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25-05-2022 | Aktie | Nachricht | Article

Wertpapier-Boom erfährt krisenbedingten Dämpfer

Author: Angelika Breinich-Schilly

1:30 min reading time
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Während der Corona-Pandemie gab es einen enormen Run auf Aktien und Investmentfonds. Doch wird der Trend des Wertpapiersparens infolge der Zinswende, der Inflation und des Krieges laut einer Einschätzung des BVR abebben. 

"Aktien und Investmentfonds bieten gegenwärtig einen besseren Schutz vor Inflation als festverzinsliche Geldanlagen. Die von der Geldpolitik in Aussicht gestellte Zinswende dürfte aber perspektivisch auch Bankeinlagen und das Versicherungssparen wieder attraktiver machen", erklärt Andreas Martin, Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), in der aktuellen Ausgabe von "BVR Volkswirtschaft Kompakt".  

311 Milliarden Euro flossen 2021 in Kapitalanlagen

Dem Papier zufolge bildeten die privaten Haushalte (einschließlich Selbstständiger und privater Organisationen ohne Erwerbszweck) in Deutschland im jahr 2021 ein Geldvermögen in Höhe von 378,4 Milliarden Euro. Wie schon andere Studien zeigten, stand den Verbrauchern Geld zur Verfügung, dass sie nicht für Konsum ausgeben wollten oder konnten. Insgesamt 311 Milliarden Euro legten diese daher in Kapitalanlagen an. Bei einem verfügbaren Einkommen von insgesamt 2.074,0 Milliarden Euro (2020: 2.035,1 Milliarden Euro) ergibt das eine Sparquote von 15 Prozent.

Mit fast 135 Milliarden Euro floss mehr als ein Drittel (knapp 36 Prozent) dieses Kapitals in Wertpapiere wie Aktien, Investmentfonds, Anteilsrechte und Rentenwerte. 2019 waren das nur 53 Milliarden und 2020 immerhin schon rund 88 Milliarden Euro. In den letzten sechs Jahren habe diese Quote noch zwischen 17 und 24 Prozent gelegen, so der BVR. In Versicherungen investierten die Menschen dagegen rund 95 Milliarden Euro (25 Prozent) und in Bankeinlagen ging mit 146,8 Milliarden der größte Anteil des gesparten Geldes (rund 39 Prozent). 

Preissteigerungen belasten Sparquote

"Im Jahr 2022 könnte der Ukraine-Krieg diesen jungen Trend mindestens dämpfen, da er mit hoher Inflation und Kursverlusten an den Aktienmärkten einhergeht", prognostizieren die Volkswirte des BVR. Einerseits seien die Wertpapiere zwar historisch auch bei hoher Inflation attraktiv. Andererseits steige aber krisenbedingt ihre Volatilität, während die Renditen fest verzinslicher Anleihen getrieben von den Zinserhöhungen der Fed anziehen. "Gleichzeitig werden die inflationsbedingten Preissteigerungen die Sparquote belasten", sind sich die BVR-Experten sicher.

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