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06-05-2020 | Bank-IT | Nachricht | Article

Pandemie beschleunigt Digital-Projekte der Sparkassen

Author:
Barbara Bocks
3 min reading time

Beim aktuellen Innovation Day der Sparkassen drehte sich alles um digitale Projekte im Open-Banking-Kontext sowie um den Umgang mit den gesellschaftlichen Veränderungen durch die Pandemie - etwa beim digitalen Bezahlen.

In der Anfangsphase der Corona-Pandemie stand bei dem zentralen IT-Dienstleister der Sparkassen, wie bei vielen anderen Unternehmen auch, die Bildung eines Krisenstabs mit täglichen Management-Calls im Fokus. Das berichtete Martin Waldmann, Mitglied der Geschäftsführung bei Finanz Informatik (FI), auf dem digitalen Innovation Day des Sparkassen Innovation Hubs am 5. Mai. Gerade am Anfang sei es eine besondere Herausforderung gewesen, möglichst schnell die Infrastruktur für zwischenzeitlich 80.000 Homeoffice-Zugänge zu schaffen. Zuvor hätten dies lediglich 10.000 Mitarbeiter dieses Angebot genutzt. 

Aber die Krise hatte laut Waldmann auch gute Auswirkungen für die Zusammenarbeit: "Uns ist es im Verbund gelungen, digitale Lösungen für die KfW-Anträge, Zins- und Tilgungsaussetzungen und auch andere Prozesse in wenigen Tagen zu realisieren, für die wir sonst Monate gebraucht hätten."

Nur wenige sehen Chancen für Open Banking

Um Open Banking umzusetzen, sind allerdings noch einige IT-Projekte in den Instituten nötig. Der Aufwand könnte sich aber lohnen. Denn für Ulrich Köhler, Geschäftsführer des Think Tanks Trendbüro, ist Open Banking "eine der wichtigsten Entwicklungen für das kundenzentrierte Banking". Über die Hälfte der Bankkunden nutze schon Angebote von anderen Anbietern, zitiert Köhler aus einer Studie. Die wenigsten kehren ihren Hausbanken aber den Rücken. Hierzulande würde dennoch nur ein Viertel der Entscheider der Branche eine Chance darin sehen, ihre Schnittstellen für andere Anbieter zu öffnen. In anderen Ländern wie Lettland stimmen dem 60 Prozent der Zielgruppe zu. 

Vor allem ihre detaillierten Informationen über Kunden und deren Lebenszyklen können Kreditinstitute Köhler zufolge in einem Open-Banking-Umfeld viel besser nutzen. Als Beispiel nennt er einen Waschmaschinenkauf. Dabei interessiere den Kunden unter Umständen nicht nur eine Finanzierung des Geräts, sondern auch mögliche Versicherungen und andere Familienfinanzprodukte. Auch bei Bonitäts- oder Identitätsprüfungen "stehen Kreditinstitute in den Startlöchern, sind aber durch ihre Vorsicht noch sehr zurückhaltend, was neue Geschäftsmodelle angeht", so Köhler. 

Open Banking benötigt laut Martin Schaffranski, Leiter Sparkassen Innovation Hub, eine klare technische Vision und müsse einfach nutzbar sein. Im vergangenen Jahr habe S-Hub daher das Development-Portal gelauncht, das nun sukzessive in den kommenden Jahren ausgebaut werden soll, um die Nutzung der Schnittstellen zu vereinfachen.

Weniger Hemmschwellen beim digitalen Bezahlen

Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) arbeitet derzeit an zahlreichen IT-Projekten für die Gruppe. In diesem Jahr wird der Verband unter anderem ein großes Release zu seiner Finanzplattform herausbringen, das sich in Teilmodulen derzeit in der Pilotierungsphase befindet, berichtet Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes DSGV-Mitglied. Es werde außerdem noch Neuerungen bei digitalen Beratungsmodellen im Privatkundenbereich geben.

Zu Beginn der Corona-Pandemie habe der Krisenstab des DSGV noch täglich getagt, mittlerweile reiche knapp dreimal die Woche, so Schmalzl weiter. Zu diesem Zeitpunkt sei es unter anderem wichtig gewesen, falsche Gerüchte wie Probleme bei der Bargeldversorgung zu zerstreuen. Ein positiver Effekt der Krise sei es, dass viele Kunden mittlerweile ihre Hemmschwellen beim digitalen Bezahlen abgebaut hätten. So sei der Trend zum digitalen und kontaktlosen Bezahlen in den Vorjahren in Ein-Prozent-Schritten pro Jahr angewachsen. Im März gab es laut Schmalzl einen Zuwachs bei der Girocard um elf Prozent, die Hälfte davon kontaktlos.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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