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Abschätzung von PFAS im Bioabfall in Österreich

  • Open Access
  • 14-11-2025
  • Originalbeitrag

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Zusammenfassung

Die zunehmende Präsenz von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Abfallströmen stellt einen bedeutenden Umweltaspekt dar. Diese langlebigen und schwer abbaubaren Substanzen gelangen über vielfältige Eintragspfade auch in den Bioabfall. Auf Grundlage der Analyse verschiedener Fraktionen des Bioabfalls wurde eine jährliche Gesamtbelastung von mindestens 40 kg PFAS a−1 im Bioabfall österreichweit abgeschätzt. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass PFAS in der Behandlung organischer Abfälle gezielt berücksichtigt werden müssen, um Umweltbelastungen sowie eine unbeabsichtigte Rückführung in Stoffkreisläufe zu vermeiden. Dabei zeigt sich, dass herkömmliche Behandlungsverfahren PFAS nur unzureichend eliminieren können und somit keine vollständige Schadstofffreiheit gewährleisten. Daher besteht dringender Handlungsbedarf, innovative Behandlungsstrategien zu entwickeln, die PFAS wirksam reduzieren. Ergänzend sind Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Eintrag in biogene Stoffströme von vornherein begrenzen. Neben der Verbesserung der Abfallbehandlung sind präventive Maßnahmen auf Produktebene sowie vertiefte Forschung zur Erfassung, Bewertung und Reduktion von PFAS in biologischen Prozessen erforderlich, um langfristig eine nachhaltige, sichere und schadstoffarme Kreislaufwirtschaft zu realisieren.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

1 Einleitung

Die Produktion und der Einsatz von Chemikalien in Konsumgütern sind allgegenwärtig und nehmen weiter zu. Chemikalien sind wesentlicher Bestandteil nahezu aller hergestellten Güter, von Plastik und Textilien bis hin zu Reinigungsmitteln und Pflanzenschutzmitteln. Mit der Zunahme ihres Einsatzes steigen auch die Herausforderungen für die Abfallwirtschaft, da die Entsorgung und das Management zunehmend komplexer werden. Besonders kritisch sind dabei persistente organische Schadstoffe (POPs). Diese Substanzen sind langlebig, reichern sich in der Umwelt an und sind für Mensch und Natur gesundheitsgefährdend. Internationale Regelwerke wie das Stockholmer Übereinkommen schreiben deshalb spezielle Maßnahmen zur sicheren Zerstörung oder dauerhaften Immobilisierung vor (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2019).
Zu diesen POPs zählen auch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die aufgrund ihrer Persistenz, Bioakkumulationsfähigkeit und Toxizität, die durch die starke Kohlenstoff-Fluor-Bindung (C-F-Bindung) ermöglicht werden, schon länger im Fokus von Forschung, Gesellschaft und Gesetzgebung stehen. Aufgrund ihrer besonderen chemischen Struktur zeichnen sich PFAS durch eine ausgeprägte Wasser- und Fettabweisbarkeit sowie durch eine hohe thermische und chemische Stabilität aus (Al Amin et al. 2020; Buck et al. 2011). Diese Kombination spezifischer Eigenschaften ermöglicht ihren breiten Einsatz in einer Vielzahl von Industrie- und Konsumprodukten (Clara et al. 2008). Seit ihrer Synthese in den 1950er-Jahren werden PFAS in den unterschiedlichsten Produkten eingesetzt, darunter Textilien, Kosmetika, Lebensmittelverpackungen, Feuerlöschschäume, Pflanzenschutzmittel und industrielle Prozesschemikalien (Bolan et al. 2021). Dieser weitverbreitete Einsatz von PFAS führt auch zu einem wachsenden Aufkommen von PFAS in der Umwelt. Einmal in der Umwelt, können PFAS dort über Jahrzehnte hinweg bestehen bleiben (Brunn et al. 2023) und zudem über die Atmosphäre auch weite Strecken zurücklegen und entfernte Ökosysteme belasten (Evich et al. 2022; Kourtchev et al. 2024). Belastungen können entlang ihres gesamten Lebenszyklus entstehen: von der Herstellung der Chemikalien selbst, über ihre Weiterverarbeitung zu Erzeugnissen und die Nutzung der Produkte bis hin zur Entsorgung. So gelangen sie auch zunehmend in Abfallströme, einschließlich organischer Fraktionen wie Bioabfall. Dadurch wird dieser Stoffstrom zu einem relevanten Eintragspfad für PFAS in Verwertungssysteme, was neue Herausforderungen für eine schadstofffreie Kreislaufwirtschaft mit sich bringt.

2 Aktueller Stand zu PFAS in der Abfallwirtschaft

Die weit verbreitete Nutzung von PFAS in zahlreichen Industrie- und Konsumprodukten führt zwangsläufig zu deren Anreicherung in unterschiedlichen Abfallströmen. Aufgrund ihrer chemischen Beständigkeit und der vielfältigen Anwendungen gelangen PFAS über verschiedene Pfade in den Abfallsektor (Reinhart et al. 2023).
PFAS-haltige Abfälle, die auf Deponien abgelagert werden, setzen diese Chemikalien über längere Zeiträume kontinuierlich ins Sickerwasser frei. Untersuchungen an Deponiesickerwasser zeigen Konzentrationen im Bereich von < 0,001 bis 29 µg kg−1, was deren Rolle als langfristige, sekundäre Emissionsquelle unterstreicht (Hamid et al. 2018; Dasu et al. 2022). Im Abwasser liegen die PFAS-Konzentrationen in Untersuchungen im Zulauf zwischen 0,00098 und 66,9 µg L−1 und im Ablauf zwischen 0,02 und 107 µg L−1 (Gallen et al. 2018; Moneta et al. 2023), wobei die Konzentrationen stark von der Wassernutzung abhängig sind: Industrielle Abwässer weisen im Vergleich zu kommunalen Abwässern höhere PFAS-Konzentrationen auf (O’Connor et al. 2022). Untersuchungen in Klärschlämmen ergaben Konzentrationen von 1–3200 µg kg−1 (Link et al. 2024), auch hier hängt die Konzentration von der Art der Wassernutzung ab, insbesondere davon, ob die Abwässer überwiegend aus Haushalten oder aus industriellen Quellen stammen. Zudem verdeutlichen diese Ergebnisse, dass Klärschlämme eine doppelte Rolle im Umgang mit PFAS übernehmen. Einerseits binden sie insbesondere langkettige PFAS durch Adsorption an Partikeln und reduzieren somit die Schadstoffbelastung des Abwassers. Andererseits stellen sie selbst eine Quelle für PFAS dar, da bei deren Ausbringung PFAS in Böden und Umwelt gelangen können (DeSilva et al. 2021; Saliu und Sauvé 2024).
Neben diesen Pfaden gelangen PFAS auch über Papier, Plastik und Textilien in die entsprechenden Abfallströme. Besonders papierbasierte Produkte wie Verpackungen und beschichtete Papiere enthalten häufig PFAS, die ursprünglich gezielt zur Verbesserung der wasser- und fettabweisenden Eigenschaften eingesetzt wurden (Langberg et al. 2024). Analysen von Papierprodukten, die sowohl Neuprodukte als auch Rezyklate untersuchten, zeigten PFAS-Konzentrationen von 0,4–971 µg kg−1 (Langberg et al. 2024). Bei Textilien zeigen sich zudem deutlich höhere PFAS-Konzentrationen, wobei insbesondere Fluortelomeralkohole zur funktionellen Ausrüstung eingesetzt werden (Gremmel et al. 2016).
Die Behandlung PFAS-haltiger Abfälle stellt aus technischer und ökologischer Sicht eine beträchtliche Herausforderung dar. Die ausgeprägte chemische Stabilität, die hydrophoben Eigenschaften sowie die Vielfalt der PFAS-Verbindungen erschweren deren Entfernung und Zerstörung erheblich. Insgesamt zeigen aktuelle Untersuchungen, dass herkömmliche Abfallbehandlungsmethoden nur begrenzt zur Reduktion der PFAS-Last beitragen (Tavasoli et al. 2021; Meegoda et al. 2022), wobei thermische Verfahren derzeit die einzige verlässliche Option zur Zerstörung dieser persistenten Stoffe darstellen (Gehrmann et al. 2024). Innovativere Behandlungsverfahren wie Adsorption an Aktivkohle, Ionenaustausch oder spezielle Fällungsverfahren werden hauptsächlich zur Reinigung von Abwässern und Deponiesickerwässern eingesetzt. Während beispielsweise Aktivkohle PFAS zuverlässig bindet, bietet sie keine endgültige Entfernung, sondern erzeugt einen neuen festen Abfallstrom in Form gesättigter Aktivkohle. Dieser Abfallstrom muss anschließend ebenfalls thermisch behandelt oder sicher entsorgt werden, um eine Rückführung der PFAS in die Umwelt nachhaltig zu verhindern (O’Connor et al. 2022).
Vor diesem Hintergrund gewinnen die systematische Erfassung und gezielte Behandlung PFAS-haltiger Materialien zunehmend an Bedeutung, da von diesen sowohl eine direkte Emission in die Umwelt als auch eine unbeabsichtigte Rückführung in die Stoffkreisläufe, etwa über Recyclingprodukte, ausgehen können. Der Umgang mit PFAS-haltigen Materialien ist aber sowohl technisch als auch rechtlich komplex, denn dieser wird erschwert durch die stetige Erweiterung der Stoffgruppe durch neue Substanzen und Ersatzstoffe sowie das Fehlen umfassender Standards und standardisierter Nachweismethoden (Trier et al. 2025), die für eine zuverlässige Identifikation und Behandlung unerlässlich sind. Die Komplexität macht deutlich, wie wichtig gesetzliche Rahmenbedingungen und behördliches Monitoring für ein wirksames PFAS-Management sind. Auf europäischer Ebene sowie in den Mitgliedstaaten wurden daher in den letzten Jahren verstärkt Regelungen eingeführt. Im Folgenden werden die zentralen rechtlichen Rahmenbedingungen der EU dargestellt:
Chemikalienrecht/Stoffzulassungen
  • REACH-Verordnung (EG Nr. 1907/2006): Mehrere PFAS (Perfluorbutansulfonsäure (PFBS), Perfluorhexansäure (PFHxS), Perfluordecansäure (PFDA), Hexafluorpropylenoxid-Dimersäure (HFPO-DA), ihre Salze und, im Fall von HFPO-DA, ihre Acylhalogenide) sind darin beschränkt. Seit 2023 liegt ein EU-weites Beschränkungsdossier für die gesamte PFAS-Gruppe vor (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2006b).
  • POP-Verordnung (EU) 2019/1021: Derzeit sind drei PFAS (Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), Perfluoroctansäure (PFOA), PFHxS und ihre Derivate, Salze und Verbindungen) als persistente organische Schadstoffe (POPs) gelistet und strengen Beschränkungen unterworfen (und PFOA verboten). Langkettige Perfluorcarbonsäuren (PFCAs) stehen zur Aufnahme und einen möglichen Ausschluss aus Herstellungs- und Verwendungsprozessen zur Diskussion (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2019).
Abfallrecht
  • Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG): fordert die umweltgerechte Behandlung gefährlicher Abfälle, zu denen auch PFAS-haltige Fraktionen gezählt werden können (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2008).
  • EU-Deponierichtlinie (1999/31/EG) + EU-Abfallverbringungsverordnung (EG Nr. 1013/2006): regeln Entsorgung und Verbringung PFAS-haltiger Abfälle (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 1999, 2006a).
  • EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (VO (EU) 2025/40): Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen (25 ppb für einzelne PFAS und 250 ppb für Summe PFAS) (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2024).
Monitoring
  • Trinkwasserrichtlinie (EU 2020/2184): ab 2026 verpflichtende Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser (0,1 µg L−1 für einzelne Substanzen; 0,5 µg L−1 für die Summe von 20 PFAS). Überwachung und Maßnahmen bei Überschreitung sind verpflichtend (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2020).
  • Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG): Umweltqualitätsnormen für PFOS festgesetzt und Überarbeitung der WRRL zusätzliche Monitoringverpflichtungen (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2000).

3 Vorkommen und Quellen von PFAS im Bioabfall

PFAS sind mittlerweile ubiquitär in der Umwelt nachweisbar und spielen auch im Bioabfall eine zunehmend relevante Rolle. Die Diversität ihrer Quellen begünstigt den Eintrag in biogene Abfallströme, wo PFAS eine maßgebliche Belastung darstellen und sowohl die Behandlung von organischen Abfällen als auch die Wiedereinbringung in Stoffkreisläufe beeinflussen.
Eine Eintragsquelle stellen Lebensmittel dar, in welchen PFAS bereits regelmäßig nachgewiesen werden (Fair et al. 2019; Liu et al. 2019; Death et al. 2021). Ursächlich sind sowohl die Kontamination durch PFAS, die in der Umwelt vorkommen, als auch durch Migration aus Verpackungen und anderen Materialien, die mit den Lebensmitteln, auch während der Verarbeitung, Lagerung und Zubereitung, in Kontakt kommen. Während Daten zu PFAS-Gehalten in primären Lebensmitteln vorliegen, ist die Konzentration in Lebensmittelabfällen und Bioabfall bislang wenig erforscht. Eine Studie von Thakali et al. (2022) zu PFAS in Lebensmittelabfällen bestätigt ihr Vorkommen. In ihren Untersuchungen konnten sie erhöhte Konzentrationen spezifischer PFAS-Verbindungen, darunter Perfluorbutansäure (PFBA) in Konzentration bis 7,60 µg kg−1, nachweisen. Niedrigere Konzentrationen unter 1 µg kg−1 für die Gesamt-PFAS wurden von Timshina et al. (2024) gemessen.
Eine wesentliche und besser untersuchte PFAS-Quelle im Bioabfall sind Lebensmittelkontaktmaterialien. Insbesondere wasser- und fettabweisend ausgerüstete Verpackungen enthalten häufig PFAS, die beim Gebrauch in Lebensmittel und somit auch in Lebensmittelabfälle gelangen und deren PFAS-Gehalt deutlich beeinflussen können. Diese Materialien können dabei deutlich höhere PFAS-Gehalte aufweisen als die darin verpackten Lebensmittel und tragen somit maßgeblich zur Belastung bei. Analysen von Papier- und Kartonverpackungen, die unter anderem auch für den Lebensmittelkontakt bestimmt sind, ergaben PFAS-Konzentrationen von 0,4–971 µg kg−1 und 3,2–377 µg kg−1 (Langberg et al. 2024; Wang et al. 2024). PFAS sind nicht nur in konventionellen Verpackungen nachweisbar, sondern auch in als umweltfreundlich deklarierten Alternativen. Diese enthalten nachweislich relevante Mengen an PFAS, wie 6:2-Fluorotelomeralkohol, in Konzentrationen von 499 µg kg−1 (Yuan et al. 2016). Während der Lagerung und Zubereitung gelangen diese PFAS dann durch Migration aus den Materialien in die Lebensmittel und somit weiter in den Abfallstrom. Neben den Verpackungsmaterialien zählen auch fluorpolymerbeschichtete Koch- und Backutensilien zu den indirekten PFAS-Quellen. Dies kann etwa durch Emissionen bei der Herstellung, thermische Zersetzung beim Gebrauch und auf den Utensilien zurückbleibende PFAS-Reste erfolgen (Begley et al. 2008; Lerch et al. 2023).
Der PFAS-Eintrag beschränkt sich jedoch nicht nur auf Lebensmittel und deren Kontaktmaterialien. Gartenabfälle können über belastete Bodenverbesserer, Bewässerung mit belastetem Wasser und atmosphärische Deposition ebenfalls mit PFAS in Kontakt kommen. Pflanzen nehmen nachgewiesenermaßen diese Verbindungen aus dem Boden auf und lagern sie im organischen Gewebe ein, das später als Grünschnitt anfällt. Zwar befassten sich einige Studien mit Komposten aus Gartenabfällen, in denen Konzentrationen von bis zu 18,5 µg kg−1 gemessen wurden (Saha et al. 2024), jedoch fehlen immer noch Daten zu PFAS-Konzentrationen im ursprünglichen Ausgangsmaterial.
Die gängigen Behandlungsmethoden von Bioabfällen variieren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gegenüber der Entfernung und Zerstörung von PFAS. Kompostierung stabilisiert zwar die organische Substanz und reduziert Pathogene, senkt die PFAS-Konzentration jedoch meist nur durch Verdünnung und nicht durch Abbau (Lazcano et al. 2019; Timshina et al. 2024). Im Gegenteil kann eine Konzentrationszunahme durch Umwandlung von Vorläufersubstanzen erfolgen, insbesondere Fluortelomeralkohole werden aerob in persistente perfluorierte Carbonsäuren umgewandelt (Butt et al. 2014). Bei der anaeroben Vergärung werden PFAS kaum bis gar nicht biologisch abgebaut, können jedoch die Aktivität des mikrobiellen Milieus und damit den Energieertrag hemmen (Deligiannis et al. 2024; Lakshminarasimman et al. 2021; Jiao et al. 2022). Die thermische Behandlung wird im Hinblick auf ihre Wirksamkeit bei der Zerstörung von PFAS kontrovers diskutiert. Einerseits legen Björklund et al. (2023) nahe, dass nur Temperaturen über 1000 °C zu einer wirksamen Zerstörung führen und dass suboptimale Bedingungen die Bildung problematischer Abbauprodukte begünstigen und zur Kontamination von Aschen und Verbrennungsgasen führen. Andererseits zeigen Studien, dass eine kontrollierte Verbrennung (bei 850 °C und 2 s) PFAS wie PFOA und PFOS effizient zerstören kann, ohne dass dabei sekundäre PFAS-Emissionen entstehen. Entsprechend berichten Gehrmann et al. (2024) über eine vollständige Zerstörung von PFAS unter Bedingungen, die denen in kommunalen Müllverbrennungsanlagen in der EU entsprechen.
Infolge der meist unwirksamen Behandlung von Bioabfällen hinsichtlich des PFAS-Gehalts enthält Kompost oft PFAS-Konzentrationen im Bereich von 3,4–102 µg kg−1 (Brändli et al. 2006; Sungur et al. 2020). Die Belastung hängt dabei wesentlich von Art und Zusammensetzung des Ausgangsmaterials sowie vom Behandlungsprozess ab. Die landwirtschaftliche Verwendung solcher Endprodukte trägt nachweislich zum Eintrag von PFAS in Boden, Pflanzen, Futtermittel bei und kann eine Akkumulation in Lebensmitteln und in der Umwelt bewirken, was weitreichende ökologische und gesundheitliche Risiken birgt (Gobelius et al. 2017; Sungur et al. 2020; DeSilva et al. 2021).

3.1 PFAS-Belastung im österreichischen Bioabfall

Die bisherigen Erkenntnisse verdeutlichen, dass PFAS vielfältige Eintragspfade in biogene Abfallströme besitzen und deren Behandlung maßgeblich beeinflussen. Um das Ausmaß dieser Belastung in Österreich besser zu erfassen, ist eine Betrachtung der PFAS-Frachten im anfallenden Bioabfall erforderlich. Allerdings ist die Datenlage zu PFAS-Konzentrationen im Bioabfall sowohl in Österreich als auch international insgesamt lückenhaft.
Um dennoch eine fundierte Abschätzung der PFAS-Frachten im österreichischen Bioabfall zu ermöglichen, wurde folgender methodischer Ansatz gewählt: Zunächst wurden Werte zur Zusammensetzung des Bioabfalls aus einer Studie aus Oberösterreich herangezogen, die Abfalldaten aus zwei Städten bereitstellt (Tab. 1). Anschließend wurden, soweit verfügbar, Gesamt-PFAS-Konzentrationen für die einzelnen Fraktionen aus der internationalen Literatur recherchiert. Für Fraktionen, bei denen entsprechende Werte vorlagen, wurden auf dieser Basis die jeweiligen PFAS-Frachten berechnet. Diese Frachten wurden anschließend entsprechend der Zusammensetzung des Bioabfalls zur Ermittlung der Gesamtbelastung für den Bioabfall herangezogen (Tab. 2). Die für die Berechnung herangezogene Jahresmenge an Bioabfall wurde dem Statusbericht 2025 entnommen (BMLUK 2025). Dieses Vorgehen ermöglicht es, zumindest eine grobe Einordnung der potenziellen PFAS-Belastung im österreichischen Bioabfall vorzunehmen und erkennt bestehende Unsicherheiten aufgrund der Datenlage klar an.
Tab. 1
Biotonnenzusammensetzung in zwei österreichischen Städten. (Adaptiert nach Amt der Oö. Landesregierung 2021)
Fraktion
Massenanteil [%]
Nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle
42,4
Vermeidbare Lebensmittelabfälle
32,9
Gemüse
8,6
Obst
7,2
Brot, Gebäck
5,7
Fleisch, Fisch
2,6
Teigwaren
1,5
Milchprodukte
0,4
Sonstige Lebensmittel
6,7
Lebensmittel original verpackt
0,3
Biogene Abfälle – Garten
12,8
Papier inkl. Hygienepapier
5,2
Störstoffe inkl. biologisch abbaubare Kunststoffsäcke
4,3
Sonstige Organik
2,5
Tab. 2
PFAS-Konzentrationen und Mengen und Bioabfall-Fraktionen basierend auf einer Jahresmenge von 1.894.000 t. (BMLUK 2025)
Fraktion
Anteil [%]
Jahresmenge Bioabfall [t]
Menge Fraktion [t]
PFAS-Konzentration [µg kg−1]
PFAS-Menge [kg]
Papier inkl. Hygienepapier
5,2
1.894.000
98.488
379,76
37,40
Obst
7,2
136.368
13,04
1,78
Lebensmittel verpackt
0,3
5682
190,10
1,08
Milchprodukte
0,4
7576
4,01
0,03
Fleisch, Fisch
2,6
49.244
8,92
0,44
Gemüse
8,6
162.884
0,66
0,11
Gesamte PFAS-Menge [kg]
40,84
PFAS-Konzentrationen sind Mittelwerte aus Literaturwerten
Die Ergebnisse deuten auf eine jährliche PFAS-Gesamtmenge von mindestens 40 kg im Bioabfall hin. Dieser Wert basiert ausschließlich auf den Fraktionen Papier, Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Fisch sowie verpackten Lebensmitteln, die zusammen etwa 24 % des Bioabfalls ausmachen. Die übrigen ca. 76 %, wie unvermeidbare Lebensmittelabfälle, biogene Abfälle – Garten und Störstoffe, konnten aufgrund fehlender Daten oder unklarer Zusammensetzung nicht berechnet werden. Da auch diese Fraktionen (v. a. Störstoffe) mit hoher Wahrscheinlichkeit PFAS enthalten, ist davon auszugehen, dass die tatsächliche PFAS-Belastung im Bioabfall deutlich höher liegt.
Unter den Annahmen, dass (1) 100 % des Bioabfalls der Kompostierung bzw. Vergärung zugeführt werden, (2) 50 % der daraus hergestellten Produkte landwirtschaftlich verwendet werden und (3) PFAS während dieser Behandlungen nicht abgebaut werden, ergibt sich ein potenzieller jährlicher PFAS-Austrag von rund 20 kg.
Zum Vergleich: In der Literatur werden PFAS-Konzentrationen im Kompost zwischen 3,4 und 102 µg kg−1 berichtet (Brändli et al. 2006; Sungur et al. 2020). Auf Basis derselben Annahmen (jährliche Bioabfallmenge von 1,89 Mio. t in Österreich (BMLUK 2025), die vollständig einer Verwertung zugeführt wird, wobei 50 % der erzeugten Kompostprodukte landwirtschaftlich ausgebracht werden) ergibt sich daraus ein theoretischer jährlicher PFAS-Austrag von rund 3–97 kg. Der berechnete Wert von 20 kg pro Jahr liegt somit plausibel innerhalb dieses Konzentrationsbereichs. Dieses Ergebnis unterstreicht zugleich, dass die tatsächliche PFAS-Konzentration im Bioabfall vermutlich höher liegt, da der berechnete Wert eher am unteren Ende der in der Literatur angegebenen Bandbreite liegt.
Während die absoluten Mengen vergleichsweise gering erscheinen, stellen PFAS aufgrund ihrer Eigenschaften jedoch eine besondere Herausforderung dar, die über reine Mengenvergleiche hinausgeht. Aufgrund ihrer Persistenz werden PFAS in der Umwelt praktisch nicht abgebaut und reichern sich mit jeder Ausbringung von belasteten Materialien im Boden an. Dadurch kommt es im Laufe der Zeit zu einer fortschreitenden Akkumulation. Böden mit PFOA/PFOS-Gehalten von über 2 µg kg−1 TM gelten bereits als vorbelastet, ab Konzentrationen von 4 µg kg−1 TM werden sie als belastet eingestuft. Im Sinne des Vorsorgeprinzips ist daher ein weiterer Eintrag dieser persistenten organischen Schadstoffe möglichst zu vermeiden und ihre Verbreitung konsequent zu begrenzen (Friesl-Hanl 2022).
Die Ergebnisse zeigen, dass Bioabfall eine signifikante Quelle für PFAS-Emissionen in die Umwelt ist. Für die Abfallbehandlung bedeutet dies, dass bei der Verwertung die PFAS-Kontamination berücksichtigt werden muss, um unbeabsichtigte Umweltbelastungen zu minimieren. Darüber hinaus besteht bei PFAS im Bioabfall die Gefahr, dass die Rückgewinnung von Nährstoffen und organischer Substanz durch stoffliche Verwertung und Kreislaufwirtschaft gleichzeitig eine erneute Verteilung langlebiger Schadstoffe bewirkt. Vor diesem Hintergrund sollte die Bewertung von Bioabfall als Ressource zukünftig nicht nur die Nährstoffpotenziale, sondern auch die langfristigen Auswirkungen persistenter Schadstoffe berücksichtigen. Eine solche ganzheitliche Betrachtung könnte dazu beitragen, Strategien zu entwickeln, die Ressourcenschonung und Schadstofffreiheit in der Kreislaufwirtschaft gleichzeitig zu sichern.

4 Schlussfolgerungen und Ausblick

PFAS sind aufgrund ihrer persistenten, bioakkumulierenden und toxischen Eigenschaften eine zunehmende Herausforderung für die Abfallwirtschaft. Sie werden in verschiedenen Fraktionen des Bioabfalls nachgewiesen, wobei auf Grundlage der verfügbaren Daten eine jährliche Gesamtbelastung des österreichischen Bioabfalls von mindestens etwa 40 kg PFAS abgeschätzt werden kann. Aufgrund der begrenzten Datenlage ist diese Schätzung jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet.
Dadurch kommt PFAS eine besondere Relevanz in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft zu, da sie durch die Rückführung und Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen systematisch in Stoffkreisläufe eingebracht werden. Ihre hohe Persistenz und Mobilität stellen ein erhebliches Risiko für die Qualität und Sicherheit sekundär genutzter Materialien dar und erschweren die Etablierung schadstofffreier Kreisläufe. Ein weiteres Problem besteht darin, dass PFAS aus verschiedenen Quellen während der Verwertungsprozesse zusammengeführt werden und dadurch oft unbemerkt in die Kreisläufe gelangen.
Eine sachliche und umfassende Abwägung der ökologischen Vorteile der stofflichen Verwertung, einschließlich organischer Abfälle, gegenüber den durch Schadstoffe, wie PFAS, verursachten Risiken ist daher unerlässlich. Unbestritten ist, dass die stoffliche Verwertung von Bioabfall bedeutende positive Effekte auf Umwelt und Abfallwirtschaft hat. Sie trägt zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zur Schonung natürlicher Ressourcen und zur Rückgewinnung wertvoller Roh- und Nährstoffe bei. Weiterhin bietet die landwirtschaftliche Nutzung von Kompost weitere Vorteile, u. a. werden durch die Rückführung organischer Substanz Bodenstruktur und Wasserhaltevermögen verbessert, die Humusbildung gefördert und wichtige Pflanzennährstoffe bereitgestellt. Darüber hinaus unterstützt Kompost die mikrobiologische Aktivität und Biodiversität im Boden. Auf diese Weise trägt die Kompostausbringung wesentlich zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zur Schließung biogener Nährstoffkreisläufe bei. Dennoch besteht die Herausforderung darin, dass diese Kreisläufe durch die Einführung kontaminierter Sekundärrohstoffe zunehmend beeinträchtigt und gefährdet werden.
Zukünftig bedarf es daher gezielter Maßnahmen, um das Verhalten und die Verteilung von PFAS in biogenen Abfallströmen besser zu verstehen und geeignete Strategien zur Minimierung ihrer Einträge in Stoffkreisläufe zu entwickeln. Ebenso wichtig ist die Weiterentwicklung analytischer Methoden und Bewertungsansätze, um die Belastung systematisch erfassen und in Entscheidungen zur Abfallbewirtschaftung einbeziehen zu können. Vor diesem Hintergrund wird an der Universität Innsbruck in Kooperation mit der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) eine Analysemethode zur Quantifizierung von PFAS in biogenen Abfallströmen entwickelt und validiert. Damit sollen das Verhalten und die Verteilung von PFAS in biologischen Behandlungsverfahren besser verstanden und Grundlagen für Strategien zur Reduktion von PFAS-Einträgen in Stoffkreisläufe geschaffen werden. Langfristig unterstützt dies die Entwicklung schadstoffarmer und ressourcenschonender Kreislaufprozesse.
Generell muss der Fokus auch auf den Eintrag von PFAS in Bioabfall gelegt werden und v. a. die Quellen PFAS-haltiger Materialien ausgeschlossen werden. Da viele Lebensmittelverpackungen, beschichtete Papierprodukte oder imprägnierte Einweggeschirr PFAS enthalten, sollten solche Produkte regulatorisch eingeschränkt oder durch PFAS-freie Alternativen ersetzt werden. Gleichzeitig müssen Maßnahmen gesetzt werden, um Fehlwürfe dieser Stoffströme in die Biotonne zu vermeiden, d. h. klare Vorgaben und Information der Verbraucher:innen müssen verstärkt werden. Nur durch ein Zusammenspiel von Produktdesign, konkreter Getrenntsammlung und Kontrollen lässt sich der PFAS-Eintrag in Bioabfall wirksam verhindern.

Förderung

Open-Access-Finanzierung durch die Universität Innsbruck und die Medizinische Universität Innsbruck. Das Dissertationsprojekt „Entwicklung einer maßgeschneiderten Messmethode zur Detektion und Validierung von PFAS in biogenen Abfallströmen“ (FFG Projektnummer FO999922979) wird in Kooperation mit der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) durchgeführt. Es wird durch das Land Tirol im Rahmen des Dissertationsprogramms für Tiroler Hochschulen gefördert und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt und unterstützt.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Title
Abschätzung von PFAS im Bioabfall in Österreich
Authors
Lívia Hökl, MSc
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Bockreis
Publication date
14-11-2025
Publisher
Springer Vienna
Published in
Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft
Print ISSN: 0945-358X
Electronic ISSN: 1613-7566
DOI
https://doi.org/10.1007/s00506-025-01185-1
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