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26.02.2024 | Emerging Markets | Im Fokus | Online-Artikel

Anleger sollten Schwellenländeraktien nicht abschreiben

verfasst von: Michael Fuchs

3 Min. Lesedauer

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Im Vergleich zu den Industrielstaaten entwickelten sich Aktien von Schwellenländern in den vergangenen Jahren enttäuschend. Das gilt vor allem für Investments in einen Index wie den MSCI Emerging Markets. Anleger sollten die Papiere dennoch im Blick behalten.

Ein weltweit aufgestelltes Portfolio ist die Standardempfehlung für private Depots. Doch manchem Anleger wäre in den vergangenen Jahren weniger Diversifikation vermutlich lieber gewesen. Denn während die US-Börsen voran stürmten und die europäischen Märkte mitzogen, waren die Schwellenländer nur eins: ein Hemmschuh. Der Blick auf dem MSCI Emerging Markets spricht für sich. Mit leicht über 1.000 Punkten liegt der Index, dem zahlreiche börsengehandelte Fonds folgen, noch immer da, wo er schon vor 15 Jahren lag.

Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Manch nahezu abgeschriebener Markt feierte schon eine unerwartete Renaissance. So ist erst dieser Tage der japanische Nikkei-225-Index nach sage und schreibe 34 Jahren mit knapp unter 40.000 Zählern wieder in den Bereich der Allzeithochs aus dem Jahr 1989 gestiegen.

Emerging Markets günstig bewertet

Für die Emerging Markets spricht immerhin die günstige Bewertung. Im Vergleich zu den Aktien der Industrieländer werden Papier der Schwellenländer mit einem Bewertungsrabatt von 30 Prozent gehandelt, wie Rohit Chopra, Portfolio Manager und Analyst der Fondsgesellschaft Lazard Asset Management, betont. Dabei stehen seiner Meinung nach die Wachstumsprognosen für die Schwellenländer in den nächsten Jahren gut, insbesondere für Indien und China.

Und eines sollte man nicht vergessen: In dem Index, der mehr als 1.000 Aktien aus über 20 Ländern umfasst, sind längst nicht alle Märkte schlecht gelaufen. Tatsächlich war vor allem China in den vergangen Jahren für das schwache Abschneiden des MSCI Emerging Markets verantwortlich. 

Die Entwicklung des am stärksten gewichteten Aktienmarktes im Index war ein Desaster: Der CSI 300 Index mit mit den wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Börsen in Shanghai und Shenzen ist seit Anfang 2021 von über 5.500 auf unter 3.500 Punkte abgesackt. Der Hang Seng Index der Sonderverwaltungszone Hongkong hat sich im gleichen Zeitraum nahezu halbiert.  

In Märkte gezielt investieren

Doch was tun? In die über 20 Schwellenländer einzeln zu investieren, ist für viele Anleger und semiprofessionelle Investoren kaum machbar. Chopra hat daher eine einfache Lösung. Für Anleger sei es klug, eine "EM ex China"-Strategie zu verfolgen. Das ist nicht schwer, denn es gibt bereits börsengehandelte Fonds, die ohne China auskommen. Die Top Drei sind dann mit zusammen 60 Prozent Indien, Taiwan und Südkorea. Die deutliche bessere Entwicklung des Index im Vergleich zu MSCI Emerging Markets spricht für sich.

Doch man muss China gar nicht ganz ausklammern. So lohnt sich ein Blick auf Schwellenländer-ETFs mit Schwerpunkt kleinerer Werte, so genannter Small Caps. Entsprechende Fonds kommen in den vergangenen fünf Jahren auf ein Plus von rund 50 Prozent, während der große Bruder gerade einmal zehn Prozent erreicht. Dabei half dem MSCI Emerging Small Caps auch die deutlich geringere China-Gewichtung.

Mögliche Trendwende bei chinesischen Aktien

Aber vielleicht sollte man China gar nicht so niedrig gewichten. Denn möglicherweise stehen die Aktien aus dem Reich der Mitte vor einer Trendwende. "Die Volksrepublik muss ihre Wirtschaft wieder ankurbeln. Erste Anzeichen dafür waren in den vergangenen Wochen zu beobachten",  stellt James Syme, Fondsmanager bei der Fondsgesellschaft JO Hambro Capital Management fest. "Es scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein, wann und ob die Politik der Wirtschaft diese Impulse geben wird." Und dann könnte China schnell vom Bremsklotz zum Turbo der Schwellenländer werden.  

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