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06.06.2016 | Emissionen | Nachricht | Onlineartikel

Rechercheverbund: Neue Auffälligkeiten bei Opel

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Opel soll offenbar eine ähnliche Zykluserkennung wie Volkswagen verwenden. Das hätten Recherchen von Monitor, Spiegel und DUH ergeben. Opel dementiert.

Neue Untersuchungen des Lübecker IT-Spezialisten Felix Domke, der für das Rechercheteam bestehend aus dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", dem ARD-Magazin "Monitor" und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die Motorsteuersoftware des Opel Zafira 1,6 CDTi untersucht, sollen den Verdacht nahelegen, dass Opel eine ähnliche Abgasstrategie wie Volkswagen hat, wie der Rechercheverbund bekannt gibt. Domkes Analyse zeige, dass in der Motorsteuerung des Opels Begrenzungen programmiert seien. "Diese orientieren sich offensichtlich an den Maximalwerten der offiziellen Prüfung. Bewegt man sich innerhalb dieser Begrenzungen, funktioniert die Abgasreinigung wie vorgesehen. Fährt man nur minimal schneller, stößt das Auto mehr Schadstoffe aus", heißt es in einer Mitteilung des ARD-Magazins Monitor.

Ähnlichkeit zu VW-Software

"Die Ähnlichkeit zu Volkswagen ist doch offensichtlich. Die Betrugssoftware von VW hat dafür gesorgt, dass der Wagen nur ‚sauber’ läuft, wenn sie anhand von Strecke und Zeit erkennt, ob der Prüfzyklus des offiziellen Tests gefahren wird. Im Zafira prüft die Motorsteuerung Gang-genau - mit wenigen Prozent Sicherheitspuffer - ob ich die maximale Beschleunigung des Tests nicht überschreite. Wo ist denn da der Unterschied?", erklärt Domke gegenüber Monitor.

Auch für Abgasexperte Michal Vojtisek von der der Technischen Universität in Prag gibt es laut Monitor klare Indizien, die für eine Erkennung des Abgastests sprechen würden. Er sieht in der Software Opels eine "Multi-Kriterien-Analyse", die neben Drehzahl, Einspritzmenge ja auch noch die Temperatur und den Luftdruck mit abfragt, vermutlich um die Testbedingungen zu erkennen, heißt es.

Opel dementiert

Opel weist das laut Monitor zurück. Diese Interpretationen seien falsch: "Testzykluserkennung würde bedeuten, dass das Auto während des Testzyklus ein anderes Verhalten an den Tag legen würde, als unter den gleichen Bedingungen auf der Straße, weil es den Zyklus erkennt." Das sei bei Opel nicht der Fall.

Monitor zitiert auch den Esslinger Mechatronik-Professor Markus Ledermann. Für ihn sei klar, dass die Motorsteuerung des Opels vor allem so programmiert sei, dass sie in der offiziellen Prüfung funktioniere: "Das einzig erkennbare Kriterium für das Abschalten ist die Frage, ob dieser Betriebszustand im NEFZ vorkommen kann oder nicht. Wenn ja, wird nicht abgeschaltet, wenn nein, wird abgeschaltet", so Lerdermann.

Inzwischen hat Felix Domke nach Angaben von Monitor seine neue, 14-seitige Ausarbeitung dem Kraftfahrtbundesamt zu Verfügung gestellt.

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