Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Anlässlich des 60. Geburtstags von Werner Wirth nehmen die Autorinnen und Autoren in dieser Festschrift jüngere theoretische Entwicklungen und empirische Befunde der Rezeptions- und Wirkungsforschung zum wechselseitigen Einfluss von Emotionen und Kognitionen in den Blick. Die ausgewiesenen Expertinnen und Experten – gleichzeitig langjährige Wegbegleiter Werner Wirths – widmen sich schlaglichtartig prominenten Forschungsfeldern, die Werner Wirth intensiv und nachhaltig bearbeitet hat.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Zum Einfluss von Gruppenemotionen und kollektiven Emotionen in sozialen Medien

Zusammenfassung
In den letzten Jahrzehnten ist das kommunikationswissenschaftliche Interesse an Emotionen stark angestiegen (Wirth, 2008, 2014a). Allerdings bleiben die empirische Erfassung von Emotionen in Kommunikationsinhalten sowie die Forschung zu deren Wirkung hinter der aktuellen Theoriebildung zurück. Dies kann zu Missverständnissen in Bezug auf die Verbreitung von emotionalen Kommunikations-inhalten und deren Wirkungen führen.
Christian Schemer, Rinaldo Kühne, Katharina Sommer

Der Involvementbegriff in der Werbeforschung: Zum überfälligen Ende eines schwer greifbaren Konzeptes

Zusammenfassung
„A concept that includes cognitive responses, felt emotions, attention, recall, information seeking, and discussions about the topic is not very useful. If involvement were all-encompassing, we could easily abandon the concept.“, das schrieb Werner Wirth (2006, S. 209-210) über das Involvementkonzept bereits vor einiger Zeit.
Brigitte Naderer, Jörg Matthes

Was ist eigentlich Unterhaltung? Annäherung an die Sphinx der Medienrezeptions- und Medienwirkungsforschung

Zusammenfassung
Die berühmte Große Sphinx von Gizeh stellt einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf dar. Eine Sphinx ist also ein Mischwesen, etwas, was es eigentlich gar nicht geben dürfte, etwas, was nicht richtig greifbar ist, und trotz allem etwas, was jeder kennt oder zumindest glaubt zu kennen. Ganz ähnlich – so meine These – verhält es sich mit der Unterhaltung.
Holger Schramm

„The feeling of being there“: Presence-Erleben als Folge kognitiver und emotionaler Verarbeitungsprozesse

Zusammenfassung
Wenn man sich mit Prozessen und Wirkungen während und nach der Medienrezeption beschäftigt, dann kommt Präsenzerleben oder dem „feeling of being there“ (z.B. Heeter, 1992) ein ganz besonderer Stellenwert zu. Berechtigterweise könnte man sich nun fragen, warum das so ist, verschwindet doch bei Präsenzerleben das Medium gewissermaßen (Hofer, 2016). Eine Medienwirkung, die durch ein Nichtmehr-Bemerken des Mediums zustande kommt? Das verspricht spannende Forschungstätigkeit.
Matthias Hofer

Infotainment als kognitiv-affektives Metaerleben: Ein Operationalisierungsvorschlag

Zusammenfassung
Im Jahr 2014 diagnostizierte Werner Wirth einen Mangel an Auseinandersetzung mit Fragen der Rezeption in der kommunikationswissenschaftlichen Infotainment-Forschung, den er mit einer Konzeptualisierung von Infotainment als komplexem Rezeptionsphänomen zu beseitigen suchte. Dazu definierte er Infotainment-Erleben als „gleichzeitiges, konvergentes und positiv valenziertes Metaerleben von hedonistischen und/oder eudaimonischen (affektiven) Unterhaltungsgefühlen einerseits und (kognitiven) Informationsgefühlen wie beispielsweise Gefühlen des Informiert-Seins, des Informiert-Werdens oder der Vertrautheit andererseits“ (Wirth, 2014, S. 80).
Patrick Weber

Die Wissenskluft-Perspektive: Zum Einfluss von Kognitionen und Emotionen

Zusammenfassung
Philipp J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien formulierten 1970 ihre Wissenskluft-Hypothese unter dem Titel „Mass Media Flow and Differential Growth in Knowledge“, welche zu einer der zentralen theoretischen Perspektiven der Wirkungsforschung werden sollte (Bonfadelli & Friemel, 2017). Sie postulierten, für die sozialpsychologisch ausgerichtete Wirkungsforschung unüblich, aus einer gesellschaftlichen Perspektive, dass als Folge der intensivierten Berichterstattung über ein Thema aus Politik, Wissenschaft oder Gesellschaft nicht alle Mediennutzerinnen und Mediennutzer gleichermaßen zu profitieren vermöchten, und sich die Wissensklüfte zwischen den Bevölkerungssegmenten mit hohem im Vergleich zu tiefem sozioökonomischem Status bzw. Bildungsniveau verstärken würden. Damit wurden neu für die Wirkungsforschung explizit Phänomene der sozial ungleichen Nutzung, Rezeption und Wirkung von Medien thematisiert.
Heinz Bonfadelli

Die theoretische Modellierung der Nutzung mobiler Medien – vom Innovationscluster Mobiltelefon zum Metamedium Smartphone

Zusammenfassung
In den vergangenen nahezu drei Dekaden hat die Mobilkommunikation unser alltägliches Kommunikationsverhalten durch ihre rasche und umfassende weltweite Verbreitung tiefgreifend verändert. Seit 2017 nutzen weltweit mehr als 5 Milliarden Menschen mobile Kommunikationsdienste (GSMA Association, 2018), in Deutschland hat die Mobilfunkpenetration bereits 2006 die 100% überschritten, d.h. es gibt mehr Mobilfunkanschlüsse als Einwohner (Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, 2009). Von mHealth-Anwendungen zum Selbstmanagement chronischer Krankheiten, über mobiles Banking bis hin zu mobilen Dating-Apps hat diese Entwicklung Einfluss auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche genommen – und dies nicht nur in Industrienationen.
Veronika Karnowski

Viel Luft nach oben. Eine kritische Reflexion zum Stellenwert der Methoden in der Kommunikationswissenschaft

Zusammenfassung
Die Geschichte der kommunikationswissenschaftlichen Methoden ist noch keine lange. Die Fachgruppe Methoden der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) wurde erst im Jahr 1998 auf der DGPuK-Jahrestagung in Mainz gegründet. Werner Wirth war ihr Mitbegründer und erster Sprecher.
Jörg Matthes

Motivation und Gelegenheit zur kognitiven Verarbeitung beim Codieren

Zusammenfassung
Als Sonderfall eines Mediennutzers ist der in manuellen Inhaltsanalysen eingesetzte Codierer ein Leser oder Zuschauer, dessen Aufgabe es ist, Medieninhalte systematisch zu verarbeiten (Wirth, 2001). Im Idealfall hält sich der Codierer dabei eng an die Vorgaben der Codieranweisungen und lässt Interpretationen nur soweit zu, wie dies für das Textverständnis erforderlich ist. Diese Wunschvorstellung eines rein kognitiv und systematisch ablaufenden Codierprozesses scheitert jedoch möglicherweise an der Realität, in der wir bei der Analyse von Medieninhalten auf Studierende angewiesen sind, die sich teilweise ohne starke intrinsische Motivation als Hilfskräfte verdingen.
Martin Wettstein

Trink Brüderlein trink, lass doch die Sorgen zu Haus. Diskussion unterschiedlicher Forschungsstrategien zur Wirkung von Alkohol auf prosoziales Verhalten

Zusammenfassung
Das Bild der fröhlichen Trinkerrunde ist uns allen geläufig, geselliges Zusammensein und ein gewisser Alkoholkonsum sind in unserer Gesellschaft traditionell eng verbunden. Es ist ziemlich offensichtlich, dass viele Menschen den Genuss von Alkohol positiv erleben. Vor diesem Hintergrund fällt es auf, dass die wissenschaftliche und die mediale Diskussion zum Thema Alkoholkonsum vor allem auf negative Konsequenzen fokussiert ist.
Helmut Scherer

Emotionale und kognitive Facetten des Weingenusses: Ein medienpsychologisches Experiment

Zusammenfassung
Wein gehört zu den wichtigsten Kulturgütern der westlichen Welt. Die Internationale Organisation für Rebe und Wein verzeichnet in ihrem Weltkonjunkturbericht 2018 einen auf allen Kontinenten stetig wachsenden Weinkonsum, der sich nach einigen Jahren der Stagnation nun auch wieder in den traditionellen europäischen Erzeuger- und Verbraucherländern manifestiert. 141 Millionen Hektoliter Wein wurden 2017 weltweit produziert, um dieser wachsenden Nachfrage gerecht zu werden (OIV, 2018). Es muss nicht gesagt werden, dass sich die weltweit produzierten Weine in ihrer Qualität jeweils sehr stark unterscheiden.
Dominique Wirz, Anne Schulz

Backmatter

Weitere Informationen