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23.05.2016 | Emissionen | Nachricht | Onlineartikel

Auffällige CO2-Werte bei 30 Automodellen

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Das Bundesverkehrsministerium hat Abweichungen bei Verbrauchsangaben festgestellt. Bei 30 Pkw seien verdächtig hohe CO2-Emissionen gemessen worden.

Das Bundesverkehrsministerium hat bestätigt, dass bei Abgastests im Zuge der Diesel-Affäre 30 von 53 untersuchten Autos zu viel CO2 ausgestoßen haben. Die auffälligen CO2-Werte werden beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) gesondert geprüft, so die Behörde. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Prüfgegenstand der Untersuchungskommission war eigentlich die Suche nach unzulässigen Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen wie sie im Fall Volkswagen verwendet worden sind, sowie die NOX-Prüfwerte. Es hätten sich aber auch Auffälligkeiten bei CO2 ergeben. Die Ergebnisse werden wie von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt angekündigt in einem eigenen CO2-Prüfbericht mit Darstellung der Messprotokolle und Bewertung der Einzelergebnisse veröffentlicht.

Opel Zafira Diesel 1,6 CDTi auch auffällig bei CO2-Angaben

Unter den betroffenen Modellen mit auffälligen CO2-Werten soll sich auch ein Dieselmodell des Opel Zafira befinden. Das hätten aktuelle Messungen des Rechercheteams bestehend aus der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Spiegel sowie des ARD-Magazins Monitor ergeben. Bei Labormessungen des Opel Zafira (Euro 6b, EZ 2015 1.6 CDTi, 100 kW) seien starke Abweichungen bei den CO2- und damit Kraftstoffverbrauchsangaben festgestellt worden. Bei einer zur Nachprüfung veranlassten Untersuchung auf dem Prüfstand des TÜV Nord in Essen habe der Zafira statt der angegebenen 109 Gramm CO2 pro Kilometer 127 g CO2/km emittiert. Auch bei Messungen der französischen Regierungskommission UTAC sei der Opel Zafira mit einer 51,8 Prozent Abweichung bei CO2 aufgefallen, berichtet die DUH.

Der Rechercheverbund hatte bereits vergangene Woche Untersuchungen vorgelegt, die auf möglicherweise illegale Abschaltvorrichtungen bei der Abgasreinigung neuester Opel-Dieselmodelle hindeuten. Dabei ging es allerdings um Stickoxide, nicht um den Kraftstoffverbrauch. Opel hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, der Autohersteller setze keine illegale Software ein. Bundesverkehrsminister Dobrindt hatte die Rechtmäßigkeit der umstrittenen Abgasreinigung im Fall des Zafira jedoch in Zweifel gezogen.

Verdacht gegen Fiat

Neben Opel ist auch Fiat in den Schlagzeilen: Wie die Bild am Sonntag berichtet, soll das KBA mehrere Dieselmotoren des Herstellers Fiat überprüft haben, ob technische Hilfsmittel oder Software zur Vermeidung der Schadstoffreinigung eingesetzt wurden. Dabei soll es in einem Test des KBA bereits ein Indiz auf Unregelmäßigkeiten gegeben haben, wie die Zeitung berichtet. Der Bild am Sonntag habe der Automobilhersteller mitgeteilt, man gebe dazu keine Stellungnahme ab.

Am vergangenen Donnerstag, 19. Mai 2016, hatte Fiat Chrysler einen Termin mit der eingesetzten Untersuchungskommission kurzfristig per Anwaltsschreiben abgesagt, wie das Bundesverkehrsministerium bekannt gab. Fiat Chrysler habe mitgeteilt, allein italienische Behörden seien für die Frage zuständig, ob Fiat-Fahrzeuge die europarechtlichen Abgas-Vorschriften einhielten, hieß es.

"Dieses unkooperative Verhalten von Fiat ist völlig unverständlich", hatte Dobrindt kritisiert. Laut Dobrindt stünden "konkrete Vorwürfe im Raum". Die Untersuchungskommission habe Zweifel, ob bei Fiat die Typgenehmigungsvorschriften eingehalten wurden. Das KBA hat nach Spiegel-Informationen die Unterlagen mit Messergebnissen an die italienische Typgenehmigungsbehörde übersendet.

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Quelle:
Handbuch Verbrennungsmotor

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
Dieselmotor-Management im Überblick

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