer geteilten Theaterlandschaft bestätigt, deren Differenzierung in Reich und Arm tiefer geht, als zu erwarten war.
Thomas Schmidt

Kapitel 5. Die Krisen des öffentlichen Theaters

Die Krise des Theaters ist eine strukturelle und kulturelle Krise, sie hat verschiedene Gesichter und geht auf ungelöste Kernprobleme zurück: gravierende Strukturprobleme, wie die weit über die Kräfte und Fähigkeiten hinausgehende Einzelleitung und -vertretung des Theaters durch nur einen Intendanten, das nicht selten angespannte Verhältnis zwischen Theaterleitung und Gesellschaftern, wie auch die Überproduktion und die unzureichende Verknüpfung zwischen künstlerischen und managementorientierten Bereichen im Theater, die gelöst werden müssen. Hinzu kommt die schwerfällige Struktur der Mehrspartenhäuser, die getrennte Leitung und Arbeit der Sparten, was teuer und personalintensiv ist und dem Produktionsfluss der Häuser entgegensteht. Auch das ist der Grund für eine abnehmende Legitimität der Theater, was wiederum zu sinkenden Zuwendungen, verringerten finanziellen Spielräumen und erodierenden Reformpotentialen führt.
Thomas Schmidt

Kapitel 6. Theater in Transition

Für die Menschen der Stadt, die das Theater von außen betrachten, und für die Zuschauer, sind die Krisen-Anzeichen kaum bemerkbar. Die Zuschauer stellen fest, dass sich in einigen Theatern der ursprüngliche Fokus, der einmal nur auf der Bühne gelegen hat, nun auf neue Spielorte verlegt hat, sie werden feststellen, dass das Theater nicht mehr die alten klassischen Texte in traditionellen Inszenierungen zeigt, sondern neue Stoffe oder Materialien, die zeitgenössisch und in neuen Formaten präsentiert werden. Anhand einzelner Indikatoren lässt sich jedoch sehr konkret feststellen, dass sich das öffentlich finanzierte Stadt- und Staatstheatersystem in einer großen Umbruchsituation befindet.
Thomas Schmidt

Kapitel 7. Optionen für das deutsche Theatersystem

Einige Optionen für das deutsche Theatersystem habe ich bereits verschiedentlich angesprochen. Sie konzentrieren sich auf folgende Themenfelder: Reform der Organisationsstruktur, neue Leitungs- und Finanzierungsmodelle, Partizipation, Gerechtigkeit, Diversität, Interkulturalität, Ethik und Compliance.
Thomas Schmidt

Kapitel 8. Fazit

Die deutsche Theaterlandschaft ist der größte kulturelle Komplex in Deutschland, mit über 40.000 Mitarbeitern, 130 öffentlichen Theatern, 10 Produktionshäusern, zahlreichen Festivals und freien Gruppen. Das öffentliche Theater ist darin die größte und bedeutendste Teilgruppe. Sie ist von spezifischen Merkmalen geprägt, die sich derzeit in einem Prozess der Wandlung befinden.
Thomas Schmidt

Backmatter

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