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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Verzeichnis der Abbildungen

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Ohne Zusammenfassung
Viktoria Kaina

Verzeichnis der Tabellen

Verzeichnis der Tabellen

Ohne Zusammenfassung
Viktoria Kaina

Vorwort

Vorwort

Zusammenfassung
Meine ersten Gehversuche auf dem Terrain der Politikwissenschaft standen unter dem frischen Eindruck des deutschen Vereinigungsdatums. Mit der Hypothek widersprüchlicher Erfahrungen meines Lebens in der DDR beladen und mit einer verwirrenden Mischung aus Skepsis, Optimismus und Unbehagen angesichts einer neuen Zukunft im Gepäck, begann ich 1991 mein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Potsdam. Das allmähliche Erkennen von komplizierten Zusammenhängen und die gefundenen Einsichten in die Komplexität politischer Prozesse versöhnten mich nach und nach mit der Tatsache, dass sich mein Leben, wie ich es kannte, in der Dauer eines Wimpernschlages der Geschichte mit atemberaubender Geschwindigkeit von Grund auf veränderte.
Viktoria Kaina

Theoretischer Rahmen

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Suche der Menschheit nach dem „guten Staat“reicht zurück bis zu den antiken Wurzeln der aristotelischen Lehre von den besten Staatsverfassungen und führte über die Jahrhunderte hinweg zur unterschiedlichen Gestaltung politischer Machtausübung. Dabei bewiesen sich Demokratien bislang als besonders krisenfest und außerordentlich flexibel gegenüber neuen Herausforderungen. Weltweite Demokratisierungswellen (vgl. Huntington 1991a, 1997), mit dem Ende der bipolaren Blockkonfrontation und den Regimezusammenbrüchen in Zentral- und Osteuropa als vorläufigem Höhepunkt, inspirierten einerseits zu den ersten Abgesängen auf die Geschichte (vgl. Fukuyama 1992). Andererseits werden im Zusammenprall der demokratischen Kultur des Westens mit den zivilisatorischen Identitäten einer multipolaren Weltgemeinschaft jenseits ideologischer oder ökonomischer Rivalitäten neue Konfliktszenarien thematisiert (vgl. Huntington 1993, 1996).
Viktoria Kaina

2. Eliten und repräsentative Demokratien in modernen Gesellschaften

Zusammenfassung
Alles Nachdenken über Politik basiert seit den Anfängen der antiken Ethik- und Moralphilosophie bis in die moderne Gegenwart auf einer wie selbstverständlich gesetzten Annahme gesellschaftlichen Zusammenlebens: der Existenz einer Anzahl von Herrschern und Regierenden einerseits und einer Gruppe von Beherrschten und Regierten andererseits. Dabei bezeichnet Herrschaft die in einer dauerhaften Ordnung institutionalisierte „ganz besondere Art von Macht (…), die auf der Verfügung über Positionen mit geregelter Entscheidungsbefugnis beruht, mag diese Regelung nun über Sitte, Brauch oder formales Recht erfolgen“ (Rohe 1994: 86). Diesen Ausgangspunkt nehmen selbst radikaldemokratische Überlegungen Rousseauscher Prägung. Denn auch wer die Identität von Regierenden und Regierten als Voraussetzung einer freien Gesellschaft postuliert, gesteht zugleich ein, dass beide Gruppen existieren und der einen oder anderen Seite zurechenbar sind. In dem Falle nämlich, in dem alle Mitglieder eines sozialen Verbandes unmittelbar verbindliche Entscheidungen treffen, sind sie auch alle von herrschaftlichen Entscheidungen Betroffene, so dass die eine Herrschaftsordnung konstituierenden Positionen von Herrschern und Beherrschten nicht aufgehoben werden (vgl. Rohe 1994: 90). Vor diesem Hintergrund scheint es kaum übertrieben, wenn Sartori (1997a: 155) etwas salopp von einer „Binsenwahrheit“ spricht, dass „es immer Herrschende und Beherrschte, Regierende und Regierte geben“ wird.
Viktoria Kaina

3. Elitenakzeptanz in der Bundesrepublik: Analysedesign und forschungsleitende Hypothesen

Zusammenfassung
Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit ist darauf gerichtet, Aussagen über das Elite-Bevölkerungs-Verhältnis im vereinten Deutschland zu treffen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach der Akzeptanz der Führungskräfte zu einem gegebenen Zeitpunkt, in Abhängigkeit vom Vertrauen in die Führungsschicht (Elitenvertrauen). Verstanden wird darunter die Erwartung, dass Eliten in Übereinstimmung mit bestimmten Kriterien handeln. Analytisch wird Vertrauen als eine Einstellung kategorisiert, die von einer Auffassung zu differenzieren ist, die Vertrauen als Verhalten begreift (vgl. Nuissl 2000: 17; Schweer 1996).
Viktoria Kaina

Methodische Grundlagen

1. Datenbasis und Operationalisierung

Zusammenfassung
In diesem und dem folgenden Kapitel soll es nicht darum gehen, das für die vorliegende Arbeit verwendete Datenmaterial in allen Einzelheiten zu beschreiben. Dies wurde bereits an anderer Stelle geleistet (vgl. Kaina 1996; Machatzke 1997a; Sauer 1998). Dennoch ist es notwendig, auf einige Strukturmerkmale innerhalb des empirischen Datenmaterials aufmerksam zu machen, weil sie in der Interpretation der Analysebefunde berücksichtigt werden müssen.
Viktoria Kaina

2. Skalen- und Indexbildung

Zusammenfassung
Um die individuellen Demokratievorstellungen von Führungskräften und Bevölkerung zu erfassen, wurden die Befragten gebeten, ihre Meinung gegenüber ihnen standardisiert vorgegebenen Statements kundzutun. Mittels einer Vierer-Skala konnte den folgenden Auffassungen von Demokratie voll, eher, eher nicht oder nicht zugestimmt werden:
(1)
Zuviel Medienkritik an der politischen Führung schadet der Demokratie.
 
(2)
Die Chance der Opposition, die Regierung abzulösen, ist wichtiger als Stabilität und Kontinuität der politischen Führung
 
(3)
Mitwirkung nur durch Wahlen
 
(4)
Auch wer in einer Auseinandersetzung recht hat, sollte den Kompromiss suchen.
 
(5)
Demokratie ist auf Dauer nur möglich, wenn sich eine starke politische Führung über alle Gruppeninteressen hinwegsetzt.
 
(6)
Die Einführung von Volksbegehren und Volksentscheiden ist eine notwendige Ergänzung der Demokratie.
 
(7)
Wenn Parteien in der Demokratie auch eine wichtige Rolle spielen, so werden durch sie doch politische Konflikte oft unnütz verschärft.
 
(8)
Der Bürger verliert das Recht zu Streiks und Demonstrationen, wenn er damit die öffentliche Ordnung gefährdet.
 
(9)
Demokratie sollte nicht auf den politischen Bereich beschränkt bleiben, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen realisiert werden.
 
(10)
Meinungs- und Diskussionsfreiheit müssen dort ihre Grenze haben, wo elementare moralische Überzeugungen und sittliche Grundwerte berührt werden.
 
Viktoria Kaina

Empirische Ergebnisse

1. Herausforderungen bundesdeutscher Führungskräfte

Zusammenfassung
Die dichotomische Tradition von repräsentativer versus direkter Demokratie im politischen Denken geht auf die Volkssouveränitätslehre von Jean-Jacques Rousseau zurück. Rousseau hielt die Souveränität des Volkes für unveräußerlich, nicht Übertrag- oder repräsentierbar und setzte die Abtretung der Entscheidungsgewalt des Volkes an Vertreter mit dem Verlust von Freiheit gleich. Inzwischen wird weitgehend anerkannt, dass komplexe Flächendemokratien ein Mindestmaß an Repräsentation benötigen, repräsentative Verfahren und direktdemokratische Komponenten nicht als Antagonismus, sondern als gegenseitige Ergänzung begriffen werden müssen (vgl. u.a. Steffani 1973a; Luthardt 1992, 1997; Jesse 1996; Oberreuter 1996; Schieren 1996; Marschall 1997; Niclauß 1997).
Viktoria Kaina

2. Elitenperzeption in Selbst- und Fremdwahrnehmung

Zusammenfassung
Moderne Gemeinwesen sind durch Arbeitsteilung auf allen gesellschaftlichen Ebenen charakterisiert. In dem als politische Repräsentation beschriebenen Kompetenz-und Verantwortungszusammenhang, wo Minderheiten allgemein verbindliche Entscheidungen treffen und sie vor der Mehrheit begründen und verantworten müssen, wirkt institutionalisierte Arbeitsteilung als vertikales Strukturelement einer demokratischen Herrschaftsordnung. Horizontale Arbeitsteilung manifestiert sich in der spezifischen Funktionszuweisung an gesellschaftliche Subsysteme, über die Produktion bestimmter Güter zum Erhalt und Funktionieren des Gesamtsystems beizutragen, und ist zugleich Begründung für exklusive Beteiligungsrechte am politischen Entscheidungsprozess.
Viktoria Kaina

3. Hypothesentest

Zusammenfassung
In der großen „Mannheimer Elitestudie“ von 1981 konnte Hoffmann-Lange (1992) noch feststellen, dass sich die Demokratievorstellungen der bundesdeutschen Funktionseliten auf einen breiten Konsens gegenüber der repräsentativen Demokratievariante stützen. Nur mehr als ein Jahrzehnt später lassen sich jedoch in den Daten der „Potsdamer Elitestudie 1995“ Belege dafür finden, dass sich dieses Einverständnis gewandelt hat. In der Führungsschicht des vereinten Deutschlands teilen 60 Prozent der befragten Positionsinhaber die Bevölkerungsforderung nach Volksbegehren und Volksentscheiden als Ergänzung der repräsentativen Regierungsweise und nach Ausweitung demokratischer Prinzipien auf alle gesellschaftlichen Bereiche (vgl. Kap. 1.1). Trotz erheblicher Zustimmungsunterschiede in den einzelnen gesellschaftlichen Funktionsbereichen sind die Veränderungen in den demokratischen Orientierungen der Führungskräfte bezüglich exklusiver, elitenzentrierter politischer EntScheidungsprozesse unübersehbar.
Viktoria Kaina

Resümee und Ausblick

Teil 4. Resümee und Ausblick

Zusammenfassung
Zu den zentralen Charakteristika moderner liberaler Demokratien gehört ein komplexes institutionelles Arrangement, das den Bürgerinnen und Bürgern liberale Frei-heits- und Bürgerrechte garantieren und Machtmonopolisierung durch konstitutionell verankerte Kontrollmechanismen verhindern soll. Dabei sind politische Ent-scheidungsprozesse in den großflächigen, funktional differenzierten Polyarchien der Gegenwart eher mehr als weniger auf repräsentative Verfahren angewiesen, die den Funktionseliten einer sektoral spezialisierten Führungsschicht zur Handlungskoordination und Entscheidungsfindung dienen. In dem Maße, in dem politische Macht in liberalen Demokratien dem Grundsatz der Volkssouveränität verpflichtet ist und allgemeinverbindliche politische Entscheidungen vor dem Souverän verantwortet werden müssen, rückt das Verhältnis von Führungsschicht und Bevölkerung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Akzeptanz der Führungskräfte bei den Nichteliten kann als eine wichtige Voraussetzung dafür angesehen werden, dass die Bevölkerung die demokratische Ordnung als legitim anerkennt. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang einer diffusen Unterstützung der Eliten durch die Bürgerinnen und Bürger zu, die von konkreten Leistungen abstrahiert und auf einer Qualitätsbewertung generalisierter Politikergebnisse beruht. Diese Ergebnisevaluation basiert auf bestimmten Erwartungen, die den Maßstab dafür bilden, ob anderen zu vertrauen ist, indem auf eigenes Zutun verzichtet wird.
Viktoria Kaina

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