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15-02-2024 | Automatisierung | Gastbeitrag | Article

Fünf Trends prägen die industrielle Automatisierung 2024

Author: Etienne Lacroix

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Der Fachkräftemangel zwingt produzierende Unternehmen zur Automatisierung. Die Projekte sind oft komplex, doch cloudbasierte DIY-Lösungen erleichtern die Umsetzung, während sich KI gleich dreifach auswirkt.

Im Jahr 2024 steht die industrielle Automatisierung vor einem Jahr des Wandels. Da immer mehr Hersteller beginnen, Automatisierungstechnologie einzuführen, wird die Branche weiterhin eine rasante Entwicklung erleben. Hersteller können die Automatisierung nutzen, um demografische Herausforderungen zu meistern und die Produktivität – auch mithilfe von KI – zu steigern. Fünf Trends dürften die Branche in den kommenden Monaten dabei besonders prägen.

Trend 1: Fachkräftemangel pusht Automatisierung

Der Mangel an Fachkräften wird sich im Laufe des Jahres 2024 noch stärker auf die Unternehmen auswirken. Um in der sich verändernden Industrielandschaft zurechtzukommen, müssen sich Unternehmenslenker mit der Realität eines schrumpfenden Pools an verfügbaren Arbeitskräften auseinandersetzen und gleichzeitig versuchen, das Produktionsvolumen aufrechtzuerhalten oder zu steigern.

Durch die Automatisierung manueller, sich wiederholender und gefährlicher Aufgaben können Unternehmen ihre Produktionslinien vor den Auswirkungen hoher Fluktuationsraten schützen. Beispielsweise ist das Palettieren eine solche notwendige Aufgabe in jeder Produktionshalle. Durch die Automatisierung der Palettierprozesse können Hersteller ihre Mitarbeiter vor Verletzungen schützen und sie für höherwertige Aufgaben qualifizieren – was einerseits die Mitarbeiterbindung verbessert und andererseits die Produktion vor den Auswirkungen hoher Fluktuationsraten schützt.

Trend 2: Automatisierung kein "Nice-to-have" mehr

Automatisierung wird von einem "Nice-to-have" zu einer Notwendigkeit. Die Covid-19-Pandemie hat die Nachfrage nach Automatisierung erhöht, was zu einer rasanten Entwicklung der Zugänglichkeit der Automatisierungstechnologie geführt hat. Besonders für kleine und mittlere Hersteller war die Pandemie ein Weckruf, stärker zu automatisieren.

Ein praktisches Beispiel ist die Werbemittelindustrie, die eine hohe Abhängigkeit von Personal vor Ort aufweist und viele sich wiederholende Aufgaben in der Produktion beinhaltet. Viele dieser Aufgaben lassen sich leicht automatisieren, zum Beispiel in der Maschinenbedienung. Durch neue Technologien und Plattformansätze wird die industrielle Automatisierung nun auch für kleine und mittlere Unternehmen erschwinglich. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen.

Trend 3: Geschwindigkeit hat oberste Priorität

Im Jahr 2024 dürfte die Geschwindigkeit der Automatisierung zum wichtigen Unterscheidungsmerkmal werden. Die Geschwindigkeit vom Entwurf bis zum Betrieb der Automatisierung ist entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele Branchen, insbesondere solche, die sich durch kürzere Produktlebenszyklen auszeichnen, haben das erkannt. Das Assembly Magazine berichtet in einer Studie, dass "82 % der Ingenieure die Lieferzeit als einen wichtigen Faktor bei der Auswahl von Komponenten für ein Automatisierungsprojekt betrachten".

Der Prozess der Implementierung herkömmlicher Automatisierungstechnologien kann jedoch von der Einführung bis zur Fertigstellung über ein Jahr dauern. Dieser relativ lange Zeitraum ist auf die Komplexität der Technologie, die Beteiligung mehrerer Anbieter und die zunehmende Verbreitung langer Vorlaufzeiten zurückzuführen. Dank jüngster Fortschritte wie cloudbasierten Automatisierungsplattformen und kollaborativen Robotern wird die Zeit für die Automatisierung erheblich verkürzt.

Trend 4: DIY-Automatisierung nimmt zu

Unter "Do-it-yourself"- oder "DIY"-Automatisierung versteht man die eigenständige Gestaltung und Implementierung industrieller Automatisierungssysteme durch den Einsatz von Plug-and-Play-Hardware- und Softwarekomponenten. Unternehmen können ihre Prozesse mit dem DIY-Ansatz selbst steuern und die Kosten für die Automatisierung erheblich senken. So wurden in dem konkreten Fall eines Outdoorartikelherstellers die Kosten für die Erstellung und Bereitstellung einer Schweißzelle mithilfe herkömmlicher Automatisierungstechniken auf 750.000 US-Dollar geschätzt. Durch die Einführung der DIY-Automatisierung konnte das Unternehmen die Projektausgaben durch interne Ressourcen und die Auswahl bevorzugter Anbieter um über 50 % senken.

Wie die Nutzerdaten von 4.000 Kunden auf der Automatisierungsplattform des Unternehmens Vention zeigen, sind kleine Unternehmen mit weniger als 200 Mitarbeitern die Hauptnutzer der DIY-Automatisierung. Große Unternehmen nutzen den DIY-Ansatz seltener, dafür aber intensiver. Mit fortlaufenden Innovationen in der industriellen Automatisierungsbranche, die die Automatisierung zugänglicher machen, gewinnt der DIY-Ansatz an Bedeutung und wird sich voraussichtlich auch im Jahr 2024 weiterverbreiten.  

Trend 5: KI macht Prozesse schnell und effizient

Beim Einsatz künstlicher Intelligenz im industriellen Umfeld stehen 2024 drei Kategorien im Fokus. Erstens erwarten wir die Entstehung des Industrial Copilot. Dieses Konzept, das oft mit dem ChatGPT der Programmierung verglichen wird, kombiniert die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, um die Effizienz und Effektivität industrieller Prozesse zu steigern.

Die zweite Kategorie sind autonome Roboter, die mit wenig oder gar keinem menschlichen Eingriff programmiert werden können. Die dritte Kategorie ist das maschinelle Lernen, welches das Konzept der KI weiterführt, indem es Robotern ermöglicht, aus Erfahrungen zu lernen und sich zu verbessern. Alle drei Kategorien zusammen werden die Automatisierung 2024 prägen und schnellere, effizientere Prozesse ermöglichen.

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