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09-04-2013 | Automobilproduktion | Im Fokus | Article

Industrie 4.0: die Produktion von morgen

Author: Christiane Brünglinghaus

2:30 min reading time
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Das Zusammenwachsen moderner Informationstechnik mit klassischen industriellen Prozessen, griffig unter dem Begriff "Industrie 4.0" zusammengefasst, soll die Vision von intelligent vernetzten Fertigungsprozessen wirklich werden lassen. Von den neuartigen und weitreichenden Vernetzungslösungen verspricht man sich größere Flexibilität und mehr Ressourceneffizienz. Die zunehmende Vernetzung birgt aber auch Risiken.

Der Arbeitskreis Industrie 4.0 hat gestern auf der Hannover Messe konkrete Umsetzungsempfehlungen für das Technikprojekt an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme über die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der vierten industriellen Revolution sollen nächste Schritte hin zu einer vernetzten Produktion eingeläutet werden. Konkrete Anwendungsbeispiele veranschaulichen neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsnetzwerke, die das Zusammenwachsen von Produktion und IT ermöglicht.

Dass Industrie 4.0 kommen wird, scheint also sicher. Allerdings nicht vor 2025. Das ist zumindest ein Ergebnis des neuen VDE-Trendreports, einer Umfrage unter den 1300 VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen. Acht von zehn Unternehmen und Hochschulen sollen dies so sehen, nur eine Minderheit (zwei von zehn) würden an eine frühere Realisierung glauben. Die größten Bremsklötze seien IT-Sicherheitsprobleme, fehlende Normen und Standards sowie der hohe Qualifizierungsbedarf. 47 Prozent der Befragten meinen, die Hochschulen seien auf Industrie 4.0 nicht gut vorbereitet. Nachholbedarf bei der Qualifizierung mahnten vor allem die Hochschullehrer an. Vier von zehn Befragten glauben, so die Studie, dass Industrie 4.0 einen wichtigen Pfad zur Re-Industrialisierung Europas eröffne. In der Frage, ob die Revolutionierung der Produktionsprozesse mehr Arbeitsplätze schaffe, sei die Hälfte unentschieden.    

Jedoch seien 73 Prozent der befragten Unternehmen und Hochschulen der Meinung, dass Industrie 4.0 den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken werde. Laut Studie sprechen fünf von zehn Deutschland eine führende Stellung bei der intelligenten Produktionstechnologie zu. Profitieren würden insbesondere die Branchen Automobilbau (65 Prozent), Maschinenbau (55 Prozent) sowie die Elektrotechnik (48 Prozent) und die IKT-Branche (31 Prozent). Von den Smart Factories sollen sich 75 Prozent eine größere Flexibilität versprechen. 60 Prozent erhofften sich mehr Effizienz im Verbrauch von Ressourcen, speziell von Energie (42 Prozent). Kostenvorteile erwarteten 45 Prozent der Befragten, Einflüsse auf die Qualität der Produkte oder die Störanfälligkeit der Prozesse hingegen nur eine Minderheit.   

Smart Factories

Die Fabrik der Zukunft ist also vernetzt. Kommunikations- und Informationstechnik ziehen in die smarte Fabrik ein – Mensch und Maschine, alle und alles kommuniziert miteinander. Intelligente Produktionsprozesse ermöglichen autonomes Kommunizieren und Handeln. Die physikalische Produktwelt und die virtuelle Internetwelt sollen so miteinander verwoben sein, dass die Produktion flexibler und effizienter gestaltet werden kann.

Industrie 4.0 weckt damit hohe Erwartungen. Doch lassen sich diese auch zeitnah erfüllen? Durch die zunehmende Vernetzung von Systemen und das Management von Informationen werden die industriellen Anlagen komplexer. Bislang sind die nötigen Systeme teuer. Fehlende Normen und herstellerunabhängige Standards erschweren den Einsatz der Systeme ebenfalls. Zudem müssen Fragen der Datenverfügbarkeit und –sicherheit bedacht werden. Die Datensicherheit in der Steuerungstechnik sowie in der Prozess- und Fertigungsautomation muss gewährleistet sein. Da diese Herausfoderungen erst noch gemeistert werden müssen, scheinen die Smart Factories in kurzer Zeit noch nicht realisierbar, wie auch der VDE-Trendreport nahelegt. Sie werden erst dann möglich, wenn sie zuverlässig und wirtschaftlich darstellbar sind.

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