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13-11-2018 | Bankenaufsicht | Nachricht | Article

"Krisen sind Diven"

Author:
Bianca Baulig
2 min reading time

Bei der Eröffnungskonferenz der diesjährigen Euro Finance Week kamen Finanzexperten zusammen, um über die aktuellen Herausforderungen der Bankenwelt zu diskutieren. Ein Thema war das rechtzeitige Gegensteuern gegen eine potenzielle neue Finanzkrise.

Die deutschen Kreditinstitute haben sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren positiv weiterentwickelt. Zu dem Schluss kommt Stephan Engels, Chief Financial Officer der Commerzbank. "Banken sind heute solider und risikoärmer aufgestellt. Sie haben ihre Geschäftsmodelle fokussiert und ihr Risikomanagement verbessert", sagte er bei einer Diskussionsrunde im Rahmen der Euro Finance Week 2018. Das zeige für sein Haus auch der aktuelle Stresstest. Zudem ist sich Engels sicher, dass die Risiken auf den Finanzmärkten nie ganz verschwinden werden. 

Dass die Regulierer potenzielle Gefahren für die Geldhäuser hierzulande im Blick haben, machte Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), deutlich. Eigens dafür gegründete Gremien suchten die Märkte ständig nach neuen Krisen ab, in Deutschland übernehme das der Ausschuss für Finanzstabilität. "Doch damit wird es uns nicht gelingen, Krisen komplett auszuschließen", räumte Hufeld ein. "Aber wir sind gewappnet und können sie weniger wahrscheinlich machen." Dabei sei klar, dass eine potenzielle neue Krise nicht an der gleichen Stelle wie vor zehn Jahren ausbrechen werde. "Krisen sind Diven, sie haben etwas launenhaftes", sagte der Bafin-Präsident. Das Ziel der Bankenaufsicht sei vorrangig, die Resilienz des Finanzsystems zu stärken. Es gehe nicht darum, spezifische Einzelrisiken zu identifizieren. Banken müssten Belastungen verdauen können, ohne dass sie gleich ins Taumeln geraten.

Finanzsystem weiter stabilisieren

Herbert Hans Grüntker, Vorstandsvorsitzender der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), forderte von der Aufsicht, dass diese den Instituten eine bessere Planbarkeit für die regulatorischen Anforderungen der kommenden Jahre geben solle. "Nur so können wir Investitionen zielgerichtet vornehmen", sagte er. Den Blick in die Zukunft richten will auch Gerhard Schick, Mitglied des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag für Bündnis 90/Die Grünen. "Wir sollten nicht so viel Mühe aufwenden, herauszufinden, wo die Krise herkam, sondern Kraft in die Bewältigung und Stabilisierung der Finanzmärkte stecken", betonte er. Schick sieht nicht, dass die letzte Finanzkrise bereits bewältigt sei. Vielmehr sei man immer noch dabei, Banken zu stabilisieren.


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