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22-10-2012 | Bank-IT | Im Fokus | Article

Bargeldlose Zahlungen mit hohen Wachstumsraten

Author:
Peter Rensch
3 min reading time

Die Banken haben zwar schneller als erwartet die Basel III-Richtlinien erfüllt, allerdings auf Kosten der Innovationsfähigkeit. So eines der Ergebnisse des World Payment Reportes 2012 von Capgemini, der Royal Bank of Scotland (RBS) und der Bankenvereinigung Efma. Weiterhin macht die Untersuchung deutlich, dass Zahlungen über E- und M-Payment sowie über Debit-Karten immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Branchen-Experten schätzen die getätigten Transaktionen im E- und M-Payment im Jahre 2011 auf 28,3 Milliarden, jedoch nutzen bisher nur 2,1 Prozent der Mobilgeräte-Besitzer die integrierte Zahlungsfunktion, was wiederum deutlich macht, welches Potenzial in diesem Segment noch vorhanden ist. Für 2013 werden im M-Payment-Bereich 17 Milliarden und im E-Payment-Bereich 31,4 Milliarden Transaktionen erwartet. Kevin Brown, Global Head, Transaction Service Product, International Banking bei der RBS, weist darauf hin, dass Guthaben-basierte Transaktionen auf Kosten anderer Zahlungsmethoden zulegen werden. Er geht davon aus, dass die verstärkte Nutzung von Mobile- oder Electronic-Payments einen Zuwachs an innovativen Zahlungslösungen verursachen wird.

Dienstleistungen integrieren 

Der Report macht weiterhin deutlich, dass Innovationstreiber im Zahlungsverkehr die Institutionen die sind, da sie ein tiefes Verständnis von den Bedürfnissen ihrer Kunden haben. Als Beispiel wird eine innovative Technologie des japanischen Telekommunikationsanbieters NTT Docomo genannt. Mit seinem Angebot eines Mobile Wallet erreichte das Unternehmen 35 Millionen Nutzer, was einem Marktanteil von knapp 50 Prozent entspricht. Bei der elektronischen Geldbörse namens Osaifu-Keitai handelt es sich um ein zahlungsähnliches Angebot, das durch die Kombination mit Mobilfunkgeräten Dienstleistungen zur Verfügung stellt, die über das reine berührungsfreie Zahlen hinausgehen. Integriert sind elektronisches Geld, Identifikationskarte, Bonuskarte, Fahrscheine für öffentliche Verkehrsmittel und eine Kreditkartenfunktion. Zudem werden existierende Zahlungsinstrumente wie Kreditkarten und Bonusprogramme, als auch Kundenbeziehungsmanagement für Händler mit einbezogen, was sicherlich ein Teil des großen Erfolges darstellt.

Industrieländer dominieren 

Der Capgemini Report 2012 zeigt auch auf, dass sich die Zahl bargeldloser Payments auf die Industrieländer konzentriert. 79,5 Prozent des weltweiten Volumens werden von Nordamerika, Europa und den entwickelten asiatischen Staaten getätigt. In den BRIC-Staaten verläuft die Entwicklung konträr. Während in Russland und China die Transaktionen um mehr als 30 Prozent steigen und sich Brasilien zur zweitgrößten Nation hinten den USA bei Zahlungstransaktionen entwickelt hat, bildet Indien mit rund zehn Prozent das Schlusslicht der BRIC-Staaten. Dazu erklärt Patrick Desmarès, Generalsektretär der Efma: „Das Kürzel BRIC als Synonym für Staaten mit ähnlicher Entwicklung gilt für den Bereich des Zahlungsverkehrs nicht mehr. Die Länder müssen aufgrund ihrer unterschiedlichen Entwicklung einzeln betrachtet werden. Das gilt insbesondere für Brasilien, das nun mehr Zahlungstransaktionen aufweist als jedes europäische Land“.

Von einer Zunahme des bargeldlosen Zahlens am Point of Sale und damit ein Anstieg von mobilen Transaktionen geht auch Eva Margarete Walter aus. Die Autorin schreibt in ihrem Buch „Zahlungsverhalten am stationären Point of Sale“: „Für die Unternehmerpraxis kann angemerkt werden, dass derzeit mit steigenden Rechnungsbeträgen der Konsument eine vermehrte Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungsmitteln erwartet. Bei höheren Rechnungsbeträgen nimmt die Verwendung von Kreditkarten zu, während die Bezahlung mit Bargeld zurückgeht.“

Fazit

National wie international gewinnen E- und M-Payment immer mehr an Bedeutung und drängen Bargeldzahlungen in den Hintergrund. Dienstleister und letztlich die Banken müssen den Kunden innovative und benutzerfreundliche Technologien bieten und können somit die Kundenbindung und Kundenkommunikation optimieren. Gerade die Integrations-Möglichkeiten von Interaktion und Marketinginstrumenten macht diese Technologie so interessant.

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