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20-01-2022 | Aktie | Nachricht | Article

Immobilienaktien sind eine Alternative zu Haus und Grund

Author: Michael Fuchs

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Unter Immobilienanlagen verstehen die meisten Menschen Häuser und Wohnungen. Informierte Sparer werden vielleicht noch offene Immobilienfonds kennen. Doch damit sind die Anlagemöglichkeiten am Immobilienmarkt längst nicht ausgeschöpft. 

Hohe Inflation, Nullzins und Verwahrgebühren sind für Sparer eine Mischung, wie sie schlimmer kaum sein kann. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach Immobilien weiterhin boomt. Viele Sparer fühlen sich offensichtlich mit Betongold zu Rekordpreisen immer noch wohler als mit einem größeren Betrag auf dem Konto, der wie Schnee in der Sonne schmilzt.
 
Doch nicht jeder möchte gleich hohe sechsstellige Summen in Wohnungen und Häuser stecken. Selbst bewohnte Immobilien bedeuten in Zeiten erhöhter beruflicher Mobilität mangelnde Flexibilität. Vermietete Immobilien halten dagegen einer kritischen Rechnung oft nicht stand: Hohe Kaufpreise drücken die Renditen so sehr, dass bei Mietausfällen oder unerwarteten Sanierungen ein Minusgeschäft droht. Ganz abgesehen davon, dass das investierte Geld nicht beiden Fällen nicht kurzfristig verfügbar ist. Das gilt auch für Alternativen wie geschlossene und offene Immobilienfonds, für die inzwischen Rücknahmefristen zu beachten sind.

Renditechancen und schnelle Verfügbarkeit 

Doch es gibt eine Möglichkeit, ansehnliche Renditen mit rascher Verfügbarkeit zu verbinden: die Immobilienaktien. Sie bilden damit "neben Aktien und Anleihen einen wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Vermögensstruktur für institutionelle und private Investoren", stellt Stefan Mitropoulos, Head of Capital Market Research & Economics der Helaba in einer Studie fest. 

Vielen Anlegern mag dies gar nicht bewusst sein, denn die Bezeichnung legt nahe, dass es sich bei Immobilienaktien um herkömmliche Aktienanlagen handelt. Dem widerspricht Mitropoulos: "Eine Einstufung lediglich als einer von vielen anderen Sektoren des Aktienmarktes wird dem Charakter von Immobilienaktien nicht gerecht." Der Anlageexperte gesteht zwar ein, dass der Sektor den hohen Schwankungen von Aktien unterliegt. Doch gibt es keinen Gleichlauf. Tatsächlichen haben sich die Immobilienindizes in der Vergangenheit immer wieder von den Gesamtmarktindizes wie dem S&P 500 oder Euro Stoxx 50 entkoppelt. 

Das allein ist freilich kein Grund, in Immobilienaktien zu investieren, denn am Ende zählt die Wertentwicklung. Und hier ergibt der Blick auf die Vergangenheit Erfreuliches. "Im Zeitraum 2000 bis 2020 wiesen sie generell eine höhere durchschnittliche Jahresperformance auf als der entsprechende Leitindex", betont Mitropoulos. Die gute Entwicklung hat freilich ihren Kehrseite: Mit Ausnahme europäischer Immobilienwerte schwanken sie stärker als die Aktienmärkte der jeweiligen Regionen.

Internationale Immobilienwerte als Depotbeimischung sinnvoll

Auch der Vergleich mit Immobilienanlagen, die nicht an der Börse gehandelt werden, zeigt Erstaunliches. Mitropoulos macht hier mit Blick auf die USA nur einen "schwachen Gleichlauf" zwischen Immobilienaktien und direkt gehaltenen Immobilien aus. Damit eignen sich Immobilientitel auch als Depotbeimischung für Anleger, die bereits über Haus und Grund verfügen.

Auch im Vergleich zu offenen Immobilienfonds zeichnen sich Immobilienaktien unterdessen durch bessere Renditen aus – wenn auch zum Preis viel stärkerer Schwankungen. Weshalb Anleger über eine "höhere Risikopräferenz" verfügen sollten. Im Gegensatz zu den meist auf Deutschland, Europa oder die USA begrenzten offenen Immobilienfonds erlauben international aufgestellte Immobilienaktienfonds dafür schon für kleine Summen "eine hohe Diversifikation über unterschiedliche Regionen, Standorte und Segmente des Immobilienmarktes". 

Dass der Blick über den Tellerrand lohnt, zeigt die zuletzt enttäuschende Entwicklung deutscher Immobilienaktien. Nach jahrelang besserer Entwicklung hinkten sie dem DAX im letzten Jahr hinterher. Besitzer internationaler anlegender Immobilienaktienfonds braucht das nicht zu jucken. In ihren Portfolios kommt Deutschland nur auf einen bescheidenden Anteil, der für die Gesamtentwicklung kaum ins Gewicht fällt.
 

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