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08-02-2017 | Architektur | Im Fokus | Article

DAM Preis 2017 für Stadtreparatur

Author:
Christoph Berger

Der Preis des Deutschen Architektur Museums geht in diesem Jahr an das Studio Andreas Heller Architects & Designers aus Hamburg für deren Entwurf zum Europäischen Hansemuseum in Lübeck. Dabei handelt sich um eine Stadtreparatur.

Bei der Wahl des Entwurfs des Studios Andreas Heller Architects & Designers gab die enorme Breite an differenzierten und langfristig wirksamen städtebaulichen Lösungen den Ausschlag für die Juryentscheidung. Das Gesamtprojekt bestehe nicht nur aus einem neuen Ausstellungsbau, sondern habe zugleich eine Stadtreparatur einschließlich der Wiederherstellung verloren gegangener Wegebeziehungen und die Sanierung eines Ensembles, das baugeschichtlich vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert reicht, verlangt.

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Einleitung

Die europäische Stadt ist seit Jahrtausenden die Summe aller raumbezogenen Aktivitäten gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Handelns. „Damit verbunden war immer eine intensive Nutzungsmischung in der Stadt. Im Laufe der Mode


Stadtquartiere, die vor der Zeit der perfekten Zonierung entstanden sind, erscheinen heute oft am ehesten intakt und flexibel, schreibt Andreas Wieland in der "Einleitung" des Springer-Fachbuchs "Projektentwicklung nutzungsgemischter Quartiere". Oftmals könnten diese Quartiere sogar robuste Mikrowelten bilden. Daher sei eine Rückbesinnung auf den städtischen Kontext sowie die Wiederentdeckung der innerstädtischen, belebten Quartiere, der Stadtreparatur und der Stadterneuerung spürbar. Flächen, die im wirtschaftlichen Kreislauf ihre Funktion verloren hätten, würden recycelt, so Wieland.

Jahre der Arbeit

Andreas Heller beschreibt den Entwurf seines Büros folgendermaßen: "Der Entwurf ist Stadtreparatur: Mit dem Hansemuseum bekommt die nördliche Altstadtinsel ihren Abschluss zurück. Der Museumsneubau schmiegt sich an den Burghügel, auf dem das Burgkloster steht. Eine zentrale, öffentliche Treppe, die den Neubau durchsticht, verbindet den historischen Hafen mit der höher gelegenen Altstadt. Sie erschließt den Museumsneubau und ist gleichzeitig Durchgang zum Burgkloster sowie zu den museal aufbereiteten Freianlagen. Zahlreiche Spuren im Außenraum verweisen auf die lange und wechselvolle Geschichte des Orts. Ergänzungsbauten machen die verschiedenen Schichten der Geschichte wieder sichtbar."

Heller hat mit seinem aus Architekten, Grafik-, Kommunikations- und Industriedesignern sowie Geisteswissenschaftlern bestehenden Team nicht nur die Grundlagen für das Hansemuseum erarbeitet, sondern auch für die archäologischen Grabungen. Mehrere Jahre wurde am Entwurf und der 1:1-Detaillierung, Beauftragung und teilweise sogar Erstellung der Ausstellungsexponate gearbeitet. 

Alles aus einer Hand

Nicht nur die städtebaulichen und denkmalbezogenen Aufgaben wurden von seinem Büro übernommen, auch die Konzeption und Realisierung der Dauerausstellung, die Gestaltung der gesamten Grafik - von Briefbögen bis hin zu den Außenelementen - und die Dekorationen in dem Fachwerkcafé. 

Jury-Mitglied Peter Cachola Schmal merkte vor diesem Hintergrund an: "Das Europäische Hansemuseum Lübeck ist ein wahres Gesamtkunstwerk vom Städtebau, Bauforschung, Neubau, Umbau, Renovierung bis hin zur Ausstellungsinszenierung und Grafik. Am Ende wird auch der Kuchen noch im Büro Heller gebacken?" Und Schnmals Jury-Kollegin Kristina Bacht fügt unter anderem an: "Die Architektur des Museumsneubaus schlägt mit einer Mischung aus handwerklich feinster Backsteinmaterialität und eleganter Moderne auf eine faszinierende und selbstverständliche Weise eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart."

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