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01-06-2019 | Hauptbeiträge | Special Issue 1/2019

Österreichische Zeitschrift für Soziologie 1/2019

Algorithmic Risk Assessment als Medium des Rechts

Medientechnische Entwicklung und institutionelle Verschiebungen aus Sicht einer Techniksoziologie des Rechts

Journal:
Österreichische Zeitschrift für Soziologie > Special Issue 1/2019
Authors:
Peter Müller, Nikolaus Pöchhacker

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stellen wir die Frage nach den praktischen und institutionellen Konsequenzen rechtsintrinsischer Digitalisierung am Beispiel von Risk Assessment Software an US-amerikanischen Gerichtshöfen aus theoretisch konzeptioneller und programmatischer Perspektive. Dazu werden Debatten um Recidivism Risk Assessment Sentencing Decision Support Systems (SDSS), wie etwa COMPAS, betrachtet sowie ihre Kerninhalte und diskursive Lücken identifiziert. Diese Softwaresysteme finden in den USA an County Courts Einsatz, um Strafmaß und Bewährungsoptionen in Strafrechtsverhandlungen zu eruieren. Durch die Auseinandersetzung mit den technischen Funktionsprinzipien solcher Software soll deren Bedeutung für die bestehenden Strukturen und Praxen judikativer Institutionen von einem technik- wie rechtssoziologischen, sozialtheoretischen Standpunkt aus beleuchtet werden. Dieser Art lassen sich drei wesentliche Verschiebungen in der US-amerikanischen Judikative identifizieren: (1) wie statistische Populationen, Modelle und Verfahren die Wissensproduktion und Problemwahrnehmung beeinflussen; (2) wie Risk Assessment Softwares als proprietäres Produkt die inter-institutionellen Grenzen zwischen Recht und Ökonomie, Strafrecht und Strafvollzug verwischen; (3) wie der Einsatz der Software intrainstitutionell auf die gerichtliche und außergerichtliche Expertise und performative Herstellung des bürgerlichen (Recht‑)Subjekts einwirkt. Diese Verschiebungen erscheinen perspektivisch aus einer Techniksoziologie des Rechts, die die Produktion von Wissen, Technologie, Rechtspraxen und -institutionen gleichermaßen und symmetrisch in den Blick nimmt. Nur unter diesen Voraussetzungen lassen sich rechtsintrinsische Technologien in ihren Bedingungen und Konsequenzen angemessen erfassen.

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