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15-08-2012 | Bank-IT | Im Fokus | Article

Online-Zahlungsverkehr- ein zunehmend hart umkämpfter Markt

Author:
Barbara Bocks
2:30 min reading time

"Banking is necessary, banks are not." Mit diesen Worten prophezeite Bill Gates bereits vor über 10 Jahren das baldige Aussterben der Filialen, deren Geschäft komplett durch Onlinebanking ersetzt werden sollte. Soweit seine Vision, die bis jetzt (noch) nicht eingetreten ist. Allerdings investieren bankferne Dienstleistungsunternehmen wie PayPal oder Facebook derzeit in den Ausbau des Online-Zahlungsverkehrs, um den Banken in diesem Bereich Marktanteile abzujagen.

40 Prozent der Deutschen nutzen Dienste wie PayPal oder Click & Buy nach eigener Auskunft häufig oder sogar sehr häufig, wie eine gemeinsame, repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Toluna und Faktenkontor im Mai 2012 ergab. Bereits Mitte des vergangenen Jahres mahnte Hubertus von Poser, Partner bei m3 Consulting an, dass es absehbar sei, dass Player des E-Commerce wie Amazon oder Facebook ihre Wertschöpfungskette um Zahlungsdienste erweitern werden. „Europaweit haben bereits 300 Anbieter eine Lizenz erhalten, viele davon im E-Commerce und E-Payments-Bereich, darunter so prominente Anbieter wie Amazon Payments“, berichtete der Experte in der Titelgeschichte der Juni-Ausgabe des BANKMAGAZIN.

PayPal und Facebook rüsten sich für den Einstieg in den Zahlungsverkehr

PayPal, der Onlinezahlungsdienst, ist seit November 1999 als Produkt auf dem Markt, worauf Frerk-Malte Feller in dem Handbuch E-Money, E-Payment & M-Payment hinweist. Das Unternehmen hat sich bereits Mitte 2007 eine Vollbanklizenz in Europa gesichert. Mit 13,5 Prozent liegt Paypal derzeit auf Rang Vier nach der Rechnung, Kreditkarte und Lastschrift, wie eine Studie des EHI Retail Institute im „Handelsblatt“ bestätigt.

Ende 2010 hat Facebook bereits die Tochtergesellschaft Facebook Payments gegründet, was ihr deutliches Interesse am Zahlungsverkehr signalisiert. Mit seiner virtuellen Währung erziele der Konzern etwa 15 Prozent des Umsatzes mit stark steigender Tendenz, wie der Blogger Dirk Elsner in einem Beitrag Ende Juni 2012 auf „Handelsblatt Online“ betont. Die Plattform ersetze in den kommenden Monaten schrittweise die „Credits” durch die jeweiligen realen Landeswährungen, die bei Bedarf dann auch in virtuelle Währungen einzelner Spieleanbieter getauscht werden können. „Die Nutzung der Facebook-Infrastruktur für die Zahlung auch außerhalb des Facebook-Universums war zwar nicht der Gegenstand der Bekanntmachung, es wäre allerdings ein sehr logischer Schritt“, so der Internetexperte.

Vertrauensvorsprung für Banken

„Wenn irgendwann Bezahlen primär mit dem Smartphone-Hersteller assoziiert wird, könnten die Banken langsam aus dem Bezahlprozess zurückgedrängt werden“, prophezeit Elmar Borgmeier, Chief Innovation Officer der syngenio AG im Interview mit dem BANKMAGAZIN. Er fügt aber noch hinzu: "Banken genießen bisher einen klaren Vertrauensbonus, und den müssen sie nutzen. Allein wird in Deutschland allerdings keine Bank unterhalb der Sparkassen- und Volksbanken-Verbände groß genug sein, um mit Google und Co. mithalten zu können.“

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