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09-06-2020 | Bank-IT | Infografik | Article

Open-Banking-Budgets steigen rasant

Author:
Angelika Breinich-Schilly
2 min reading time

Die eigenen Daten für Drittanbieter zu öffnen, war für die meisten Geldhäuser zunächst vor allem ein Pflicht im Rahmen von PSD2. Nun stellen die Institute für Open Banking laut einer Studie immer mehr Mittel bereit, um das Kundenerlebnis und die Kosteneffizienz zu verbessern.

Die europäischen Banken sehen in Open Banking offenbar nicht mehr nur eine lästige Pflicht zur Öffnung eines Kanals für Daten und Informationen im Zahlungsverkehr. Sie wollen zunehmend auch die Vorteile nutzen, die ihnen entsprechende Finanz-Ökosysteme und Schnittstellen zu anderen Dienstleistern oder Fintechs bieten. Das zeigt eine Umfrage der Meinungsforscher von Yougov, die im Auftrag des Plattformabieters Tink vom 28. Januar und dem 3. März 290 Finanzleiter von Instituten aus zwölf europäischen Ländern befragt hat. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Einstellung zu Open Banking, Investitionsbudgets und Investitionsprioritäten.

Deutschland bei Open-Banking-Investitionen auf drittem Platz

Wie die Studie zeigt, liegt der Median der Open-Banking-Investitionsbudgets europäischer Finanzhäuser zwischen 50 und 100 Millionen Euro. 45 Prozent der befragten Banken steckt in diesen Bereich mehr als 100 Millionen Euro. 

Deutsche Geldhäuser belegen im Vergleich zu den europäischen Nachbarn Rang drei: Hier investieren rund 57 Prozent der Finanzinstitute mehr als 100 Millionen Euro in entsprechende Schnittstellen und Plattformmodelle. Platz zwei belegen französische Finanzunternehmen und den Spitzenrang portugiesische Banken. Insgesamt belegt die zweite Auflage der Studie, dass aber in allen Ländern die Budgets für Open Banking steigen.

Die Institute wollen mit Open Banking vor allem

  • ihre Kunden besser umsorgen und damit das Kundenerlebnis verbessern (44 Prozent),
  • die eigene IT modernisieren (39 Porzent)
  • sowie ihre Prozesse optimieren (34 Prozent).                                   

Banken sehen Nutzen trotz bestehender Hürden

Legacy-IT gibt dabei jede dritte Bank als größte Hürde für Investitionen an. Bei 32 Prozent stellen andere Geschäftsprioritäten ein großes Hindernis dar und 31 Prozent der Teilnehmer sagt, dass regulatorische Einschränkungen die Ausgaben drosseln. Doch trotz bestehender Hindernisse zeigen sich die Geldhäuser beim ROI von Open Banking optimistisch: 50 Prozent erwarten eine Amortisationsdauer von weniger als vier Jahren. Mehr als zwei Drittel gehen davon aus, dass der Nutzen die Kosten in weniger als fünf Jahren aufwiegt. Nur ein Prozent der Befragten glaubt, dass es überhaupt keine Amortisation gibt.

Interessant: In Deutschland  sind bereits vor der PSD2-Richtlinie eine Reihe von Open-Banking-Innovationen entwickelt worden. Dennoch gilt der hiesige Markt als wenig standardisiert. "Die meisten Finanzinstitute nähern sich PSD2 auf ihre ganz eigene Weise und mit großen Budgets für Open Banking", so die Studienautoren.

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