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11-07-2017 | Architektur | Im Fokus | Article

Bauhaus-Welterbestätte wurde erweitert

Author:
Christoph Berger

Zu den bereits 1996 als Welterbestätten aufgenommenen Bauten in Weimar und Dessau zählen nun auch die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau und fünf Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau.

"Hannes Meyer hat als Meisterarchitekt und Lehrer die weltweite Wirkungsgeschichte des Bauhauses entscheidend mitgeprägt. Die Erweiterung der Welterbestätte ist konsequent und stärkt den außergewöhnlichen universellen Wert des Bauhauses", sagte Staatsministerin Professorin Dr. Maria Böhmer, Leiterin der deutschen Delegation bei der Welterbekomiteesitzung, bei der Bekanntgabe der Erweiterung am 9. Juli 2017 in Krakau.

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Bauhaus

Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 als Kunstschule in Weimar gegründet und hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die Architektur sowie alle Bereiche des Produktdesigns. Walter Gropius, der Gründer, machte es sich zum Ziel, gutes Design mit dem Einsatz


Zu Hannes Meyer, der 1927 als Meisterarchitekt an das Dessauer Bauhaus berufen wurde und dort 1928 die Direktorenstelle von Walter Gropius übernahm, heißt es im Kapitel "Bauhaus" des Springer-Fachbuchs "50 Schlüsselideen Architektur": "Gropius sowie Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe, die ihm als Direktoren nachfolgten, trugen enorm dazu bei, dass die Prinzipien der modernen Architektur durch das Bauhaus befördert wurden und gleichzeitig das alte Ideal der Arts-and-Crafts-Bewegung, sämtliche Gegenstände im Haus in formschönem Design zu konzipieren, in einer modernen Variante weiterlebte. Dieser ganzheitliche Ansatz der Bauhaus-Architektur ist auch heute noch von höchster Bedeutsamkeit."

Zeugnis einer radikalen Erneuerung

Professor Dr. Hartwig Lüdtke, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, betonte, dass die Bauhaus-Stätten in Weimar, Dessau und Bernau mit der Erweiterung einen repräsentativen Gesamtüberblick über die Wirkungszeit der Bauhausschule bieten würden – die Gebäudeserie sei Zeugnis einer radikalen Erneuerung in Architektur und Design. Sie mache den Übergang von Gropius' weißer Moderne zu einem streng funktionalen Baustil, der die Grundlage der Nachkriegsarchitektur lege, deutlich. Zudem würden die Bauhausstätten zu den Gründungsorten der klassischen Moderne gehören und nach wie vor eine einzigartige weltweite Wirkung entfalten.

Laut dem Welterbekomitee stehen die zur Welterbestätte hinzugefügten Objekte für eine Pionierleistung in der Geschichte: die fünf Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau seien Beispiele für die Entwicklung des Sozialwohnungsbaus in der Zwischenkriegszeit; die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ein zentraler Baustein bei der Entwicklung fortschrittlicher Ausbildungsprogramme in Zusammenarbeit mit Arbeiterorganisationen.

Erschließung vieler Wohnungen

Um Außengang- beziehungsweise Laubenganghäuser geht es auch im Kapitel "Bevölkerungsstruktur und Siedlungswesen" im Springer-Fachbuch "Städtebau". Professor Dipl.-Ing. Martin Korda schreibt darin, dass die Form des Laubenganghauses bei Kleinwohnungen bis drei Zimmer pro Wohneinheit im Geschoss gerne gewählt wird, um die Erschließungsflächen und insbesondere Treppenhäuser und Fahrstühle zu reduzieren. Der Laubengang erschließe dabei eine Vielzahl von Wohneinheiten pro Geschoss.

Zur Welterbestätte "Bauhaus mit seinen Stätten in Weimar, Dessau und Bernau" zählen nun das Bauhausgebäude und die sieben Meisterhäuser in Dessau; die ehemalige Kunstschule, die ehemalige Kunstgewerbeschule und das Haus am Horn in Weimar, die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau bei Berlin und die fünf Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau.

Im Kapitel "Organisation" des Springer-Essentials "Denkmalpflege" heißt es: "Die wichtigste internationale Denkmalschutzvereinbarung ist die Welterbekonvention, das Übereinkommen zum Schutz des Kultur-und Naturerbes der Welt, das im Jahr 1972 von der Generalkonferenz der UNESCO verabschiedet wurde. Die Auffassung, besondere Kultur- und Naturstätten nicht mehr nur als nationales Erbe, sondern als Erbe der ganzen Welt zu begreifen und entsprechend zu schützen, entwickelte sich einerseits aus der Internationalisierung der Denkmaldiskussion auch in Folge der Charta von Venedig und zum anderen aus der positiven Erfahrung gemeinschaftlicher internationaler Anstrengungen zum Schutze gefährdeter Kulturgüter."

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Source:
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2005 | OriginalPaper | Chapter

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