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27.12.2018 | Employer Branding | Kolumne | Onlineartikel

Employer Branding mit Bleisure Travel

Autor:
Lars Golestan

Im Wettbewerb um die talentiersten Köpfe müssen Unternehmen neue Wege gehen. Althergebrachte Benefits, wie etwa der Dienstwagen, locken die Generationen Y und Z nicht an. Eine neue Möglichkeit ist Bleisure Travel, schreibt Gastautor Lars Golestan.  

Was für manche noch nach ferner Utopie klingt, ist in einer Offenbacher Werbeagentur längst Realität: Die Mitarbeiter von Henning Müller-Ritzrow dürfen nach der Probezeit jeweils fünf Tage im Kurzurlaub relaxen – auf Kosten des Chefs und in einer Stadt ihrer Wahl. Die Aktion "Fliegen nach der Probezeit", so glaubt Müller-Ritznow, verspricht bei der Rekrutierung von Personal weit mehr Erfolg als eine aufwendige und kostenintensive Headhunter-Suche. Er hat erkannt, was hierzulande oft noch verborgen bleibt: Den so dringend benötigten Fachkräften muss mehr geboten werden als der Obstkorb, ein Zuschuss zur Altersvorsorge oder flexible Arbeitszeiten.

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Die Mitarbeiter begreifen

In einer Konsumgesellschaft neigen Mitarbeiter dazu, ihren Arbeitsplatz wie ein Produkt oder eine Dienstleistung zu konsumieren. Um daran etwas zu ändern, muss man genauestens begreifen, was zwischen den Mitarbeitern mit ihren persönlichen Erwartungen für Unterschiede bestehen.


Arbeitszeit wie Lebenszeit gestalten

Ganze Employer-Branding-Abteilungen zerbrechen sich tagein, tagaus den Kopf, wie sie insbesondere die jüngeren Generationen Y und Z anwerben geschweige denn im Unternehmen halten. Doch es muss nicht gleich der kostenlose Kurzurlaub sein, um das Freiheitsbedürfnis der Jungen zu stillen. Auch mit Maßnahmen wie etwa Bleisure Travel, der Kombination aus Geschäftsreise ("Business") und ein paar privaten Tagen im Anschluss ("Leisure"), binden Unternehmen Mitarbeiter auf lange Sicht. Denn sie zahlen auf eine offene, wertschätzende Unternehmenskultur ein.

Höhere Anforderungen an Mitarbeiter ausgleichen

Die Digitalisierung bürdet neben vielen Chancen auch zunehmend mehr Komplexität im Arbeitsleben auf: Der Stresspegel ist erhöht, die Mitarbeiter sind oft noch nach Feierabend erreichbar und auch die Mobilität nimmt zu: So stiegen in den letzten Jahren beispielsweise die Anzahl der Geschäftsreisen und damit auch die Anforderungen an die Arbeitnehmer. Doch anders als gemeinhin angenommen, nehmen insbesondere Millenials diesen Umstand gerne an – zumindest, was die Mobilität angeht. Laut einer aktuellen Studie des Reiseverbands DRV geben knapp die Hälfte der befragten Arbeitnehmer zwischen 18 und 34 Jahren an, auf Geschäftsreisen deutlich produktiver zu sein als im Büro.  

Mit Bleisure Travel wird Arbeiten zum Erlebnis

Sorgen um höhere Ausgaben sind bei Bleisure Travel unnötig: Oft sparen sogar beide Seiten. Ein guter Kompromiss: Arbeitgeber übernehmen alle geschäftlichen Ausgaben sowie die Kosten für An- und Abreise, den privaten Aufenthalt nach dem Geschäftstermin bezahlen die Mitarbeiter selbst. So sind Flüge außerhalb der Rush-Hour häufig deutlich günstiger. Für Mitarbeiter wiederum entfallen die Kosten bei An- und Abreise. Zudem wickeln einige Geschäftsreiseanbieter auch den privaten, von den Mitarbeitern selbst bezahlten Hotelaufenthalt zu günstigeren Konditionen ab. Weitere Vorteile liegen klar auf der Hand: Bleisure Travel minimiert reisebedingten Stress, die Mitarbeiter entdecken andere Länder und Kulturen und haben im Idealfall ein besseres Verständnis für den Kunden. Die Vorfreude auf die Geschäftsreise und die Motivation steigen. 

Eine sorgfältige Vorbereitung ist das A und O

Damit Bleisure Travel für alle Seiten angenehm wird, sollten die beteiligten Abteilungen im Unternehmen vorab feste Richtlinien ausarbeiten. So muss etwa feststehen, wer für welche Kosten aufkommt. Natürlich fallen auch rechtliche und steuerliche Aspekte wie beispielsweise Versicherungen oder ein geldwerter Vorteil ins Gewicht. 

Die Generationen Y und Z befreien sich längst selbst aus dem Korsett von starren Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es an den Unternehmen, diesen Weg mitzugehen. Bleisure Travel ist dabei zwar nur ein Rädchen im Getriebe der großen Unternehmenskultur – führt in jedem Fall aber, richtig geregelt, zu einem enormen Vertrauensvorschuss der Mitarbeiter.

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