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14-08-2013 | Abwasser | Im Fokus | Article

Dezentrale Abwasserlösungen als Nachhaltigkeitsthema in Brandenburg

Author:
Matthias Schwincke

Die ausreichende Verfügbarkeit von Wasser angesichts fortschreitender Klimaveränderungen sind nicht das einzige problematische Thema in der gewässerreichen, aber zugleich wasserarmen Region Brandenburg. Auch im Hinblick auf die kommunale Wasser- und Abwasserwirtschaft steht das bereits heute dünn besiedelte und teils extrem strukturschwache Bundesland vor großen Herausforderungen.

Das Land Brandenburg ist mit durchschnittlich 85 Einwohnern pro Quadratkilometer nicht nur sehr dünn besiedelt, sondern es besitzt auch große räumliche Disparitäten. Laut Prognos Zukunftsatlas 2010 sind elf der vierzehn brandenburgischen Landkreise "Regionen mit Zukunftsrisiken", 8 davon sogar mit "hohen" oder "sehr hohen" Risiken. Vor diesem Hintergrund prognostiziert der Länderbericht Brandenburg des "Wegweiser Kommune" für fünf dieser Landkreise zwischen 2009 und 2030 einen weiteren Bevölkerungsrückgang von jeweils über 20 Prozent, verbunden mit einer anhaltenden prozentualen Zunahme älterer Bevölkerungsgruppen.

Angesichts dieser alarmierenden demographischen Entwicklungen widmet sich der Beirat für nachhaltige Entwicklung im Land Brandenburg in seinen aktuellen Empfehlungen zur Nachhaltigkeitsstrategie auch dem Thema der kommunalen Daseinsvorsorge. Denn als Folge der Bevölkerungsabnahme und des Rückgangs der Wassernutzung kämpfen viele Ver- und Entsorgungsunternehmen mit Problemen der Unterauslastung ihrer Anlagen, fallenden Einnahmen sowie steigenden spezifischen Kosten und Mehrkosten für erforderliche technische Anpassungen. Die oft wenig einkommensstarken Verbraucher in den peripheren Regionen sind ihrerseits von hohen Wasserpreisen und Abwassergebühren belastet. Um wasserwirtschaftliche Dienstleistungen auch zukünftig überall bedarfsgerecht und bezahlbar zu sichern, empfiehlt der Nachhaltigkeitsbeirat in einem ersten Schritt eine systematische Aufarbeitung der Problemlagen und Handlungsoptionen einschließlich der Erfahrungen mit innovativen, dezentralen Systemen.

Welche Optionen in diesem Zusammenhang in Fragen kommen, zeigt Ulrich Förstner im Buchkapitel "Abwasser" unter der Überschrift "Integrierte Wasserwirtschaft". Ein Beispiel behandelt das zukunftsweisende Konzept für dezentrale Abwasserentsorgung DESAR (Decentralised Sanitation and Reuse), das neben dem Hauptziel der Wassereinsparung auch die Nutzung von Nährstoffen und Energieinhalten umfasst.

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