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19-06-2017 | Anpassungsstrategien | Interview | Article

"Große Aufgaben können bewältigt werden, wenn …"

Author:
Dipl.-Ing. Markus Porth
Interviewee:
Dr. Thomas Schäfer

ist als promovierter Jurist seit 2010 Staatsminister im Hessischen Ministerium der Finanzen und damit auch verantwortlich für die Ausgestaltung der Steuer- und Haushaltspolitik sowie für das Beteiligungs-, Bau- und Immobilienmanagement des Landes. 

WASSER UND ABFALL sprach mit dem Hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer über das Projekt "CO2-neutralen Landesverwaltung". Klare Erfolge sind zu erkennen, die Herausforderung bleibt aber groß.

Wasser und Abfall: Herr Minister Dr. Schäfer, wenn Sie das Projekt CO2-neutrale Landesverwaltung in wenigen Worten skizzieren sollten, was würden Sie sagen?

Minister Dr. Thomas Schäfer: Die CO2-neutrale Landesverwaltung ist ein Projekt der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen und liegt in der Verantwortung des Hessischen Ministeriums der Finanzen. Erklärtes Ziel in diesem bundesweit bislang einzigartigen Projekt ist, bis zum Jahr 2030 eine klimaneutral arbeitende Landesverwaltung zu erreichen.
Unsere Strategie ist, den Energieverbrauch und die klimaschädlichen Emissionen im Bereich der Gebäude sowie bei der Beschaffung und der Mobilität so weit wie möglich zu reduzieren. Zudem soll der unverzichtbare Bedarf an Energie möglichst durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Die verbleibenden unvermeidbaren Emissionen werden klimaneutral kompensiert.

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01-06-2017 | Interview | Issue 6/2017

„Große Aufgaben können bewältigt werden, wenn viele dahinter stehen und nach ihren Möglichkeiten unterstützen“

Die Verringerung der Treibhausgasemissionen als eine zentrale Säuledes Klimaschutzes ist eine langwierige Aufgabe. Engagiertes Handeln ist unerlässlich, wird sich aber nur schrittweise auswirken. Konkrete, bezifferbare Aktivitäten sind daher von besonderer Bedeutung.


Auf den ersten Blick ist anzunehmen, dass ein derartiges Projekt im Umweltressort angesiedelt ist. Das Projekt ist aber in dem von Ihnen geleiteten Finanzministerium verortet. Was hat dies für Gründe?

Die meisten Menschen verbinden mit den Aufgaben eines Finanzministeriums wohl in erster Linie die Verantwortung für den Finanzhaushalt und die Steuern. Doch der Staatliche Hochbau, also das Bauen, Sanieren und Verwalten der Landesimmobilien liegt auch in unserem Zuständigkeitsbereich. Und da die meiste Energie in den Gebäuden verbraucht wird und dort auch der größte Hebel zur Einsparung liegt, kümmern wir uns intensiv um die Erhöhung der Energieeffizienz und die Verringerung der CO2-Emissionen in den Gebäuden der hessischen Landesliegenschaften.
Die Reduzierung von CO2-Emissionen ist eng verbunden mit der Frage, wie energieeffizient Gebäude gebaut, saniert und betrieben werden können. Im Rahmen der CO2-neutralen Landesverwaltung wurde deshalb der Energieeffizienzplan Hessen 2030 entwickelt, der schwerpunktmäßig im Neubaubereich, bei den Bestandsgebäuden und im Bereich der Nutzung und des Betriebs der landeseigenen Gebäude ansetzt. Neben der Einführung von landesweit einheitlichen Standards, die hohe Anforderungen an die energetische Qualität der Gebäudehülle und an den Primärenergiebedarf der Gebäude stellen, steht für uns ein umfangreiches Sanierungsprogramm – das CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm (COME) – auf der Agenda. Für dieses Programm werden insgesamt 160 Millionen Euro bereitgestellt, um hessische Landesliegenschaften energetisch zu sanieren, Contracting-Maßnahmen durchzuführen und ein Energiemonitoring bei verbrauchsintensiven Liegenschaften aufzubauen. Bezogen auf einen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren wird damit eine Einsparung von rund 200.000 Tonnen CO2 erwartet.
Im Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 ist die CO2-neutrale Landesverwaltung als eine der prioritären Maßnahmen benannt. Deshalb spielen für uns bei dessen Umsetzung unter anderem folgende Aspekte eine Rolle:
- die jährliche Erstellung der CO2-Bilanz
- das Angebot von Fortbildungsprogrammen für Landesbedienstete
- Konzepte zur Fernwärmeversorgung und für die Mobilität
- die Entwicklung einer Kompensationsstrategie

Das Projekt steht in enger Verbindung mit der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen. Wie ordnen Sie die Verbindung und die gegenseitige Beziehung ein?

Die CO2-neutrale Landesverwaltung war eines der ersten Projekte der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen und betrifft alle Ressorts. Eine Herausforderung ist, die verschiedenen Geschäftsbereiche mit all ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in die Aktivitäten des Projekts einzubeziehen. In der hessischen Landesverwaltung sind ca. 140.000 Menschen beschäftigt. Sie für den Klimaschutz und für Energieeffizienz zu sensibilisieren und sie aktiv zu beteiligen ist für den Erfolg der CO2-neutralen Landesverwaltung unerlässlich.
Wir agieren deshalb in enger Abstimmung mit der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen und unterstützen gegenseitig unsere Aktivitäten, vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Unsere jüngste CO2-Bilanz beispielsweise habe ich im Rahmen einer Baumpflanzung gemeinsam mit Umweltministerin Priska Hinz vorgestellt.

Lesen Sie das gesamte unter der Überschrift "Große Aufgaben können bewältigt werden, wenn viele dahinter stehen und nach ihren Möglichkeiten unterstützen" erschienene Interview mit Finanzminister Dr. Thomas Schäfer in WASSER UND ABFALL | Ausgabe 06/2017.

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