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Angewandte Andragogik im Hochschulbereich

Die Gestaltung von Erwachsenenbildung in der Hochschullehre

  • 2024
  • Book

About this book

Dieses Buch zeigt, auf welche Weise Erwachsenenbildung in der Hochschullehre kreativ, wertschätzend und partizipativ gestaltet werden kann. Denn die Frage nach gelungener Lehre und damit nach einem wertschätzenden Miteinander von Studierenden und Lehrenden wird zunehmend wichtiger. Zudem gewinnt die Frage nach dem Stellenwert digitaler Medien an Bedeutung.

Dieser Sammelband enthält fachwissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge aus der Hochschulpraxis sowie der empirischen und theoretischen Methodologie. Die Beiträge verdeutlichen, wie wichtig die Reflexion des eigenen Menschenbildes für die Lehre und damit für einen respektvollen und partizipativen Umgang mit Studierenden ist. Die Beitragsautorinnen und -autoren haben sich nicht nur explizit mit ihrem jeweiligen Menschenbild auseinandergesetzt, sondern auch die didaktischen Überlegungen und Strategien offengelegt, die sich daraus ableiten. Darüber hinaus reflektieren ehemalige Studierende ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit eben diesen Lehrveranstaltungen.

Table of Contents

  1. Frontmatter

  2. Ausgewählte Menschenbilder

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 1. Das Menschenbild des Radikalen Konstruktivismus

      Ulf Dettmann
      Zusammenfassung
      Seit einigen Jahren stoßen (radikal-)konstruktivistische Positionen auf großes Interesse in der Lehr- und Lernforschung. Entsprechend wird in diesem Beitrag das Menschenbild des Radikalen Konstruktivismus vorgestellt, bevor in Beitrag 7 auf die damit verbundene konstruktivistische Didaktik eingegangen und diese evaluiert wird.
    3. Kapitel 2. Haltung und Menschenbild im Konstruktivismus. Eine Perspektive auf die hochschulische Erwachsenenbildung

      Anga Engelke-Herrmannsfeldt
      Zusammenfassung
      Lehrende in der Hochschulbildung sollten sich als Interaktionspartnerinnen bzw. -partner verstehen, die Studierenden helfen, ihre individuellen selbstbestimmten Bildungs- und Teilhabeziele in der Gesellschaft zu erreichen. Diese Ziele sind so individuell, wie die jeweilige erwachsene Person selbst, die Lehrende erreichen wollen. Bildung bedeutet sich zu bilden. Dabei kann das Sich-Bilden grundsätzlich auf unterschiedliche Weise erfolgen, etwa über eine Reise, Besuche in kulturellen Einrichtungen – oder aber auch mittels eines Hochschulstudiums. Entsprechend bedeutet ein solches Studium nicht, eine Akademikerin bzw. ein Akademiker „von der Stange“ zu werden, sondern jede Person verwirklicht den jeweiligen Fachbereich trotz aller Standards – individuell, so wie sie ihn für sich konstruiert. Und was für Studierende der Kunst selbstverständlich erscheint, nämlich nicht Bilder bekannter Künstler nachzuzeichnen, sondern sie individuell zu verstehen und neue Bilder zu konstruieren, genauso sollten ausgebildete Akademikerinnen und Akademiker ihre Lebenswirklichkeit in Interaktion mit den Lehrenden und den anderen Lernenden – im Rückgriff auf im Studium erworbenen Konstruktionen – individuell (weiter-)entwickeln dürfen.
    4. Kapitel 3. Systemtheorie. Beitrag systemtheoretischer Zugänge zu agiler Hochschuldidaktik

      Andrea Rogi-Lins
      Zusammenfassung
      In diesem Beitrag werden verschiedene systemtheoretische Strömungen und ihre Bezüge zum Konstruktivismus dargestellt. Dabei wird explizit auf zwei systemtheoretische Ansätze, die Luhmannsche Theorie sozialer Systeme und die Bungesche Systemtheorie, eingegangen. Auch wenn diese beiden Strömungen im fachlichen Diskurs häufig voneinander abgegrenzt werden, soll dieser Beitrag zeigen, dass Elemente aus beiden Theoriebezügen als Basis für die Gestaltung einer innovativen Hochschullehre herangezogen werden können. Neben der Darstellung beider Theorien, inklusive derer Differenzen, werden zusammenfassend wesentliche Elemente für eine gelingende agile Hochschuldidaktik herausgearbeitet.
    5. Kapitel 4. Leib(lichkeit) und Resonanz in der Hochschullehre. Der lernende Mensch als leibliches Wesen und Lernen als leibliches Ereignis

      Lola Maria Amekor, Fritz Sterr
      Zusammenfassung
      Auf die Frage nach gelingender Lehre finden sich heute verschiedene Antworten, viele Arbeiten adressieren die involvierten Personen oder pädagogische Instrumente. Der vorliegende Beitrag reflektiert die Lehr-Lern-Situationen aus einer soziologisch-philosophischen Perspektive und fokussiert dabei (implizit) das Beziehungsmoment. Entlang von Merlau-Ponty und Fuchs werden Überlegungen zur Bedeutung von Leib und Leiblichkeit in der Lehre vorgestellt. Darauf folgen Ausführungen zur Resonanz auf Basis von Rosa und Beljan. Im abschließenden Fazit werden zentrale Elemente aus beiden Bereichen noch einmal zusammengefasst.
    6. Kapitel 5. Das Menschenbild nach Viktor E. Frankl. Vom Menschenbild zum Lernverständnis

      Bernd Ahrendt, Manfred Fede
      Zusammenfassung
      Viktor E. Frankl gilt als wichtigster Vordenker der Sinnforschung und entwickelte als Neurologe, Psychiater und promovierter Philosoph die Logotherapie und Existenzanalyse, auch bekannt als die sogenannte „Dritte Wiener Richtung der Psychotherapie“. Dieser Beitrag stellt wichtige Grundgedanken der Logotherapie und Existenzanalyse dar und überträgt sie auf die Andragogik. Hierzu wird in einem ersten Schritt das Frankl’sche Menschenbild dargestellt, bevor didaktische Grundüberlegungen abgeleitet und in der „Lernerfolgsformel“ veranschaulicht werden. Die Skizzierung eines performativ-reflexiven Lernverständnisses, welches durch sechs Aspekte charakterisiert wird, runden die Erläuterungen zur Andragogik ab.
    7. Kapitel 6. Das Menschenbild der Integrativen Therapie. Integrative Wege des Lehrens und Lernens als humanistisches Engagement

      Andrea Plaschke, Irma Drexler, Gabriele Holub, Cornelia Jungwirth, Ursula Pröll-List
      Zusammenfassung
      Dieser Beitrag will die agogische Arbeit, die durch die Lehre und das komplexe Lernen in der Integrativen Therapieausbildung geleistet wird, näher in den Blick nehmen. Insofern widmet sich dieser Beitrag dem Menschenbild der Integrativen Therapie und stellt den Wissens- und Integrationsprozess in seiner Praxisverschränkung dar. Hierzu wird die spezielle Bezugnahme der Theorie auf die Beziehung als wertvolle Intersubjektivitätserfahrung, die Erweiterung durch das Kontext-Kontinuum-Konzept, mehrperspektivisches und szenisches Verstehen und das Leibkonzept in seinen Grundzügen beschrieben, um modellhaft mit seiner Polyzentrizität zu veranschaulichen, wie die menschliche Natur Hominität durch die gelebte Praxis der Humanität wachsen lassen kann und sich bis zu einer integrativen, differenziellen Humantherapie bewegt und auf diese Weise melioristische Kulturarbeit leistet. Unser Beitrag bildet den Versuch ab, die Praxeologie des komplexen Lernens, das auch in Ausbildung und Lehre über intersubjektive Ko-Respondenzprozesse läuft, sichtbar zu machen, um der Frage nachzugehen, wie die Integrative Therapie Menschen im Sinne eines Gewebes mit unterschiedlichen Stärken von Schuss- und Kettfäden bewegt, um im Sinne einer konvivialen Gesellschaft zu einer tragfähigen Solidargemeinschaft beizutragen.
    8. Kapitel 7. Das didaktische Konzept des Radikalen Konstruktivismus. Der andragogische Selbstwiderspruch des Radikalen Konstruktivismus, seine didaktische Entschärfung und eine studentische Evaluation

      Ulf Dettmann
      Zusammenfassung
      Wie dieser Beitrag zeigt, geht die radikal-konstruktivistische Andragogik davon aus, dass der Mensch keinen Zugang zu einer bewusstseinsunabhängigen Welt hat. Daraus folgt, dass jegliches Wissen ein subjektabhängiges Konstrukt ist. Wahrheit ist somit wesentlich subjektiv und die Vermittlung von Fakten, die eine objektive Gültigkeit beanspruchen, unmöglich. In diesem Beitrag wird zunächst der andragogische Selbstwiderspruch des Radikalen Konstruktivismus beschrieben. Anschließen werden entschärfte Varianten der konstruktivistischen Didaktik vorgestellt. Zum Abschluss folgt eine studentische Evaluation der Faktoren, die gemäß dieser Theorie den Lehr- und Lernerfolg sicherstellen sollen.
    9. Kapitel 8. Erfahrungsbericht zur praktischen angewandten Andragogik im Hochschulbereich

      Alexandra Sabotic, Anga Engelke-Herrmannsfeldt
      Zusammenfassung
      Der vorliegende Erfahrungsbericht bezieht sich auf die für mich wegweisende Bedeutung der Haltung und des Menschenbildes meiner Lehrenden während meines berufsbegleitenden Studiums und deren Auswirkungen auf den Wissenserwerb und die Förderung und Stärkung meiner persönlichen Kompetenzen. Des Weiteren beschreibe ich die für mich elementare Bedeutsamkeit der konstruktivistischen Didaktik in der Erwachsenenbildung und wie durch sie trotz tief verankerter Verhaltensweisen und Denkmuster Lernen im Erwachsenenalter nachhaltig wirken kann und sich neue Handlungsoptionen und Arbeitsbereiche öffnen können.
  3. Praxisbeispiele

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 9. Konstruktivistische Lehre anhand eines praktischen Beispiels

      Anga Engelke-Herrmannsfeldt, Manuela Schneemann, Sanna Hoffmann
      Zusammenfassung
      In dem Text legen zwei ehemalige Studierende ihre Erfahrungen zu einem Seminar dar, welches auf Basis einer konstruktivistischen Grundüberlegung (siehe Teil 1) zum Aufbau und Ablauf des Seminars entwickelt und durchgeführt wurde. Die Struktur und Didaktik des Seminars orientierte sich am jeweiligen Subjekt und seinen individuellen Erlebnissen und Erkenntnissen im (Berufs)-alltag. Um eben dieses Erleben zu konservieren und auszuwerten, wurden Tagebücher erstellt. Im Unterschied zu rein textbasierten Tagebüchern konnten nicht nur sprachliche, sondern diverse mediale Modi des Darstellens miteinander verknüpft werden. Die Auswertung der Tagebücher fand mithilfe der dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack statt.
    3. Kapitel 10. Agile Methoden in der Hochschullehre. Einsatz agiler Methoden am Beispiel von Design Thinking zur Steigerung des innovativen und kollaborativen Potenzials von Studierenden

      Andrea Rogi-Lins, Sabine Congiu, Yvonn Pilat
      Zusammenfassung
      Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Bedeutung aktueller Veränderungen in der Hochschullehre für Lehrende und Studierende (Digitalisierung, hybride Lehrformate, technische Innovationen) und stellt die Frage, wie Lernbegleitung durch die gezielte Förderung von Selbstorganisation bei Studierenden gelingen kann. Innovative Hochschulentwicklung wird in diesem Kontext bedürfnisorientiert betrachtet. In einer agilen Lehre werden Lernangebote gezielt inhaltlich und methodisch geplant sowie praxisorientiert umgesetzt. In der Hochschullehre können agile Methoden wirkungsvoll sein, um ein kollaboratives Lernumfeld bei Studierenden zu schaffen, das Interaktion und innovatives Denken fördert. Neben der Darstellung didaktischer Grundlagen einer vertrauensorientierten Lehre wird der Einsatz agiler Methoden am Beispiel von Design Thinking beschrieben und durch Studierende evaluiert. Aus den Erfahrungen der Studierenden werden Chancen und Grenzen des Einsatzes agiler Methoden sowie Praxistipps für die Hochschulbildung dargestellt.
    4. Kapitel 11. Atmosphäre(n) als zwischenleibliches Geschehen in der Hochschullehre

      Lola Maria Amekor, Fritz Sterr
      Zusammenfassung
      Während Leib(lichkeit) und Resonanz für die Andragogik von großer Bedeutung sind, thematisiert dieser Beitrag einen weiteren Aspekt: Atmosphäre(n) in der Hochschullehre. Im theoretischen Hintergrund werden Überlegungen aus der Bildungs- und Sozialwissenschaft von Bollnow, Jung, Rau, Schmitz und Wolf vorgestellt. Im Anschluss wird eine Lehrveranstaltung entlang der theoretischen Ausführungen dialogisch reflektiert. Das abschließende Fazit fasst zentrale Erkenntnisse aus den zwei Beiträgen zu Leib(lichkeit), Resonanz und Atmosphäre(n) in der Hochschullehre zusammen und formuliert mehrere Leitsätze.
    5. Kapitel 12. Die Thesis als Möglichkeitsraum. Die Studierenden als Gestalter Ihrer Abschlussarbeit

      Bernd Ahrendt, Markus Jung
      Zusammenfassung
      Die Abschlussarbeit kann als Möglichkeit verstanden werden, mit der Studierende einen Beitrag zu Wissenschaft und Praxis leisten und sich zu Expertinnen bzw. Experten für ein Thema entwickeln können. Insofern kommt der Wahl des Themas eine hohe Bedeutung zu, da hierdurch die Chance besteht, den Willen zum Sinn (logofokale Motivation) zu entzünden und Studierende dadurch bereit sind, sich in gesunder Weise diesem schöpferischen Wert zu widmen. Hierbei sind in Orientierung an der Lernerfolgsformel sowohl Studierende als auch die Erstgutachterinnen bzw. -gutachter als Mitgestaltende aufzufassen. Die betreuende Lehrperson ist zudem Ermöglicherin bzw. Ermöglicher, die den Möglichkeitsraum kreiert, innerhalb welchem Studierende in den Phasen der Thesis – Thesisplanung, -erstellung sowie Kolloquium – eigenverantwortlich denken und handeln dürfen und sollen. Nach einer theoretischen Betrachtung auf der Grundlage des Frankl’schen Menschenbildes beschreibt und evaluiert ein Studierender beispielhaft, wie er die Begleitung seiner Thesis aus dieser Perspektive heraus praktisch erlebt hat.
    6. Kapitel 13. Die didaktische Matrix nach Fede als Basis für angewandte Andragogik. Gruppencoaching im Rahmen eines Lehramtsstudiums an der Pädagogischen Hochschule Wien

      Manfred Fede, Sophie Neubauer
      Zusammenfassung
      Ausgehend von Vorüberlegungen zur Phänomenologie und zum Frankl’schen Menschenbild sollen die Konzeption von Leiblichkeit und weitere bedeutsame Elemente des Integrativen Ansatzes einführend erörtert werden. Daraus werden Überlegungen zu einer möglichen Konzeptualisierung des Gruppencoachings abgeleitet, die sich in eine didaktische Matrix ausdifferenzieren lassen, bei der dem Frankl’schen Lernverständnis zentrale Elemente des Integrativen Ansatzes in erweiternd-tiefender sowie begrenzend-rahmender Weise gegenübergestellt werden. Das Ziel liegt dabei in der Begründung eines pragmatischen Vorgehens in diesem besonderen Lehrveranstaltungsformat, das personbezogenes Lernen von Studierenden in überfachlicher Hinsicht ermöglichen soll. Die Matrix wird anhand der praktischen Erfahrung einer ehemaligen Lehramtsstudierenden veranschaulicht, die das Gruppencoaching über mehrere Semester hinweg besucht hat. Der Beitrag wird durch eine verschränkte Conclusio abgeschlossen.
    7. Kapitel 14. Sinn-Lehre – Logo-Andragogik in der Praktischen Theologie. Logo-Pastoral und Logo-Liturgie

      Frank Walz, Johanna Voithofer
      Zusammenfassung
      Seit ich mich in der Bildungsarbeit engagiere, sei es in der schulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in der Erwachsenenbildung im Rahmen verschiedener staatlicher und kirchlicher Bildungswerke oder in der universitären Bildungsarbeit, habe ich Bildung immer in erster Linie als (ganzheitliche) Persönlichkeitsbildung verstanden. Mit meiner 4-jährigen logotherapeutischen Ausbildung bei Elisabeth Lukas und Otto Zsok (2000‒2004) hat dieser Ansatz ein theoretisches Fundament erhalten. In meinen pastoraltheologischen und liturgiewissenschaftlichen Lehrveranstaltungen bemühe ich mich seitdem in der Begegnung mit meinen Studierenden ganz bewusst um eine Begegnung von (geistiger) Person zu (geistiger) Person und versuche ausgehend von Frankls Menschenbild logotherapeutische Grundbegriffe bzw. Grundhaltungen einzuführen und eine existenzanalytisch-sinnzentrierte Liturgiewissenschaft („Logo-Liturgie“) bzw. Pastoraltheologie („Logo-Pastoral“) zu betreiben. Im Folgenden sollen die didaktischen Hintergründe anhand eines praktischen Beispiels beschrieben werden. Dazu werde ich zunächst auf das Konzept der Logo-Pastoral und der Logo-Pädagogik bzw. der Existenziellen Pädagogik eingehen. Im zweiten Schritt folgt die Beschreibung des praktischen Lehrveranstaltungs-Beispiels. Den Abschluss bildet die Reflexion einer Studentin, die an beschriebener Lehrveranstaltung teilgenommen hat.
    8. Kapitel 15. Forschungsergebnisse zur Vermittlung des humanistischen Menschenbildes in der Integrativen Therapieausbildung

      Andrea Plaschke, Birgit Senft
      Zusammenfassung
      Die Erhebung in diesem Beitrag setzt sich zum Ziel, die Inhalte des kompilatorischen Beitrags „Das Menschenbild der Integrativen Therapie“ einer ersten empirischen Überprüfung zu unterziehen. Dazu wurden insgesamt 18 Studentinnen und Studenten der Integrativen Therapie- und Supervisionsausbildung an der Universität für Weiterbildung Krems mit offenen Fragen im Rahmen einer Online-Befragung zu ihren relevanten Erfahrungen im Rahmen der Integrativen Ausbildung, zu Veränderungen in den Bereichen „Blick auf sich selbst“, „persönlichen Beziehungen“ und „berufliches Sein“ sowie zu Erkenntnissen aus der Auseinandersetzung mit dem Polylog befragt. Analysiert wurden die Ergebnisse im Rahmen von insgesamt sechs Kategorien (gleichsam Leitlinien, welche die Praxis mitbestimmen). Die Ergebnisse sprechen dafür, die humanistische Perspektive, welche sich in den Grundkonzepten der Integrativen Therapie findet, beizubehalten, da ganz zentral die ko-kreative Intersubjektivität so stark angeregt wird, dass dadurch eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht wird.
    9. Kapitel 16. Dewey und Ich – eine reflexive Anlehnung

      Hartmut Reinke
      Zusammenfassung
      Soziale Arbeit ist eine anspruchsvolle Profession komplexer Tätigkeiten und Wirkungsgefüge. In ihr vereinen sich die Erkenntnisse aus Bezugswissenschaften, der eigenen Expertise als Handlungswissenschaft und die Persönlichkeit ihrer Akteurinnen und Akteure als prägende Instanz des gelingenden Zusammenwirkens von Theorien, methodischem Können und dem Handeln in der Wirklichkeit. Daraufhin habe ich mich, mittlerweile seit über 20 Jahren in der Erwachsenenbildung (und über 16 Jahre in der Hochschullehre mit Berufstätigen) tätig, gefragt, wie (und ob) mir so eine Reflexion gelingen könnte, aus welchen Quellen sie sich speiste und auf wessen Schultern stehend der Blick auf das eigene Lehrwirken gerichtet ist.
    10. Kapitel 17. Personalisiertes Lernen als Basis für eine zukunftsorientierte Lehre

      Rainer Behrend, Tobias Büser, Holger Stein
      Zusammenfassung
      Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation verändert sich auch die Pädagogik. Es werden neue Formen der individualisierten Wissensvermittlung insbesondere mit der Unterstützung digitaler Medien möglich, die unter dem Begriff des Personalisierten Lernens gefasst werden. Im folgenden Beitrag wird das Projekt SPERLE im Rahmen des InnoVET-Förderprogramms des BMBF vorgestellt, das sich mit dem Personalisierten Lernen und den damit verbundenen Auswirkungen auf Aus- und Weiterbildungsinstitutionen und den in ihnen beschäftigten Lehrpersonen auseinandersetzt. Neben dem Begriff des Personalisierten Lernens wird auf die Veränderungen des Didaktische Dreiecks und auf das Menschenbild Bezug genommen, das dem Ansatz des Personalisierten Lernens zugrunde liegt. Das Personalisierte Lernen eröffnet über die bestehenden Lernformen hinaus vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten zu einem umfassenden individualisierten Lernarrangement.
    11. Kapitel 18. Wissensvermittlung aus der glokalen Perspektive. Lehre im Kontext des interkulturellen Menschenbildes

      Karoline Pietrzik, Sercan Öztürk
      Zusammenfassung
      Gemeinsam mit disruptiven Veränderungen, Migrations- und Fluchtbewegungen, zunehmender Mobilität sowie Internationalisierungsprozessen entstand ein neues Phänomen – die „Glokalisierung“ – eine Verbindung zwischen globaler und lokaler Dynamik. Das berücksichtigend widmet sich der Beitrag der Frage, wie Lehre dazu beitragen kann, globales Wissen an Hochschulen im Sinne eines Glocal Campus zu vermitteln. Dieser Fragestellung folgend ergibt sich ein Verständnis eines neuen Menschenbildes in Hinblick auf Interkulturalität, in dem sich das Glocal Learning als individuelle Konstruktion durch kollaborative Vernetzung vollzieht. Dazu werden die Lerntheorien des Konstruktivismus und des Konnektivismus in Verbindung mit interkulturellen Kompetenzen gesetzt. Bei diesem Lernprozess werden die Handlungs- und Reflexionspotenziale der Dozierenden und Studierenden in den Blick genommen und somit erschlossen, wie Lehre konzipiert werde sollte, um diese Kompetenzen zu fördern.
    12. Kapitel 19. Wirksames Lehren und Lernen – Reflexion und Gestaltungsimpulse aus der Praxisperspektive

      Andreas Dotzauer
      Zusammenfassung
      Die Hochschullehre ist zunehmend durch digitale Technologien geprägt. Der adäquate Einsatz von Tools reicht jedoch nicht aus. Der Beitrag reflektiert ausgewählte Lehr-/Lernaspekte. Als theoretische Basis für gelingende hybride Lehre dienen generelle Qualitätsaspekte (Constructive Alignment, Lernzieltaxonomie, Hattie-Studie), ein dialogisches Menschenbild (Buber) und Elemente der systemisch-konstruktivistisch geprägten Ermöglichungsdidaktik (Arnold). Somit bilden mikrodidaktische Gestaltungsprinzipien und Beziehungsqualität den Rahmen. Das anschließend vorgestellte Blended Learning-Konzept enthält ausgewählte (a)synchrone Ausgestaltungselemente. Dazu zählen u. a. Maßnahmen für Aktivierung, Interaktion und Feedback. Weiter wird auf Konzepte wie Classroom Response und Flipped Classroom sowie Aktivitäten wie Partner-/Gruppenarbeiten, Podcasts und Webinare eingegangen. Der Fokus liegt auf aktiver Teilnahme, Wertschätzung, Nutzenstiftung und Lernatmosphäre.
    13. Kapitel 20. Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation in Lehre und Beratung

      Klaus-Dieter Neander
      Zusammenfassung
      Dieser Beitrag stellt das Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach M. B. Rosenberg vor und untersucht, inwieweit eine kurze Einführungsveranstaltung die Studierenden in ihrem Kommunikationsverhalten und in der Kommunikationswahrnehmung über einen Zeitraum von drei Monaten beeinflusst.
Title
Angewandte Andragogik im Hochschulbereich
Editors
Anga Engelke-Herrmannsfeldt
Bernd Ahrendt
Copyright Year
2024
Electronic ISBN
978-3-658-44875-2
Print ISBN
978-3-658-44874-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-44875-2

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    Image Credits
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