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31.08.2017 | Emissionen | Im Fokus | Onlineartikel

Neue Stufe der Abgasnorm Euro 6 macht den Dieselmotor sauberer

Autor:
Patrick Schäfer

Am 1. September wird in Deutschland eine neue Abgasvorschrift eingeführt. Mit Euro 6c gelten verschärfte Bedingungen, die in Konsequenz vor allem den Dieselmotor sauberer und fit für die Zukunft machen.

Mit der neuen Abgasnorm treten ab September drei Änderungen in Kraft: Das veraltete Messverfahren NEFZ wird abgelöst. Der Neue Europäische Fahrzyklus trat 1970 in Kraft und wurde zuletzt in den 90-er Jahren überarbeitet. Beim diesem Verfahren wichen homologierte und veröffentlichte Emissions- und Verbrauchswerte zum Teil deutlich voneinander ab, da auf dem Prüfstand nicht auf geänderte Randbedingungen oder individuelle Fahrweise eingegangen wurde. Der neue Zyklus nennt sich "Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure" (WLTP) und soll dem tatsächlichen Verbrauch näher kommen. Statt 20 Minuten dauert ein Test nun 30 Minuten, bei dem rund 23 statt vorher nur 11 Kilometer gefahren werden. Auch die Geschwindigkeiten wurden angepasst, waren es vorher maximal 120 km/h, wird nun auf über 130 km/h beschleunigt. Das hat zur Folge, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit um fast ein Drittel auf circa 47 km/h steigt.

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Zusätzlich sollen die Emissionen mit dem neuen Verfahren "Real Driving Emissions" (RDE) auch auf der Straße ermittelt werden – und zwar für die leichteste und schwerste Version eines Modells. RDE bedeutet damit für die Hersteller einen "signifikante[n] Anpassungsbedarf des Antriebsstrang- sowie des Emissionssystems", heißt es in Funktionsentwicklung für RDE bei Dieselmotoren. Zum Dritten müssen die Hersteller die Funktionen der Motorsteuerung offenlegen, die mit der Abgasreinigung zusammenhängen. In Zukunft sollen so keine Tricksereien mehr möglich sein. Was auch heißt: Es wird vermutlich nicht mehr zu einem "Dieselgate" kommen. Einen weiteren Skandal kann sich die Automobilindustrie auch nicht leisten, hat sie doch mehr als genug damit zu tun, das verlorene Vertrauen wiederherzustellen.  

Euro 6 und RDE verschärfen Abgasreinigung

Die neue Euro-6-Abgasnorm wird gestaffelt eingeführt. Fahrzeuge mit Typengenehmigung dürfen ein Jahr über das Einführungsdatum der neuen Abgasstufe hinaus noch zugelassen werden (in diesem Fall bis August 2018). Zunächst gilt bis August 2019 die Norm 6c, die ohne Grenzwerte beim RDE auskommt. Durch die Offenlegung der Motorsteuerung ist aber eine Senkung der zuletzt in die Diskussion geratenen Stickoxid-Werte (NOX) schon hier zu erwarten. Die Abgasnorm Euro 6d folgt in zwei Stufen: 6d-temp von September 2019 bis Ende 2020. Der NOX-Wert von 80 Milligramm pro Kilometer darf beim RDE zunächst um den Faktor 2,1 höher liegen als im Labor; bei Euro 6d sinkt die Abweichung auf den Faktor 1,5.

Das RDE-Verfahren macht vor allem beim Dieselmotor die Abgasnachbehandlung komplizierter. Eine Kombination aus Speicherkat und SCR-System wird wahrscheinlich obligatorisch, um die Stickoxid-Grenzwerte unter allen Randbedingungen einhalten zu können. Damit wäre auch dieses Problem der Abgasnachbehandlung beim Dieselmotor gelöst, nachdem die Partikelproblematik mit dem entsprechenden Filter nun der Vergangenheit angehört. 

Synthetische Kraftstoffe als Übergang

Neben den motorseitigen Anstrengungen haben zusätzlich alternative Kraftstoffe das Potenzial, die Lebensdauer des schon totgesagten Dieselmotors zu verlängern. Die gegenüber dem Ottomotor um etwa 20 Prozent überlegene CO2-Bilanz ließe sich noch weiter verbessern, indem man den Dieselmotor mit synthetischem Kraftstoff betriebe. 

Denkbar wäre eine Zumischung zu fossilem Dieselkraftstoff für eine Übergangszeit, um schnellstmöglich die CO2-Emissionen zu reduzieren, und parallel die Entwicklung von Motoren für den Betrieb mit reinem OME. Experten halten ein Rohemissionsniveau unterhalb von Euro 6 für realistisch, sodass spätestens nach der Abgasnachbehandlung neben den CO2-Problemen auch die Herausforderungen mit anderen motorseitigen Luftschadstoffen gelöst sein dürften", schreibt Richard Backhaus in Alternative Kraftstoffe: CO2-neutral in die Zukunft in der MTZ 6/2017.

Diese neuen Energieträger aus regenerativen Quellen sind CO2-neutral und könnten den Verbrennungsmotor zu einer sauberen Zwischenlösung bis zur möglichen Etablierung der Elektromobilität machen.

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