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04-09-2018 | Bank-IT | Im Fokus | Article

Die Verzahnung von Bank und Industrie ist längst überfällig

Authors:
Achim Baumhoer, Med Ridha Ben Naceur
3 min reading time

Industrie 4.0 ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Geldinstitute müssen Teil dieser neuen, vernetzten Welt werden, sich in die Finanzierungsbedürfnisse sowie Prozesse ihrer Kunden hineindenken und passgenaue Services anbieten. Ein Gastbeitrag.

Turbinen werden im 21. Jahrhundert nicht mehr nur klassisch als Unternehmenssachwert gekauft, sondern über Einsatzzeiten genutzt und bezahlt. Gerade mit Blick auf die Beurteilung solcher neuer Business Modelle wird deutlich, dass innerhalb der Bank mehr fachliche und technologische Expertise erforderlich ist. Das Internet der Dinge darf hier nicht nur ein Schlagwort bleiben. Das Geschäftspotenzial mit den sogenannten Corporate Clients liegt aber nicht nur in der Produktentwicklung neuer Finanzierungsinstrumente, sondern auch im Zahlungsverkehr. Die Verzahnung von bisher getrennten Produktionsvorgängen und deren finanzielle Abbildung führt zu neuen Transaktionsarten und gesteigertem Volumen im Zahlungsverkehr. Banken müssen als integraler Bestandteil der Industrienetzwerke zum Beispiel in der Lage sein, diese auf Basis neuer Technologien, wie Artificial Intelligence, hochautomatisiert und just-in-time zu bedienen. 

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Banken können sich zudem über Ökosysteme und Plattformen zu zentralen Partnern in den Working-Capital-Management-Prozessen der Unternehmen entwickeln, wo sie bislang nur Lieferant von Teillösungen und Produkten sind. Die Vernetzung der Systeme erlaubt es den Instituten darüber hinaus, perspektivisch weitere Transaction-Banking-Produkte anzubieten. Denkbar sind hier vor allem Finanzierung, Cash- oder FX-Management.

Das ID-Management muss standardisiert werden

Um eine Marktfähigkeit zu realisieren, führt kein Weg an der Standardisierung von Bankprozessen vorbei, ganz besonders beim ID-Management. Bereits die Sepa-Einführung im Jahr 2008 hat gezeigt, dass es funktioniert. Auch eine vergleichbare Standardisierung für die Legitimation im Geschäftskundenbereich sollte also möglich sein. Das Ziel ist, dass sich ein Unternehmenskunde nur noch einmal bei einem Geldhaus legitimieren muss. Ein standardisierter Legitimationsdatensatz würde dann europaweit allen Banken – den sachgerechten Bedarf sowie eine entsprechende Absicherung vorausgesetzt – zur Verfügung stehen und wäre digital verarbeitbar. So könnten Industrieunternehmen die Bankservices jederzeit und allerorts einfach nach Bedarf nutzen und zwischen den Anbietern sowie ihren Angeboten flexibel auswählen.

Zentral für den Erfolg in der Digital Economy ist auch ein hoher Automatisierungsgrad entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Viele Banken schrecken jedoch aktuell (noch) davor zurück. Auf seiten der Institute können Roboter-basierte Prozessautomatisierung (RPA) und Big-Data-Anwendungen jedoch erheblichen Nutzen bringen, die Qualität erhöhen und Kosten massiv reduzieren. Mit Blockchain und Smart Contracts lassen sich Geschäftsprozesse beispielsweise nicht nur automatisieren, sondern auch sicherer gestalten. Dabei ist das primäre Ziel für Finanzdienstleister und Banken, auf Basis der ausgetauschten Informationen und Daten maßgeschneiderte, innovative Produkte anzubieten und die hierfür notwendigen Abschlüsse automatisiert zu tätigen. Ein konkretes Beispiel ist das Akkreditiv oder "Letter of Credit". Dabei genügt es aber nicht, den Prozess und das Dokument in die Blockchain zu bringen. Es muss sich auch ein internationaler Standard etablieren, der von allen Teilnehmern angenommen und genutzt wird.

Mehr Transparenz mittels intelligenter ERP-Lösungen

Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Einführung von ERP-Lösungen in den Back-End-Systemen der Geschäftskunden. Ziel ist die radikale Minimierung manueller und enorm aufwändiger, kostenintensiver Prozessschritte. Das gilt für interne wie externe Schnittstellen. So könnte beispielsweise eine Benutzerverwaltung im ERP-System des Unternehmens zukünftig auch die Verwaltung der Bankvollmachten erledigen. Damit agiert das ERP-System als eine Art Facilitator, so dass bestimmte Prozesse, die bislang redundant auf beiden Seiten stattfinden, nur noch an einer Stelle verarbeitet werden. Das verbessert den Datenfluss und den Informationsaustausch zwischen Kunde und Bank enorm. Um dies in die Praxis umzusetzen, können bereits sichere und markterprobte Schnittstellen genutzt werden, wie zum Beispiel APIs, Swift und Ebics. Mit Blick auf die regulatorischen Anforderungen wäre dies ein echter Zugewinn, der größere Transparenz schafft und die Geschäftsbeziehung optimiert.

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2018 | OriginalPaper | Chapter

Industrieservice 4.0

Industrieservices in einer digitalisierten Instandhaltung
Source:
Betriebliche Instandhaltung

01-04-2018 | Wissen | Issue 2/2018

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