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20-09-2018 | Bank-IT | Nachricht | Article

Finanzdienstleister müssen KI-Chancen besser nutzen

Author:
Stefanie Hüthig
2:30 min reading time

Die Finanzbranche, insbesondere die deutsche, hinkt beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz, kurz KI, hinterher, meint Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies. Auf der Fintech-Konferenz zeigten Banken und Versicherer ihren Entwicklungsstand und stellten Chatbots, sprechende Konten und Pläne für Robo-Testamente vor.

Bei der Fintech-Revolution – 4. Konferenz für Finanztechnologie, einer Veranstaltung von Bankmagazin, Versicherungsmagazin und Center for Financial Studies (CFS) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mahnte Professor Volker Brühl unter anderem eine bessere Nutzung wissenschaftlicher Kapazitäten für KI, etwa von der Technischen Universität Darmstadt, an. Er forderte die Finanzindustrie auf, von anderen Branchen, beispielsweise Produktion und Fertigung, zu lernen.

KI in der Finanzbranche hat laut Brühl verschiedene Funktionen. Ihrer Funktion als Wachstumstreiber sind zum Beispiel Chatbots oder Lösungen zuzuordnen, die es ermöglichen, dem Kunden einfacherere, kontextbezogenere und damit relevantere Angebote zu machen. Darunter fallen auch die Robo Advisor, die sich nach Beobachtung Brühls zu Robo Loan Officern weiterentwickeln. In den USA testen Banken entsprechende Ansätze, die Kunden virtuell zu Krediten beraten. Im Backoffice soll KI die Kosten senken, etwa in der Betrugserkennung und über die Kombination von Mensch und Maschine, zum Beispiel im Rating-Prozess. In ihrer Funktion als Innovationstreiber sei KI beispielsweise in der Lage, nutzerabhängige Payment-Modelle Realität werden zu lassen. Und nicht nur den Banken, auch der Finanzaufsicht kann KI helfen, und zwar bei der Erfassung systemischer Gefahren, zum Beispiel von Kredit- und Liquiditätsrisiken Zentraler Gegenparteien (Central Counterparties, CCPs).

"Botto" soll schnell helfen und Support entlasten

Dass die Finanzbranche beim KI-Einsatz hinterherhinkt, heißt aber nicht, dass sich Banken und Sparkassen nicht damit beschäftigen. Dies zeigte zum Beispiel der Vortrag von Michael Luks von der Fiducia & GAD, IT-Dienstleisterin der Kreditgenossenschaften. So soll der Chatbot "Botto" Mitarbeitern genossenschaftlicher Institute bei Fragen zum Kernbanksystem zur Verfügung stehen. Er soll in den kommenden drei Monaten live gehen und lasse sich schnell um eine Sprachfunktion erweitern, wenn das Bedürfnis der Nutzer danach besteht.

Dank "kiu", dem Projekt der Fiducia & GAD IT, das ehemals unter "Sarabi" lief, können Kunden mit ihrem Konto reden, dieses aber auch umgekehrt mit dem Kunden. "Der Kunde wird stärker mit dem Konto in Kontakt kommen", ist Innovationsexperte Luks überzeugt. Sicherheitsgründe haben das IT-Unternehmen dazu bewogen, mit kiu eine gänzlich eigene Anwendung zu bauen und diese im eigenen Rechenzentrum zu betreiben und nicht etwa einen Alexa-Skill zu entwickeln.

Ein weiteres Projekt des IT-Unternehmens ist die Erstellung einfacher Testamente über einen Robo Advisor. Laut Luks wird gerade die Möglichkeit geprüft, die notarielle Beurkundung über die Videolegitimation vorzunehmen.

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