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Bankenaufsicht

weitere Buchkapitel

2. Wirtschaftsverfassungsrecht

Im Wirtschaftsverfassungsrecht (Kap. 2) werden zunächst diejenigen Verfassungsbereiche behandelt, die ordnend und gestaltend auf wirtschaftliche Prozesse und Aktivitäten einzelner Wirtschaftsteilnehmer einwirken. Dazu zählen neben verfassungsrechtlichen Fragen der Wirtschaftsordnung vor allem die Grundrechte, insbesondere, wenn sie als individuelle Abwehrrechte gegenüber staatlichen Eingriffen wirken. Hinzu treten Staatsziele und staatsorganisationsrechtliche Grundlagen, die die hoheitlichen Kompetenzen gewaltenteilig begründen (Art. 70 ff. GG) sowie Aufgaben und Befugnisse zuweisen (Art. 30, 83 ff. GG). Abgerundet wird das Kapitel durch die Bezüge zwischen der deutschen Verfassungsordnung und dem europäischen wie internationalen Wirtschaftsrecht.

Cornelia Manger-Nestler, Ludwig Gramlich

4. Besonderes Wirtschaftsverwaltungsrecht

Im besonderen Wirtschaftsverwaltungsrecht (Kap. 4) werden anhand wesentlicher Referenzgebiete die Rolle und die Wirkungsweise von Eingriffs- wie von Leistungsverwaltung dargestellt. Die Vielzahl von Vorschriften und Vielfalt von Sektoren nötigt dabei im Hinblick auf die Eingriffsverwaltung zu einer Beschränkung auf Grundlagen des allgemeinen Gewerberechts sowie einige praxisrelevante Bereiche des besonderen Gewerberechts. Im Kontrast dazu stehen neuere Entwicklungen zu Deregulierung und Privatisierung, die zur Entstehung eines eigenen Rechtsgebiets, des Regulierungsrechts, führten. Den Gegensatz zur Eingriffsverwaltung bietet das Subventions- und Beihilfenrecht, das durch die Besonderheiten der Leistungsverwaltung geprägt ist. Auch bei ausgewählten Fragen der eigenwirtschaftlichen Betätigung des Staates, sei dies als „Monopolist“, sei es als spezifischer Wettbewerber privater Unternehmen, geht es darum, das Verständnis für ordnungspolitische Hintergründe des Wirtschaftsrechts zu schu len.

Cornelia Manger-Nestler, Ludwig Gramlich

Krise in der EurozoneKrise in der Eurozone

Knapp zehn Jahre nach ihrer Gründung 1999 geriet die Eurozone infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in existenzielle Nöte. Mehrere Mitgliedstaaten waren – aufgrund unterschiedlicher Probleme ihrer Finanz- und Wirtschaftssysteme – unmittelbar von einem Staatsbankrott bedroht. Um einen erzwungenen oder freiwilligen Austritt aus der gemeinsamen Währung zu vermeiden, der schlimmstenfalls ein Auseinanderbrechen der Eurozone insgesamt hätte auslösen können, standen jedoch nur begrenzt Maßnahmen zur Verfügung. Über mehrere Jahre hinweg gelang es zwar, die Eurozone zu stabilisieren. Der finanzielle wie auch politische Schaden für die Wirtschafts- und Währungsunion ist aber kaum abzusehen, während sich die verschiedenen umgesetzten Reformen erst noch in der Realität bewähren müssen.

Tobias Kunstein

Bankenunion

Die Bankenunion führt die Bestrebungen zu einer EU-weiten Harmonisierung der Finanzmarktregulierung für die Eurozone weiter. Indem die in der Eurozone tätigen Banken stärker grenzüberschreitend überwacht (Einheitlicher Aufsichtsmechanismus) und im Fall einer Insolvenz auf europäischer Ebene abgewickelt (Einheitlicher Abwicklungsmechanismus) werden, soll verhindert werden, dass – wie im Verlauf der Krise in der Eurozone geschehen – Regierungen Banken und deren Eigentümer mit Steuergeldern retten. Die dritte Säule einer Bankenunion (Gemeinsames Einlagensicherungssystem) wird derzeit diskutiert. Da insbesondere Deutschland auf einer weiteren Reduktion der Risiken in den Bankbilanzen der Eurozone besteht, bevor eine Teilung dieser Risiken durch eine gemeinsame Einlagensicherung infrage kommt, ist eine Einigung Mitte 2019 noch nicht absehbar.

Tobias Kunstein

Chronologie

Diese Chronologie gibt detailliert Auskunft über die zentralen Etappen der europäischen Integration, von 1946 bis heute.

Yvonne Braun, Sabine Hoscislawski

Europäische ZentralbankEuropäische Zentralbank

Seit 1999 ist die Europäische Zentralbank (EZB) innerhalb der Europäischen Union (EU) die Hüterin der gemeinsamen Währung. Ihre Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Menschen in denjenigen EU-Mitgliedstaaten, die den Euro bislang eingeführt haben. Als unabhängige Institution ist sie dabei von politischem Einfluss isoliert. Während die Schaffung des Euro und die ersten zehn Jahre seines Bestehens erfolgreich verliefen, geriet die EZB ab 2008 in unruhiges Fahrwasser. Ihre Maßnahmen zur Rettung des Euro lassen sich in den Augen zahlreicher Kritiker kaum mit ihrem ursprünglichen Mandat vereinbaren und bedeuten Risiken für die Zukunft. Mit dem Beitritt weiterer Länder zur Währungsunion und mit der Übernahme neuer Aufgaben wie der Bankenaufsicht stellen sich auch Herausforderungen für die interne Organisation.

Tobias Kunstein

5. Wirtschaftsschocks durch Coronavirus-Pandemie

Die Wirtschaftsschocks durch die Coronavirus-Pandemie werden analysiert, wobei ökonomische und Strukturwandelsimpulse dargestellt werden – auch im Vergleich zur Transatlantischen Bankenkrise 2008/09. Die Rolle des internationalen Flugverkehrs, der Autoindustrie und im internationalen Tourismussektors der OECD-Länder werden thematisiert: letzterer als Schlüsselelement der Corona-Krise. Zudem wird auf verzerrende Darstellung in den Medien und Google-Auswertungen sowie Finanzmarktinstabilitätsprobleme hingewiesen.

Paul J. J. Welfens

19. Perspektiven der Euro-Krise 2 und mangelnde politische Kohärenz in der EU

Die besonderen Herausforderungen einer möglichen Eurokrise2 und einer Italien-Krise werden dargestellt und einige Italien-bezogene Kritikpunkte thematisiert. Gemeinschafts-Anleihen mit Teilbesicherung in Höhe von 55 % (Joint Euro Bonds, JEBs) werden als probates Mittel zur Verhinderung einer Eurokrise2 vorgestellt, zudem die Gründung eines JEBsFonds – außerhalb der EU – durch die 19 Euro-Mitgliedsländer. Internationale ökonomische Interdependenzaspekte werden analysiert; zudem auch Umfrageergebnisse zur Einstellung der Bevölkerung in EU-Ländern mit Blick auf prioritäre EU-Aufgaben. Auch die Rolle multinationaler Unternehmen sowie Wechselkurseffekte in Kontext der Corona-Schocks werden dargelegt.

Paul J. J. Welfens

20. Gesundheits- und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen

Gesundheits- und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen werden für die USA und EU-Länder gezogen, insbesondere auch für Italien mit seiner epidemiologisch gefährlichen Regionalregierung in der Lombardei, die Covid-19-Erkrankte in Altersheimen zur Gesundung unterbrachte – lebensgefährlich. Die besonderen Herausforderungen für Reformen des in Teilbereichen ineffizienten US-Gesundheitssystems werden thematisiert. Als kritisch aus wirtschaftspolitischer Sicht wird die enorme Erhöhung der Schuldenquoten vieler OECD-Länder, inklusive USA und Italien, eingestuft. Zudem wird eine angebotsbeschränkte Fiskalpolitik befürwortet.

Paul J. J. Welfens

Kapitel 17. Kennzahlenbasierte Unternehmenssteuerung

„Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts und Datenanalyse ist der Verbrennungsmotor dazu“. Dieses Zitat stammt von Peter Sondergaard, Senior Vice President des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner. Und es bringt die große Herausforderung gerade auch in der Leasingbranche sehr anschaulich auf den Punkt.

Christian Glaser

Kapitel 10. M

Der Mahnstufenindex ergibt sich als Quotient aus dem Volumen oder der Anzahl an Kunden in Mahnstufe gemessen am Gesamtbestand.

Christian Glaser

Kapitel 2. Definitorische Grundlagen

In einem ersten Schritt sollen die Grundlagen für den weiteren Verlauf der Arbeit gelegt werden. Um eine einheitliche Basis zu gewährleisten und einen ersten Rahmen zu schaffen, werden in den folgenden Kapiteln wichtige Modelle sowie Begrifflichkeiten kurz erläutert und konkretisiert.

Marcus Mursch

5. Wie die Nachhaltigkeitslogik und neue Deutungsmuster das Feld der Banken strukturieren und stabilisieren

In diesem Beitrag nutzen wir drei verschiedene Forschungsperspektiven, um aufzuzeigen, ob und wie Nachhaltigkeit im Bankwesen zu einer Stabilisierung des Finanzmarkts beitragen kann. Dazu analysieren wir das Bankwesen unter anderem auf Basis von diskursiven Interviews, die wir mit Vertreter/innen deutscher Banken geführt haben. In der ersten Analyse rekonstruieren wir die institutionellen Logiken im Feld der Banken. Die Charakterisierung einer nachhaltigkeitsbasierten Bankenlogik liefert uns Anhaltspunkte, wie das nachhaltige Bankwesen zu einem resilienten Finanzmarkt führen kann. Unsere zweite Analyse dient der Identifikation von Deutungsmustern bei Banken. Die drei von uns herausgearbeiteten Deutungsmuster – Abgrenzung von ‚schlechten‘ Banken, Rolle der Banken in der Gesellschaft und ‚richtige‘ Rendite – verweisen auf Problemdeutungen sowie darauf, welches Potential sich daraus im Hinblick auf eine Stabilisierung des Finanzmarkts ergibt. Die dritte Analyse ist eine Clusterung der Interviewpassagen, die die stabilisierende Wirkung von Nachhaltigkeit im Bankwesen thematisieren. Die vier dort unterschiedenen Perspektiven auf die potentielle Stabilitätswirkung von Nachhaltigkeit deuten an, welchen Beitrag ein nachhaltiges Bankwesen zu einem resilienten Finanzmarkt leisten kann.

Gesa Griese, Sebastian Nagel, Stefanie Hiß

Kapitel 2. Die Landschaft des nachhaltigen Finanzmarkts – ein Vorschlag zur Kartierung

In den letzten Jahren hat sich die Landschaft des nachhaltigen Finanzmarkts signifikant gewandelt. Entwicklungen auf internationaler Ebene, insbesondere die Verabschiedung der Agenda 2030 und der Sustainable Development Goals sowie das Pariser Klimaabkommen, haben nicht nur das Thema Klimakrise in den Fokus internationaler Debatten gerückt, sondern auch die Überzeugung wachsen lassen, dass eine Transformation hin zu einer dekarbonisierten Wirtschaft auch auf einen Finanzmarkt angewiesen ist, der eine nachhaltige Wirtschaftsweise befördert und auch selbst nachhaltiger wird. Im Zuge dieser Entwicklungen hat sich der nachhaltige Finanzmarkt sehr dynamisch entwickelt und zunehmend ausdifferenziert: Auf allen Ebenen (international, europäisch, national) sind vielfältige Akteur/innen und Initiativen zu beobachten, die um die zukünftige Ausgestaltung des nachhaltigen Finanzmarkts ringen. In diesem Beitrag unterbreite ich einen Vorschlag zur Kartierung dieses bunten und unübersichtlichen Feldes. Ausgehend von der Fragestellung Welches Verhältnis zu Geld ist für die Akteur/innen handlungsleitend? spanne ich ein Kontinuum an idealtypischen Handlungsorientierungen zwischen Geld als Selbstzweck und Geld als Mittel zum Zweck auf. Die jeweilige Ausprägung dieser Handlungsorientierungen kann sich in unterschiedlichen Wirkungskreisen auf Geld realisieren, von denen ich – ebenfalls wieder idealtypisch – drei unterscheide: A: Geld direkt lenken (eigenes/fremdes), B: Geld indirekt lenken (for-profit/non-profit), C: Geld durch Regulierung lenken (soft/hard law). Diese Wirkungskreise dienen dazu, das heterogene Feld des nachhaltigen Finanzmarkts systematischer erfassen und begreifen zu können. Im zweiten Teil des Beitrags ordne ich relevante Akteur/innen und Initiativen exemplarisch den Wirkungskreisen zu.

Stefanie Hiß

Kapitel 4. Stabilität und Resilienz des Finanzmarkts

Um die Frage beantworten zu können, ob und wie nachhaltiges Investieren zu einer Stabilisierung des Finanzmarkts beziehungsweise zu einer Erhöhung von dessen Resilienz beitragen kann, bieten wir hier eine Übersicht über die Konzepte der Finanzmarktstabilität und der Resilienz des Finanzsystems. Weitgehend entstanden aus den Erfahrungen der Krise von 2007/2008 verstehen beide Konzepte den Finanzmarkt als ein System, das sowohl exogenen als auch endogenen Risiken ausgesetzt ist, die die Funktionsfähigkeit des Finanzmarkts gefährden können. Während Finanzmarktstabilität eng mit dem Auftreten und Verringern systemischer Risiken verknüpft ist, ist Resilienz eher mit der Möglichkeit einer Anpassungs- und Lernfähigkeit des Finanzsystems verbunden. Auf die im finanzpolitischen Diskurs verwendeten Konzepte aufbauend nutzen wir dieses Kapitel zudem dazu, unsere grundlegenden Verständnisse von Stabilität und Resilienz des Finanzmarkts zu erläutern, welche für den vorliegenden Band leitend sind.

Sebastian Nagel

Chapter 10. Der Staat im Wirtschaftskrieg

Im zehnten Kapitel werden die Möglichkeiten von Staaten in einem Wirtschaftskrieg analysiert. Autoritären Staaten fällt es besonders leicht, eigene nationale Unternehmen zu instrumentalisieren, was bereits im Wirtschaftskrieg der Unternehmen beschrieben wurde. Dem Staat sind verschiedene Instrumente aus seiner Gestaltungskraft und seinem Machtmonopol zugänglich. Direkte Mittel, wie zum Beispiel die Geld-, Fiskal- oder Zollpolitik, werden ebenso dargestellt wie indirekte Mittel, insbesondere das extraterritoriale Durchsetzen von Recht oder staatlicher Terrorismus. Drei Beispiele beleuchten derartige Auseinandersetzungen, zwei davon analysieren den Antagonismus in Europa vor und nach dem Ersten Weltkrieg aus ökonomischer Sicht, ein drittes verweist auf die Risiken von Währungskriegen.

Ulrich Blum

A. Amtshaftung

Der gesetzliche Tatbestand des § 839 BGB sowie der des Art. 34 S. 1 GG ist abstrakt weit und zugleich komplex. Dies und die historische Entwicklung bringen es mit sich, dass die Anwendung dieses Haftungsrechts nicht zuletzt vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und damit einhergehender Änderungen im gesetzten Recht außerordentlich erschwert ist.

Peter Itzel, Karin Schwall

B. Weitere wichtige Fallgruppen (alphabetisch geordnet)

Amtshaftungsrecht ist überwiegend Fallrecht. Dementsprechend werden weitere für das Verwaltungshandeln, die anwaltliche Beratungspraxis und die Rechtsprechung wichtige Fallgruppen nachfolgend dargestellt, wobei lediglich die jeweiligen Hauptproblembereiche erläutert werden. Weitere in der Literatur behandelte Haftungsbereiche spielen nach Einschätzung der Verfasser als Praktiker zumindest zur Zeit noch keine so große Rolle, können jedoch in Zukunft deutlich an Relevanz gewinnen.

Peter Itzel, Karin Schwall

B. Zusammenfassung und Ausblick

Das Amts- und Staatshaftungsrecht ist Fallrecht. Aufgrund sich verändernder Lebensverhältnisse,u. a. Zunahme des Einsatzes von Technik und IT-, KI-Verfahren, Gen-Technologie und e-government, den sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen, vor allem der Ausweitung der europarechtlichen Einflüsse, ist dieser Haftungsbereich einer nicht unerheblichen Dynamik ausgesetzt. Neben wohl gesicherten Bereichen (wie z. B. Verkehrssicherung, Beamten-, Baurecht) treten offene Problemfelder in der Vordergrund.

Peter Itzel, Karin Schwall

6. Controlling-Aspekte aus der Perspektive von Basel IV

In den Kap. 2 , 3 und 4 wurden die wesentlichen Inhalte von Basel IV einschließlich ihrer Grundlagen aus Basel II und Basel III dargestellt und daraus zu erwartende Auswirkungen auf Kreditinstitute und KMU abgeleitet. Dabei wurde deutlich, dass das Controlling – bestehend aus dem kybernetischen Kreislauf Planung, Kontrolle, Analyse und Steuerung sowie Information und Kommunikation – bei der Umsetzung und Einführung von Basel IV eine wichtige Rolle spielt. Eng mit dem Controlling verbunden sind sowohl das Risikomanagement, welches als wesentlicher Bestandteil der 2. Säule nach Basel IV (Risikobewusstsein und Risikostrategie) besonders hervorgehoben wird, als auch das betriebliche Finanzmanagement. Zu letztgenanntem bildet insbesondere das Finanzcontrolling insofern eine Schnittstelle, dass es eine Unterstützungsfunktion besitzt und sowohl Planungs- und Kontroll-, als auch Analyse- und Steuerungsaufgaben für das betriebliche Finanzmanagement wahrnimmt, indem es die relevanten Informationen erhebt und zur Entscheidungsgrundlage aufbereitet.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

7. Conclusio mit kritischer Würdigung

In diesem Buch wurde die Weiterentwicklung der Basel III Standards auf die zukünftig geltenden regulatorischen Anforderungen gemäß Basel IV überblicksartig dargestellt und damit verbundene potenzielle Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Kreditinstituten und die Finanzierungsmöglichkeiten von KMU untersucht. Selbiges gilt für die ratingorientierte Ausgestaltung eines betrieblichen Controllings mitsamt eines effektiven Risikomanagementsystems.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

2. Von den Anfängen bis zur Finalisierung von Basel III

Die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht entwickelten Basler Eigenkapitalvorschriften wurden seit ihrer Einführung im Jahr 1988 laufend überarbeitet, erweitert und an die Entwicklungen auf den Finanzmärkten angepasst. So wurde die dritte Basler Eigenkapitalvereinbarung noch einmal deutlich ergänzt und unter der offiziellen Bezeichnung „Basel III Finalisierung“ fertiggestellt. Aufgrund der umfassenden Anpassungen wird für diesen Stand der Basler Eigenkapitalvereinbarung in Praktikerkreisen bereits seit geraumer Zeit auch die Bezeichnung „Basel IV“ verwendet, welche auch in diesem Buch genutzt wird. Alle Versionen der Basler Eigenkapitalvereinbarungen bauen aufeinander auf und zielen vor allem auf das Eigenkapital der Kreditinstitute zur Gewährleistung der Stabilität des Finanzsystems.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

4. Auswirkungen der Anforderungen durch Basel IV auf kleinere und mittlere Unternehmen

Die mit Basel IV geforderte stärkere Risikoorientierung der Kreditinstitute wirkt sich über die Kreditvergabe auf die Kreditnehmer und damit die vorrangig bankfinanzierten KMU aus. Die Regelwerke aus Basel IV betreffen bei KMU hauptsächlich folgende Bereiche:- Kapitalbeschaffung und Finanzierungsalternativen,- erweiterte Informationsanforderungen im Rahmen von Ratingprozessen sowie- die vom Rating und den gestellten Sicherheiten abhängigen Kreditkonditionen und Finanzierungskosten. Besonderswichtige Faktoren sind:- Eigenkapitalquote,- Liquidität sowie- Rentabilität. Basel IV stellt umfangreiche Anforderungen an ein Risikomanagement, welche auch für KMU von Bedeutung sind.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

Chapter 4. Implementation of the MiFID and MiFID II Conduct of Business Rules in the Member States

This chapter investigates the implementation of EU investor protection regulation in the national legal systems of Germany, the Netherlands and the UK. The aim is to show how national legislators have designed the enforcement of the conduct of business rules in these legal systems. A closer look is taken at the financial supervision frameworks in which these rules have been transposed and how these frameworks have evolved. The chapter deals with the financial supervision and administrative enforcement regimes to which the conduct of business rules have been subjected, focusing on the authority responsible for enforcement and the available enforcement and sanctioning tools. Furthermore, the chapter examines the transposition of the MiFID and MiFID II information disclosure duty and suitability rule as well as the levels of (national) legislation over which the implementation has been spread out. In addition, the chapter explores how the relationship between the conduct of business rules and redress is shaped within national financial supervision frameworks. Discussed are the perceived nature of the conduct of business rules and whether the frameworks either confer a cause of action on investors or enable the responsible authority to ensure redress on behalf of investors. It is analysed why retail investors might still prefer to bring a damages action in common law despite the importance of the Financial Ombudsman Service and the ability of the Financial Conduct Authority to secure consumer redress. It is also shown why investors generally depend on national private law for redress in Germany and the Netherlands.

Marnix Wallinga

Kapitel 16. Kryptowährungen – Top oder Flop?

Schon der Bitcoin mit seinen starken Kurssprüngen zog die Menschen in seinen Bann. Aber spätestens seit Facebook mit Libra eine eigene Kryptowährung einführen möchte, sind Kryptowährungen in aller Munde. Gleichzeitig können sich die Wenigsten tatsächlich etwas darunter vorstellen, und die Nennung von Kryptowährung in einem Zug mit Mobile Payments, also einer Zahlungsmethode, verwirrt. Der Beitrag gibt einen Einblick in die Welt der Kryptowährungen, indem er das Wesen einer Kryptowährung und ihre Funktionsweise in einfacher Form erklärt. Anschließend werden die Eigenschaften von Kryptowährungen wie Effizienz, Sicherheit und Autonomie beleuchtet sowie unterschiedliche Ausprägungen von Kryptowährungen, wie z. B. der Stablecoin oder digitales Zentralbankgeld, diskutiert. Der Beitrag schließt mit einer Einschätzung zur zukünftigen Bedeutung von Kryptowährungen.

Monika Wohlmann

Kapitel 6. Legitimierung der europäischen Integration als Bedingung für politische Nachhaltigkeit

Entgegen dem von verschiedenen Medien unterstützten Eindruck – verstärkt durch die Eurokrise 2011 und das Brexit-Votum 2016 –, dass sich die Europäische Union in einer Dauerkrise befindet, hat die Union im letzten Jahrzehnt bemerkenswerte institutionelle Fortschritte erzielt. Dies betrifft sowohl die wirtschaftspolitische Koordination als auch weitere staatstragende Funktionen wie Außenpolitik, Migration und Umweltpolitik, die Errichtung neuer Institutionen wie des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM und die Ausweitung der Kompetenzen von EU-Kommission und Europäischem Parlament. Gerade im Europäischen Parlament zeigt sich eine Verbreiterung und Verlagerung des politischen Diskurses von den Mitgliedstaaten hin zu staatsübergreifenden Parteiengruppierungen. Die Herausforderung für die neuen politischen Entscheidungsträger der Europäischen Union wird es sein, diesen Diskurs verstärkt in den Bevölkerungen zu führen, um den Kompetenzzuwachs der Union durch einen entsprechenden Legitimitätszuwachs zu untermauern.

Michael Clauss

12. Kanada, die Vereinigten Staaten und die Eurozone: Auswirkungen auf die US-Reformen

In diesem Kapitel werden ausgewählte sozialpolitische Maßnahmen in Kanada und der Eurozone betrachtet und mit den USA verglichen. Daraus lassen sich mehrere Politikoptionen für US-Reformen ableiten. Darüber hinaus können Schlussfolgerungen in Bezug auf die Handels- und Wirtschaftspolitik der USA gezogen werden. Es wird betont, wie wichtig die Reform der EU27 – post-BREXIT – ist, da sonst die Weltwirtschaft durch die Dominanz der USA und Chinas geprägt wird; und keine signifikanten externen Impulse für eine soziale Marktwirtschaft in den USA eine Rolle spielen würden. Die Gefahr eines strukturellen US-Populismus wird betont. Ohne institutionelle Stabilisierung in der westlichen Welt wird die Weltwirtschaft in ein neues Großmächteregime zurückfallen, das an das 19. Jahrhundert erinnert – mit den USA und China an der Spitze.

Paul J. J. Welfens

10. Schlussfolgerungen für internationale Organisationen

Dieses Kapitel befasst sich mit den wichtigsten Schlussfolgerungen für internationale Organisationen in dieser neuen Ära des US-Populismus und des Aufstiegs Chinas. Die entscheidende Rolle der internationalen Organisationen für Handel, Investitionsströme und regionalen sowie globalen Wohlstand wird hervorgehoben. Darüber hinaus wird ein Schwerpunkt auf die destabilisierenden Auswirkungen nicht nur des neuen internationalen Politikansatzes der Trump-Administration – und der Betonung des Bilateralismus – gelegt, sondern auch auf die entscheidenden Auswirkungen des britischen Brexit-Prozesses und die damit offensichtlich verbundenen Herausforderungen für die EU und Asien. Da die USA in den meisten internationalen Organisationen, die für die Globalisierung relevant sind, eine sehr große Rolle spielen, gibt es viele negative Auswirkungen, die in einer analytischen Perspektive betrachtet werden müssen.

Paul J. J. Welfens

Kapitel 3. Grundlagen und Begriffe

In den vorstehenden Kapiteln wurden die allgemeinen und gesetzlichen Rahmenbedingungen dargelegt, um eine Einordnung der Geldwäsche sowie der Terrorismusfinanzierung zu ermöglichen und dadurch ein Grundverständnis für das Thema zu schaffen. Bevor die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen im Einzelnen beleuchtet werden, gilt es die im Geldwäschegesetz verwendeten Begriffe zu erläutern. Die verwendete Terminologie ist wesentliche Grundlage für das weitere Verständnis der Materie sowie der für Güterhändler resultierenden Pflichten. Die nachfolgenden Definitionen sollen vor allem eine Abgrenzung der im Alltag verwendeten Begriffe von der geldwäscherechtlichen Auslegung und Interpretation ermöglichen. Die juristische Sprache des Geldwäschegesetzes wird so in die Praxis transportiert und die Anwendung erleichtert.

Olaf Bausch

Kapitel 3. Eine US-amerikanische Zivilgesellschaft?

Aller Anfang ist vermittelt, das ist sicher. Wir könnten also beim Thema „amerikanische Zivilgesellschaft“ mit den Puritanern des 17. Jahrhunderts anfangen und deren „Hexenverbrennungen“ im Jargon unserer Zeit als „gross violations of human rights“ – als schwere Menschenrechtsverletzungen – brandmarken. Aber wir wollen dies lieber als koloniale Vorgeschichte der USA betrachten und somit dem Dunkel der Geschichte nicht entreißen.

Jakob Schissler

2. Wertorientierte Unternehmensführung

Wie auch in Kap. 1 gilt hier, dass zunächst nur ein Überblick gegeben wird, der auf der existierenden Literatur basiert. Details, besonders zu den Berechnungen, folgen dann später, wenn wir uns mit den Beispielunternehmen beschäftigen und mit dessen Zahlen das Beteiligungscontrolling und die Bewertung Schritt für Schritt und mit entsprechendem Tiefgang durchsprechen.Die wertorientierte Unternehmensführung ist schon seit einigen Jahren bekannt und hatte sicherlich schon einmal einen Höhepunkt erreicht. Dann wurde aber zunehmend auch Kritik laut, dass es nicht sein kann, alles in einer Unternehmung der Wertsteigerung für den „Shareholder“ zu unterwerfen, sondern es seien primär das ganze Umfeld, also die „Stakeholder“ (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und u. a. Anteilseigner etc.) zu berücksichtigen.Ich persönlich bin sicherlich ein Anhänger von Wertsteigerungsmanagement, allerdings haben wir auch in der deutschen Wirtschaft (wie immer) entsprechende Übertreibungen gesehen und somit hat dieser Managementansatz derzeit leider einen negativen Beigeschmack.

Bernd Heesen

5. Erfolgskriterien aus Sicht der Bank

Im Folgenden beschreibt Christian Kreiß, Studiendekan des Masterstudiengangs Industrial Management und Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Investition und Finanzierung an der Hochschule Aalen, die Erfolgskriterien eines Business-/Geschäftsplans aus Sicht eines Kreditinstitutes. Christian Kreiß war knapp zehn Jahre lang überwiegend im Kreditbereich Firmenkunden von Banken tätig, zuletzt als Leiter der IPO-Stelle bei dem Bankhaus Reuschel (heute DONNER & REUSCHEL Aktiengesellschaft). Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit dort war die kritische Beurteilung von Business- und Geschäftsplänen hinsichtlich Kreditwürdigkeit, der Möglichkeit, Eigenkapital einzuwerben und der Beurteilung der Börsenfähigkeit. Unterstützt wurde Christian Kreiß bei diesem Kapitel von Florian Wiesbauer, Masterabsolvent und Unternehmensnachfolger der Wiesbauer GmbH & Co. KG, Bietigheim-Bissingen.

Anna Nagl

Geldpolitik

Mit der Einführung des Euro ging die Aufgabe der Währungssicherung von der Deutschen Bundesbank auf das Eurosystem über, das aus der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt und den Zentralbanken der Länder besteht, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben. Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist nach dem Maastrichter Vertrag, die Preisstabilität zu gewährleisten. Soweit es ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das Eurosystem die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft. Das Eurosystem ist auf das Hauptziel der Geldwertstabilität verpflichtet.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs, Marion Leuenroth

Demokratie und Anomie: Profile, Ursachen und Effekte einer fundamentalen Herausforderung in der empirischen Synopse

Der Beitrag bilanziert die Befunde der zwölf Fallstudien und analysiert, inwieweit sich diese in einen systematischen Gesamtzusammenhang stellen lassen. Dabei zeigt sich, dass Anomie eine potenziell vielgestaltige, inhaltliche Dimensionen und systemische Handlungsebenen überschreitende Herausforderung der Demokratie darstellt, ihr Gefährdungspotenzial jedoch variiert: Neben vereinzelten fundamentalen Bedrohungsszenarien sind auch Fälle zu konstatieren, in denen anomische Entwicklungen einen Nutzen für die Performanz demokratischer Gemeinwesen aufweisen, weil sie Lerneffekte bewirken.

Martin Sebaldt, Verena Ibscher, Luis Illan

Anomie durch Fehlsteuerung? Planungsgrundsätze und Effekte der europäischen Finanzpolitik im Gefolge der Schuldenkrise

Der Beitrag unternimmt den Versuch, am Fall der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise Anomien, also Zustände systematischen Normen- und Ordnungsverlusts, in der Finanzpolitik zu identifizieren. Dazu werden für ausgewählte Politikfelder der europäischen Finanzmarkt- und Haushaltspolitik evidente Regelungslücken aufgesucht und den politischen Maßnahmen zur Überwindung dieser Defizite gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass Regelungsdefizite nun teilweise von Übersteuerung abgelöst werden und hierarchische Fremdsteuerung dafür anfälliger ist als Gegenstände der Selbstkoordination.

Maximilian Grasl

Moral an die Börse?

Finanzskandale, feindliche Übernahmen und großzügige Zahlungen an Manager in Finanzinstitutionen haben in der Öffentlichkeit Empörung hervorgerufen. Funktionsdefizite der Finanzmärkte können jedoch nur durch politische Regulierung, ethische Strukturierung der globalen Finanzmärkte und durch die beiden zentralen Prinzipien Stabilität und Partizipation beseitigt werden.

Friedhelm Hengsbach

„Dieses Mal ist alles anders“?

Umsteuern zu einer regelethischen Reflexion

Nach der Technologieblase gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts und der folgenden Finanzkrise im Jahr 2000 hatten renommierte Banker eingestanden, dass sie alle Fehler gemacht und nicht mit einem so abrupten Absturz der Börsenkurse gerechnet hätten. Die Bevölkerung hatte sich damals über die Gier und die maßlosen Gehaltsanhebungen der Manager empört.

Friedhelm Hengsbach

Bauwirtschaftslehre – Grundlagen

Die Bauwirtschaftslehre als spezielle Betriebswirtschaftslehre ist Grundlage des wirtschaftlichen Handelns der am Planen, Bauen und Betreiben von Bauten und Anlagen Beteiligten. Lange sehr stark auf die Technik fokussiert, werden heute professionell ausgerichtete bauwirtschaftliche Funktionen und Prozesse als entscheidende Erfolgsfaktoren in den Unternehmen akzeptiert und angenommen. Zunächst werden die Grundbegriffe der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaftslehre erläutert. Dazu zählen Begriffe wie Markt, Angebot und Nachfrage, Kosten, Rentabilität, Konjunktur und Tarifrecht. In der Unternehmensrechnung sowie der Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung werden die Grundlagen zur Erfassung, Darstellung, Auswertung und Überwachung aller Geld- und Güterströme in (Bau-)Unternehmen vermittelt. Im Kapitel Unternehmensfinanzierung werden schließlich die Ziele und Einflussfaktoren der Finanzierung eines Unternehmens sowie alternative Finanzierungsformen dargestellt.

Claus Jürgen Diederichs, Alexander Malkwitz, Ayosha Aghazadeh

Politisches Framing — sprachbezogene Kompetenzentwicklung im Politikunterricht

Eine relevante und höchst aktuelle Überschneidung fachübergreifender und fachspezifischer sprachlicher Phänomene hat Elisabeth Wehling mit ihrem 2016 erschienenen Buch „Politisches Framing“ einer breiten Öffentlichkeit, die weit über fachwissenschaftliche Kreise hinaus geht, dargelegt. Wehling erläutert darin an zahlreichen Beispielen, dass in politischen Debatten und für ihre Wirkung nicht zuerst die vorgetragenen Fakten entscheidend sind, sondern gedankliche Deutungsrahmen — in den Kognitionswissenschaften Frames genannt — die den Fakten eine Bedeutung verleihen. Informationen werden demnach in Relation zu Erfahrungen und Vorwissen als relevant oder irrelevant eingeordnet sowie durch Frames bewertet und interpretiert. Dadurch beeinflussen Frames — häufig unbewusst — Denken und Handeln. (Wehling, S. 17 ff.) Eine Auseinandersetzung mit den von Wehling dargelegten Erkenntnissen im Rahmen des Politikunterrichts ermöglicht die Entwicklung und Förderung von sprachlicher und fachlicher Kompetenz. Dieser Beitrag fasst die von Wehling dargelegten Erkenntnisse zusammen und erläutert das didaktische Potenzial des Themas Politisches Framing anhand kompetenzbezogener Aufgaben für den Politikunterricht.

Max Droll

3. Rechtlicher Hintergrund

Um die in Kapitel 2.2 beschriebenen Ziele zu erfüllen, muss die Bankenaufsicht einen ausreichenden Überblick und Einblick über/in die Struktur, die Geschäfte und die Risiko- und Ertragslage haben. Grundlage hierfür sind einerseits die in der folgenden Box 3.1 dargestellten, wichtigsten Anzeige- und Vorlagepflichten von Finanzdienstleistungsinstituten und Wertpapierhandelsbanken.

Christian Glaser

8. Glossar

Advanced Measurement Approach (fortgeschrittener Ansatz zur Messung der operationellen Risiken)

Christian Glaser

2. Einordnung von Sonderprüfungen in den Wirkungskreis der Bankenaufsicht

Für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute bilden insbesondere das Kreditwesengesetz (KWG), aber auch weitere Gesetze, Verordnungen, Rundschreiben und Meldepflichten den engen gesetzlichen Rahmen. Außerdem muss ein Institut – im Gegensatz zu vielen anderen Branchen – vor Aufnahme seiner Tätigkeit bereits die ausdrückliche Erlaubnis hierfür bei der BaFin einholen. Die Lizenz kann bei gravierenden Verstößen auch wieder entzogen werden.

Christian Glaser

5. Idealtypischer Ablauf einer Sonderprüfung

Der zeitliche Ablauf einer Sonderprüfung kann je nach Prüfer, Inhalt und auch je nach Intensität abweichen. Trotzdem finden sich die einzelnen, in Abb. 5.1 dargestellten Phasen in jeder und die zeitliche Verteilung in den meisten Sonderprüfungen. Nach einer Darstellung der typischen Prozessschritte einer Sonderprüfung zu Beginn dieses Kapitels werden in den Kapiteln 5.5. bis 5.7. häufige Prüfungsschwerpunkte aus den Bereichen MaRisk, Geldwäscheprävention und IT dargestellt, ehe in Kapitel 5.8. ausgewählte MaRisk-Fokusbereiche umfassender behandelt werden.

Christian Glaser

4. Hinweise zur Prüfungsvorbereitung

Wie in den vorherigen Kapiteln bereits dargestellt wurde, wird irgendwann jedes Institut im Rahmen einer Sonderprüfung geprüft. Bankgeschäftliche Prüfungen haben – mit Ausnahme von Prüfungen aufgrund unerlaubter Geschäfte gemäß § 44c KWG – typischerweise bereits einen längeren Planungsvorlauf hinter sich, wenn die Prüfungsanordnung beim Institut eingeht.

Christian Glaser

7. Die Kerninhalte des Buchs - in zehn Minuten zusammengefasst

Im Gegensatz zu den bedeutenden Instituten, die in der Regel eine Bilanzsumme von über 30 Mrd. Euro aufweisen und direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt werden, liegt die direkte Aufsicht über die weniger bedeutenden Institute (LSIs) weiterhin bei den nationalen Aufsichtsbehörden.

Christian Glaser

6. Nachbereitung der Sonderprüfung

Ebenso wichtig wie eine gute Vorbereitung auf eine Sonderprüfung und ein koordinierter Verlauf ebendieser, ist es, sich im Nachgang mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen und die Feststellungen möglichst schnell und zielgerichtet abzuarbeiten. Auch für den Abschlussbericht mit den Ergebnissen sowie das Follow-Up der Feststellungen gibt es klar geregelte aufsichtsrechtliche Vorgaben und Standardisierungen.

Christian Glaser

11. Immobilienfinanzierung und Finanzmarktstabilität

Der Erwerb eines Eigenheims ist die finanziell anspruchsvollste und folgenreichste Entscheidung im Leben der meisten Bürgerinnen und Bürger. Der Kaufpreis einer Immobilie übersteigt das verfügbare Eigenkapital in der Regel um ein Vielfaches. Zur Finanzierung ist deshalb die Aufnahme eines Hypothekendarlehens erforderlich. Die daraus resultierenden finanziellen Verpflichtungen bestehen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten fort. Während dieser Zeit muss das Haushaltseinkommen stets hoch genug sein, um die Kreditraten bedienen zu können und trotzdem genügend Geld „zum Leben“ zu haben. Einkommen und Vermögen sind jedoch innerhalb der Marktwirtschaft ungleichmäßig verteilt, sodass nicht jeder Haushalt der finanziellen Belastung des Wohneigentumserwerbs gewachsen ist. Werden Immobilienkredite auf breiter Front zu leichtfertig vergeben, können finanzierende Banken in Schieflage geraten und die Finanzmarktstabilität gefährdet sein.

Oliver Lerbs

Desiderata und zukünftige Forchungsaufgaben

Erstens und grundsätzlich besteht selbstverständlich ein Desideratum darin, die Dimensionen Föderalismus, Konstitutionalisierung und Eigenständigkeit einer EU-Sportpolitik (wenngleich keine „Politik“ im Sinne einer gemeinsamen Politik der Union vorliegt) weiter zu erforschen. Diese Dimensionen sind in der vorliegenden Untersuchung (sei es in der Dissertation 2016 oder im Nachtrag 2018) derart oft angesprochen worden, dass im vorliegenden Abschnitt nicht weiter darauf einzugehen ist, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist. Wie oben dargestellt (VIII.2.2, „Rückkoppelung auf die drei Forschungsfragen“) bestätigt eine Analyse des Materials aus den Jahren 2016-18, dass die bereits festgestellte sportpolitische Rollenverteilung zwischen Union und Mitgliedstaaten weiterhin Bestand hatte und hat.

Jacob Kornbeck

Forschung und theoretische Rahmung

In Forschungspublikationen dient der Literaturbericht dazu, einen angemessenen (d.h. selektiven statt vollständigen) Auszug (digest) aus der für das zu behandelnde Thema relevanten bereits vorliegenden Fachliteratur vorzulegen, mit dem Ziel, dadurch die zu untersuchende Fragestellung zu untermauern (Yegidis & Weinbach, 2005, S. 47). Bei der Dissertation – egal ob in monographischem oder kumulativem Format erstellt und vorgelegt – muss sich diese glaubhaft-machende Funktion naturgemäß verstärken, nicht zuletzt da die Dissertation nicht bloß interessante, nützliche Einblicke ins ein gegebenes Thema zu vermitteln, sondern ebenfalls doktorale Kompetenz zu demonstrieren hat.

Jacob Kornbeck

Kapitel 5. Kritischer Vergleich der Abbildung von Leasingverhältnissen aus der Sicht der abschlusserstellenden Unternehmen

Während im vorangegangenen Kapitel die Abbildung von Leasingverhältnissen aus der Perspektive der Abschlussadressaten beurteilt wurde, soll im Rahmen dieses Kapitels der Fokus auf die bilanzierenden Unternehmen als Anwender der Vorschriften gelegt werden. Dabei soll in Gliederungspunkt 2 kritisch untersucht werden, inwieweit die IFRS und die handelsrechtliche Rechnungslegung den bilanzierenden Unternehmen einen zielgerichteten Einsatz jahresabschlusspolitischer Aktionsparameter im Rahmen der Leasingbilanzierung ermöglichen.

Katrin Lazarz

Kapitel 18: Materiell-rechtliche Übertragungsmechanismen

Es hat sich gezeigt, dass Verfassungsgerichte grundsätzlich Kontrolle gegenüber rechtsordnungsfremden inter- und supranationalen Normen ausüben sollten, um die Beachtung konstitutionalistischer Prinzipien sicherzustellen. Andererseits haben wir auch gesehen, dass von der Ausübung einer solchen Kontrolle gewisse Risiken ausgehen. Sie kann die Funktionsfähigkeit institutionalisierter inter- und supranationaler Kooperation beeinträchtigen und die prekäre Legitimität inter- und supranationaler Institutionen beschädigen. Sie beeinträchtigt die einheitliche Anwendung des inter- und supranationalen Rechts, sobald und soweit nationale Verfassungsgerichte unterschiedliche Kontrollmaßstäbe verwenden. Deshalb erscheint es sinnvoll, wenn inter- und supranationale Verfassungsgerichte die Beachtung konstitutionalistischer Prinzipien gewährleisten und nationale Verfassungsgerichte sich auf eine subsidiäre Kontrolle beschränken können.

Andrej Lang

5. Neue Ansätze im internationalen Firmenkundengeschäft

Neue Ansätze im internationalen Firmenkundengeschäft erfordern auch einen Blick in Richtung Kundennutzen und Kundenwünsche. Der Einstieg in Kap. 5 zeigt auf, dass Banken ihr Beratungskonzept verändern müssen. Die Unternehmen erwarten nicht nur ein Angebot an klassischen Produkten und Dienstleistungen, sondern auch, dass die Bank als Ratgeber im internationalen Geschäft fungieren sollte. Hierzu bedarf es umfangreicher Kompetenzen seitens der Firmenkundenbetreuer (individuelle Handlungskompetenz) und die Beachtung der Ziele in der Kundenbetreuung. Im weiteren Verlauf gibt das Kapitel einen kurzen Überblick über das Leistungsangebot der führenden Universalbanken und Kreditinstitute mit ihren Verbundpartnern. Im letzten Abschnitt wird dann Bezug genommen auf ein neues CRM-System im Auslandsgeschäft, wobei zunächst die Instrumente vorgestellt werden, danach erfolgen organisatorische Hinweise bis zu den notwendigen Schritten einer Implementierung der Systeme.

Henning Kehr, Jörg Michael Gummersbach

8. Risiko-Messung und Kreditrisiko-Management

In diesem Kapitel 8 werden wir – ebenfalls wieder nur in den Grundzügen – die wesentlichsten Risiko-Maße für Finanzprodukte und Finanz-Portfolios, den „Value at Risk (VAR)“ und den „Conditional-Value at Risk (C-VAR)“, der auch als „Expected Shortfall“ bezeichnet wird, kennenlernen.

Gerhard Larcher

3. Prototypische Umsetzung einer BI-basierten Reporting-Anwendung und eines Prüfungsansatzes

Das vorliegende Kapitel widmet sich zweier ausgewählter prototypischer Umsetzungen, um den aktuellen Anforderungen an die Nutzung risikorelevanter Daten zu begegnen. Abschn. 3.1 präsentiert eine Reporting-Anwendung zur Früherkennung und automatisierten Klassifizierung von Bonitätsrisiken für Einzelkunden und Portfolien. Ein Ansatz zur Ermittlung des Umsetzungsstandes einer Risikoreporting-Anwendung gemäß BCBS #239/MaRisk AT 4.3.4 ist Gegenstand von Abschn. 3.2.

Uwe Rudolf Fingerlos, Guido Golla, Alexander Pastwa, Peter Gluchowski, Roland Gabriel

1. Einführung in das Reporting von Risikodaten

Die Bedeutung von Daten als wichtige unternehmerische Ressource bekommt mit Schlagworten wie „Big Data“, „Industrie 4.0“ oder „Digitale Transformation“ neuen Auftrieb. Insbesondere durch die Digitalisierung der Industrie steigt die Menge an jährlich erzeugten Daten in Unternehmen ständig weiter an (vgl. Voigt und Seidel 2016).

Uwe Rudolf Fingerlos, Guido Golla, Alexander Pastwa, Peter Gluchowski, Roland Gabriel

Kapitel 4. Wesentliche Entwicklungen im Betrachtungszeitraum

Nachfolgend sollen die relevanten Entwicklungen für den Betrachtungszeitraum dieser Analyse von 2008 bis 2017 dargestellt werden. Er umfasst daher zum einen die übergeordnete, volkswirtschaftliche Entwicklung nach der Finanzkrise sowie zum anderen deren Folgen. Dies sind namentlich die Adjustierung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank in der Eurozone und die einhergehende Zinsentwicklung und darüber hinaus die regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die Organisation der Leistungserbringung von Instituten.

Robert Conrad

Geldpolitik

Preisstabilität wird definiert als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter, aber nahe bei 2 % gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend der Definition muss Preisstabilität dabei mittelfristig gewährleistet sein.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kapitel 8. Internationale Finanzmärkte

Die Finanzkrise führte zur schlimmsten Depression seit 1929. Nur durch massive Konjunkturprogramme konnte Schlimmeres verhindert werden. Hier kam die keynesianische Theorie zur Anwendung.

Christian A. Conrad

Kapitel 3. Ansätze zur Digitalisierung des Controllings

Um noch effizienter, effektiver und schneller das Management unterstützen zu können, sollte das strategische Controlling die drei Ausprägungen der Digitalisierung nutzen. Sie haben Auswirkungen auf die Erledigung strategischer Controlling-Aufgaben – oder etwas konkreter – auf die Wahrnehmung der Aktivitäten im Rahmen der Controlling-Prozesse, auf anzuwendende Controlling-Instrumente sowie generell auf die Gestaltung der Steuerungssysteme. Insgesamt können sieben Ansätze zur Digitalisierung im strategischen Controlling ausgemacht werden.

Stephan Abée, Silvio Andrae, Ralf B. Schlemminger

3. Finanzcontrolling

Die Finanzlage ist von existenzieller Bedeutung für Unternehmen; Illiquidität als Extrem zieht Insolvenz und Konkurs nach sich. Daher muss im Finanzbereich statt Improvisation und Reaktion informatorisch gut unterlegtes und geplantes Handeln vorherrschen (Hahn und Hungenberg 2001, S. 616). Die finanzielle Führung von Unternehmen ist eine komplexe Gesamtaufgabe und umfasst folgende Teilaufgaben (Hahn und Hungenberg 2001, S. 616–646; Horváth et al. 2015, S. 411–415; Lachnit 2001, Sp. 887–889; Perridon et al. 2016, S. 720–765):

Stefan Müller, Sarah Müller

Kapitel 3. Der Brexit und seine Folgen

Der Brexit hat das Vereinigte Königreich in eine mehrfache Verfassungskrise gestürzt. Der Zusammenhalt der Viervölker-Monarchie (Engländer, Schotten, Waliser, Iren) bröckelt. Die Machtbalance der vier Machtzentren – Volk, Parlament, Regierung und Krone – ist gestört. Johnson hat aus der Konservativen Partei eine Partei radikaler englischer Nationalisten gemacht. Die Frage nach der englischen Identität ist ein wesentlicher Auslöser des Brexit. Die britische Wirtschaft ist nicht katastrophal abgestürzt, wie das voreilige Remainer 2016 prophezeit haben. Aber sie zeigt deutliche Krisensymptome: Investitionen sacken ab, die Währung verliert an Wert. Wie eine künftige nationale Politik in den Politikbereichen aussehen soll, in denen der Brexit Kompetenzen nach London zurückverlagert, ist völlig ungeklärt – ebenso wie das künftige Verhältnis zur EU. Hier wird es Konflikte geben. Die Aussichten auf neue Handelschancen jenseits der EU sind dürr.

Rudolf G. Adam, Gill Mertens

Der Euro und die Europawahl 2019: Wie die großen europäischen Parteienfamilien die Eurozone reformieren wollen, und warum

Der Euro ist Symbol und Instrument des europäischen Integrationsprozesses. An der Ausgestaltung der Eurozone wird sich der Erfolg der Europäischen Union mitentscheiden. Dieser Beitrag diskutiert sowohl Herausforderungen der Eurozone als auch Lösungsvorschläge, formuliert von zentralen Fraktionen im Europäischen Parlament. Deutlich wird, dass sich die Mitte des politischen Spektrums uneinig über die Balance zwischen europäischer Risikoteilung und nationaler Verantwortlichkeit ist. Zukünftig wird entscheidend sein, in wirtschaftspolitischen Reformen europäische Solidarität mit dem Prinzip der Subsidiarität zu vereinbaren.

Sebastian Heidebrecht

15. Finanzierung von Unternehmen der lokalen Ökonomie - Hemmnisse und Möglichkeiten

Die Finanzierung stellt Unternehmen im Kontext der lokalen Ökonomie häufig vor Herausforderungen, etwa aufgrund fehlender Bonität oder aufgrund ungewöhnlicher Geschäftsideen. Dieser Beitrag zielt – mit Beispielen unterlegt – darauf ab bestehende Hemmnisse bei der Fremdfinanzierung lokaler Unternehmen aufzuzeigen und Möglichkeiten zu nennen, um diese zu umgehen. Aufbauend auf der Darstellung der Unternehmensfinanzierung in Deutschland, werden die klassische Bankfinanzierung sowie alternative Finanzierungsformen (Mikrokredite und Crowdfunding) vorgestellt und deren Vor- und Nachteile für die lokale Ökonomie diskutiert.

Franz Flögel, Kerstin Meyer, Dajana Schlieter

Kapitel 13. Arbeitsrecht

Das Hongkonger Arbeitsrecht ist sehr arbeitgeberfreundlich, was sich nicht nur im Arbeitsrecht selbst wiederfindet, sondern sich auch durch die gesamte Hongkonger Gesellschaft sieht. Da es Arbeitgebern sehr einfach ist, neue Mitarbeiter anzustellen und diese auch wieder zu entlassen, findet sich dies auch spiegelbildlich aufseiten der Arbeitnehmer wieder. Da die Arbeitnehmer wissen, dass sie im Zweifel schnell wieder entlassen werden können, sind die Mitarbeiter in der Regel wesentlich weniger loyal zu dem Arbeitgeber als zum Beispiel in Deutschland oder in anderen Ländern, in welchen der Arbeitnehmerschutz wesentlich stärker ausgeprägt ist. Es ist von daher nicht ungewöhnlich, dass Mitarbeiter kündigen und sich einem anderen Arbeitgeber zuwenden, nur weil der eine etwas höhere Vergütung anbietet, oder andere Gehaltsbestandteile anbietet, die der jetzige Arbeitgeber so nicht anbietet (Krankenversicherung, Arbeiten von zu Hause, freiwillige Zusatzversicherungen, Schulgeld, etc.). Das Lohnniveau in Hongkong ist wesentlich höher als in Deutschland oder Österreich und liegt ca. 10 % über dem Schweizer Lohnniveau. Hinzu kommt der sehr geringe Einkommenssteuersatz, der dazu führt, dass die meisten Arbeitnehmer überhaupt keine Lohnsteuer zahlen und die maximal bezahlbare Lohnsteuer für gut verdienende Mitarbeiter (ab ca. 300.000 € brutto im Jahr) bei maximal 15 % liegt.

Constantin Frank-Fahle, Florian Leber, Stefan Schmierer

Kapitel 4. Moderne Planung und Budgetierung – eine Diskussion mit der Praxis

Alle Theorien zur modernen Planung bleiben irrelevant, wenn sie nicht den Weg in die Praxis finden. Der abschließende Abschnitt stellt die Expertensicht aus der Praxis dar, die auf einem strukturierten gemeinsamen Telefoninterview basiert. Darin tauschten sich die Autoren mit Dr. Ali Arnaout (Senior Vice President & CFO, AIDA Cruises, und CIO, Costa Group), Nico Köllner (Finance Director, E.ON B2B Solutions), Ingo A. Mueller (Managing Director, Bereichsleitung Group Planning & Controlling Treasury, Commerzbank) sowie Stephan Pierer (Head of Finance, Digital Services Siemens Healthineers) über ihre persönlichen Erfahrungen und Tipps zur modernen Unternehmensplanung aus.

Timo Grund, Prof. Dr. Avo Schönbohm, Khai Tran

Erster Teil: Relevanz der Stiftungsinsolvenz

Auf den ersten Blick wirkt es möglicherweise fast ein wenig befremdlich, wenn man das Rechtsinstitut der Stiftung überhaupt im Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren erwähnt. Bisweilen wird die rechtsfähige Stiftung nach § 80 Abs. 2 S. 1 BGB auch als „Ewigkeitsstiftung“ bezeichnet, da die Stiftung grundsätzlich auf Dauer und ohne festgelegtes Ende errichtet wird. Anders als bei Unternehmen sucht die Befassung mit der Insolvenz einer Stiftung vor dem Hintergrund dieses Ewigkeitsgedankens unweigerlich nach ihrer Berechtigung.

Johannes Weiland

Das außenpolitische Handeln von Angela Merkel in der Griechenlandkrise (2010–2015)

Im vorangegangenen Kapitel ist der Operational Code von Angela Merkel in der Griechenlandkrise analysiert worden. Anschließend wurden auf der Basis der Ergebnisse der Operational Code Analyse die Erwartungen formuliert, die sich aus Angela Merkels Denkbildern für ihre Griechenlandpolitik ergeben. Der dritte Teil der Dissertation setzt sich mit dem tatsächlichen außenpolitischen Handeln der Bundesrepublik auseinander und soll die Forschungsfrage B beantworten.

Danae Ankel

Kapitel 2. Rationale Kreditentscheidungen vor dem Hintergrund der Finanzierungstheorie

Innerhalb der Ökonomie lassen sich normative und deskriptive Strömungen unterscheiden. Der Teil der Wirtschaftswissenschaften, der sich mit dem tatsächlichen Verhalten der Wirtschaftssubjekte beschäftigt, basiert auf der deskriptiven Entscheidungstheorie und ist in erster Linie verhaltenswissenschaftlich geprägt.

Sebastian Heim

17. Handlungsfeld 12: Machtübertragung richtig machen – Krönungsszenarien

Das Handlungsfeld der „Machtübertragung“ beschreibt unterschiedliche Facetten zur formalen Übertragung von Funktionsmacht, die damit im Regelfall auch von einer übergeordneten Instanz als Machtquelle stammen muss.

Thomas Breyer-Mayländer

Herausforderungen der europäischen Finanzindustrie

Europäische Banken befinden sich gegenwärtig in einem präzedenzlosen Struktur- und Kulturwandel mit vielfältigen Ursachen. Maßgeblich geprägt wird dieser Wandel durch den technologischen Fortschritt und die Digitalisierung sowie eine materielle Zwickmühle: In Folge der Finanzkrise haben die nationale und europäische Bankenaufsicht umfassende regulatorische Anforderungen an die Qualität und Substanz der Eigenkapitalbasis, die Liquidität und die Konzernstruktur und -kultur verabschiedet, die zu einer verbesserten Finanzstabilität beitragen sollen. Der aufsichtliche Fokus auf der Kapitalunterlegung und den SREP-Anforderungen ist für die Banken in einem für die Kapitalbeschaffung sehr komplizierten Umfeld, in dem die Ertragssituation vermehrt unter Druck steht und sich Kostenstrukturen – in höchstem Maße auch durch regulatorische Kosten geprägt – als relativ starr darstellen, eine große Herausforderung und stellt eine substanzielle Belastung für die Profitabilitätssituation dar.

Marcus Schenck

SREP – Neues Prüfungskonzept der Bankenaufsicht

Zu den drei Säulen der Europäischen Bankenunion zählte von Beginn an der Einheitliche Bankenaufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism; SSM), innerhalb dessen sich die Beaufsichtigung des europäischen Bankensektors nach einheitlichen Kriterien und Maßstäben vollzieht. Nachdem zuvor die nationalen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung ihrer Banken verantwortlich waren, hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem 04.11.2014 die direkte Aufsicht über die 128 systemrelevanten Institute und Institutsgruppen in Europa übernommen. Dabei wird sie allerdings weiterhin tatkräftig durch die nationalen Aufsichtsbehörden unterstützt.

Hans-Bernd Wolberg

Cui bono? Komplexe Regulierung und ihre Folgen

Aber im Gegensatz zu Schimanski benutzen Aufseher nicht ihre Fäuste, wenn das Aufsichtsgespräch mal nicht läuft.

Andreas Dombret

Die neue Realität des Bankgeschäfts

Beginnen möchte ich mit einem Glückwunsch an die Veranstalter, denn es ist eine große Leistung, eine Veranstaltungsreihe über nun 19 Jahre erfolgreich zu halten und immer wieder aufs Neue spannende Themen zu identifizieren. Auf der anderen Seite machen es die deutsche Kreditwirtschaft sowie die deutschen und europäischen Aufseher den Organisatoren einfach, immer wieder neue Themen zu finden. Bei Kreditinstituten passiert immer wieder etwas, werden neue Strategien entwickelt, und wenn einmal nichts passieren sollte, dann liefern die verschiedenen Aufsichtsbehörden neue Impulse für Veränderungen.

Herbert Hans Grüntker

Complexity Kills the Cat

Banken sehen sich in unserem verstrickten Finanzsystem zunehmenden Herausforderungen durch den Double Trouble aus Niedrigzinsumfeld und ansteigender Regulierung sowie durch die Digitalisierung und deren Konsequenzen für Vertriebskanäle und Geschäftsprozesse ausgesetzt. Die Vielfalt der Herausforderungen in einem ohnehin komplexen Umfeld sowie das Nebeneinander analoger und digitaler Lösungsansätze machen das Bankensystem als Ganzes und die einzelnen Institute zunehmend komplexer. Ein Ende der notwendigen und bereits eingeleiteten Anpassungsmaßnahmen ist genauso wenig absehbar wie das Ende der damit einhergehenden Komplexitätssteigerung.

Michael Lister

7. Geld – Das Blut der Welt

In der Wirtschaft geht es nur ums Geld! So zumindest die verständliche Meinung vieler, wenn nicht gar der meisten Menschen. Allerdings wissen Sie, dass es bei Wirtschaft noch um einiges mehr geht. Tatsächlich wurde das Thema Geld bis hierher höchstens einmal gestreift. Auch im BWL-Studium wird selten darüber gesprochen. Und trotzdem, am Ende läuft es immer auf das Geld hinaus. Geld ist im Alltag der Hauptberührungspunkt mit Wirtschaft. Welche Bedeutung das Thema hat, zeigt alleine schon, dass es – außer für Sex – für wohl keinen anderen Begriff mehr Synonyme gibt:

Fabian Dittrich

6. Die Bewertung von Unternehmen im Rechnungswesen

Mit der internationalen Rechnungslegung ist das Paradigma der „fair value Bewertung“ nach Deutschland gekommen. Für die Konzernrechnungslegung von börsennotierten Unternehmen ist die Bewertung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) verpflichtend. Der Fair Value (fairer Wert, zumeist im Deutschen mit beizulegender Zeitwert übersetzt) wird in dem IFRS 13, der seit 2013 die bislang verstreuten Regelungen zur Bewertung mit dem Fair Value bündelt, folgendermaßen definiert (IFRS 13.9):

Stefan Behringer

§ 14 Finanz- und Börsenaufsicht

Als Finanz- und Börsenaufsicht wird im Folgenden die staatliche Aufsicht über Finanzunternehmen, Kapitalmärkte und Börsen bezeichnet, die von europäischen und nationalen Behörden im Verbund ausgeübt wird. Sie soll Einleger und Anleger schützen und die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems sichern, an deren Gewährleistung angesichts der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Finanzinstituten und -märkten ein erhebliches öffentliches Interesse besteht.

Ann-Katrin Kaufhold

§ 5 Wirtschafts- und Währungspolitik

Die industrielle Revolution in Deutschland war stark geprägt durch den Wirtschaftsliberalismus in England, dem Ausgangspunkt der Lehren eines Adam Smith (1723–1790) und eines David Ricardo (1772–1823). Der Beginn der rechtlichen Gestaltung der Wirtschaftspolitik bzw. nach der damaligen Terminologie der Wirtschaftslenkung kann in den Staatseingriffen des 19. Jahrhunderts gesehen werden. Diese wurden entgegen den liberalen herrschenden Vorstellungen von Staat und Gesellschaft wegen der sozialen Spannungen in Folge der wachsenden Industrialisierung notwendig. Der fortschrittlich freiheitliche Deutsche Zollverein von 1834 war ein Niederschlag dieses Denkens. Erst nach der Reichsgründung erfuhren das Postulat der Freiheit der Wirtschaft vom Staat und der Glaube an die Selbstregulierung der Wirtschaft eine entscheidende Schwächung. Verstärkte Auslandskonkurrenz, nationalwirtschaftliche Rivalitäten und der Druck des Großgrundbesitzes zwangen Reichskanzler Bismarck 1876 zur Aufgabe seiner liberalen Handelspolitik. Zunehmend setzten sich staatswirtschaftliche Tendenzen durch: Post und Bahn, Telegraf und Telefon, umfangreiche land- und forstwirtschaftliche Domänen und zahlreiche Bergwerke waren in der Hand des Staates. Über die Hälfte seiner Einnahmen kamen aus eigenen Wirtschaftsbetrieben. Den Umbruch vom Liberalismus zu einem gemäßigten Staatsinterventionismus verdeutlicht die Gewerbeordnung von 1869 (→ § 9 Rn. 1). Sie bekennt sich zum Prinzip der Gewerbefreiheit, behält aber gleichzeitig dem Staat Eingriffs- und Aufsichtsbefugnisse vor. Die Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts blieb trotz mancher Ansätze hinter der theoretischen Bewältigung des Interventionismus durch die Nationalökonomie zurück. Auf der Basis der durch einen siegreichen Liberalismus geschaffenen Rechte erkannte die Opposition aus wirtschafts- und sozialpolitischen Erwägungen die Lenkungsproblematik. Adolph Wagner stellte in seiner „Grundlegung der politischen Ökonomie“ aus dem Jahr 1892 die Grundfrage, wie Freiheitssphäre und Eigentum beschaffen sein müssen, um den Bedingungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens zu genügen. Insgesamt gesehen gab es in Deutschland bis 1914 bemerkenswerte Ansätze für eine rechtlich eingehegte Wirtschaftspolitik. Die Sorgen der gesamten Volkswirtschaft um sozial benachteiligte Gruppen und um den Missbrauch wirtschaftlicher Macht fanden im Zeitalter des Liberalismus durchaus ihren juristischen Niederschlag.

Reiner Schmidt

§ 4 Die Organisation der Wirtschaftsverwaltung

Das Organisationsrecht ist Rückgrat des Verwaltungsrechts. Es legt fest, wer für eine Entscheidung zuständig, wem eine Entscheidung zuzurechnen und wie die zuständige Entscheidungseinheit intern verfasst ist. Es ist die Matrix, über die Legitimationsmittlung organisiert wird. Organisation verteilt Herrschaftsmacht und schützt hierdurch die Freiheit des Einzelnen. Das Organisationsrecht verknüpft Aufgaben und Organisation zur Kompetenz und weist zudem einer Verwaltungseinheit die Kognitionskompetenz zu, den maßgeblichen Sachverhalt festzustellen. Hierin liegt eine ganz wesentliche Eigenleistung von Verwaltungsverfahren. Denn die stets wertungsabhängige Feststellung des Sachverhalts ist mehr als die Abbildung einer verfahrensexternen Wirklichkeit, sondern vielmehr konstitutive Kreationsleistung des Verfahrens, damit aber letztlich Kompetenzfrage, mit der entschieden wird, wessen Perspektive auf die Tatsachen die maßgebliche ist.

Klaus Ferdinand Gärditz

Kapitel 3. Innovationsverantwortung: Passive Transparenz durch Kontrolle

Die Innovationsverantwortung ist bislang nicht mehr als eine Utopie. Sie verlangt einen Ausgleich der Konflikte von Datenschutz und Innovationen. Bislang legt die täglich erfahrbare digitale Transformation vor allem Wert auf die Innovation, während die Regulierung des Datenschutzes durchaus als zweitrangig betrachtet werden kann. Sowohl für die Daten für Innovationen als auch für den Schutz der Datensubjekte sind bisher vor allem Verfahren gefunden worden, die dem Verbergen zuzurechnen sind. Wegen dieser doppelten Geheimhaltung haben vor allem die Plattformen eine dominierende Position zur Auslegung der Innovationsverantwortung erhalten. Eine Stärkung der Datensubjekte verlangt die Rechtfertigungspflicht der Plattformen zu Auskünften über die Datenherkunft, Datenverarbeitung und Datenweitergabe. Zum Ausgleich der Interessen sollten die Datensubjekte z. B. im Kontext einer technisch-sozialen Ko-Evolution in die Festlegung der Regeln zum „Zeigen und Verbergen“ von Daten einbezogen werden. Die zweite Voraussetzung für eine Innovationsverantwortung ist die Transparenz der Daten, da sonst eine Kontrolle unmöglich wäre. Rechtfertigungspflicht und Transparenz käme einem Strategiewechsel beim Datenschutz gleich, da bei den vorgeschlagenen Kontrollzentren alle Daten, inklusive der anonymen Daten einbezogen werden und die Protektion nicht nur die Datenpreisgabe, sondern auch den Datenempfang einschließen muss. Die technische Herausforderung ist das Verbergen der Daten vor unberechtigtem Zugriff. Europa hat durch eIDAS einen Vorsprung beim Aufbau von Vertrauenszentren, die allerdings sich auf den Schutz von Dokumenten konzentrieren und sowohl Daten als auch Prozesse unbeachtet lassen. Ausgehend von den Schutzzielen der mehrseitigen Sicherheit können diese Erfahrungen für zukünftige Kontrollzentren genutzt werden. Allerdings wäre es notwendig eine Rechtfertigungspflicht zu normieren, um korrekte Zurechenbarkeit von Daten zu erreichen. In Fallstudien werden unter Verwendung der Blockchain erweiterte Zertifikate entworfen, die beispielhaft Kontrollmöglichkeiten auch für Prozesse z. B. mit Hilfe der Informationsflussanalyse zulassen und so zum Vertrauensinstrument zur Realisierung der Innovationsverantwortung durch Kontrollzentren werden.

Günter Müller

Kapitel 8. H

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. I

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. F

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 7. G

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. C

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. B

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 4. D

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. E

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. A

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 10. J

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. M

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. O

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 12. V

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. K

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. P

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 8. R

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 13. W

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. L

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 4. N

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. S

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 8. Digitale Geschäftsmodelle und asymmetrische Information in der Finanzierung von Unternehmen

Digitale Geschäftsmodelle zeichnen sich oft durch die spezifische Nutzung von proprietären Daten oder Algorithmen aus. Wettbewerbsvorteile von Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen sind dann charakterisiert durch Merkmale von erfolgsrelevanter Information und Aspekten von deren Offenlegung − oder bewusst gewählter Intransparenz − die intrinsisch zu asymmetrischer Information führen. Management und Personal der Firma kennen die Erfolgsaussichten und die relevanten Risikofaktoren dann besser als mögliche Kapitalgeber.

Thomas Wenger

Kapitel 2. Raum für Vertrauen und die Rolle von Finanzkommunikation im Kreditprozess

Kapital 2.1 soll die Forschungsfrage I („Kann Vertrauen im Kreditprozess eine Rolle spielen?“) klären. Hierzu wird wie folgt vorgegangen: Nachdem in Kapitel 2.1.1 die für diese Arbeit wesentlichen Elemente des Kreditprozesses dargestellt wurden, widmet sich Kapitel 2.1.2 den Risiken, die mit der Vergabe eines Kredites für die Bank einhergehen. Einerseits ist der Gesetzgeber bestrebt, diese Risiken (bzw. die Folgen ihres Eintretens) zu begrenzen (Kapitel 2.1.3), andererseits wird auch die Bank selber bestrebt sein, dies zu tun.

Marc Hansmann

Kapitel 5. Regulatorische Auswirkungen

Sowohl bei Aufsichtsbehörden als auch in der Privatwirtschaft ist das Thema ‚Klimawandel‘ lange Zeit vernachlässigt worden. So gibt es im Bankensektor hinsichtlich der Geschäftsmodelle und des Risikomanagements zahlreiche neue Herausforderungen durch das Auftreten von Klimarisiken. Diesen Risiken kann durch einzel- aber auch gesamtwirtschaftlichen Instrumenten begegnet werden.

Joachim Weeber

1. Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre

Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Aktivitäten von privaten Personen, Unternehmen dem Staat in einem Wirtschaftsraum und deren Zusammenwirken.

Michael Siegert

Kapitel 3. Langfristige Geldanlage: Aktien, Anleihen und weitere Anlagemöglichkeiten

In diesem Kapitel werden langfristige Kapitalanlagen vorgestellt, bei denen die Ermittlung des Risikos und die Dauer der Investition eine entscheidende Rolle spielen und die in der Verzinsung widergespiegelt werden. Der Zins macht damit als Ausdruck des bewerteten Risikos und der Zeit Anlagemöglichkeiten vergleichbarer.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 2. Kurz- und mittelfristige Geldanlage

In diesem Kapitel werden die klassischen kurz- und mittelfristigen Formen der Geldanlage wie die Anlage auf Konten, das Bausparen und die staatlichen Fördermöglichkeiten sowie die jeweiligen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einlagensicherung.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

2. MaRisk und BAIT im Detail

Die Anforderungen des KWG werden mit zwei Rundschreiben der deutschen Aufsicht BaFin in Bezug auf die IT der Banken konkretisiert und präzisiert. Die MaRisk geben die Mindestanforderungen für das Risikomanagement vor. Darin enthalten sind bereits Regelungen z. B. zu Auslagerungen. Detaillierter sind die BAIT, die sich ausschließlich auf die IT bezieht. In dem Kapitel werden die relevanten Passagen aus den MaRisk, sowie alle Kapitel der BAIT vorgestellt. Auf das in 09/2018 hinzugefügte Kapitel der BAIT wird ebenso eingegangen. Es werden Unklarheiten der BAIT dargestellt, wie auch der Handlungsbedarf, der sich mit den BAIT ergibt. Neben den beiden Rundschreiben wird an dieser Stelle auch auf weitere Vorgaben eingegangen, die zu berücksichtigen sind.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

6. Rollen und Handelnde im Rahmen von BAIT

BAIT, wie auch MaRisk sind prinzipienorientiert. Daher gibt es für die Institute die Möglichkeit, die Anforderungen situationsgerecht umzusetzen. Für diese Umsetzung, aber auch später für den daran anschließenden Normalbetrieb muss es verschiedene Personen geben, die diese Aufgaben erfüllen. Beide Rundschreiben fordern eine ganze Reihe von Rollen und Stellen vor. Das Kapitel stellt alle genannten Personen und Institutionen vor.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

1. Überblick zur IT in der Bankenwelt

Immer wieder ist in den Nachrichten von technischen Problemen bei Banken zu lesen. Die Finanzbranche befindet sich nach der Krise 2008/2009 noch mitten in der Umstrukturierung und Anpassungsphase. In dieser Zeit des Umbruchs mit neuer Technik, die marktfähig wird, aber auch Unzulänglichkeiten, die noch bestehen, legt die Aufsicht ihre Anforderungen für die Finanzbranche vor. Die BAIT basieren auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und schaffen ein gemeinsames Level. Die Banken-IT hat im Alltag aber verschiedene Probleme, die sie daran hindern, allen Anforderungen zeitnah und umfassend gerecht zu werden.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

7. Dokumentation für die Umsetzung der BAIT

BAIT wie auch MaRisk machen stellenweise sehr konkrete Vorgaben über Dokumente und Reports, die vorgehalten werden müssen. Das Kapitel stellt alle diese Dokumente vor, aber auch Rollen und dazu deren notwendige Ausstattung an schriftlichen Anweisungen. So müssen alle Beschlüsse des Instituts verschriftlicht werden und umgesetzt werden. Alle Konkretisierungen brauchen ebenso eine Dokumentation, um revisionssicher zu werden. Dieses Kapitel ist damit das längste im Buch, da es zeigt, welche verschiedenen Vorlagen geschaffen werden müssen, aber auch auf welcher Basis sie erstellt werden, in dem die zugeordneten Dokumente aufgezählt werden.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

Kapitel 1. Das Konto

Beim Konto handelt es sich um eine kontenartig geführte Rechnung eines Bankkunden, die auf der Grundlage eines Kontokorrentvertrages gemäß den §§ 355 bis 357 Handelsgesetzbuch oder auf der Grundlage eines Darlehensvertrages im Sinne der §§ 488 ff. BGB von einem Kreditinstitut geführt wird. Das Bankkonto kann kreditorisch oder debitorisch geführt werden. Wird das Bankkonto debitorisch geführt, handelt es sich um ein Darlehenskonto nach § 488 BGB. Wird das Bankkonto kreditorisch geführt, besitzt der Kunde als Inhaber des Bankkontos eine Forderung gegenüber dem Kreditinstitut.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs

Kapitel 11. Bankenregulierung und Einlagensicherung

Eine bislang hoch angesehene Bank bricht zusammen, was zu einem erheblichen Vertrauensverlust im Finanzsektor führt. Es kommen Zweifel an der Solidität anderer Finanzinstitutionen auf, zum einen weil sie möglicherweise eine ähnliche Geschäftspolitik betrieben haben, zum anderen weil sie mit der gescheiterten Bank in Geschäftsbeziehungen standen und deshalb Forderungsausfälle befürchtet werden. Aus Sorge um ihr Geld ziehen viele Menschen Einlagen ab, aber auch professionelle Marktteilnehmer versuchen, ihre Außenstände zu reduzieren.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 22. Geldpolitik in den Finanzkrisen

Die globale Finanzkrise der Jahre 2008/2009 war in Umfang und Folgen die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise der frühen 1930er-Jahre. Deutschland etwa erlebte den Zusammenbruch mehrerer großer Banken, erlitt 2009 mit einem Rückgang des BIP um 5 v. H. einen einmalig schweren Wirtschaftseinbruch und die Wirtschaftspolitik sah sich zu drastischen Rettungsmaßnahmen genötigt. Während sich in den Folgejahren die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern wieder zu stabilisieren begann, kam es ab dem Jahr 2010 zu einer weiteren, eher regionalen Finanzkrise. Diese Krise des Euroraums entwickelte sich zu einer Staatschulden- und Bankenkrise mit großen wirtschaftlichen Problemen in den betroffenen Ländern. Im Sommer 2015 stand schließlich sogar der Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion auf der wirtschaftspolitischen Agenda.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 3. Zentralbanken und Europäische Zentralbank

Das Projekt einer Europäischen Währungsunion war das wohl ehrgeizigste wirtschaftspolitische Vorhaben in Europa während der 80er- und 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Eine Währungsunion erfordert den Verzicht auf nationalstaatliche Gestaltung der Geldpolitik. In kaum einem Land fiel dieser Verzicht schwerer als in Deutschland.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 10. Regulierung des Finanzsektors

Die im Jahr 2007 ausgebrochene Finanzkrise hat fast zum Kollaps des weltweiten Finanz- und Wirtschaftssystems geführt. Es hat etliche Jahre gedauert, bis sich Finanzinstitutionen und Volkswirtschaften wieder vollständig erholt haben, obwohl die Leitzinsen der Zentralbanken zum Jahresanfang 2018 immer noch extrem niedrig liegen. Eine breit akzeptierte Lehre dieser Krise ist die Einsicht, dass der Finanzsektor einer strikteren Regulierung bedarf und dass diese bis in die Krise hinein ungenügend war.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 15. Geldpolitische Instrumente

Geldpolitische Instrumente scheinen zunächst ein wenig aufregendes Randgebiet der Geldpolitik zu sein. Tatsächlich jedoch unterliegt das Instrumentarium mindestens so starken Änderungen wie die geldpolitische Strategie.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 1: Einleitung

„Natürlich achte ich das Recht; aber auch mit dem Recht darf man nicht so pingelig sein.“ Diese Worte, die Konrad Adenauer 1960 in Essen gesagt haben soll, enthalten sicherlich ein Quäntchen Wahrheit. Der in ihnen anklingende pragmatische und effizienzorientierte Ansatz könnte sich auch im Umgang mit Verfahrens- und Formfehlern im europäischen Eigenverwaltungsverfahrensrecht als notwendig erweisen.

Laura Hering

4. Umfeld moderner Banksteuerung

Die Banksteuerung ist beeinflusst durch externe Faktoren (Regulatorik im Bereich quantitativer und qualitativer, IT, neue Produkte und Risiken der Gegenwart) wie auch interne Risiken. Ein Mittel der systematischen Behandlung kann eine Risk-Map sein, womit all diese externen Faktoren erfasst, und bewertet werden. Bankinterne Risiken können dagegen anhand von Frühwarnindikatoren erkannt und behandelt werden.

Holger Biernat

3. Grundlegende Einordnung des Themas

Banksteuerung folgt einem Regelkreis. Dabei sind verschiedene Besonderheiten von Banken im Vergleich zu anderen Unternehmen zu beachten. Die aktuelle Literatur am Markt bietet verschiedene Lösungen für Teilbereiche der Banksteuerung, viele der gegenwärtigen Bücher greifen die neuen Themen rund um Banking 4.0 noch gar nicht in Gänze auf. So lässt sich die aktuell verfügbare Literatur in verschiedene Gruppen für Teilgebiete zusammenfassen. Andere Literatur, die bei der Deutschen Bibliothek verfügbar ist, stammt aus den Vorjahren, kann also aktuelle Themen noch nicht aufgreifen, die erst danach wirksam geworden sind. Das Kapitel zeigt die aktuellen Problemfelder, denen sich Banken ausgesetzt sehen, als Folge der Krise 2007/2008 und der gegenwärtigen Marktentwicklung im Euro, im Welthandel oder aber der neuen Technik. Danach werden vergangene und aktuelle Skandale vorgestellt aber beispielhaft auch, was die mögliche Ursache bzw. Unzulänglichkeit im Bereich Banksteuerung gewesen sein kann.

Holger Biernat

2. Begriffliche Festlegungen

Dieses Buch bezieht sich auf solche Unternehmen, die der Bankenaufsicht unterliegen und für die daher die deutschen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) Anwendung finden. Das sind nicht nur Banken, auch solche mit einem speziellen Fokus, sondern auch andere Finanzdienstleister. Die Aufsicht spricht gerne von Instituten. Die Begriffe Finanzdienstleister und Bank sollen daher alle synonym verwendet werden.

Holger Biernat

5. Start und Ziel: das Erstellen der Strategiepapiere

Strategien, formuliert in Strategiepapieren sind kein Selbstzweck, sondern sind die Darstellung der Ziele und Visionen, um diese in der Realwelt umsetzbar zu machen. So abstrakt die Strategie am Ende sein mag, die Strategiefindung selbst ist kein losgelöstes Vorgehen, sondern sie muss verschiedene Nebenbedingungen berücksichtigen. Der Startpunkt ist eine ehrliche Selbstanalyse, die Teil des Strategiezyklus ist mit Elementen wie der Formulierung von Prämissen, der Erstellung, der Kommunikation aber auch der Kontrolle. Unvorhersehbare Entwicklungen können dabei eine Anpassung innerhalb des Jahres notwendig machen. Die Überwachung kann anhand von Kennzahlen erfolgen, so lassen sich neben den regulatorischen Vorgaben auch interne Kennzahlen, Limite und Begrenzungen formulieren. Deren Abgleich gegen die tatsächliche Entwicklung setzt eine entsprechende Möglichkeit der Überwachung voraus, so müssen die Daten dazu entsprechend strukturiert und verlässlich bereitgestellt werden.

Holger Biernat

Kapitel 16. Europäischer Währungsfonds: Zum Vorschlag der EU-Kommission – Konstrukt lässt weitreichende Freiräume zu

Im Dezember 2017 hat die EU-Kommission „Weitere Schritte zur Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion Europas: ein Fahrplan“ angekündigt. Darin enthalten sind fünf Reformelemente: ein Europäischer Finanzminister als Vorsitzender der Eurogruppe und Vizepräsident der EU-Kommission; ein Europäischer Währungsfonds (EWF); die Überführung des Fiskalpaktes als völkerrechtlichen Vertrag in das supranationale EU-Recht; eine Letztsicherung für den einheitlichen Bankenabwicklungsfonds sowie drei neue Haushalts-/Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung der Konvergenz beitrittswilliger Länder, zur Stabilisierung bei asymmetrische Schocks sowie zur Unterstützung von Reformen. Die institutionellen Änderungen werden den Einfluss von EU-Kommission und EU-Parlament stärken, die technokratische Regelbindung durch politische Einflussnahme schwächen und das Prinzip “Nothilfe gegen Auflagen” zugunsten von bedingungslosen Krediten und Transfers auflösen.

Dirk Meyer

Kapitel 24. Gemeinschaftswährung mit Kaufkraftgarantie auf Kapitalbasis: Das Konzept eines Kapitalfundierten Hart-Euro

Der Inflationsschutz für langfristige Verträge (Löhne, Mieten) sowie speziell Kapitalanlagen (Spareinlagen, Anleihen) ist seit alters her Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Diskussionen gerade unter dem Aspekt der als ungerecht empfundenen Umverteilungseffekte. Die Besonderheit eines Kapitalfundierten Hart-Euro (KHE) bestehen in seiner konstanten Kaufkraft (Inflationsschutz) sowie seiner Kapitalfundierung (Werthaltigkeit). Es ist der Versuch, die historische Idee des kompensierten Golddollars auf die Europäische Währungsunion (EWU) zu übertragen. Die Kapitalfundierung durch den verbindlich vorgeschriebenen Erwerb von Anteilen am Produktivkapital (Aktien) durch die emittierende Notenbank verleiht dem KHE Warengeldcharakter.

Dirk Meyer

Kapitel 5. Nivellierung der Risikoprämien durch die EZB

Die monetäre Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat zu Niedrigzinsen geführt. Nicht nur das außergewöhnlich niedrige Zinsniveau, sondern auch die im Rahmen der monetären Krisenpolitik egalisierten Risikoprämien bewirken neben einer Kapitalfehlleitung in die Krisenstaaten einen erheblichen impliziten Einkommenstransfer aus den Gläubigerstaaten. Die Schuldenfalle niedriger Zinsen verführt öffentliche Haushalte der Krisenstaaten zu einer erhöhten Verschuldung, die spätestens bei steigenden Zinsen zum Problem wird. Darüber hinaus hat die EZB ganz offensichtlich die Funktion als Kreditgeber der letzten Instanz (Lender of last Resort, LoR) für Banken und Mitgliedstaaten übernommen.

Dirk Meyer

Kapitel 10. Italienische Bankenrettung: EU-Abwicklungsrichtlinie und ein “italienischer Weg”

Ein negativer Einlagenzins der europäischen Zentralbank (EZB), eine extrem niedrige Zinsmarge zwischen Einlagen- und Kreditgeschäft, der wachsende Regulierungsdruck und ein hoher Investitionsbedarf in die IT-Technik: Die europäischen Banken stehen schweren Zeiten gegenüber. Bei zahlreichen mediterranen Geschäftshäusern kommen eine Klientelpolitik, eine strukturelle Schwäche der kreditnehmenden Unternehmen, eine auch deshalb riskante Kreditvergabe, mangelhafte interne Kontrollen sowie unzureichende externe Prüfungen der nationalen Aufsichtsbehörden hinzu. Generell führt der dort von heimischen Finanzinstituten gehaltene relativ hohe Anteil an Staatsschuldtiteln zu einer unheilvollen Verbindung, die die Staatsschuldenkrise mit der Bankenkrise verschmelzen lässt. Der neu errichtete Bankenabwicklungsmechanismus gibt eine “Haftungskaskade” vor, die durch eine Gläubigerbeteiligung (Bail-in) letzendlich den Steuerzahler vor einer Inanspruchnahme schützen soll. Allerdings findet über den Europäischen Bankenabwicklungsfonds eine neue Vergemeinschaftung von Hilfen und Haftung statt.

Dirk Meyer

Kapitel 12. ANFA: Euro-Geldschöpfung durch die Mitgliedstaaten

Die Mitgliedschaft in der Europäischen Währungsunion (EWU) kennzeichnet einen Automatismus. Dabei übertragen die Mitgliedstaaten ihre Währungssouveränität auf die Europäische Union (EU). Für die EWU besteht eine zentrale geld- und währungspolitische Zuständigkeit in Form des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB), das durch das Beschlussorgan der Europäischen Zentralbank (EZB) für die einheitliche Geldpolitik zuständig ist. ELA-Notkredite, ANFA und die TARGET2-Salden ermöglichen den NZBen jedoch die Ausgabe von nationalem Zusatzgeld, das unter anderem der monetären (Zwischen-)Finanzierung von Krisenstaaten und/oder der Unterstützung insolventer Banken dient. Darüber hinaus finanziert es Kapitalflucht und gewährt einen subventionierten Kreditzugang für Importe. Anhand ausgewählter Krisensituationen wird gezeigt, das der EZB-Rat seine Kontrollfunktion nicht wahrgenommen hat und teilweise wissentlich gegen den AEUV, die EZB-Satzung sowie interne Vorgaben verstoßen hat.

Dirk Meyer

L

Auf einzelne Länder bezogenes, in der Regel durch Krisensituationen hervorgerufenes Kreditrisiko und Marktpreisrisiko, das in der Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zinsund Tilgungszahlungen des Landes selbst (originäres Länderrisiko) oder von Marktteilnehmern aus diesem Land (derivatives Länderrisiko) oder des Wertverfalls von Wertpapieren oder Derivaten, die von Marktparametern des Landes abhängen, besteht. Folglich ist die Risikoanalyse im internationalen (Bank-)Geschäft um Methoden zur Erfassung von kredit- und marktbezogenen Ereignisrisiken, die die verschiedenen Transaktionen mit Kontrahenten des jeweiligen Landes insgesamt betreffen, zu ergänzen. Der Analyse können unterschiedliche Szenarien zugrunde gelegt werden.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

M

Abkürzung für „Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion und weitere Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten“ im Sinne der §§ 63 ff. WpHG für Wertpapierdienstleistungsunternehmen, Rundschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die zuerst 2010 veröffentlichte, 2018 neu gefasste Regelung beinhaltet einen Allgemeinen Teil (Allgemeine Anforderungen für Wertpapierdienstleistungsunternehmen) und einen Besonderen Teil (Besondere Anforderungen nach §§ 63 ff. WpHG).

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

G

Das Garantiegeschäft ist ein Bankgeschäft im Sinne des KWG, das die „Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen für andere“ beinhaltet (§ 1 I 2 Nr. 8 KWG). Hierunter fallen der Avalkredit, die Akkreditiveröffnung und Akkreditivbestätigung, eine wechsel- oder scheckrechtliche Indossamentsverbindlichkeit, die Schuldmitübernahme, der Kreditauftrag, die Scheckeinlösungszusage und jede Verpflichtung zum Einstehen für einen bestimmten Erfolg. Die Gewährleistungen müssen „für andere“ übernommen werden, das heißt, es wird auf das Vorhandensein einer fremden Schuld abgestellt.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

N

Begriff: Verbindlichkeiten, die im Falle der Insolvenz oder der Liquidation eines Unternehmens erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückgezahlt werden, werden als nachrangige Verbindlichkeiten beziehungsweise nachrangige Darlehen bezeichnet. Besondere Bedeutung kommt den nachrangigen Verbindlichkeiten im Rahmen der Bestimmung der Eigenmittelbasis von Instituten im Sinne des KWG zu, da nachrangige Verbindlichkeiten bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nach Artikel 62 CRR als Ergänzungskapital anerkannt werden und damit die Eigenmittelbasis eines Instituts vergrößern.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

H

Frühere Regelung für Institute: Der Begriff „haftendes Eigenkapital“ war früher – zusammen mit den Drittrangmitteln – eine Teilkomponente der Eigenmittel von Instituten im Sinne des KWG. Das haftende Eigenkapital war im Kreditwesengesetz definiert als die Summe aus Kernkapital und Ergänzungskapital vermindert um die Abzugspositionen des § 10 VI 1 KWG a.F. (§ 10 II 2 KWG a.F.). Mit der Capital Requirements Regulation (CRR) fand eine Vereinheitlichung des Bankenaufsichtsrechts der Europäischen Union (EU) auch im Hinblick auf die Eigenmittel der Institute statt (Single Rule Book).

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

B

Im Gegensatz zum Bail-out tragen bei einem Bail-in die Geldgeber einer Institution deren Verlust mit. Durch die Zahlungsunfähigkeit eines Staates verlieren dessen Gläubiger Teile ihrer Ansprüche oder geben diese auf. In Bezug auf Banken wird in den Vorschriften der BRRD in den Artikeln 43-55 das Instrument des Bail-in zur Abwicklung von Kreditinstituten eingeführt.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

I

Engl. Abkürzung für Internal Capital Adequacy Assessment Process; interner Prozess zur Sicherstellung einer angemessenen Ausstattung eines Instituts mit internem Kapital.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

V

Begriff: Kennzahl beziehungsweise darauf gestützte Methode zur Quantifizierung insbesondere der Markt- und Preisrisiken von Kassaoder derivativen (Finanz-)Instrumenten sowie Adressausfallrisiken bei Kreditinstrumenten. Aktuell stellt der Value-at-Risk die wesentliche Grundlage für die Erfassung, Steuerung, Prognose und Kontrolle dieser finanziellen Risiken in Bank- wie Nichtbank-Unternehmen dar. Hierbei wird das Risiko als Wahrscheinlichkeit eines Verlusts, also die negative Abweichung vom Erwartungswert definiert (down side risk).

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

J

Tochterorganisation des Basel Committee on Banking Supervision, der International Organization of Securities Commissions und der International Association of Insurance Supervisors, gegründet 1996. Das Joint Forum hat die Aufgabe, das Verständnis der Geschäftsmodelle und Regeln, die Aufsichtsorgane in den drei Finanzsektoren (Banken, Wertpapierhäuser, Versicherungen) verwenden, abzugleichen beziehungsweise zu erlassen. So sollen die Probleme der jeweils anderen Aufsichtsorgane durch vergleichende Studien transparent gemacht werden und die Kommunikation zwischen den Aufsichtsorganen verbessert werden.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

K

Kapitalerhaltungspolster, capital conservation buffer; nach den Bestimmungen von Basel III ist die Einführung eines Kapitalerhaltungspuffers vorgesehen. Eine entsprechende Verpflichtung findet sich auf EU-Ebene in Artikel 129 CRR. In Deutschland ist der Kapitalerhaltungspuffer in § 10c KWG geregelt.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

A

Charakterisierung: Anstatt die Erlaubnis für das Betreiben von Bankgeschäften im Sinne des KWG oder von Finanzdienstleistungen im Sinne des KWG aufzuheben, kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Geschäftsleiter an einer weiteren Tätigkeit für ihr Institut im Sinne des KWG hindern.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

C

Als Capital Requirements Directive IV (CRD IV) wird die „Richtlinie 2013/36/EU vom 26. Juni 2013 über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen, zur Änderung der Richtlinie 2002/87/EG und zur Aufhebung der Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG“ bezeichnet, durch die die Bankenrichtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG ersetzt wurden. Sie ist am 17.7.2013 in Kraft getreten und musste von den Mitgliedstaaten bis zum 31.12.2013 in nationales Recht transformiert werden. In Deutschland wurde die CRD IV durch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und zur Anpassung des Aufsichtsrechts an die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über die Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (CRD IV-Umsetzungsgesetz) vom 28.8.2013 umgesetzt.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

P

Gefahr der nachteiligen Entwicklung einer passivischen Festzinsposition (z.B. ein festverzinsliches Wertpapier aus einer institutionellen Refinanzierung) bei sinkendem Marktzinsniveau durch 1. fehlende Partizipationsmöglichkeiten (Cashflow-Sicht) und 2. steigende Barwerte (barwertige Sicht).

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

E

Das Edelmetallpreisrisiko zählt als spezielles Rohwarenrisiko zu den Marktpreisrisiken. Das Edelmetallpreisrisiko ist die Gefahr der negativen Abweichung zwischen tatsächlichem und erwartetem Erfolg aus Geschäften mit Edelmetallen infolge veränderter Preise am Markt für Edelmetalle. Dem Währungsrisiko vergleichbar treten Edelmetallpreisrisiken bei (insbesondere betraglich) offenen Positionen auf.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

F

Eine Voraussetzung für die Erlaubniserteilung für Institute ist die fachliche Eignung der Inhaber (= Antragsteller) und der Geschäftsleiter, die eine solche Funktion auch tatsächlich ausüben; sie muss für das konkrete Institut bestehen (§ 33 I 1 Nr. 4 KWG). Bedingung für die fachliche Eignung der Geschäftsleiter ist, dass sie in ausreichendem Maße über theoretische und praktische Kenntnisse in den betreffenden Geschäften verfügen und Leitungserfahrung haben. Fachliche Eignung der Geschäftsleiter ist gemäß § 25c I 3 KWG regelmäßig anzunehmen, wenn eine 3-jährige leitende Tätigkeit bei einem Institut von vergleichbarer Größe und Geschäftsart nachgewiesen wird.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

R

Das Rating drückt die Möglichkeit und Bereitschaft eines Schuldners aus, seinen Finanzverbindlichkeiten zeitgerecht und vollständig nachzukommen.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

S

Betriebsmittelrisiken; Risiken, die aus der Beschaffung und dem Einsatz von Betriebsmitteln (z.B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Datenverarbeitungsanlagen) entstehen.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

H

Währung eines Landes (sogenanntes Hartwährungsland), die voll konvertibel und fungibel, das heißt mit anderen Währungen leicht vergleichund austauschbar ist, und daher als besonders wertbeständig angesehen wird. Gründe dafür liegen vor allem in ihrer wirtschaftlichen Stabilität, die durch die Orientierung der Wirtschaftspolitik am Ziel der Geldwertstabilität gefördert wird.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

D

In Erfüllung des Verfassungsauftrags aus Artikel 88 GG durch das „Gesetz über die Deutsche Bundesbank” (Bundesbankgesetz [BBankG]) vom 26.7.1957 errichtete Währungs- und Notenbank der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesbank entstand durch Verschmelzung der früheren Landeszentralbanken und der Berliner Zentralbank mit der Bank deutscher Länder (§ 1 S. 2 BBankG). Ihr Sitz ist in Frankfurt am Main.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

B

In den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands 1948 errichtete, mit weitgehender Unabhängigkeit ausgestattete öffentlich-rechtliche Bank, die die Zahlungsfähigkeit und Liquidität der angeschlossenen Landeszentralbanken (LZB) koordinierte und als Zentralnotenbank das Recht zur Ausgabe von Banknoten hatte. Neben dem Notenausgabemonopol stand der BdL bis 1950 auch das Emissionsrecht für Münzen zu. Die BdL war ein Tochterinstitut der (damals) rechtlich selbstständigen Landeszentralbanken.

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

1. Einführung

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird für Banken und Sparkassen der Begriff „Kreditinstitute“ verwendet. Diese sind die Schaltstellen des modernen Wirtschaftslebens. Ohne Kreditinstitute wäre es nicht denkbar, wie die Geldströme abgewickelt und wie die zum Funktionieren der Wirtschaft erforderlichen Kredite besorgt werden könnten. Im Rahmen dieser Aufgabe sind der Sparer und der Anleger wichtige Glieder. Sie stellen einerseits ihr Geldvermögen für das Funktionieren des Wirtschaftsverkehrs zur Verfügung und erhalten andererseits dafür ein Entgelt. Für die Kreditinstitute ergeben sich daraus Rechte und Pflichten gegenüber diesem Personenkreis.

Ulrich Stache

1. Das Konzept der Wertorientierung in der Kreditwirtschaft

Wertschaffung als Grundorientierung der Unternehmensführung wird aus Eigentümersicht an risikoadäquaten Eigenkapitalrenditen festgemacht, die über deren Renditeforderungen liegen. Parallel zu diesem Shareholder Value bezieht eine wertorientierte Banksteuerung sämtliche Interessengruppen (Stakeholder) und auch das für Rendite-/Wertschaffung eingegangene Risiko ein. Zur Wertorientierung der Bank tragen Handlungen im Rahmen von Planung, Steuerung und Kontrolle auf strategischer Ebene („Machen wir das Richtige?“) wie auf operativer Ebene („Machen wir es richtig?“) bei. Geprägt ist die Banksteuerung hierbei von -spezifika, die sich u.a. anhand der (von Finanzaktiva/-passiva dominierten) Bankbilanz sowie der (von Zinsaufwendungen/-erträgen dominierten) GuV des externen Rechnungswesens verdeutlichen lassen, und im internen Rechnungswesen (durch Abstraktheit/Nichtlagerbarkeit sowie Fertigungs-/Absatzverbünde von Bankleistungen) das Auftreten von Gemein- und Fixkosten begünstigen.

Andreas Horsch, Daniel Kaltofen

2. Zinsergebnisrechnungen als Kernelement von Wertanalysen

Die Besonderheiten der Bankdienstleistung ziehen Besonderheiten der wertorientierten Banksteuerung nach sich. In der Folge steht das wertorientierte Management zinstragender Geldgeschäfte im Mittelpunkt der Banksteuerung. Eingangs werden (theorie- wie praxisbasierte) Anforderungen an entsprechende Kalkulations- und Steuerungssysteme formuliert. Vor dem Hintergrund dieser Qualitätskriterien werden danach zunächst die traditionellen Verfahren der Zinsergebnisrechnung dargestellt und kritisch bewertet (2.2). Ausgehend insbesondere von ihrem fehlenden Marktbezug wird sodann das Grundmodell der Marktzinsmethode (MZM) ausführlich gewürdigt (2.3.2). Dem schließt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Barwertkonzept als der nächsten Entwicklungsstufe der MZM an (2.3.3), das auf abgezinsten Zahlungsströmen (discounted cashflows) beruht und daher die Idee einer wertorientierten Steuerung am konsequentesten auf die Ebene der Einzeltransaktion überträgt.

Andreas Horsch, Daniel Kaltofen

3. Kalkulation weiterer Ergebniskomponenten

Das Kapitel behandelt Ergebniskomponenten, die neben dem reinen Zinsergebnis für Banken relevant sind. Hierunter fällt zunächst das Provisionsergebnis, welches aufgrund verschiedener Treiber (z. B. Verbriefung) in der Gesamtsicht immer bedeutender für die Kreditwirtschaft wird. Das Barwertkonzept ist hierfür ähnlich vorzugswürdig, aber auch problembehaftet (Zuordnungsfrage) wie im Zinsbereich. Das Risikoergebnis umfasst insbesondere das mit dem Kreditgeschäft und mithin dem Zinsergebnis eng verbundene Kreditrisiko. Auch unter den Verfahren zur Quantifizierung von (in den Zins einzurechnenden) Risikoprämien empfehlen sich marktorientierte Ansätze. Die Ermittlung von Produktivitätsergebnissen (im Betriebsbereich) leidet gerade in Banken unter den Problemen von Gemeinkosten(schlüsselung) und Fixkosten(variabilisierung). Die sogenannte Prozessorientierte Standard-Einzelkosten-Rechnung (PSEK) bietet einen Ausweg aus dem bestehenden Dilemma. Abschließend sind auch die gewünschte Gewinnmarge des Instituts bzw. seine Eigenkapitalkosten bei der Ergebniskalkulation zu berücksichtigen. Hierfür kann in marktorientierter Vorgehensweise auf die Renditeerwartungen der Eigenkapitalgeber zurückgegriffen werden.

Andreas Horsch, Daniel Kaltofen

10. Staat und Kapitalmarkt

Für die Berechnung der Höhe des Schuldenberges lasse ich meistens die Fläche des Schulhofes mit einem Zollstock ausmessen oder mit Schritten abschätzen. Die unterschiedlichen Grundflächen können anhand der Volumina der Papierstapel dennoch leicht miteinander verglichen werden. Deshalb sollte man im Anschluss an die Rechnung die Zusatzaufgabe stellen: „Bitte berechnen Sie das Volumen des von Ihnen gestapelten Geldes.“ Beispiel: 57 m × 58 m × 7, 20 m = 51.470 m3. Die Hauptschwierigkeit besteht für die Schüler in der Regel darin, die eigenen Überlegungen wie in ◘ Tab. 10.1 zu strukturieren und den Überblick zu behalten. Binnendifferenziert kann die Aufgabe vereinfacht werden, wenn die einzelnen Bestandteile der Rechnung wie „Anzahl der benötigten Scheine“, „Länge der Längsseite der Grundfläche“ etc. wie in ◘ Tab. 10.1 vorgegeben werden. Die Angaben könnten jedoch auch ohne bestimmte Reihenfolge aufgelistet werden, damit zuerst ein Rechenweg überlegt werden muss.

Jürgen Pfannmöller

16. Die Finanzkrise von 2008 und eine Simulation der Kreditverkäufe an Investoren

Aufgrund der Komplexität der Zusammenhänge werden verschiedene Fakten bewusst mehrfach genannt, um einprägsamer zu sein. Diese Musterlösung enthält teilweise zusätzliche Hintergrundinformationen.

Jürgen Pfannmöller

15. Der menschliche Faktor – Gestaltung der digitalen Transformation als Datenspezialist

Die Immobilienwirtschaft digitalisiert sich. Zumindest irgendwie und irgendwann. Der Einsatz neuer Technologien, die Vernetzung von Dingen, Systemen und Menschen sowie die steigende Geschwindigkeit und die wachsenden Volumina von Informationen bieten immenses Potenzial. Damit sich das Potenzial entfalten kann, hat die Immobilienwirtschaft allerdings noch wichtige Hausaufgaben zu erledigen. Der gesamte Datenverarbeitungsprozess hat Aufholbedarf. Gleichzeitig ist zu attestieren, dass – zumindest in gewerblichen Märkten – Big Data eine Wunschvorstellung bleiben wird, so dass die individuelle, menschliche Expertise ihre wichtige Rolle behalten wird.Entsprechend geht es bei Innovationen nicht nur um neue Technologien. Bei Analysen geht es nicht nur um die Formeln, sondern um Denkmethoden, mit denen man um die Ecke und idealerweise auch noch in die Zukunft sehen kann. Bei all den Hightech-Durchbrüchen, die heute zählen, wird es nicht allein um Geschwindigkeit und Leistung gehen, sondern um Zusammenarbeit, Konversation und gemeinsame Ideen.

Björn Bordscheck

14. Transformation von Datenanalyse und Immobilienbewertung

Die Möglichkeiten von Big Data und analytischer Statistik, gepaart mit immobilienwirtschaftlichem Know-How sowie regulatorischem Druck, werden in den kommenden Jahren auch in Deutschland zu massiven Veränderungen bei der Analyse von Märkten und Immobilien sowie deren Bewertung führen. Seit bald dreißig Jahren sammeln und verarbeiten spezialisierte Firmen Big Data und stellen diese den Marktakteuren, teilweise auch als Smart Data, wieder zur Verfügung. Im Beitrag werden verschiedene Konzepte und Modelle beispielhaft erläutert. In einer hochspezialisierten Gesellschaft ist die effiziente Verwendung von Daten und Modellen durch spezialisierte Firmen der logische Weg, denn Datenpooling und -verarbeitung, insbesondere analytische Statistik, erfordert entsprechendes Know-How und Erfahrung. Seit Ende 2018 liegen Marktdaten, Smart Data, hedonische Modelle und hedonic DCF-Modelle flächendeckend auch für Deutschland vor. Die Industrialisierung der Immobilienbewertung schreitet voran; dabei sind die heutigen Möglichkeiten kein Ersatz des Gutachters, sondern eine Unterstützung.

Stefan Fahrländer

Kapitel 11. Risikomanagement

Tritt das Unternehmen in die Sättigungsphase ein, so werden die Umsätze und Margen im härter werdenden Wettbewerb knapper. In dieser Zeit gehen nicht unerhebliche Risiken von den Unternehmenstätigkeiten aus. Diese müssen mit der Analyse existenter Risiken und dem maßvollen Controlling derselben begrenzt werden. Diesem wendet sich das vorliegende Kapitel zu.

Christian Hose

2. Prominente Beispiele

Viele Menschen kennen Beispiele dysfunktionalen Managements aus ihrem eigenen Umfeld, die oft nur geringfügige Konsequenzen nach sich ziehen. Nachfolgend werden beispielhaft sieben besonders folgenschwere Fälle beschrieben, die z. T. weltweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Es geht um den Aufstieg und Fall des Thomas Middelhoff, der u. a. als Chefsanierer von Karstadt gescheitert ist, um die unendlich anmutende Geschichte der Pannen beim Flughafenbau in Berlin, um spektakuläre Fehler in der Automobilbranche (Fusion von DaimlerChrysler, Dieselskandal),sowie des Baugewerbes (Bau des Bischofssitzes in Limburg; kriminelle Machenschaften der Bauunternehmers Jürgen Schneider) und schließlich auch um den Zusammenbruch das Bankhauses Lehman Brothers, der zum Ausgangspunkt einer weltweiten Bankenkrise wurde. Die Beispiele illustrieren gleichsam Gemeinsamkeiten und Unterschiede dysfunktionalen Managements, die in den folgenden Kapiteln wissenschaftlich analysiert werden sollen.

Uwe Peter Kanning

Open Access

Kapitel 8. Interviews

Für die Untersuchung der Forschungsfrage „Inwiefern spiegelt sich die ökonomische Krise mit ihren Folgen in den Repräsentationen des Unbewussten?“ wurde ein qualitativ-empirisches Forschungsdesign gewählt. Im Zeitraum zwischen Jänner und Dezember 2016 habe ich zwölf Interviews geführt, wobei eine Interviewpartnerin ihr Interview nach einem Jahr zurückzog, sodass letztlich elf wörtlich transkribierte Texte in einem Umfang von 303 Seiten für eine Inhaltsanalyse zur Verfügung standen. Die entnommenen Textpassagen wurden im Sinne einer besseren Lesbarkeit im Fließtext von Füllwörtern befreit.

Helga Klug

Kapitel 14. Finanzmarktaspekte der CO2-Zertifikatemärkte in der Europäischen Union

Wie wirkt der EU-Zertifikatehandel auf die Produktionsmengen und -gewinne der beteiligten Firmen? Also der Stromerzeuger, andere Energiefirmen und die Industrieunternehmen? Der Zertifikatehandel führt zu einem Zertifikatepreis, der die Produktionskosten der Unternehmen beeinflusst: Je höher der Zertifikatepreis für eine Tonne CO2-Emission, desto höher die Kosten der betreffenden Firma; in einem betrachteten Sektor (produziert wird Stahl) stellt sich noch die Frage, wie das auf die Kostenkurve der Konkurrenzfirmen wirkt und wie sich der neue Absatzpreis beziehungsweise der Gleichgewichtspreis auf dem Gütermarkt (dem Stahlmarkt) entwickelt. Die Rolle der Handelsmärkte in Verbindung mit den Emissionszertifikatemärkten in der EU ist von besonderem Interesse. Empirische Untersuchungen aus der Literatur zum Einfluss der Zertifikatepreise auf den Aktienkurs der Unternehmen werden thematisiert. Zudem wird darauf hingewiesen, dass sich mittelfristig auch die Europäische Zentralbank und die Bankenaufsicht sowie das European Systemic Risk Board um diese Thematik kümmern sollten.

Paul J. J. Welfens

Open Access

Kapitel 11. Das Potenzial von Smart Contracts an einem Beispiel aus der Finanzbranche – Smart Rating

Dieser Beitrag stellt die Grundsätze von auf Smart Contracts und der Blockchain-Technologie basierenden Rating-Verfahren zur Bonitätsbewertung vor. Es werden die technologischen Grundlagen von Blockchain und Smart Contracts erläutert und diskutiert, inwieweit die Finanzbranche im Bereich des Ratings von dieser Technologie profitieren kann. Zunächst werden die Probleme traditioneller Ratingverfahren und deren Akteure thematisiert und anschließend Lösungsansätze aufgezeigt, um diese zu überwinden. Damit zeigt dieser außerhalb der traditionellen Bankdienstleistungen befindliche Anwendungsfall, dass mit der Blockchain-Technologie neue Potenziale für Geschäftsmodelle entstehen, die etablierte Prozesse grundlegend verändern und damit ein weiteres Mosaik zur Disruption der Finanzbranche darstellen können.

Vincent Furrer, Klaus-Georg Deck

Kapitel 14. Statistik bei der Risikobewertung von Bankenportfolios

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das gilt auch für riskante Geldanlagen an der Börse. Und ganz besonders gilt es für diejenigen, die mit dem Geld von anderen spekulieren, also für die Banken. Hier hat die Statistik in den letzten Jahren Wege aufgezeigt, wie man große Risiken in den Griff bekommt.

Dominik Wied, Robert Löser

2. Der CFO als Abschluss- und Bilanzierungsexperte

Die Komplexität der Unternehmensstrukturen hat unter anderem aufgrund von Internationalisierung und historisch gewachsenen Konzernverbunden enorm zugenommen. Dies erfordert einen CFO mit hoher Abschluss- und Bilanzierungskompetenz.

Matthias J. Rapp, Axel Wullenkord

Aufgaben aus der Wirtschaftslehre

Die 17-jährige Auszubildende der Isar Bank-AG Kathrin Gersthuber hat eine monatliche Ausbildungsvergütung von 925,00 EUR. Sie wünscht sich schon seit langem ein Mofa. Bei einem Händler schließt sie einen Kaufvertrag über eine Kaufsumme von 1.012,00 EUR.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs, Marion Leuenroth

K

Kalkulation ist die Ermittlung der Preisuntergrenze eines Produkts (oder einer Dienstleistung).

Wolfram Klitzsch

E

EBIT heißt Earnings before Interest and Taxes (Gewinn vor Zinsen und Steuern).

Wolfram Klitzsch

B

Bad Bank heißt „schlechte Bank“.Eine Bad Bank wird als reine Abwicklungsbank gegründet und übernimmt die weitgehend wertlosen Wertpapiere und Kreditforderungen der (normalen) Bank, damit die normale Bank mit ordentlichen Wertpapieren und normalem Geschäft weiterarbeiten kann.

Wolfram Klitzsch

Warum die Schweiz ihr Bankgeheimnis verlor

Eine Erklärung auf der Basis einer öffentlichkeitssoziologischen Theorie sozialen Wandels

Als der streitbare Soziologieprofessor Kurt Imhof diesen Satz mit seinem unwiderstehlichen Grinsen 2002 im Grand Hotel Dolder einer versammelten Schar führender Bankenvertreter entgegenwarf, dachte er nicht an die Bußen, welche die Schweizer Banken einmal für diese Rechtskonstruktion zahlen sollten. Im Sinn hatte er das, was linke Kritiker im Inland und ausländische Regierungen den Schweizer Banken und der Schweiz seit Jahrzehnten vorwarfen: dass sie nämlich ausländischen Steuerflüchtlingen einen moralisch fragwürdigen, aber bis vor kurzem rechtlich legalen Dienst anboten, an dem die Banken und die Schweiz gut verdienten (Guex 2000, Hug 2002, Vogler 2005, Farquet 2018). Imhof glaubte damals, mitten während der Auseinandersetzungen der Schweiz mit der EU um das Zinsbesteuerungsabkommen und den Forderungen der OECD für einen Informationsaustausch zu Steuerzwecken zu wissen, dass es die westlichen Demokratien früher oder später nicht mehr akzeptieren würden, dass die Schweiz ausländische Steuerflüchtlinge schützt.

Stefan Tobler

Bilanzielle Abbildung der ökonomischen Substanz: Bewertungseinheiten nach handelsrechtlichen GoB

Der handelsrechtliche Jahresabschluss ist nach den GoB aufzustellen (§ 243 Abs. 1 HGB) und dient der Konkretisierung von Informations- und Gewinnansprüchen zur Wahrung der gesellschafts- und öffentlich-rechtlichen Schutzzwecke. Gewinnansprüche können in Form von Gewinnzuweisungs- und Gewinnausschüttungsansprüchen auf gesetzlicher oder vertraglicher Basis entstehen. Dabei sind einerseits die Gewinnberechtigten vor Gewinnverkürzungen zu schützen. Andererseits bedarf es aus Sicht der Gesellschaft und insbesondere der Gläubiger auch eines Schutzes vor substanzgefährdenden überhöhten Ausschüttungen.

Matthias Backes

Kapitel 6. Die Bankenunion: vom Bail-out zum Bail-in

In den Jahren 2011 und 2012 kam man immer mehr zu dem Schluss, dass sich die Krise im Euroraum aufgrund der Verflechtungen zwischen Regierungen und Banken in den einzelnen Ländern verschärft hatte. Denn wenn eine Bank in Schwierigkeiten geriet, musste sie mit öffentlichen Mitteln rekapitalisiert werden, dies setzte die Staatsfinanzen unter Druck. Umgekehrt mussten die Banken bei schlechtem Zustand der öffentlichen Finanzen höhere Zinsen zahlen. Nicht selten wurden die Banken unter dem politischen Druck zu den Hauptabnehmern der Staatsanleihen eines Landes, wenn dessen Regierung auf den internationalen Märkten nur noch schwer Kredite erhielt. Kurz: Es war ein Teufelskreis. Dieser Mechanismus trat in jedem Euroland in Erscheinung, am deutlichsten dort, wo es Hilfsprogramme gab, also in Ländern wie Griechenland, Irland und Spanien.

Jeroen Dijsselbloem

Kapitel 5. Krise in Zypern: die Blaupause

Das Hotel Silken Berlaymont ist nur einen Katzensprung vom Hauptsitz der wichtigsten europäischen Institutionen entfernt: dem Hauptsitz der Europäischen Kommission, dem Berlaymont, dem alten und dem neuen Ratsgebäude, dem Justus-Lipsius-Gebäude, dem Europa-Gebäude und, in unmittelbarer Nähe, dem Europäischen Parlament. Das Silken Berlaymont verfügt über eine ausgezeichnete Kaffeebar, in der ich am Montag, dem 25. März 2013, gegen elf Uhr morgens mit Hans Vijlbrief und Simone Boitelle zusammensaß.

Jeroen Dijsselbloem

Kapitel 4. Ein unverhoffter Vorsitz

Ende 2012 schlugen die Niederlande ein neues politisches Kapitel auf. Die erste Regierung unter der Führung von Mark RutteRutte, Mark hatte sich nur 18 Monate an der Macht gehalten. Nach einer Periode voll politischer Turbulenzen hatten die Wahlen vom September 2012 zu einem neuen Kabinett mit der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) und der sozialdemokratischen PvdA geführt, erneut unter der Führung von Mark Rutte. Die Mitte-links- und Mitte-rechts-Parteien begannen zusammenzuarbeiten und konnten dem Vormarsch der Populisten von links und rechts Einhalt gebieten.

Jeroen Dijsselbloem

Kapitel 9. Rückblick

Wenn man auf die zehn Krisenjahre im Euroraum zurückblickt, lässt sich nüchtern feststellen, dass viele Fehler gemacht worden und wir gefestigt daraus hervorgegangen sind. Beim Aufbau der Währungsunion wurden Fehler gemacht, es war von Nachlässigkeiten in den Jahren nach der Einführung des Euro die Rede und die Lösungsversuche zur Bewältigung der Krise ließen zu wünschen übrig. So ging Zeit verloren, es wurde viel improvisiert, den politisch Verantwortlichen entglitt in den ersten Jahren die Kontrolle und es wurden Lösungen gewählt, die uns teuer zu stehen kamen.

Jeroen Dijsselbloem

Kapitel 3. Die Schuldenkrise

Die ersten europäischen Reaktionen auf die Bankenkrise waren sehr aufschlussreich. Diese Krise wurde allgemein als amerikanisches Problem betrachtet, die Situation in Europa galt als grundlegend anders. In diesem Sinne hat der für Wirtschaft und Währung zuständige EU-Kommissar Joaquín AlmuniaAlmunia, Joaquín am 24. September 2008 vor dem Europäischen Parlament erklärt, dass die Situation in Europa viel weniger dringlich sei als in den Vereinigten Staaten. Doch nur vier Tage später wurden Banken in ganz Europa verstaatlicht. Die anhaltende, unglaublich kostspielige Serie von Bankenrettungsaktionen führte nicht nur zu einer akuten und tiefen Rezession, sondern auch zu ernsthaften finanziellen Problemen für die Regierungen einer ganzen Reihe von Ländern. Dies wurde zu einer zweiten Front, an der gekämpft werden musste: gegen die steigende Verschuldung und das Diktat der Märkte.

Jeroen Dijsselbloem

Kapitel 2. Recherchefreiheit und ihre Grenzen

Zu den Existenzgrundlagen einer freiheitlichen Demokratie gehören Massenmedien, die das Publikum mit den Informationen versorgen, die die Bürgerinnen und Bürger benötigen, um sich auf rationale Weise eine eigene Meinung zu allen wichtigen Angelegenheiten der Gemeinschaft zu bilden. Diesen Teil ihrer „öffentlichen Aufgabe“ können die Medien nur erfüllen, wenn sie ihrerseits die Möglichkeit haben, sich die erforderlichen Informationen zu beschaffen.

Udo Branahl

Herausforderungen für das IT- Architekturmanagement im Zuge der Digitalisierung

Unter Architekturmanagement (oder Enterprise Architecture Management) versteht man die Analyse, Planung und (Um-)Gestaltung der IT-Landschaft von Organisationen entsprechend der Organisationsstrategie.

Stephan Wildner

Kapitel 7. Globale und internationale Erwerbsregulierung

In den vorangegangenen Kapiteln wurde gezeigt, dass Erwerbsarbeit in ihren spezifischen Formen nach Ländern jeweils sehr unterschiedlich gestaltet ist und reguliert wird. Die besondere Ausgestaltung der Arbeits-, Beschäftigungs- und Partizipationsbedingungen wird also offensichtlich weder von der Wirtschaft, noch von der Technologie oder der Unternehmensorganisation einseitig festgelegt. Diese Ausformung der Erwerbsarbeit kann nicht durch ökonomischen, technischen oder organisatorischen Determinismus erklärt werden.

Ludger Pries

Kapitel 19. Jahresabschlussanalyse

Die Bilanzanalyse dekodiert alle systematischen Auswertungen des Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung und Anhang) und des Lageberichts durch die Informationen über das untersuchte Unternehmen gewonnen werden sollen. Dabei richten sich die Auswertungen nach dem Informationsbedarf der Adressaten der Bilanzanalyse.

Anna Karin Spångberg Zepezauer

Die Wirtschafts- und Währungsunion als Herausforderung der Autorität des Unionsrechts

Die Wirtschafts- und Währungsunion als Herausforderung des Unionsrechts oder als Illustration der „unvollständigen“ Union ist Teilthema der Leitfrage des Jubiläumskongresses der Europäischen Rechtsakademie nach der Autorität des Unionsrechts mit der provokativen Frage „Glauben wir noch daran?“ Sie versteht sich vor dem Hintergrund der Großprobleme von Staatsverschuldungsproblemen einzelner Eurostaaten, Rechtsstaatskrisen einzelner Beitrittsstaaten, Migrationsdruck auf die Europäische Union und britischem Austrittswillen. Aufgeworfen sind damit gleichermaßen die Fragen nach der Bedeutung der Autorität des Unionsrechts (1.), nach den Herausforderungen der Wirtschafts- und Währungsunion für diese Autorität (2.) und nach den möglichen Antworten auf die Herausforderungen (3.).

Peter-Christian Müller-Graff

Kapitel 1: Einleitung

Die Finanzmärkte sind geprägt durch ständigen Wandel und Innovationen. Die Verbriefung i. S. d. angelsächsischen True Sale Securitization, die ihre Ursprünge Anfang der 70er-Jahre in den USA hatte, hat sich seit Beginn dieses Jahrhunderts auch am Finanzstandort Deutschland als Finanzinstrument etabliert. Eine solche Verbriefung vollzieht sich in mehreren Schritten: Durch einen als Originator bezeichnetes Unternehmen werden Vermögenswerte auf eine eigens hierfür gegründete Zweckgesellschaft (Special Purpose Verhicle, SPV) übertragen. Diese zahlt im Gegenzug einen Geldbetrag an den Originator. Die Zweckgesellschaft emittiert Wertpapiere am Kapitalmarkt, die je nach konkreter Ausgestaltung der Konditionen erst in der Zukunft zu erbringenden Zahlungsansprüche gewähren und für dessen Erwerb Anleger ihrerseits einen Geldbetrag an die Zweckgesellschaft zahlen. Die Zweckgesellschaft verfügt im Wesentlichen nur über die von dem Originator an sie übertragenen Vermögenswerte. Die Werthaltigkeit der Wertpapiere hängt also maßgeblich von diesen Vermögenswerten ab, denn nur hieraus können die Zahlungsansprüche der Anleger befriedigt werden. Sie sind entsprechend dieser Abhängigkeit auf den Finanzmärkten als Asset Backed Securities (im weiteren Sinne) – frei übersetzt „Vermögenswert-besicherte Wertpapiere“ – erhältlich und handelbar. Eine dingliche Besicherung durch die Vermögenswerte erfolgt jedoch nicht. Hiermit kommt lediglich zum Ausdruck, dass die Vermögenswerte die alleinige Haftungsgrundlage darstellen, nur sie „sichern“ die Befriedigung der Zahlungsansprüche.

Wiebke Wesser

Kapitel 3: Rechtliche Struktur

In diesem Kapitel wird exemplarisch die rechtliche Struktur der zuvor gebildeten Beispieltransaktion dargestellt und untersucht. Die Untersuchung konzentriert sich auf die wesentlichen Eckpunkte, um die Grundlage der Zahlungsströme (Refinanzierung und prognostizierte Zahlungsströme, vgl. vorstehende Abb.1 unter „Kapitel 2: Ablauf der Verbriefung“, F. a. E., hervorgehobener Kreislauf) und das damit einhergehende Haftungskonzept zu verdeutlichen. Externe Absicherungsmaßnahmen werden von der rechtlichen Untersuchung ausgenommen, da die Anleger, auf die der Fokus in dieser Arbeit gesetzt wird, diesbezüglich keine direkten Rechtsbeziehungen unterhalten. Dagegen gebietet sich die Berücksichtigung der rechtlichen Beziehungen zwischen der Zweckgesellschaft als direkter Vertragspartnerin einerseits und der Bank in ihrer Funktion als Originatorin und Forderungsverwalterin, da diese einen maßgeblichen und unmittelbaren Einfluss auf den Charakter des durch den Anleger erworbenen Wertpapiers sowie dessen Chancen-Risiko-Profil haben. Die für den Anleger bestehenden Vorteile und Risiken aus zusätzlichen Absicherungsmaßnahmen beeinflussen dieses Profil zwar auch, sind im Übrigen aber allgemeiner Natur und unterscheiden sich nicht von den Absicherungsmaßnahmen, die auch im Rahmen anderer Finanztransaktionen getroffen werden können, so dass auf ihre genauere rechtliche Untersuchung zur Darstellung des speziellen Haftungskonzepts der Verbriefung verzichtet wird. Solche Absicherungsmaßnahmen werden somit erst wieder im Rahmen der Risikountersuchung („Kapitel 4: Risiken des Anlegers“) thematisiert. Die nachfolgende Untersuchung folgt im Übrigen dem bisherigen chronologischen Aufbau.

Wiebke Wesser

6. Risikomanagement

In den vergangenen Jahren ist es im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu zahlreichen Zusammenbrüchen von Unternehmungen gekommen. Diese wurden nach der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sowie auch (zumindest zum Teil), nach Meinung der Gerichte, durch fehlendes Risikobewusstsein verursacht.Risiken entstehen dadurch, dass die Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen nur bedingt vorhergesagt werden können. Daher ist eine der wichtigsten Aufgaben der Unternehmensleitung, Risiken zu erfassen, zu beurteilen und in der Folge durch geeignete Maßnahmen zu beeinflussen. Unter Risikomanagement versteht man die Führung des Unternehmens aus der Gesamtschau aller seiner Risiken und ihrer Beherrschung. Mit Gefahren ist planvoll und zielgerichtet umzugehen. Durch die systematische Anwendung der Instrumente sollen die Unternehmensentscheidungen möglichst weit in den Bereich der kalkulierten Wahrscheinlichkeiten verschoben werden. Hierzu muss sich das Management zunächst aller wesentlichen Risiken bewusst werden und entscheiden, welche Maßnahmen im Umgang mit ihnen zu treffen sind. Dadurch sollen bestehende und vor allem auch potenzielle Risiken kalkulierbar und somit kontrollierbar werden.

Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Tenckhoff, Silvester Siegmann

5. Reifephase – Bewährung und Bewahrung mittelständischer Strukturen

Bei der Einführung des Lebenszykluskonzepts wurde bereits eine kurze Charakterisierung der Reifephase eines Unternehmens vorgenommen. Demnach lässt sich ein Rückgang des Wachstums beobachten, der allerdings nicht als ein krisenhaftes Phänomen zu interpretieren ist. Vielmehr handelt es sich bei einem „reifen“ Unternehmen um ein etabliertes Unternehmen, das sich zumeist durch eine hohe Stabilität in den Ergebnissen auszeichnet. Es haben sich Organisations- und Managementstrukturen ausgebildet, die zugleich handlungsleitend für die Organisationsmitglieder sind.

Holger Reinemann

Geldpolitik

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kontoführung

C, vgl. Ziffer 2 Bankauskunftsverfahren: Bankauskünfte sind allgemein gehaltene Feststellungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden, seine Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit. In der Bankauskunft werden keine betragsmäßigen Angaben über Konto- oder Depotguthaben und Kredite gemacht.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Dritter Teil: Unternehmensüberwachung

Um das Erreichen der angestrebten Unternehmensziele auf allen Ebenen sicherzustellen, bedarf es der Installierung vernetzter Überwachungssysteme. Die Strukturen derartiger Systeme können als interne Überwachungssysteme von den Unternehmen selbst gestaltet oder aber als externe Überwachungssysteme vom Gesetzgeber oder Institutionen hoher Autorität vorgegeben werden. Die Aufgabe der betriebswirtschaftlichen Überwachungstheorie besteht in diesem Zusammenhang zunächst darin, den Führungsinstanzen geeignete Entscheidungsregeln und ‑werte zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe der Zielerreichungsgrad umfassend und permanent überwacht werden kann. Darüber hinaus hat die Überwachungslehre zu analysieren, inwieweit die normierten externen Überwachungsvorschriften in der Lage sind, den Interessen der Stakeholder von Unternehmen (z. B. Aktionäre, Gläubiger, Investoren, Schuldner, Management), des Gesetzgebers oder von Institutionen hoher Autorität (z. B. IFAC, IDW) Rechnung zu tragen und wie u. U. die Überwachungsvorschriften geändert werden müssten, um die Ziele der genannten Gruppen zu verwirklichen.

Carl-Christian Freidank

Versicherungsaufsichtsrecht

Der zentrale Zweck der Versicherungsaufsicht liegt im Schutz der Versicherten (gemeint sind mit dieser dem VAG eigenen Ausdrucksweise alle Träger versicherter Interessen, also bei der Eigenversicherung auch Versicherungsnehmer) gegenüber den Versicherern. Insbesondere soll im Interesse der Versicherungsnehmer die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sichergestellt werden (s. nur §§ 89 Abs. 1 S. 1, 138 Abs. 1, 213 S. 1, 294 Abs. 4 S. 1, 300 S. 1, S. 2 VAG). Dieser Zweck folgt aus dem gewerbepolizeilichen Ursprung der Versicherungsaufsicht, den grundrechtlichen Schutzpflichten des Staates zugunsten der Versicherungsnehmer (s. dazu BVerfG VersR 2005, 1109 ff.; 1127 ff.), dem Sozialstaatsprinzip, den europarechtlichen Vorgaben zur Ausgestaltung der Aufsicht sowie den Motiven und der Ausgestaltung des VAG (s. Winter, Versicherungsaufsichtsrecht, S. 56 ff.; PVR Rn. 22).

Christian Armbrüster

Kapitel 72. Fehlende Anreizsteuerung

Gerade der Faktor Vergütung kann häufig als ein zentraler Grund angeführt werden, warum Unternehmen in Schieflage geraten und unverhältnismäßig hohe Risiken eingegangen werden. In der Finanzkrise sieht man in der Nachschau sehr deutlich, welche Auswirkungen besonders aggressive Vergütungssysteme haben können und in welchem krassen Gegensatz sie zur nachhaltigen und risikosensiblen Entwicklung des Unternehmens stehen können.

Christian Glaser

Kapitel 55. Isoliertes Paralleluniversum

Silos sind per Definition „große Speicher“ und eignen sich deshalb hervorragend zur Lagerung. Etwa in der Landwirtschaft. Wenn allerdings Informationen und Daten „gelagert“ werden sollen, sind Silos denkbar ungeeignet! Speziell in großen Unternehmen mit mehreren Abteilungen und unterschiedlichen Systemen ist dies ein zentrales Problem. Nicht umsonst hat sich im Bankenumfeld die Bankenaufsicht eingemischt und fordert in den Vorgaben zur Risikodatenaggregation (BCBS 239), dass risikorelevante Daten schnell und einheitlich aggregiert und ausgewertet werden müssen.

Christian Glaser

Kapitel 86. Überwälzen der Verantwortung

Manager haften für Pannen und Risiken, die sich im Unternehmensalltag ergeben, vielfach persönlich. Bei Finanzdienstleistern sind die Haftungsrisiken durch die Regeln der Bankenaufsicht häufig sogar noch strenger.

Christian Glaser

Zurück in der Spur: Die europäische Finanzmarktintegration von der Krise bis zur Kapitalmarktunion

Mit dem Ausbruch der Weltfinanzkrise 2007ff. galten Finanzmärkte als diskreditiert. Auch für die europäische Finanzmarktintegration bedeutete dieses einschneidende Ereignis zunächst einen plötzlichen Stopp. Dieser entpuppte sich aber nur als temporär. Vielmehr nimmt die Finanzmarktintegration mit dem Projekt der Kapitalmarktunion wieder richtig Fahrt auf. Dabei wird die Finanzmarktintegration in drei Phasen eingeteilt: Einer Phase der Beschleunigung in den 1990er und 2000er Jahren folgte die Phase der Re-Regulierungsinitiativen, ehe mit der Einführung der Kapitalmarktunion eine neue Phase der Integration eingeleitet wird. Dieses Papier versucht, diese Entwicklung zu analysieren. Dabei wird die europäische Finanzmarktintegration als Abfolge spezifischer Projekte interpretiert, die Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen sind und in welchen sich spezifische materielle Interessenlagen ausdrücken. In einem Kontext der finanzdominierten Akkumulationsweise in Europa ist die Re-Regulierungsagenda der Finanzkrise denn mehr als „Alter Wein in neuen Schläuchen“ zu interpretieren, der auf eine Verbesserung der Funktionsweise der Finanzmärkte abzielt, ohne deren Sinn und Zweck grundsätzlich in Frage zu stellen. Zug sogar ‚back on track‘ und nimmt mit dem Projekt der „Kapitalmarktunion“ wieder richtig Fahrt auf.

Simon Guntrum

Das (un)heimliche Zentrum der Macht – Zum Wandel der Europäischen Zentralbank in der Krise

Vor nicht allzu langer Zeit galt die Europäische Zentralbank (EZB) als Prototyp einer unabhängigen Institution, die in ihrem Selbstverständnis stark durch ordoliberale Ideen geprägt ist. Im Zuge der europäischen Krisendynamiken hat sich jedoch nicht nur ihre Operationsweise mehrfach verändert, sondern auch ihr Aufgabenbereich wurde deutlich erweitert. Die meisten Beobachter sind sich einig, dass diese Veränderungen in hohem Maße krisengetrieben sind. Umstritten ist hingegen, durch welche sonstigen Faktoren – politische und ökonomische Interessenlagen sowie konzeptionelle Diskurse – die Transformation der EZB beeinflusst wird. Der nachfolgende Text geht der Frage nach genau diesen Einflussfaktoren nach und versucht den aktuellen Wandel der EZB strategisch zu bewerten. Die Analyse betont dabei insbesondere die polit-ökonomischen Strukturen und Prioritäten und stellt heraus, inwiefern die veränderte Operationsweise einem modifizierten, am anglo-amerikanischen Central Banking orientierten Leitbild entspricht und welchen Interessen, Diskursen und Akteuren dieser Wandel entgegenkommt. Dabei spricht einiges dafür, dass der kriseninduzierte Machtzuwachs der EZB nicht nur weitreichende Folgen hat, sondern angesichts zugespitzter Widersprüche künftig stärker politisiert und hinterfragt werden wird.

Mathis Heinrich

Die Europäische Wirtschaftsunion zwischen Vertiefung und Desintegration. Blockade und wachsende Asymmetrie zwischen Deutschland und Frankreich

Seit dem Ausbruch der Euro-Krise hat sich eine intensive Diskussion über die institutionelle Reform der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) entwickelt. Doch trotz weitreichender Reformvorschläge von Seiten Frankreichs und der Europäischen Kommission verläuft der Reformprozess schleppend und inkrementell, sodass die grundlegenden ‚Konstruktionsfehler‘ der EWWU bisher nicht beseitigt wurden. Der Beitrag argumentiert, dass der Reformprozess nicht bloß durch vorübergehende ‚Meinungsverschiedenheiten‘ zwischen den Mitgliedsstaaten, sondern durch eine zunehmende wirtschaftliche Asymmetrie in der deutsch-französischen Achse gelähmt ist. Dieser Asymmetrie liegt wiederum eine Re-Orientierung Deutschlands in der europäischen und internationalen Arbeitsteilung zugrunde. Um dieses Argument auszuführen, stellt der Beitrag zunächst die historische Entwicklung und Bedeutung des deutsch-französischen Bilateralismus in der europäischen Wirtschaftsintegration dar und beleuchtet den bisherigen Verlauf der EWWU-Reformdiskussion. Hieran anschließend diskutiert er die Widersprüche und Unzulänglichkeiten der aktuellen Reformvorhaben und erklärt diese im Rahmen einer Analyse der wachsenden wirtschaftlichen Asymmetrie zwischen Deutschland und Frankreich und der zunehmenden wirtschaftlichen Re-Orientierung Deutschlands nach Osten in Richtung der Visegrád-Länder und der asiatischen emerging markets.

Etienne Schneider, Felix Syrovatka

15. Rahmenbedingungen und aktuelle Marktsituation

Seit Jahren wird für die Lebensversicherungsbranche eine drastische Konsolidierungswelle vorausgesagt. Ganz so rasant ist dies bisher nicht eingetreten, die Anbieterzahlen gehen aber langsam zurück. Ende 2014 waren 87 Lebensversicherer in Deutschland tätig. Im Jahr 2000 waren es noch 119 (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., 2015, S. 12).

Robert Wolff

Corporate Governance und regulatorische Aspekte bei M&A-Transaktionen im deutschen Finanzmarkt

Nicht erst seit der Brexit-Entscheidung Großbritanniens sind regulatorische Anforderungen für Banken und Unternehmen zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Bereits im Dezember 2013 brachte KPMG eine Studie heraus, die sich den „Auswirkungen regulatorischer Anforderungen“ widmete. Darin wurden die kontinuierlich steigenden regulatorischen Anforderungen und ihre Auswirkungen auf das Bankgeschäft untersucht.

Jasmin Kölbl-Vogt

Kapitel 1. Einleitung

Diese Aussage, die der Ökonom Neil Wallace bereits lange vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008 traf, verdeutlicht den grundlegenden Zielkonflikt, vor dem eine Institution steht, die erwägt, in einem Bankensektor eine Liquiditätsregulierung einzuführen, um diesen zu stabilisieren, ohne die Banken jedoch gleichzeitig allzu sehr in ihrer Funktionalität einzuschränken.

Martin Windl

Kapitel 2. Audit, Continuous Audit, Monitoring und Revision

In der Fachliteratur werden die Begriffe Prüfung (Auditing) und Überwachung (Monitoring) oft synonym verwendet. In diesem kurzen Kapitel wird der Versuch unternommen, diese wesentlichen Begriffe der Revisionswelt anhand der gesetzlichen Grundlagen und der berufsständischen Standards der Internen und Externen Revision zu differenzieren. Darüber hinaus werden die im direkten Zusammenhang stehenden Begriffe „Continuous Auditing“, „Continuous Monitoring“ und der ins Deutsche überführte Begriff „Audit“ näher beleuchtet und eine Differenzierung versucht. Dazu werden zuerst die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen betrachtet. Dabei ist zu beachten, dass verschiedene Branchen besonderen Regeln zur Internen Revision unterliegen, die eine Ausstrahlung auf die gesamte Revisionswelt entwickeln. Die Finanzwirtschaft ist hier ein prominentes Beispiel.

Peter Duscha

Kapitel 3. Instabilitäten: Konjunktur, Inflation, Finanzkrisen

Die makroökonomische Dynamik entwickelter Volkswirtschaften ist häufig gekennzeichnet durch zwei hervorstechende Fakten: Großen Schwankungen im Wachstum von Produktion und Realeinkommen sowie einem anhaltenden Anstieg des gesamtwirtschaftlichen Preisniveaus. Das oszillatorische Verhalten der realwirtschaftlichen Aktivität wird als Konjunktur bezeichnet. Es zeigt sich in Fluktuationen der gesamtwirtschaftlichen Güterproduktion um den langfristigen Wachstumstrend oder in Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotentials.

Uwe Vollmer

Kapitel 4. Wachstum und Entwicklung

Wirtschaftshistorisch gesehen, sind anhaltendes Wachstum und damit einhergehende Verbesserungen der allgemeinen Lebensbedingungen relativ junge Phänomene (GALOR, 2011). Nach vielen Jahrhunderten wirtschaftlicher Stagnation sind sie sichtbarer Ausdruck einer Dynamik, die mit der im frühen 19. Jahrhundert beginnenden Industrialisierung eingesetzt hat und von den Innovationsschüben der „industriellen Revolution“ angefeuert wurde. Zwar gab es auch in früheren Jahrhunderten Produktions-, Einkommens- und Preisniveauschwankungen, doch waren dies weitgehend temporäre Abweichungen von stationären Gleichgewichten mit im langfristigen Durchschnitt konstanten Einkommen bei hoher Ungleichheit der Verteilung und verbreiteter Armut.

Dieter Bender, Michael Frenkel

Kapitel 6. Währung und Internationale Finanzmärkte

Die rasante Entwicklung der Transport-, Informations- und Kommunikationstechnologien hat in den vergangenen Jahrzehnten den Grad an internationaler Verflechtung – und zwar sowohl im Bereich des Außenhandels als auch bei den internationalen Kapitaltransaktionen – ständig zunehmen lassen, was zumeist mit dem Schlagwort „Globalisierung“ gekennzeichnet wird. Im Beitrag 3 (Internationaler Handel) wird insbesondere die Allokation von Produktionsfaktoren im Rahmen der Weltwirtschaft untersucht, die daraus resultierende Produktionsspezialisierung einzelner Länder sowie die darin zum Ausdruck kommende internationale Arbeitsteilung. Diese Analyse vollzieht sich im Rahmen einer Tauschwirtschaft, mit dem Schwerpunkt auf einer mikroökonomischen Betrachtung einzelner Güter, die exportiert oder importiert werden. Im Gegensatz dazu werden in diesem Beitrag Geld und in Geld ausgedrückte Preise berücksichtigt. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt der Analyse von einzelnen Gütern und Faktoren sowie deren Preisen zu Aggregaten.

Heinz-Dieter Smeets

Kapitel 2. Wertorientierte Unternehmensführung

Wie auch in Kap. 1 gilt hier, dass zunächst nur ein Überblick gegeben wird, der auf der existierenden Literatur basiert. Details, besonders zu den Berechnungen, folgen dann später, wenn wir uns mit den Beispielunternehmen beschäftigen und mit dessen Zahlen das Beteiligungscontrolling und die Bewertung Schritt für Schritt und mit entsprechendem Tiefgang durchsprechen.Die wertorientierte Unternehmensführung ist schon seit einigen Jahren bekannt und hatte sicherlich schon einmal einen Höhepunkt erreicht. Dann wurde aber zunehmend auch Kritik laut, dass es nicht sein kann, alles in einer Unternehmung der Wertsteigerung für den „Shareholder“ zu unterwerfen, sondern es seien primär das ganze Umfeld, also die „Stakeholder“ (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und u. a. Anteilseigner etc.) zu berücksichtigen.Ich persönlich bin sicherlich ein Anhänger von Wertsteigerungsmanagement, allerdings haben wir auch in der deutschen Wirtschaft (wie immer) entsprechende Übertreibungen gesehen und somit hat dieser Managementansatz derzeit leider einen negativen Beigeschmack.

Bernd Heesen

Kapitel 3. Regulierung

Die ökonomische Theorie der Regulierung befasst sich traditionell mit den Sektoren einer Volkswirtschaft, die auch in Deutschland lange Zeit sowohl durch intensive staatliche Eingriffe als auch durch den Betrieb von Unternehmen durch den Staat selbst gekennzeichnet waren (vgl. Borrmann und Finsinger, 1999). Bei diesen Sektoren handelt es sich insbesondere um die so genannten Versorgungsbereiche wie Energieversorgung, Telekommunikation und Post, Wasserversorgung und Transportwesen. Im Zuge des Liberalisierungsprozesses ab Mitte der 1990er Jahre wurde das Eigentum des Staates an den in diesen Sektoren tätigen Unternehmen schrittweise zurückgefahren, wenn auch heute noch in einigen Branchen substanzielle Anteil der Versorgungsunternehmen im staatlichen Eigentum stehen.

Ralf Dewenter, Ulrich Heimeshoff
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