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Bankenaufsicht

weitere Buchkapitel

KI in Banken

Die Bank der Zukunft

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein zunehmender integraler Bestandteil der Welt, in der wir leben. Der zukünftige Erfolg von Banken erfordert eine ganzheitliche Transformation, die mehrere Ebenen der Organisation umfasst. Dieser Beitrag geht auf die einzelnen Geschäftsbereiche des Bankensektors ein und beleuchtet deren Transformationspotenzial im Hinblick auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Hierbei soll herausgearbeitet werden, welche Bereiche sich wahrscheinlich aufgrund von künstlicher Intelligenz verändern werden und welche Bereiche weiter an ihrer klassischen Arbeitswelt festhalten können.

Daniel A. Schmidt

13. Krisenstäbe in Wirtschaftsunternehmen

Grundsätzlich unterscheiden sich Krisenstäbe in Unternehmen, die aufgrund ihrer Dienstleistungen oder Produkte kein explizites Gefahrenpotenzial aufweisen, und deren Auftrag nicht von anderen Krisenstäben. Ad hoc sollen komplexe Probleme durch klare Verantwortlichkeiten strukturiert und effizient bewältigt werden. Unternehmensstäbe werden in diesem Beitrag unter den Aspekten rechtliche Grundlagen, Auf- und Ablauforganisation, Stabsräumlichkeiten und eingesetztem Personal betrachtet. Essenziell sind dabei zwei Faktoren: Gesetzliche Anforderungen und Wirtschaftlichkeit. Ihre Balance sind Ursache, Treiber und Ziel von Investition und Aufbau. Diese Spannungsfelder stehen im Mittelpunkt des Beitrags. Krisenstäbe aus Unternehmen der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) werden nicht näher betrachtet.

Katrin Osarek, Gesine Hofinger

Kapitel 11. Kreditfinanzierung und Mezzanine-Finanzierung

Um die Besonderheiten der KreditfinanzierungKreditfinanzierung und Mezzanine‐FinanzierungMezzanine‐Finanzierung zu verdeutlichen, wird zunächst im Abschn. 11.1 auf deren wesentlichen Merkmale und Voraussetzungen eingegangen. Im Mittelpunkt der darauf folgenden Abschn. 11.2 und 11.3 steht die Kreditfinanzierung, und zwar unterteilt nach kurzfristigen Krediten sowie mittel- und langfristigen Krediten. Der abschließende Abschn. 11.4 beschäftigt sich mit der Mezzanine‐Finanzierung.

Hans Paul Becker, Arno Peppmeier

2. Jahresabschluss der Kreditinstitute

Lernziele: Sie werden die unterschiedlichen Bestandteile des Rechnungswesens einer Bank kennen lernen. Ihnen werden die Aufgaben des externen Rechnungswesens dargestellt. Sie können anschließend die rechtlichen Grundlagen der externen Rechnungslegung erläutern.

Olaf Fischer

1. Bankrechtliche Rahmenbedingungen

Lernziele: Sie werden die Begriffe Institut und Finanzunternehmen sowie Bankgeschäfte erläutern können. Ihnen werden die Grundlagen der Bankengründung aufgezeigt. Sie werden die Begriffe Handelsbuchinstitut und Nichthandelsbuchinstitut darstellen können. Ihnen werden das Einlagensicherungssystem sowie die nationale Bankenaufsicht vorgestellt.

Olaf Fischer

Open Access

Chapter 5. Germany: Financial Crises and Formalization of Banking Supervision

In Germany, the banking supervision formalized as a consequence of the severe banking crises of the early 1930s, just as in many other countries on the European continent. The formalization process was initiated with the decisions to temporarily take over some of the large commercial banks that faced default in the banking crisis in 1931. Due to the extended loans and direct ownership stakes, the government established a board to look after its interests. The “temporary” measures were made permanent by the Nazi-government as one of several institutional and organizational means to have banks accommodate the economic policies of the regime. All three elements of banking supervision formalization (regulation, a supervisor, and supervision) were in place by the mid-1930s. However, given the very high level of control over the banks at the time, it is misleading to date the emergence of formal banking supervision to this time. During the occupation years, the banking supervision (in West-Germany) was organized at the state-level, similar to the US system. We date the full formalization after the Second World War when the German central government's control over the banking sector ended.

Eiji Hotori, Mikael Wendschlag, Thibaud Giddey

Public Affairs und Lobbying aus Sicht von Kritikern

Sowohl Public-Affairs-Management & Lobbying (PAM&L) als auch die Kritik daran bilden normale Elemente demokratischer Politik. Sie gehören zusammen, sie können sich nicht gegenseitig überflüssig machen, weil PAM&L für demokratische Politik Lösung und Problem zugleich sind. Die klassische Kritik konzentriert sich auf politische Entscheidungsprozesse und die Rolle, die PAM&L darin spielen; ausgeblendet bleiben dabei die gesellschaftlichen Voraussetzungen demokratischen Regierens. Eine gesellschaftstheoretische Reflexion, hier auf der Basis der Theorie sozialer Systeme, kann zum einen zeigen, weshalb PAM&L ebenso notwendig sind wie deren Kritik. Sie kann zum anderen erklären, warum Wirtschaftsakteure nicht nur leichtere Zugänge zu politischen Entscheidungsprozessen haben, sondern von politischen Entscheidern auch öfter gerufen und angehört werden – obwohl die Kritiker begründet, nachhaltig und lautstark dagegen protestieren.

Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 19. Mit Factoring und Ratenkauf die Investitionen anlageintensiver Start-Ups finanzieren

Wie können Start-ups ihre Anlageinvestitionen finanzieren? Gibt es genug Kapital wenn Anlagen zum Skalieren angeschafft werden müssen und wer stellt es zur Verfügung? Mit Eigenkapital geht natürlich alles, aber für ein klassisches Fremdkapitalprodukt der Banken sind Start-ups aufgrund ihres Alters und der regulatorischen Vorgaben meist ungeeignet. Doch es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten Anlagevermögen auch mit einem geringen Eigenkapitaleinsatz zu finanzieren. In diesem Kapitel zeige ich, welchen Lösungsansatz wir bei everphone durch die geschickte Kombination der beiden klassischen Finanzinstrumenten Factoring und Ratenkauf entwickelt haben.

Alexander Ziegler

9. Digitalisierung in der Finanzdienstleistungsindustrie

Das Thema Digitalisierung ist seit einigen Jahren auch in der deutschen Finanzdienstleistungsbranche omnipräsent. Es ist Thema nahezu jedes Symposiums, jeder Fachkonferenz, jedes Smalltalks oder auch von Seminaren und Workshops. Die Frage ist dabei nicht mehr, ob die Digitalisierung auch den Finanzdienstleistungsvertrieb verändern wird, sondern vielmehr, wie schnell, wie umfangreich und wann. In diesem Kapitel werden einige Themenbereiche der Digitalisierung für den Vertrieb von Finanzdienstleistungen dargestellt.Neben Möglichkeiten zur Automatisierung bieten die unterschiedlichen, neuen Technologien insbesondere auch interessante neue Märkte und Vertriebsansätze. Je frühzeitiger nicht nur die Technologien eingesetzt, sondern auch die veränderten Denkweisen verinnerlicht und institutsweit gelebt werden, umso erfolgreicher wird ein Institut auch in Zukunft sein.

Christian Glaser

6. Kennzahlenbasierte Vertriebssteuerung

Eine Steuerung des Vertriebs ohne Kennzahlen ist heutzutage undenkbar. Erst anhand eines ganzheitlichen Vertriebscontrollings kann frühzeitig agiert und nicht mehr nur reagiert werden. Die Steuerung des Vertriebs wird damit aktiver und erhöht auch die Möglichkeiten, überproportional erfolgreich zu sein.Die Hauptaufgabe des Vertriebscontrollings ist es, steuerungsrelevante Informationen zu erheben und diese den Entscheidern in Form von Berichten zur Verfügung zu stellen. Dies reicht von einfachen Plan-Ist-Vergleichen bis hin zu komplexen Simulationen über prognostizierte Marktentwicklungen.Bei der Auswahl der Kennzahlen gilt es zudem zu berücksichtigen, dass die einzelnen Kennzahlen nicht isoliert voneinander betrachtet werden sollten, sondern in einem ganzheitlichen Kennzahlensystem. Hierin können und sollten – in vertretbarem Umfang – Wechselwirkungen genauso abgebildet werden wie die unterschiedlichen Perspektiven eines Finanzdienstleisters. Dies können rein finanzwirtschaftliche Aspekte sein, aber auch Kennzahlen aus dem Kunden- und Mitarbeiterbereich.

Christian Glaser

Teil – Grundlagen der Negotiation Governance

Der letzte Teil der Arbeit zielt darauf ab, die in der agenturtheoretischen Analyse herausgearbeiteten Risiko- und Problembereiche der unternehmerischen Verhandlungsvertretung einem juristischen Regelungssystem zu unterwerfen. Bisher wurde in der agenturtheoretischen Analyse zur Untersuchung der komplexen Wirkungszusammenhänge und Strukturierung der Entscheidungssituationen in Unternehmensverhandlungen eine vorwiegend wirtschaftswissenschaftliche Perspektive eingenommen. Angesichts der Verwurzelung der Prinzipal-Agenten-Theorie in der Ökonomik kann dies nicht verwundern. Die Negotiation Governance erfordert hingegen eine rechtswissenschaftliche Untersuchungsperspektive.

Jan van Uden

Rumänien: Rechtsstaatsdefizite und Basar-Governance

Nach drei Jahrzehnten der demokratischen und marktwirtschaftlichen Transformation verfügt Rumänien über eine unvollkommene, aber dennoch pluralistische und kompetitive Demokratie, mit Gewaltenteilung, einer zunehmend durchsetzungsfähigen Judikative, insgesamt freien Wahlen und uneingeschränkter Meinungsfreiheit. Anstelle eines einwandfrei funktionierenden Rechtsstaats ist jedoch ein „Basar-Governance“-Modell entstanden, in dem kurzsichtige Verhandlungen über die Verteilung öffentlicher Mittel, Klientelismus und rent-seeking das politische Geschäft dominieren.

Sorin Ioniță

Kapitel 3. Einführung der Pflichtprüfung als Reaktion auf Vertrauenskrise

Im Mittelpunkt von Kapitel 3 steht die Einführung der gesetzlichen Abschlussprüfung im Zuge der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 19. November 1931. In diesem Zusammenhang wird insbesondere die Ursache für die Entstehung der spezifisch deutschen Stellung des Abschlussprüfers ergründet, der im Außenverhältnis ein Garant der öffentlichen Publizität ist und zugleich im Innenverhältnis eine Unterstützungsfunktion gegenüber dem Aufsichtsrat innehat; eine Doppelfunktion, die im internationalen Vergleich einmalig ist und deshalb eine eingehende Analyse verlangt.

Willy Wirth

1. Einleitung

Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) wurde mit dem Vertrag von Maastricht primärrechtlich verankert. Die Schaffung der EWWU stellte einerseits eine notwendige Maßnahme zur Abrundung und Absicherung des Binnenmarktes dar. Andererseits sah sich die EWWU als „hinkende“, „asymmetrische“ Union mit einer voll integrierten Währungsunion und einer Wirtschaftsunion, die von zahlreichen Souveränitätsvorbehalten der Mitgliedstaaten (MS) gekennzeichnet ist, von Anfang an besonderen Stabilitätsproblemen ausgesetzt. Durch den schrittweisen Umbau der EWWU im Gefolge der großen Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 konnte eine fundamentale Bewährungsprobe bewältigt werden. Die Corona-Krise und die Aufgaben, die aus der Umsetzung der „Agenda 2030“ resultieren, haben aber neue Herausforderungen geschaffen.

Peter Hilpold

7. Bankenunion und Ratingagenturen

Die Bemühungen zum Aufbau einer Bankenunion sind unmittelbare Folge der großen Finanz- und Wirtschaftskrise, die im Jahr 2007 ihren Ausgang genommen hat. Rasch wurde erkannt, dass Staatsschuldenkrise und Bankenkrise eng miteinander verwoben waren. Angesichts der zentralen Rolle des Bankensystems für die Finanzinfrastruktur der Mitgliedstaaten bedeuten systemische Schwächen in diesem Bereich eine Gefährdung der Stabilität der Volkswirtschaftsordnung insgesamt.Dieser Reformprozess, der u.a. einen einheitlichen Aufsichtsmechanismus, einen einheitlichen Abwicklungsmechanismus und eine europäische Einlagensicherung vorsieht, ist noch nicht abgeschlossen, auch da hier wiederum Grundsatzfragen über die Reichweite der Solidarität innerhalb der EWWU zu klären sind.Weitere Bemühungen gelten der Reform des Ratingwesens, wobei Versuche, diesbezüglich ein eigenständiges System aufzubauen, das von jenem der USA unabhängig sein sollte, bislang erfolglos geblieben sind. Das Hauptaugenmerk gilt deshalb der Stärkung der Transparenz und der Zuverlässigkeit der diesbezüglichen Berichte.

Peter Hilpold

Kapitel 6. Schlussbetrachtung

Die nachstehenden Ausführungen dienen dazu, die zentralen Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit zusammenzufassen und durch eine Ableitung von Implikationen für den IASB sowie nationale Gesetzgeber zu würdigen. Abschließend werden die Limitationen der Arbeit aufgezeigt sowie ein Forschungsausblick gegeben.

Tatjana Wirt

Kapitel 5. Empirische Untersuchung

Die folgende empirische Analyse dient der Beantwortung der beiden eingangs formulierten Forschungsfragen und gliedert sich dementsprechend in zwei Teile. Während der nachstehende erste Teil der empirischen Untersuchung der Frage nach der Entscheidungsnützlichkeit von Fair Values der drei Hierarchiestufen nachgeht, widmet sich der daran anschließende zweite Teil der Untersuchung dem Einfluss der Länderfaktoren.

Tatjana Wirt

14. Wachstumsfinanzierung

Instrumente der Unternehmensfinanzierung für KMU und Startups nach der Gründungsphase

Etablierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können wachsen, Unternehmensgründungen müssen wachsen. Beiden Gruppen ist gemein, dass sie zur Realisation ihres Wachstums auf mehr oder weniger umfangreiche finanzielle Mittel angewiesen sind. Der Beitrag zeigt daher auf, welche Finanzierungsinstrumente für KMU und welche für Startups typischerweise zum Einsatz kommen und welche gemeinsamen Ansatzpunkte es diesbezüglich gibt. Ausgangspunkt der Betrachtung ist eine Auseinandersetzung mit den Gründen für das Wachstum und die empirisch dafür genutzten Finanzierungsinstrumente. Diese Instrumente (u. a. Innen-, Kredit- und Mezzaninfinanzierung, Private Equity, Venture Capital und vielfältige Förderprogramme) werden einzeln vorgestellt und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile diskutiert. Mit ICOs – Initial Coin Offerings und Pay-per-Use-Krediten werden zwei neuere Finanzierungsinstrumente vorgestellt. Die Mitarbeiterbeteiligung stellt ein klassisches Instrument dar, dessen vielfältige Möglichkeiten bei weitem noch nicht ausgereizt sind.

Tim Kampe, Andreas Uphaus

Kapitel 7. Neue Herausforderungen in der Finanzsphäre

In diesem Kapitel werden die neuen Entwicklungen in der Internetökonomie analysiert. Zum einen die Blockchain-TechnologieBlockchain und zum anderen das Handeln von Finanzprodukten elektronisch über Börsen (algorithmischer Handel) oderHandel, algorithmischer Peer-to-PeerPeer-to-Peer-Handel im Sinne von CrowdfundingCrowdfunding. Die Anforderungen der Geschäftsmodelle der Internetökonomie werden mithilfe dieser Technologien demonstriert.

Harald Meisner

Kapitel 4. Elektronische Märkte und Finanzwirtschaft

In diesem Kapitel wird die Funktionsweise von elektronischen Märkten erläutert und der Bezug zur Finanzwirtschaft hergestellt. In diesem Zusammenhang werden die Geschäftsprozesse der Unternehmen der Finanzwirtschaft im Kontext der Internetökonomie dargelegt und es wird gezeigt, dass sich alle Prozesse in der Internetökonomie als Netzwerkprozesse darstellen lassen.

Harald Meisner

Kapitel 2. Aufsichtsrechtliche Einordnung von Kryptowerten

Die Rechtsnatur von Kryptowerten ist zur rechtlichen Erfassung der tatsächlichen Vorgänge von zentraler Bedeutung. Eine klare Einordnung von Kryptowerten in das Rechtssystem schafft Rechtssicherheit und Vertrauen in die zugrunde liegende Technologie. Mangels universeller Legaldefinition des Begriffs wird sowohl der zivilrechtliche als auch der aufsichtsrechtliche Charakter von Kryptowerten in der Literatur vielfach diskutiert. Aufgrund des aufsichtsrechtlichen Schwerpunkts dieses Buches wird an dieser Stelle nicht auf die verschiedenen Ansichten zur zivilrechtlichen Einordnung eingegangen. Im Folgenden wird die Erfassung von Kryptowerten durch das Kapitalmarkt- und das Bankaufsichtsrecht sowie die Auswirkungen der jeweiligen Einordnung erläutert.

Hannah Appel

Kapitel 4. Kreditwürdigkeit

Bei der Beantragung eines Darlehens überprüft die Bank die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung wird festgestellt, inwiefern ein Kreditnehmer seinen zukünftigen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachkommen kann. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Bonitätsprüfung. Die Banken sind dazu verpflichtet, in Abhängigkeit von der Bonität des Kreditnehmers, eine entsprechende Eigenkapitalunterlegung vorzunehmen. Die mit der Kreditvergabe einhergehenden Eigenkapital- und Risikokosten erhöhen den individuell zu zahlenden Kreditzinssatz des Darlehensnehmers.

Dirk Noosten

3. Bilanztechnische Aspekte beim Buchgeld und bei aktuellen Themen

Das Zusammenspiel zwischen dem Buchgeld der Banken und der Zentralbank, deren Kreisläufe ja getrennt sind, wird diskutiert. Die Sonderrolle des Staates als zugelassener Kontoinhaber wird herausgearbeitet. Die indirekte monetäre Staatsfinanzierung durch Anleiheankäufe des Eurosystems wird thematisiert, ebenso das Konzept des Helikoptergelds. Eingehender behandelt wird das Instrument der Ausgleichsforderungen als Bilanzhilfe im Fall einer Finanz- und Bankenkrise. Diskutiert werden zudem innovative, digitale bzw. tokenbasierte Bezahlformen zwischen Nichtbanken, sowie der sog. Geldschöpfungsmultiplikator. Zudem werden Inkonsistenzen in der aktuellen Politik des Eurosystems angesprochen. Es wird ein Zwischenfazit gezogen.

Hans F. Bauer

1. Einleitung und Überblick

Im Zentrum des Buches steht die Bedeutung der Arbeitsguthaben der Banken bei der Zentralbank und ihrer Rolle beim unbaren Zahlungsverkehr zwischen Banken. In Form von Thesen werden in diesem Kapitel die wichtigsten Fragen und Themen vorgestellt, die im Buch behandelt werden. Neben dem Zahlungsverkehr zwischen Banken geht es dabei auch um die Verwendung des Buchgelds der Zentralbank durch den Staat. Die Thesen thematisieren auch Auffassungen in den Medien zu den Negativzinsen, diskutiert wird auch das Instrument der Ausgleichsforderungen im Fall einer Finanzkrise, die neuen digitalen Bezahlformen sowie die Einschätzung der TARGET2-Salden.

Hans F. Bauer

6. Zentralbankgeld als Arbeitsguthaben für den Zahlungsverkehr

Im Mittelpunkt steht das Buchgeld der Zentralbank, das als „Arbeitsguthaben“ bzw. Liquidität als Deckung für den unbaren Zahlungsverkehr dient. Thematisiert wird das Zusammenspiel mit der Mindestreserve, das Durchwirken des Geldmarktzinses bzw. der Negativverzinsung überschüssigen Zentralbankgeldes auf die Konditionen im Passivgeschäft der Banken. Die Idee einer Steuerung des Geldmarktzinses etwa ausschließlich über den Zentralbankgeldbedarf für Arbeitsguthaben im Zahlungsverkehr wird vorgestellt, ebenso wie die Auswirkungen der verschiedensten Bankgeschäfte auf den Zu- und Abfluss von Zentralbankgeld. Der Quotient aus Zahlungsverkehrsvolumen zu Arbeitsguthaben bei der Zentralbank weist eine besonders hohe Umschlagshäufigkeit aus in 2013 und 2014, die danach aber wegen der einsetzenden höheren Liquiditätsausstattung der Banken absinkt.

Hans F. Bauer

Kapitel 7. Führung und Überwachung als Bestandteil der Corporate Governance

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, welche Merkmale die Führung im Corporate Governance-Sinne ausmachen und besonders wie der Aufsichtsrat seine strategische Überwachungsaufgabe wahrnehmen kann. Anstelle einer institutionellen Perspektive wird in diesem Kapitel eine Managementperspektive und damit eine eher gestaltungsorientierte Sichtweise eingenommen. Zunächst wird eine theoretische Grundlage zur Führung und insbesondere zur Überwachung geschaffen. Bei den anschließend dargestellten empirischen Befunden handelt es sich um einen Auszug aus einem durch die Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt zur „Strategischen Überwachung durch den mitbestimmten Aufsichtsrat in Krisenzeiten“ aus dem Jahr 2010. Diese vermitteln die aktuelle Praxis der deutschen Überwachung durch den Aufsichtsrat. Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung sowie eine Diskussion der zuvor dargestellten Befunde ab.

Martin K. Welge, Marc Eulerich

Kapitel 4. Expertenstudie

Um die vorherigen Ausführungen mit aktuellen und branchenbezogenen Informationen anzureichern, wurde eine Expertenstudie mit insgesamt neun Experten aus Wissenschaft und Praxis durchgeführt und mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Damit die Einschätzungen der Bankenpraxis möglichst umfassend und aussagekräftig sind, wurden Experten von Kreditinstituten, von Bankenverbänden sowie von den zuständigen Aufsichtsbehörden befragt. Dabei zeigt sich, dass sich die Experten insgesamt zwar in einigen wesentlichen Punkten einig sind, es teilweise aber unterschiedliche Sichtweisen der Wissenschaftler und der Aufsichtsbehörden auf der einen Seite und den Instituten und Verbänden auf der anderen Seite gibt.

Jessica Hastenteufel, Laura Weber

Kapitel 5. Kritische Schlussbetrachtung

Die Bankenaufsicht hatte als Schwerpunkt ihrer aufsichtlichen Tätigkeit für das Jahr 2020 die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle festgelegt. Vier Quartale nach dieser Festlegung stehen Banken noch immer vor neuen Herausforderungen. Während die vergangenen Jahre von einer konjunkturell stabilen und guten wirtschaftlichen Lage geprägt waren, befindet sich Deutschland derzeit in einer Rezession, die Experten zufolge noch weit in das Jahr 2021 oder sogar darüber hinaus andauern wird.

Jessica Hastenteufel, Laura Weber

Kapitel 2. Risiko- und Krisenmanagement in Banken

Die Geschäftstätigkeit von Banken ist unweigerlich mit Risiken verbunden. Seien es die operationellen Risiken, die sich allein schon aus der unternehmerischen Tätigkeit heraus ergeben, oder die Liquiditäts- und Erfolgsrisiken, die aus der konkreten Geschäftstätigkeit von Banken resultieren. Daher ist es für Kreditinstitute essenziell, eine Risikopolitik im Unternehmen zu etablieren und auf dieser Basis auch ein geeignetes Risikomanagementsystem zu entwickeln und zu implementieren.

Jessica Hastenteufel, Laura Weber

Kapitel 3. Krisen und ihre Auswirkungen auf das Risikomanagement von Banken

Kreditinstitute waren in der Vergangenheit mit zahlreichen und teilweise sehr unterschiedlichen Krisen konfrontiert und in unterschiedlichem Maße davon betroffen. Die Finanzkrise der Jahre 2007 ff., die sich spätestens durch die Pleite der Bank Lehman Brothers manifestierte, hatte dabei einschneidende Auswirkungen auf die Kreditinstitute. Diese Krise hatte ihren Ursprung im US-amerikanischen Immobilienmarkt und sich schließlich über die amerikanischen Institute international ausgebreitet.

Jessica Hastenteufel, Laura Weber

Kapitel 2. Zielorientierter Einsatz der Instrumente der Bilanzanalyse

1 Was ist unter dem Begriff Bilanzanalyse zu verstehen? 2 Welches Ziel verfolgt die Bilanzanalyse? 3 Bedeutung der Bilanzanalyse für das Rating/die Due Diligence Prüfung? 4 Was versteht man unter qualitativer und quantitativer Bilanzanalyse? 5 Was ist eine Strukturbilanz? 6 Was versteht man unter dem Leverage-Effekt? 7 Welche Aufgabe hat das Managementinformationssystem? 8 Was ist das Gesamtkosten- und das Umsatzkostenverfahren? 9 Welche Grenzen der Bilanzanalyse kennen wir? 10 Welchen Stellenwert hat die Formelsammlung in diesem Kapitel? 11 Wie bereite ich mich auf die schriftliche Prüfung vor?

Anna Karin Spångberg Zepezauer

Kapitel 20. Jahresabschlussanalyse

Die Bilanzanalyse dekodiert alle systematischen Auswertungen des Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung und Anhang) und des Lageberichts durch die Informationen über das untersuchte Unternehmen gewonnen werden sollen. Dabei richten sich die Auswertungen nach dem Informationsbedarf der Adressaten der Bilanzanalyse.

Anna Karin Spångberg Zepezauer

Kapitel 4. Wirtschaftspolitische Interventionsmöglichkeiten ins ökonomische Geschehen

Um Interventionsmöglichkeiten in den marktwirtschaftlichen Prozess zu erläutern, bedarf es zunächst einer Antwort auf die Frage: Warum sollte überhaupt interveniert werden und durch wen? Eine Antwort ergibt sich durch die Beschäftigung mit der Stabilitätspolitik, die deshalb zu Beginn (Abschn. 4.1) abgehandelt wird. Denn die folgenden Optionen, in den Marktprozess zu intervenieren, lassen sich in einer weiten Begriffsauslegung der Stabilitätspolitik ebenfalls unter eben diese subsumieren. Dennoch werden in diesem Lehrbuch die Wettbewerbspolitik (Abschn. 4.2) und die Verteilungspolitik (Abschn. 4.3) jeweils separat auf die Gliederungsebene die Stabilitätspolitik gehoben. Denn üblicherweise bildet die einschlägige Lehrbuchliteratur die Stabilitätspolitik nur durch Fiskal-, Geld- und Außenwirtschaftspolitik (vgl. Abschn. 4.1.1 bis 4.1.4) ab. Der Einsatz entsprechender stabilitätspolitischer Instrumente zielt nämlich direkt auf die drei wesentlichen makroökonomischen Phänomene: 1) hoher Beschäftigungsstand, 2) Preisniveaustabilität und 3) außenwirtschaftliches Gleichgewicht. Wettbewerbs- und Verteilungspolitik beeinflussen die Phänomene nur indirekt als Rahmenbedingungen marktwirtschaftlicher Prozesse. Übungsaufgaben runden wiederum die Darstellung von Interventionsmöglichkeiten ab (Abschn. 4.4).

Markus Knüfermann

Kapitel 5. Fallstudienartige Debatten

Wirtschaftspolitik zielt auf Debatten ab. Das Ergebnis von Debatten sollte in freiheitlichen Gesellschaften der Konsens sein. Um eine Debatte nachhaltig führen zu können, haben die vorangegangenen Kapitel das inhaltliche Rüstzeug gelehrt. Argumente können jetzt theoretisch fundiert und in einem gesellschaftlichen, ökonomischen Kontext formuliert werden. Dieses Kap. 5 liefert vier Themen, die zu Debatten motivieren sollen, in dem jedem Thema unterschiedlich in Form und Umfang ein externer Textausschnitt vorangestellt wird, der hypothesenhaft jeweils einen wirtschaftspolitischen Standpunkt präsentiert. Die sich anschließenden Fragestellungen sollen zur eigenständigen Reflexion der Themen und kritischen Analyse der Textbeiträge motivieren, um letztlich eine eigene Position zu den Themen zu erarbeiten. Abschn. 5.1 bezieht sich dazu auf öffentliche Unternehmen, Abschn. 5.2 auf den öffentlichen Wohnungsbau, Abschn. 5.3 auf den Mindestlohn und abschließend Abschn. 5.4 auf den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Dabei nimmt Abschn. 5.4 insofern eine besondere Rolle ein, als dass zur Austrittsdebatte zusätzlich noch EU-geschichtliche Informationen gelehrt werden, um den Austritt fundierte einschätzen zu können. Bei diesem Kap. 5 handelt es sich insgesamt also nicht um Übungsaufgaben, denen allgemeingültig Lösungsskizzen zu formulieren sind (wie es Kap. 6 umsetzt). Vielmehr geht es darum, als Leserin oder Leser des vorliegenden Lehrbuchs eigene Themenstandpunkt zu beziehen.

Markus Knüfermann

1 Allgemeine Bankbetriebswirtschaft

Torben Mothes

1 Allgemeine Bankbetriebswirtschaft

Bearbeitungszeit 120 min, 100 Punkte
Olaf Fischer

Geldpolitik

Mit der Einführung des Euro ging die Aufgabe der Währungssicherung von der Deutschen Bundesbank auf das Eurosystem über, das aus der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt und den Zentralbanken der Länder besteht, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs, Marion Leuenroth

Kapitel 2. Definitorische Grundlagen

Bevor auf ausgewählte, im Schrifttum auffindbare Instrumente zur Risikoanalyse und Risikosteuerung von Klimarisiken, bzw. deren kritische Analyse und methodische Grenzen eingegangen wird, sind zunächst zentrale Begriffe im Kontext der Arbeit zu klären.

Kevin Schönbein

Kapitel 7. Finanzierung

Alle Investitionen, die ein Unternehmen tätigt, müssen finanziert werden. In diesem Kapitel werden zunächst die Bilanz und die Kapitalstrukturregeln erläutert. Anschließend lernen Sie die unterschiedlichen Arten der Innen- und Außenfinanzierung kennen.

Stefanie Friedrichsen, Steffen Ahting

Kapitel 6. Wirtschaftspolitik als Schicksalsfrage: Die Wahlen im Zeichen der Rezession

Die wirtschaftliche Situation übte 2020 einen entscheidenden Einfluss auf die Wahlentscheidungen und Präferenzen der Wähler*innen aus. Ausgelöst durch die schwere Coronakrise war das Wahljahr nicht nur von einer tiefen Rezession überschattet. Vielmehr vertieften sich bestehende sozio-ökonomische Ungleichheiten unter dem Einfluss der Pandemie. Das Kapitel zeigt die unterschiedlichen Konzepte der Republikaner und der Demokraten in der Wirtschaftspolitik auf und analysiert, wie sich diese auf Wähler- und Bevölkerungsgruppen auswirken und welche Konsequenzen sich hieraus für die gesellschaftliche Entwicklung ergeben. Dabei vertreten Demokraten und Republikaner gegensätzliche Auffassungen zu der Frage, welche Rolle staatliche Regulierungen bei der Lösung der schweren Wirtschaftskrise einnehmen sollen.

Christiane Lemke, Jakob Wiedekind

Kapitel 3. Wesentliche Inhalte von Basel IV

Nach den teilweise auch als ‚Basel 3.5‘ bezeichneten Erweiterungen des ursprünglichen Basel-III-Rahmenwerks von 2010 zwischen 2012 und 2014 hat der Basler Ausschuss die bisherigen Regelungen mit Verfahren und Methoden zur Bestimmung der risikoabhängigen Mindestkapitalanforderungen für alle Risikokategorien nochmals überarbeitet. Die wesentlichen Veränderungen werden im weiteren Verlauf dieses Kapitels genauer dargestellt.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz, Ilona Bordiyanu

Kapitel 1. Von den Anfängen bis Basel IV

Die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht entwickelten Basler Eigenkapitalvorschriften wurden seit ihrer Einführung im Jahr 1988 laufend überarbeitet, erweitert und an die Entwicklungen auf den Finanzmärkten angepasst. So wurde die 3. Basler Eigenkapitalvereinbarung noch einmal deutlich ergänzt und unter der offiziellen Bezeichnung „Basel III Finalisierung“ fertiggestellt.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz, Ilona Bordiyanu

Kapitel 1. Einführung

Merriam-Webster definiert den Begriff RisikoRisiko wie folgt:

Gabriel Frahm

Kapitel 3. Risikokapital

Das Risikomaß quantifiziert den Betrag, welchen die Eigenkapitalgeber aufbringen müssen, um die potenziellen Verluste des Unternehmens zu decken. Wir bezeichnen diesen Betrag als RisikokapitalRisikokapital. Das Eigenkapital des Unternehmens sollte das Risikokapital also nicht unterschreiten. Sprich: Das Unternehmen sollte tragfähigTragfähigkeit sein.

Gabriel Frahm

Kapitel 6. EU quo vadis? Szenarien und Perspektiven der europäischen Integration

Rechtzeitig zum bevorstehenden 60. Jahrestag der Römischen Verträge am 25. März 2017 präsentierte der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker am 01.03.2017 im EU-Parlament ein „Weißbuch zur Zukunft Europas“, das in fünf Szenarien mögliche Entwicklungen der EU bis zum Jahre 2025 skizziert. Darin verzichtet die Kommission ausdrücklich auf die Vorgabe eines bestimmten Weges, sondern nimmt die Parlamente, Regierungen und Bürger der nach dem „Brexit“ verbleibenden 27 Mitgliedstaaten in die Pflicht, über die Zukunft der EU zu befinden. Die EU-Staaten sollten sich nicht länger hinter der Kommission verstecken und selbst definieren, was Europa tun und was es lassen solle (Europäische Kommission 2017a).

Karl-Josef Burkard

Kapitel 5. Die EU in einer Zeit multipler Krisen

Im Euroraum kam es in der Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 zu einer Vielfachkrise aus drei sich wechselseitig verstärkenden Krisen: einer Staatsschuldenkrise, einer Bankenkrise und einer Wirtschaftskrise. Da diese Vielfachkrise das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung stark erschütterte, wird sie auch als „Eurokrise“ bezeichnet. Nach Auffassung des Wirtschaftshistorikers Werner Abelshauser können Krisen zwei Effekte auslösen: einen „Inspektionseffekt, der verborgene Probleme sichtbar macht und den Blick für notwendige Änderungen schärft“, sowie einen „Verwerfungseffekt“, durch den „erkannte Fehlentwicklungen unter Leidensdruck zur sprunghaften Veränderung politischer und wirtschaftlicher Verhältnisse“ führen (Abelshauser 2011, S. 451). Bei der „Eurokrise“ traten der Inspektions- und der Verwerfungseffekt klar zutage; es wurden die Konstruktionsmängel der Währungsunion offenbar und sie wurden zumindest partiell korrigiert.

Karl-Josef Burkard

Kapitel 2. Von der Zollunion zur Währungsunion – der ökonomische Integrationsprozess

Dem ökonomischen Integrationsprozess lag die Idee eines gemeinsamen Wirtschaftsraums zugrunde, in dem die Mitgliedstaaten eng miteinander kooperieren und im Austausch miteinander stehen. Handlungsleitend war dabei das Leitbild des Freihandels als Gegenentwurf zu einer protektionistischen Wirtschaftspolitik, welche den heimischen Markt sowie die heimische Produktion gegen die ausländische Konkurrenz zu stärken und zu schützen versucht. Es erscheint daher angebracht, der Darstellung des langen Wegs von der Zollunion zur Währungsunion einen kurzen Abriss der ideengeschichtlichen Ursprünge von Protektionismus und Freihandel sowie der wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklung voranzustellen, in welcher Phasen außenwirtschaftlicher Öffnung und Abschließung aufeinander folgten.

Karl-Josef Burkard

Kapitel 8. Prozessverbesserung

Die gründliche Analyse eines Geschäftsprozesses bringt eine ganze Reihe von Problemen zu Tage. Beispielsweise verlangsamen Engpässe den Prozess oder die Kosten für die Ausführung sind zu hoch. Diese Probleme deuten auf verschiedene Möglichkeiten zur Prozessverbesserung hin. Das Problem ist jedoch, dass die Verbesserung oft nicht systematisch angegangen wird. Der Nachteil dabei ist, dass sinnvolle Verbesserungsmöglichkeiten übersehen werden können. Aus diesem Grund ist es wichtig, Verbesserungsmethoden einzusetzen, mit denen systematisch eine Vielzahl von Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert werden können. InProzessverbesserung diesem Kapitel werden Methoden behandelt, die helfen, Geschäftsprozesse zu überdenken und so neu zu organisieren, dass sie leistungsfähiger sind. Zuerst klären wir, warum Prozesse fortlaufend verbessert werden müssen und was es bedeutet, einen Prozess zu verbessern. Anschließend stellen wir das Spektrum an Verbesserungsmethoden vor und diskutieren typische Methoden im Detail. Insbesondere unterscheiden wir dabei transaktionale und transformative Methoden.

Marlon Dumas, Marcello La Rosa, Jan Mendling, Hajo A. Reijers

Kapitel 4. Entwicklungsstadien des Kapitalismus in der europäischen bürgerlichen Gesellschaft

Mit dem kapitalistischen Zwang, stets Neues zu produzieren, wurde die Entwicklung von Technik immer wichtiger: So ist ‚der Kapitalist‘ ein „Freund des technischen Fortschritts“.

David Kergel

Kapitel 1. Das Konto

Beim Konto handelt es sich um eine kontenartig geführte Rechnung eines Bankkunden, die auf der Grundlage eines Kontokorrentvertrages gemäß den §§ 355 bis 357 Handelsgesetzbuch oder auf der Grundlage eines Darlehensvertrages im Sinne der §§ 488 ff. BGB von einem Kreditinstitut geführt wird. Das Bankkonto kann kreditorisch oder debitorisch geführt werden. Wird das Bankkonto debitorisch geführt, handelt es sich um ein Darlehenskonto nach § 488 BGB. Wird das Bankkonto kreditorisch geführt, besitzt der Kunde als Inhaber des Bankkontos eine Forderung gegenüber dem Kreditinstitut.

Wolfgang Grundmann, Marion Leuenroth

Kapitel 6. Aktuelle Einsatzbereiche der KI innerhalb des Finanzdienstleistungssektors

Die künstliche Intelligenz und deren Technologien haben bereits und werden auf viele Branchen und Bereiche Einfluss ausüben. Die Finanzdienstleistungsbranche stellt hierbei keine Ausnahme dar. In diesem Kapitel werden einige der Einsatzbereiche der künstlichen Intelligenz im Sektor der Finanzdienstleistungen aufgezeigt und kurzweilig die Adaptionsmöglichkeit bzw. die Exklusivität betrachtet.

Thorsten Rink

1. Predictive Intelligence und die ökonomischen Grundprinzipien

Dieses Kapitel skizziert, warum das Thema der Daten-getriebenen(e) Unternehmensführung und der vorausschauenden Intelligenz in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung ist. Unternehmen und deren Manager, die nicht die Zeichen der Zeit erkennen und bereits jetzt eine eigene Predictive Intelligence aufbauen, werden zwangsläufig das Nachsehen haben. Warum dem so ist, wird in diesem Kapitel fundiert diskutiert.

Uwe Seebacher

1. Einführung: Bargeld, Bankguthaben, Sparbuch, Fonds und Aktien

In den nachfolgenden Kapiteln wird dargestellt, warum der Autor Aktienanlagen tätigt, obwohl Aktienanlagen mit Risiken verbunden sind. Dabei werden auch die in den letzten Jahren sichtbar gewordenen Risiken von Bankeinlagen angesprochen. Ebenso wird begründet, warum der Autor es für sinnvoll hält, dass sich Anleger eigenständig mit Aktienanlagen befassen und eigenständig Aktien analysieren, bevor sie diese kaufen (oder vom Kauf absehen). Dabei wird auch eine Abwägung mit Anlagen in einem ETF vorgenommen. Es wäre ideal, wenn eine Leserin oder ein Leser nach der Lektüre dieses Buches die Beschäftigung mit der Aktienanlage lohnend findet und dabei analytische Vorgehensweisen in den Mittelpunkt der Aktienanlagen stellt. Kritische Leserinnen und Leser werden feststellen, dass auch andere Formen der Aktienanalyse in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Die Vorteile der hier vorgestellten Methode werden im Folgenden erläutert. Zum Abschluss des Kapitels wird der Begriff „Aktie“ definiert.

Jörn Peters

5. Der Weltuntergang von Deauville und Voldemort in Irland

Die Krise Irlands war eine Bankenkrise, die aus makroökonomischen Ungleichgewichten und der Überhitzung der Immobilienmärkte entstand und die öffentliche Wirtschaft letztlich in die Knie zwang. Im Herbst 2010 war die wirtschaftliche Lage Irlands zunächst düster, doch bald wurde sie noch schrecklicher. Der Grund dafür war das Wochenendtreffen der deutschen und französischen Staats- und Regierungschefs Mitte Oktober in der Küstenstadt Deauville, bei dem beschlossen wurde, die Beteiligung des privaten Sektors als Hauptstütze der EFSF festzulegen, wodurch selbst die letzten Investoren aus Irland abgewiesen wurden. Marktkenntnisse waren an diesem Wochenende Mangelware. Im Dezember 2010 wurde ein an Bedingungen geknüpftes Finanzhilfeprogramm in Höhe von 85 Milliarden Euro für Irland beschlossen, das auch die Rekapitalisierung von Banken nach der Räumung des ‚Totholzes‘ vorsah.

Olli Rehn

17. Fiskalischer Multiplikator vs. Finanzbeschleuniger

Der Zeitraum, in dem sich die Wachstumsperformance der Eurozone im Vergleich zu den USA tatsächlich abzuschwächen begann – die zweite Hälfte des Jahres 2011 –, fällt mit einer sich vergrößernden Kluft zwischen den langfristigen Zinssätzen der Eurozone und der USA zusammen. Zum Teil ist dies auf die Erhöhung der Leitzinsen der EZB zurückzuführen. Schließlich führte ein wichtigerer Faktor – die Verschärfung der Banken- und Schuldenkrise im Euroraum – zu einem finanziellen Engpass im privaten Sektor. Dies entspricht „dem finanziellen Beschleuniger“, einem Konzept, das von Ben Bernanke als einem führenden Gelehrten der Großen Depression entwickelt wurde, lange bevor er Vorsitzender der US-Notenbank wurde.

Olli Rehn

1. Einführung

In Europa löste der Zusammenbruch der Finanzstabilität in den Jahren 2007–2008 Marktturbulenzen und Unsicherheit aus. Die intensivste Phase der Krise in der Eurozone fand in den Jahren 2010–2013 statt. Die Europäische Kommission wurde zum Vermittler eines Kompromisses zwischen drei Hauptakteuren: der deutschen Bundesregierung in Berlin, der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt und dem Internationalen Währungsfond (IWF) in Washington D.C., die der Autor als das „unmögliche Dreieck“ der Eurozone bezeichnet. Die stille Wandlung der EZB „von einer Bundesbank in eine Federal Reserve“ in den Jahren 2010–2015 war entscheidend für die Rettung des Euro. Es war eine pragmatische Veränderung – eine stille philosophische Transformation der Geldwirtschaft und der europäischen Zentralbank – und sie ist immer noch umstritten.

Olli Rehn

16. Nachbeben und die Brexit-Bombe

Während die explosiven Jahre der Krise in der Eurozone im Frühjahr 2013 vorbei waren, gab es 2013–2015 noch viele Nachbeben, die die erzielten Fortschritte gefährdeten. Keines von ihnen explodierte jedoch oder erschütterte die noch immer fragile Erholung. Das erste von ihnen war die zyprische Bankenkrise im Winter 2012–2013. Daraus kann man viel lernen, wie man damit umgeht und wie man nicht mit der Bewältigung von Bankenkrisen umgeht. Die anderen Nachbeben waren Slowenien in den Jahren 2012–2013 und Griechenland (erneut) im Jahr 2015. Der Brexit war eine flankierende Explosion mit eigenen post-imperialen Ursprüngen. Eine Zollunion würde als Brücke dienen, bis Großbritannien sich entscheidet, in die europäische Staatengemeinschaft zurückzukehren – in der nächsten Generation.

Olli Rehn

11. „Whatever it takes“ und die Bankenunion

Im Juni 2012 traten wir in den letzten Wendepunkt der Krise ein, auch wenn wir es damals noch nicht realisieren konnten. Auf dem Gipfeltreffen der Eurozone in Brüssel am 28. und 29. Juni 2012 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone den Aufbau einer Bankenunion, die die giftige Verbindung zwischen Banken und Staatsschulden abbauen sollte. Als die schweren Turbulenzen an den Märkten anhielten, begannen die Mitgliedstaaten – und die Marktkräfte – die EZB um Hilfe zu bitten. Während der Olympischen Spiele in London im Juli 2012 hielt Mario Draghi eine Rede, in der er die Bereitschaft der EZB zusicherte, „alles zu tun, was nötig ist“, damit der Euro überleben kann. „Glauben Sie mir, es wird ausreichen“, erklärte er – und die Märkte nahmen ihn beim Wort.

Olli Rehn

Aus Krisen lernen: Der künftige Weg der Institutionen der Europäischen Union

2019 war das Jahr des endgültigen Brexits. Nachdem der britische Premierminister Boris Johnson die Unterhauswahl gewonnen hatte, war klar, dass nun endgültig keine Chance mehr bestand, den Brexit zu verhindern und dass er sicher kommen würde. Klar war damit aber auch, dass die Europäische Union sich Gedanken machen musste, wie es mit ihr selbst weitergeht. Der Brexit hatte seine Ursache nicht nur im Populismus, in einem grundlegend anderen historischen Verständnis der Ziele des europäischen Integrationsprozesses auf den britischen Inseln, sondern sicher auch darin, dass die Europäische Union in den zurückliegenden Jahren zwar zusätzliche Kompetenzen bekommen hatte, aber die institutionelle Weiterentwicklung jedenfalls zum Teil stecken geblieben war und die Institutionen der Europäischen Union untereinander ein neues Gleichgewicht finden mussten. Hinzu kam eine Vielzahl von Krisen, die zeigten, dass die EU nur unzureichend mit Instrumenten ausgestattet war, um diese bewältigen zu können. Diese Entwicklung begann 2001 mit der Krise nach den Terroranschlägen des 11. September – eine Krise der inneren und äußeren Sicherheit – und setzte sich fort mit der innereuropäischen Verfassungskrise, die nach langem Hin und Her, gescheiterten Referenden und neuen Kompromissen, im Lissabonner Vertrag mündete. Im Jahr 2008 folgte die Finanz- und Wirtschaftskrise, dann die Staatsschuldenkrise, wenig später die Krisen in Libyen und Syrien, die Flüchtlingskrise, die Ukraine-Krise. Hinzu kamen eine zunehmende außenpolitische Bedrohungssituation, Verzögerungen der Heranführungsprozesse auf dem West-Balkan, die Handelskrisen, die Klimakrise, die demographische Krise, vor allem in Afrika, die Veränderungen des globalen Gleichgewichts durch das Erstarken Chinas und schließlich im Jahr 2020 die Corona-Krise, die die Union an die Grenzen ihrer Funktionsfähigkeit brachte.

Klaus-Heiner Lehne

3. Chinas Weg von alter zu neuer Stärke – ein Abriss einer einzigartigen Transformation

Um das heutige Selbstverständnis und Selbstbewusstsein Chinas zu begreifen, soll ein Blick in die chinesische Geschichte erfolgen, der hier nur als knappe Exkursion stattfinden kann. Obwohl es in den letzten 150 Jahren auch in China zu massiven Umbrüchen im Staatsapparat kam, verweist die chinesische Regierung bis heute auf die traditionellen Wurzeln aus der frühen Geschichte. Die Idee einer konstanten Entwicklung vom antiken China bis zum heutigen „Global Player“ ist geschichtswissenschaftlich nicht unproblematisch, hat aber entscheidenden Einfluss auf die chinesische Sicht auf das eigene Land und den Rest der Welt.

Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

9. Der objektivierungsorientierte Controllingansatz

Ausgehend von der Erkenntnis, dass der Status Quo des Controllings durch eine Definitions- und Ansatzfülle sowie eine starke Differenzierung der funktionalen und instrumentellen Aspekte gekennzeichnet ist, war es das Ziel dieses Buches, die objektivierungsorientierte Controllingkonzeption zu skizzieren, welche vorhandene Elemente integriert sowie die Kritik berücksichtigt und aus den Einzelelementen ein schlüssiges Konstrukt formt.Als Bewertungsmaßstab wurden erstens für die wissenschaftliche Akzeptanz einer Controllingkonzeption die Kriterien eigene Problemstellung, hypothesengestützte Theoriefundierung und die Bewährung in der Praxis, als notwendig abgeleitet.Zweitens wurden sechs elementare Bestandteile eines Controllingsystems definiert (Problemstellung, Vision, Ziel, Aufgaben, Organisation und Instrumente).Drittens wurde in Bezug auf das Verhältnis von Theorie und Praxis dargestellt, dass die Praxisorientierung des Controllings als Theorie wichtiger Bestandteil ist, dies wird insbesondere durch die Verankerung als Bewertungskriterium verdeutlicht. Gleichzeitig wurde begründet, dass die Controllingtheorie, zur Wahrnehmung ihrer primären Funktionen (Beobachtung, Analyse, Nachdenken und Ableitung optimaler Handlungsempfehlungen) eine kritische Distanz zur Praxis einnehmen muss, wenn nötig auch kontrovers zur vorherrschenden Praxis. In der Folge wird ein Diskurs initiiert, der zur Herausarbeitung optimaler Lösungen dient.

Olaf B. Mäder

B

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben B von Backend as a Service bis By-laws des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

Geldpolitik

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

3. Künstliche Intelligenz in Banken – Status quo, Herausforderungen und Anwendungspotenziale

Die Vorstandsvorsitzenden der Banken in aller Welt erwarten von der Künstlichen Intelligenz (KI) signifikante Änderungen ihrer Geschäftsmodelle (PWC 2019). Die zahlreichen Anwendungen zeigen, dass KI kein technischer Modebegriff mehr ist. Vielmehr zeichnet sich ein Trend zur vollständigen Digitalisierung des Geschäftsmodells von Banken ab. Die KI erschließt neue Anwendungsfelder, die bis vor kurzem entweder als zu kompliziert oder als zu teuer für die Automatisierung galten.

Lars Friedrich, Andreas Hiese, Robin Dreßler, Franziska Wolfenstetter

Kapitel 5. Grundlagen des Derivatemarktes

Gegenstand dieses Kapitels ist ein Einblick in die Märkte für derivative Finanzinstrumente sowie deren Gestaltung. Derivate sind Finanzgeschäfte, deren Ertrag von der Wertentwicklung eines eindeutig feststellbaren, vom Derivat unabhängigen Referenzwertes abhängt. Als Referenzwerte sind andere Finanztitel, Waren, Kreditrisiken oder makroökonomische Größen gebräuchlich, wobei sich dieses Buch auf Finanzderivate konzentriert.

Susanne Kruse

Kapitel 6. Erste Lehren aus INGs agiler Transformation

Die 2015 begonnene agile Transformation der ING in den Niederlanden und ihrer 2018 folgenden Tochtergesellschaft in Deutschland ist ein Testfall, ob ein solch radikaler Umbauprozess eines seit langer Zeit bestehenden, klassisch organisierten Unternehmens gelingen kann. Die Frage erhält zusätzlich Bedeutung, da der Finanzsektor gerade in der EU besonderen regulatorischen Einschränkungen unterliegt. Außerdem steht die Branche durch die Finanzkrise und die Digitalisierung unter einem großen Veränderungsdruck. Die ING nahm Google, Netflix und Spotify zum Vorbild für sein agiles Managementmodell. Die Struktur der ING-Zentrale in Amsterdam wurde aufgelöst und die 3.500 Mitarbeiter in 350 sogenannte Squads organisiert. Diese Squads wurden 13 Tribes zugeordnet, die fortan vor allem die kundenorientierten Funktionen erfüllten. Fünf Jahre nach dem Startschuss kann ein positives Zwischenfazit gezogen werden, wenngleich es auch Kritik gibt. Messbar sind bereits eine verbesserte Produktentwicklung, ein erhöhtes Mitarbeiterengagement, eine bessere Produktivität und gesteigerte Kundenzufriedenheit. Darauf basierend kann bereits der Schluss gezogen werden, dass auch andere, klassisch aufgebaute Unternehmen die vollständige Wandlung zur agilen Organisation erfolgreich vollziehen können.

Leif Erik Wollenweber

Kapitel 7. Nachhaltigkeit in deutschen Banken – eine empirische Analyse nachhaltiger Assets im Kontext des BaFin-Merkblattes aus 2019

Nachhaltigkeit hat auch Eingang in das Aufsichtsrecht von Banken gefunden. Dieser Artikel analysiert die Inhalte des neuen BaFin-Leitfadens, gibt Umsetzungshinweise für die Praxis und beantwortet die Frage, ob nachhaltige Investments effizient sind oder nicht.

Svend Reuse, Eric Frère, Frank Thole

Alex Preda: Framing Finance

Wenn es zutrifft, dass wir gegenwärtig im Zeitalter der Ökonomie leben und ein neues wirtschaftliches Masternarrativ das soziale Narrativ verdrängt, wie es z. B. in den Konfigurationen des konservativen oder sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaatsmodels nach Esping-Andersen zum Ausdruck kommt, „then Finance is the master of this master narritive“ (S. 1). Mit seinem ersten Satz stellt Alex Preda die Bedeutung heraus, die er dem Finanzwesen heute zuweist: Es durchdringt zunehmend das tägliche Leben und erhebt sogar den Anspruch, selbst die soziale Sicherung im 21. Jahrhundert neu zu erfinden.

Rolf von Lüde

5. Notlagen von Kreditinstituten und deren Marktaustrittsmöglichkeiten im Kontext regulatorischer und gesetzlicher Rahmenbedingungen

Wie in anderen Branchen der Realwirtschaft auch, existieren für den Marktaustritt von Kreditinstituten, das heißt, für das Löschen eines Kreditinstituts aus dem Handelsregister, diverse Möglichkeiten. Während bis in die jüngste Vergangenheit im Bereich der genossenschaftlichen Kreditinstitute sowie bei öffentlich-rechtlichen Instituten Notlagen von Kreditinstituten zumeist durch intrasektorale Fusionen und Übernahmen geregelt wurden, waren im Bereich der privaten Banken seit Ende des Zweiten Weltkrieges vornehmlich Insolvenzen zu beobachten. Die Insolvenzen wurden dabei nach den Regelungen des allgemeinen Insolvenzrechts abgewickelt. Seit der Finanzkrise im Jahr 2007 wurde auf europäischer Ebene ein einheitliches Regime für die Abwicklung systemrelevanter Institute geschaffen, welches im Jahr 2015 in Deutschland in nationales Recht umgesetzt wurde. Dieses sogenannte Sonderinsolvenzrecht gilt dabei anders als das Kreditwesengesetz nur für Kreditinstitute und die überwiegenden Regelungen betreffen ausschließlich systemrelevante Kreditinstitute. Die Abwicklung nicht-systemrelevanter Institute ist dagegen weder auf europäischer noch auf nationaler Ebene einheitlich im Rahmen von Gesetzen geregelt.

Thomas H. Schädle

3. Rechtsgrundlagen für die Interne Revision und für die Compliance

Recht belegt Rechtssubjekte mit Regeln. Allem voran gebietet staatlich gesetztes Recht Beachtung. Unternehmen, ihre Leitungsorgane und ihre Mitarbeiter sind betroffen. In Unternehmen gibt es zudem intern geschaffene Rechtsregeln. Unternehmensleitungen trifft eine Legalitätspflicht und eine Legalitätskontrollpflicht. Sie sind selbst strikt an Recht und Gesetz gebunden und sie müssen dafür sorgen, dass sich Unternehmen und Mitarbeiter ebenfalls rechtstreu verhalten. Interne Revision und CMS sind für ihre Leitungen oft unverzichtbare Begleiter. Unternehmen, Non Profit-Organisationen, auch Behörden, haben diese Funktionen eingerichtet. Rechtlich gesehen kommt es auf den Einzelfall eines Unternehmens an, ob und wie Unternehmensleitungen diesbezüglich ihre Unternehmensinterna gestalten. Interne Revision und Compliance sind, auch rechtlich, bei der Bewältigung ihrer Aufgaben besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Funktioniert das, ist das ein sehr effektiver Beitrag zur Haftungsvermeidung für Unternehmen, Organe und Mitarbeiter.

Jörg Berwanger, Ulrich Hahn

7. Fachwissen/Glossar

Lexikon der Internen Revision und Compliance – aktuelles Glossar der wichtigsten deutschen und englischen Fachbegriffe für Interne Revision und Compliance in alphabetischer Reihenfolge. Die unternehmensinterne Überwachung enwickelt sich zu einem umfassenden Governance-System. Die wichtigen Funktionen Interne Revision, aber auch die anderen Corporate Governance-Funktionen Compliance Management und Risikomanagement sind in diesem Glossar / Lexikon als Stichworte definitorisch und teils detailliert dargestellt. ### bitte hier neuer Absatz ### Internal audit and compliance management glossary. German explanation of current internal audit, compliance management, risk management and corporate governance terms (german/english).

Jörg Berwanger, Ulrich Hahn

Kapitel 6. Paul Embrechts – von der Versicherungs- zur Finanzmathematik

Paul Embrechts wird 1989 auf den Lehrstuhl für Versicherungsmathematik an die ETH Zürich als Nachfolger des international bekannten Versicherungsmathematikers Hans Bühlmann berufen. Ausschlaggebend ist, dass er sich auf das Gebiet der Martingaltheorie und Versicherungsmathematik spezialisiert hat. Doch nun soll er den Studiengang Versicherungsmathematik an der ETH um die Finanzmathematik erweitern, wofür es zu dieser Zeit noch keine Lehrprogramme oder entsprechende Lehrbücher gibt. Er hat den Spagat zu bewältigen, einerseits die Interessen Schweizer Banken zu berücksichtigen, die den Anschluss an die internationale Entwicklung suchen, und andererseits den Anforderungen eines akademischen Studiengangs der Finanzmathematik zu genügen. Risiko Management macht er zu einem neuen Forschungsschwerpunkt.

Agnes Handwerk

Kapitel 2. Theoretische Grundlagen

Es werden zunächst zentrale Begriffe aus Theorie und Praxis wirtschaftlicher Krisen und deren Management dargestellt und abgegrenzt. Im teamsportspezifischen Teil wird anschließend der Untersuchungsgegenstand genauer beleuchtet. Dazu dient die Auseinandersetzung mit der Zielfunktion von Profisportclubs, den Produktmerkmalen und der Wertschöpfung sowie den beiden besonders relevanten Stakeholdern „Fan“ und „Ligaorganisation“. Vor allem die wichtige Rolle des Fans innerhalb der (teamsportspezifischen) Wertschöpfung ist zu betonen.

Konstantin Druker

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Ziel der BaFin als integrierte Aufsichtsbehörde für den Finanzmarkt Deutschland ist neben der Sicherung und Förderung der Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des deutschen Finanzplatzes auch der kollektive Verbraucherschutz. Kollektiver Verbraucherschutz bedeutet, dass die BaFin dem Schutz der Verbraucher in ihrer Gesamtheit verpflichtet und allein im öffentlichen Interesse tätig ist. Dieses Ziel verfolgt die BaFin von jeher auf vielfältige Art und Weise. Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz vom 3. Juli 2015 wurde der kollektive Verbraucherschutz erstmals für alle Aufsichtsbereiche auch gesetzlich verankert. Außerdem hat der Gesetzgeber der BaFin darin Befugnisse zur Stärkung des kollektiven Verbraucherschutzes an die Hand gegeben und neue Aufgaben übertragen. Die wichtigsten Verbraucherschutzaktivitäten werden im vorliegenden Beitrag überblicksartig skizziert.

Elisabeth Roegele

Open Access

Mehr Sicherheit mit zentraler Bankenaufsicht

Die Wirtschaft braucht Kredit, und die Gesellschaft mehr Sicherheit. Die Banken müssen in der Kreditvergabe auf Ertrag und Risiko gleichzeitig achten. Damit die Regulierung effektiven Schutz bieten kann, muss die Bankenaufsicht die Einhaltung der Vorschriften überwachen und frühzeitig das Entstehen übermässiger Risiken aufdecken. In der Bankenunion kann eine zentrale Aufsicht eher für gleich lange Spiesse im europaweiten Wettbewerb der Banken sorgen, kann unabhängiger als nationale Aufsichtsbehörden agieren, und dank besserer Ressourcen auch komplexe Grossbanken wirksam beaufsichtigen. So wird die Kreditvergabe sicherer, indem die Banken angehalten sind, faule und riskante Kredite zügig abzubauen und mehr Kredit auf die produktiveren Unternehmen mit besseren Aussichten lenken.Christian Keuschnigg und Michael Kogler, Herausgeber.Altavilla, Carlo, Miguel Boucinha, José-Luis Peydró, und Frank Smets (2020), Banking Supervision, Monetary Policy and Risk-Taking: Big Data Evidence from 15 Credit Registers, CEPR Discussion Paper Nr. 14288.

David Gmür

6. Praktische Anwendungen

Zur Verdeutlichung der in den vorangegangenen fünf Kapiteln vorgestellten Themen und ihres Zusammenspiels werden im Folgenden zehn Fallstudien vorgestellt. Sie sind nicht als „Best-Practice-Lösungen“ zu interpretieren, sondern sollen das Spektrum an aktuellen Systemimplementierungen verdeutlichen – von kleinen Data-Mart-basierten Reporting-Lösungen über fokussierte Lösungen etwa für das CRM oder die Produktion bis hin zu umfangreichen Big-Data-Installationen und komplexen Advanced-Analytics-Umgebungen. Die Fallstudien basieren auf realen Praxissystemen, die jedoch aus didaktischen Gründen anonymisiert, modifiziert und teilweise auch kombiniert wurden.

Henning Baars, Hans-Georg Kemper

1. Business Intelligence & Analytics – Begriff und Ordnungsrahmen

Im Mittelpunkt des ersten Kapitels stehen die Abgrenzung des Begriffspaares Business Intelligence & Analytics und die Entwicklung eines BIA-Rahmenkonzeptes, das den grundlegenden Ordnungsrahmen für das vorliegende Werk bildet.

Henning Baars, Hans-Georg Kemper

4. BGB – Schuldrecht Besonderer Teil

Dieses Kapitel vermittelt u. a. die grundlegenden Kenntnisse zum Kaufrecht als dem wichtigsten im BGB geregelten Vertragstyp, eine zusammenfassende Auswahl weiterer Vertragstypen bzw. Arten spezieller Rechtsgeschäfte sowie eine Darstellung des Deliktsrechts einschließlich des Bereichs der Haftung für fehlerhafte Produkte.

Klaus Sakowski

2. Wirtschaftsverfassungsrecht

Im Wirtschaftsverfassungsrecht (Kap. 2) werden zunächst diejenigen Verfassungsbereiche behandelt, die ordnend und gestaltend auf wirtschaftliche Prozesse und Aktivitäten einzelner Wirtschaftsteilnehmer einwirken. Dazu zählen neben verfassungsrechtlichen Fragen der Wirtschaftsordnung vor allem die Grundrechte, insbesondere, wenn sie als individuelle Abwehrrechte gegenüber staatlichen Eingriffen wirken. Hinzu treten Staatsziele und staatsorganisationsrechtliche Grundlagen, die die hoheitlichen Kompetenzen gewaltenteilig begründen (Art. 70 ff. GG) sowie Aufgaben und Befugnisse zuweisen (Art. 30, 83 ff. GG). Abgerundet wird das Kapitel durch die Bezüge zwischen der deutschen Verfassungsordnung und dem europäischen wie internationalen Wirtschaftsrecht.

Cornelia Manger-Nestler, Ludwig Gramlich

4. Besonderes Wirtschaftsverwaltungsrecht

Im besonderen Wirtschaftsverwaltungsrecht (Kap. 4) werden anhand wesentlicher Referenzgebiete die Rolle und die Wirkungsweise von Eingriffs- wie von Leistungsverwaltung dargestellt. Die Vielzahl von Vorschriften und Vielfalt von Sektoren nötigt dabei im Hinblick auf die Eingriffsverwaltung zu einer Beschränkung auf Grundlagen des allgemeinen Gewerberechts sowie einige praxisrelevante Bereiche des besonderen Gewerberechts. Im Kontrast dazu stehen neuere Entwicklungen zu Deregulierung und Privatisierung, die zur Entstehung eines eigenen Rechtsgebiets, des Regulierungsrechts, führten. Den Gegensatz zur Eingriffsverwaltung bietet das Subventions- und Beihilfenrecht, das durch die Besonderheiten der Leistungsverwaltung geprägt ist. Auch bei ausgewählten Fragen der eigenwirtschaftlichen Betätigung des Staates, sei dies als „Monopolist“, sei es als spezifischer Wettbewerber privater Unternehmen, geht es darum, das Verständnis für ordnungspolitische Hintergründe des Wirtschaftsrechts zu schu len.

Cornelia Manger-Nestler, Ludwig Gramlich

Krise in der EurozoneKrise in der Eurozone

Knapp zehn Jahre nach ihrer Gründung 1999 geriet die Eurozone infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in existenzielle Nöte. Mehrere Mitgliedstaaten waren – aufgrund unterschiedlicher Probleme ihrer Finanz- und Wirtschaftssysteme – unmittelbar von einem Staatsbankrott bedroht. Um einen erzwungenen oder freiwilligen Austritt aus der gemeinsamen Währung zu vermeiden, der schlimmstenfalls ein Auseinanderbrechen der Eurozone insgesamt hätte auslösen können, standen jedoch nur begrenzt Maßnahmen zur Verfügung. Über mehrere Jahre hinweg gelang es zwar, die Eurozone zu stabilisieren. Der finanzielle wie auch politische Schaden für die Wirtschafts- und Währungsunion ist aber kaum abzusehen, während sich die verschiedenen umgesetzten Reformen erst noch in der Realität bewähren müssen.

Tobias Kunstein

Bankenunion

Die Bankenunion führt die Bestrebungen zu einer EU-weiten Harmonisierung der Finanzmarktregulierung für die Eurozone weiter. Indem die in der Eurozone tätigen Banken stärker grenzüberschreitend überwacht (Einheitlicher Aufsichtsmechanismus) und im Fall einer Insolvenz auf europäischer Ebene abgewickelt (Einheitlicher Abwicklungsmechanismus) werden, soll verhindert werden, dass – wie im Verlauf der Krise in der Eurozone geschehen – Regierungen Banken und deren Eigentümer mit Steuergeldern retten. Die dritte Säule einer Bankenunion (Gemeinsames Einlagensicherungssystem) wird derzeit diskutiert. Da insbesondere Deutschland auf einer weiteren Reduktion der Risiken in den Bankbilanzen der Eurozone besteht, bevor eine Teilung dieser Risiken durch eine gemeinsame Einlagensicherung infrage kommt, ist eine Einigung Mitte 2019 noch nicht absehbar.

Tobias Kunstein

Chronologie

Diese Chronologie gibt detailliert Auskunft über die zentralen Etappen der europäischen Integration, von 1946 bis heute.

Yvonne Braun, Sabine Hoscislawski

Europäische ZentralbankEuropäische Zentralbank

Seit 1999 ist die Europäische Zentralbank (EZB) innerhalb der Europäischen Union (EU) die Hüterin der gemeinsamen Währung. Ihre Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Menschen in denjenigen EU-Mitgliedstaaten, die den Euro bislang eingeführt haben. Als unabhängige Institution ist sie dabei von politischem Einfluss isoliert. Während die Schaffung des Euro und die ersten zehn Jahre seines Bestehens erfolgreich verliefen, geriet die EZB ab 2008 in unruhiges Fahrwasser. Ihre Maßnahmen zur Rettung des Euro lassen sich in den Augen zahlreicher Kritiker kaum mit ihrem ursprünglichen Mandat vereinbaren und bedeuten Risiken für die Zukunft. Mit dem Beitritt weiterer Länder zur Währungsunion und mit der Übernahme neuer Aufgaben wie der Bankenaufsicht stellen sich auch Herausforderungen für die interne Organisation.

Tobias Kunstein

5. Wirtschaftsschocks durch Coronavirus-Pandemie

Die Wirtschaftsschocks durch die Coronavirus-Pandemie werden analysiert, wobei ökonomische und Strukturwandelsimpulse dargestellt werden – auch im Vergleich zur Transatlantischen Bankenkrise 2008/09. Die Rolle des internationalen Flugverkehrs, der Autoindustrie und im internationalen Tourismussektors der OECD-Länder werden thematisiert: letzterer als Schlüsselelement der Corona-Krise. Zudem wird auf verzerrende Darstellung in den Medien und Google-Auswertungen sowie Finanzmarktinstabilitätsprobleme hingewiesen.

Paul J. J. Welfens

19. Perspektiven der Euro-Krise 2 und mangelnde politische Kohärenz in der EU

Die besonderen Herausforderungen einer möglichen Eurokrise2 und einer Italien-Krise werden dargestellt und einige Italien-bezogene Kritikpunkte thematisiert. Gemeinschafts-Anleihen mit Teilbesicherung in Höhe von 55 % (Joint Euro Bonds, JEBs) werden als probates Mittel zur Verhinderung einer Eurokrise2 vorgestellt, zudem die Gründung eines JEBsFonds – außerhalb der EU – durch die 19 Euro-Mitgliedsländer. Internationale ökonomische Interdependenzaspekte werden analysiert; zudem auch Umfrageergebnisse zur Einstellung der Bevölkerung in EU-Ländern mit Blick auf prioritäre EU-Aufgaben. Auch die Rolle multinationaler Unternehmen sowie Wechselkurseffekte in Kontext der Corona-Schocks werden dargelegt.

Paul J. J. Welfens

20. Gesundheits- und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen

Gesundheits- und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen werden für die USA und EU-Länder gezogen, insbesondere auch für Italien mit seiner epidemiologisch gefährlichen Regionalregierung in der Lombardei, die Covid-19-Erkrankte in Altersheimen zur Gesundung unterbrachte – lebensgefährlich. Die besonderen Herausforderungen für Reformen des in Teilbereichen ineffizienten US-Gesundheitssystems werden thematisiert. Als kritisch aus wirtschaftspolitischer Sicht wird die enorme Erhöhung der Schuldenquoten vieler OECD-Länder, inklusive USA und Italien, eingestuft. Zudem wird eine angebotsbeschränkte Fiskalpolitik befürwortet.

Paul J. J. Welfens

Kapitel 17. Kennzahlenbasierte Unternehmenssteuerung

„Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts und Datenanalyse ist der Verbrennungsmotor dazu“. Dieses Zitat stammt von Peter Sondergaard, Senior Vice President des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner. Und es bringt die große Herausforderung gerade auch in der Leasingbranche sehr anschaulich auf den Punkt.

Christian Glaser

Kapitel 10. M

Der Mahnstufenindex ergibt sich als Quotient aus dem Volumen oder der Anzahl an Kunden in Mahnstufe gemessen am Gesamtbestand.

Christian Glaser

Kapitel 2. Definitorische Grundlagen

In einem ersten Schritt sollen die Grundlagen für den weiteren Verlauf der Arbeit gelegt werden. Um eine einheitliche Basis zu gewährleisten und einen ersten Rahmen zu schaffen, werden in den folgenden Kapiteln wichtige Modelle sowie Begrifflichkeiten kurz erläutert und konkretisiert.

Marcus Mursch

Kapitel 2. Die Landschaft des nachhaltigen Finanzmarkts – ein Vorschlag zur Kartierung

In den letzten Jahren hat sich die Landschaft des nachhaltigen Finanzmarkts signifikant gewandelt. Entwicklungen auf internationaler Ebene, insbesondere die Verabschiedung der Agenda 2030 und der Sustainable Development Goals sowie das Pariser Klimaabkommen, haben nicht nur das Thema Klimakrise in den Fokus internationaler Debatten gerückt, sondern auch die Überzeugung wachsen lassen, dass eine Transformation hin zu einer dekarbonisierten Wirtschaft auch auf einen Finanzmarkt angewiesen ist, der eine nachhaltige Wirtschaftsweise befördert und auch selbst nachhaltiger wird. Im Zuge dieser Entwicklungen hat sich der nachhaltige Finanzmarkt sehr dynamisch entwickelt und zunehmend ausdifferenziert: Auf allen Ebenen (international, europäisch, national) sind vielfältige Akteur/innen und Initiativen zu beobachten, die um die zukünftige Ausgestaltung des nachhaltigen Finanzmarkts ringen. In diesem Beitrag unterbreite ich einen Vorschlag zur Kartierung dieses bunten und unübersichtlichen Feldes. Ausgehend von der Fragestellung Welches Verhältnis zu Geld ist für die Akteur/innen handlungsleitend? spanne ich ein Kontinuum an idealtypischen Handlungsorientierungen zwischen Geld als Selbstzweck und Geld als Mittel zum Zweck auf. Die jeweilige Ausprägung dieser Handlungsorientierungen kann sich in unterschiedlichen Wirkungskreisen auf Geld realisieren, von denen ich – ebenfalls wieder idealtypisch – drei unterscheide: A: Geld direkt lenken (eigenes/fremdes), B: Geld indirekt lenken (for-profit/non-profit), C: Geld durch Regulierung lenken (soft/hard law). Diese Wirkungskreise dienen dazu, das heterogene Feld des nachhaltigen Finanzmarkts systematischer erfassen und begreifen zu können. Im zweiten Teil des Beitrags ordne ich relevante Akteur/innen und Initiativen exemplarisch den Wirkungskreisen zu.

Stefanie Hiß

5. Wie die Nachhaltigkeitslogik und neue Deutungsmuster das Feld der Banken strukturieren und stabilisieren

In diesem Beitrag nutzen wir drei verschiedene Forschungsperspektiven, um aufzuzeigen, ob und wie Nachhaltigkeit im Bankwesen zu einer Stabilisierung des Finanzmarkts beitragen kann. Dazu analysieren wir das Bankwesen unter anderem auf Basis von diskursiven Interviews, die wir mit Vertreter/innen deutscher Banken geführt haben. In der ersten Analyse rekonstruieren wir die institutionellen Logiken im Feld der Banken. Die Charakterisierung einer nachhaltigkeitsbasierten Bankenlogik liefert uns Anhaltspunkte, wie das nachhaltige Bankwesen zu einem resilienten Finanzmarkt führen kann. Unsere zweite Analyse dient der Identifikation von Deutungsmustern bei Banken. Die drei von uns herausgearbeiteten Deutungsmuster – Abgrenzung von ‚schlechten‘ Banken, Rolle der Banken in der Gesellschaft und ‚richtige‘ Rendite – verweisen auf Problemdeutungen sowie darauf, welches Potential sich daraus im Hinblick auf eine Stabilisierung des Finanzmarkts ergibt. Die dritte Analyse ist eine Clusterung der Interviewpassagen, die die stabilisierende Wirkung von Nachhaltigkeit im Bankwesen thematisieren. Die vier dort unterschiedenen Perspektiven auf die potentielle Stabilitätswirkung von Nachhaltigkeit deuten an, welchen Beitrag ein nachhaltiges Bankwesen zu einem resilienten Finanzmarkt leisten kann.

Gesa Griese, Sebastian Nagel, Stefanie Hiß

Kapitel 4. Stabilität und Resilienz des Finanzmarkts

Um die Frage beantworten zu können, ob und wie nachhaltiges Investieren zu einer Stabilisierung des Finanzmarkts beziehungsweise zu einer Erhöhung von dessen Resilienz beitragen kann, bieten wir hier eine Übersicht über die Konzepte der Finanzmarktstabilität und der Resilienz des Finanzsystems. Weitgehend entstanden aus den Erfahrungen der Krise von 2007/2008 verstehen beide Konzepte den Finanzmarkt als ein System, das sowohl exogenen als auch endogenen Risiken ausgesetzt ist, die die Funktionsfähigkeit des Finanzmarkts gefährden können. Während Finanzmarktstabilität eng mit dem Auftreten und Verringern systemischer Risiken verknüpft ist, ist Resilienz eher mit der Möglichkeit einer Anpassungs- und Lernfähigkeit des Finanzsystems verbunden. Auf die im finanzpolitischen Diskurs verwendeten Konzepte aufbauend nutzen wir dieses Kapitel zudem dazu, unsere grundlegenden Verständnisse von Stabilität und Resilienz des Finanzmarkts zu erläutern, welche für den vorliegenden Band leitend sind.

Sebastian Nagel

Chapter 10. Der Staat im Wirtschaftskrieg

Im zehnten Kapitel werden die Möglichkeiten von Staaten in einem Wirtschaftskrieg analysiert. Autoritären Staaten fällt es besonders leicht, eigene nationale Unternehmen zu instrumentalisieren, was bereits im Wirtschaftskrieg der Unternehmen beschrieben wurde. Dem Staat sind verschiedene Instrumente aus seiner Gestaltungskraft und seinem Machtmonopol zugänglich. Direkte Mittel, wie zum Beispiel die Geld-, Fiskal- oder Zollpolitik, werden ebenso dargestellt wie indirekte Mittel, insbesondere das extraterritoriale Durchsetzen von Recht oder staatlicher Terrorismus. Drei Beispiele beleuchten derartige Auseinandersetzungen, zwei davon analysieren den Antagonismus in Europa vor und nach dem Ersten Weltkrieg aus ökonomischer Sicht, ein drittes verweist auf die Risiken von Währungskriegen.

Ulrich Blum

A. Amtshaftung

Der gesetzliche Tatbestand des § 839 BGB sowie der des Art. 34 S. 1 GG ist abstrakt weit und zugleich komplex. Dies und die historische Entwicklung bringen es mit sich, dass die Anwendung dieses Haftungsrechts nicht zuletzt vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und damit einhergehender Änderungen im gesetzten Recht außerordentlich erschwert ist.

Peter Itzel, Karin Schwall

B. Weitere wichtige Fallgruppen (alphabetisch geordnet)

Amtshaftungsrecht ist überwiegend Fallrecht. Dementsprechend werden weitere für das Verwaltungshandeln, die anwaltliche Beratungspraxis und die Rechtsprechung wichtige Fallgruppen nachfolgend dargestellt, wobei lediglich die jeweiligen Hauptproblembereiche erläutert werden. Weitere in der Literatur behandelte Haftungsbereiche spielen nach Einschätzung der Verfasser als Praktiker zumindest zur Zeit noch keine so große Rolle, können jedoch in Zukunft deutlich an Relevanz gewinnen.

Peter Itzel, Karin Schwall

B. Zusammenfassung und Ausblick

Das Amts- und Staatshaftungsrecht ist Fallrecht. Aufgrund sich verändernder Lebensverhältnisse,u. a. Zunahme des Einsatzes von Technik und IT-, KI-Verfahren, Gen-Technologie und e-government, den sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen, vor allem der Ausweitung der europarechtlichen Einflüsse, ist dieser Haftungsbereich einer nicht unerheblichen Dynamik ausgesetzt. Neben wohl gesicherten Bereichen (wie z. B. Verkehrssicherung, Beamten-, Baurecht) treten offene Problemfelder in der Vordergrund.

Peter Itzel, Karin Schwall

6. Controlling-Aspekte aus der Perspektive von Basel IV

In den Kap. 2 , 3 und 4 wurden die wesentlichen Inhalte von Basel IV einschließlich ihrer Grundlagen aus Basel II und Basel III dargestellt und daraus zu erwartende Auswirkungen auf Kreditinstitute und KMU abgeleitet. Dabei wurde deutlich, dass das Controlling – bestehend aus dem kybernetischen Kreislauf Planung, Kontrolle, Analyse und Steuerung sowie Information und Kommunikation – bei der Umsetzung und Einführung von Basel IV eine wichtige Rolle spielt. Eng mit dem Controlling verbunden sind sowohl das Risikomanagement, welches als wesentlicher Bestandteil der 2. Säule nach Basel IV (Risikobewusstsein und Risikostrategie) besonders hervorgehoben wird, als auch das betriebliche Finanzmanagement. Zu letztgenanntem bildet insbesondere das Finanzcontrolling insofern eine Schnittstelle, dass es eine Unterstützungsfunktion besitzt und sowohl Planungs- und Kontroll-, als auch Analyse- und Steuerungsaufgaben für das betriebliche Finanzmanagement wahrnimmt, indem es die relevanten Informationen erhebt und zur Entscheidungsgrundlage aufbereitet.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

7. Conclusio mit kritischer Würdigung

In diesem Buch wurde die Weiterentwicklung der Basel III Standards auf die zukünftig geltenden regulatorischen Anforderungen gemäß Basel IV überblicksartig dargestellt und damit verbundene potenzielle Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Kreditinstituten und die Finanzierungsmöglichkeiten von KMU untersucht. Selbiges gilt für die ratingorientierte Ausgestaltung eines betrieblichen Controllings mitsamt eines effektiven Risikomanagementsystems.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

2. Von den Anfängen bis zur Finalisierung von Basel III

Die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht entwickelten Basler Eigenkapitalvorschriften wurden seit ihrer Einführung im Jahr 1988 laufend überarbeitet, erweitert und an die Entwicklungen auf den Finanzmärkten angepasst. So wurde die dritte Basler Eigenkapitalvereinbarung noch einmal deutlich ergänzt und unter der offiziellen Bezeichnung „Basel III Finalisierung“ fertiggestellt. Aufgrund der umfassenden Anpassungen wird für diesen Stand der Basler Eigenkapitalvereinbarung in Praktikerkreisen bereits seit geraumer Zeit auch die Bezeichnung „Basel IV“ verwendet, welche auch in diesem Buch genutzt wird. Alle Versionen der Basler Eigenkapitalvereinbarungen bauen aufeinander auf und zielen vor allem auf das Eigenkapital der Kreditinstitute zur Gewährleistung der Stabilität des Finanzsystems.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

4. Auswirkungen der Anforderungen durch Basel IV auf kleinere und mittlere Unternehmen

Die mit Basel IV geforderte stärkere Risikoorientierung der Kreditinstitute wirkt sich über die Kreditvergabe auf die Kreditnehmer und damit die vorrangig bankfinanzierten KMU aus. Die Regelwerke aus Basel IV betreffen bei KMU hauptsächlich folgende Bereiche:- Kapitalbeschaffung und Finanzierungsalternativen,- erweiterte Informationsanforderungen im Rahmen von Ratingprozessen sowie- die vom Rating und den gestellten Sicherheiten abhängigen Kreditkonditionen und Finanzierungskosten. Besonderswichtige Faktoren sind:- Eigenkapitalquote,- Liquidität sowie- Rentabilität. Basel IV stellt umfangreiche Anforderungen an ein Risikomanagement, welche auch für KMU von Bedeutung sind.

Bernd Zirkler, Jonathan Hofmann, Sandra Schmolz

Chapter 4. Implementation of the MiFID and MiFID II Conduct of Business Rules in the Member States

This chapter investigates the implementation of EU investor protection regulation in the national legal systems of Germany, the Netherlands and the UK. The aim is to show how national legislators have designed the enforcement of the conduct of business rules in these legal systems. A closer look is taken at the financial supervision frameworks in which these rules have been transposed and how these frameworks have evolved. The chapter deals with the financial supervision and administrative enforcement regimes to which the conduct of business rules have been subjected, focusing on the authority responsible for enforcement and the available enforcement and sanctioning tools. Furthermore, the chapter examines the transposition of the MiFID and MiFID II information disclosure duty and suitability rule as well as the levels of (national) legislation over which the implementation has been spread out. In addition, the chapter explores how the relationship between the conduct of business rules and redress is shaped within national financial supervision frameworks. Discussed are the perceived nature of the conduct of business rules and whether the frameworks either confer a cause of action on investors or enable the responsible authority to ensure redress on behalf of investors. It is analysed why retail investors might still prefer to bring a damages action in common law despite the importance of the Financial Ombudsman Service and the ability of the Financial Conduct Authority to secure consumer redress. It is also shown why investors generally depend on national private law for redress in Germany and the Netherlands.

Marnix Wallinga

Kapitel 16. Kryptowährungen – Top oder Flop?

Schon der Bitcoin mit seinen starken Kurssprüngen zog die Menschen in seinen Bann. Aber spätestens seit Facebook mit Libra eine eigene Kryptowährung einführen möchte, sind Kryptowährungen in aller Munde. Gleichzeitig können sich die Wenigsten tatsächlich etwas darunter vorstellen, und die Nennung von Kryptowährung in einem Zug mit Mobile Payments, also einer Zahlungsmethode, verwirrt. Der Beitrag gibt einen Einblick in die Welt der Kryptowährungen, indem er das Wesen einer Kryptowährung und ihre Funktionsweise in einfacher Form erklärt. Anschließend werden die Eigenschaften von Kryptowährungen wie Effizienz, Sicherheit und Autonomie beleuchtet sowie unterschiedliche Ausprägungen von Kryptowährungen, wie z. B. der Stablecoin oder digitales Zentralbankgeld, diskutiert. Der Beitrag schließt mit einer Einschätzung zur zukünftigen Bedeutung von Kryptowährungen.

Monika Wohlmann

Kapitel 6. Legitimierung der europäischen Integration als Bedingung für politische Nachhaltigkeit

Entgegen dem von verschiedenen Medien unterstützten Eindruck – verstärkt durch die Eurokrise 2011 und das Brexit-Votum 2016 –, dass sich die Europäische Union in einer Dauerkrise befindet, hat die Union im letzten Jahrzehnt bemerkenswerte institutionelle Fortschritte erzielt. Dies betrifft sowohl die wirtschaftspolitische Koordination als auch weitere staatstragende Funktionen wie Außenpolitik, Migration und Umweltpolitik, die Errichtung neuer Institutionen wie des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM und die Ausweitung der Kompetenzen von EU-Kommission und Europäischem Parlament. Gerade im Europäischen Parlament zeigt sich eine Verbreiterung und Verlagerung des politischen Diskurses von den Mitgliedstaaten hin zu staatsübergreifenden Parteiengruppierungen. Die Herausforderung für die neuen politischen Entscheidungsträger der Europäischen Union wird es sein, diesen Diskurs verstärkt in den Bevölkerungen zu führen, um den Kompetenzzuwachs der Union durch einen entsprechenden Legitimitätszuwachs zu untermauern.

Michael Clauss

12. Kanada, die Vereinigten Staaten und die Eurozone: Auswirkungen auf die US-Reformen

In diesem Kapitel werden ausgewählte sozialpolitische Maßnahmen in Kanada und der Eurozone betrachtet und mit den USA verglichen. Daraus lassen sich mehrere Politikoptionen für US-Reformen ableiten. Darüber hinaus können Schlussfolgerungen in Bezug auf die Handels- und Wirtschaftspolitik der USA gezogen werden. Es wird betont, wie wichtig die Reform der EU27 – post-BREXIT – ist, da sonst die Weltwirtschaft durch die Dominanz der USA und Chinas geprägt wird; und keine signifikanten externen Impulse für eine soziale Marktwirtschaft in den USA eine Rolle spielen würden. Die Gefahr eines strukturellen US-Populismus wird betont. Ohne institutionelle Stabilisierung in der westlichen Welt wird die Weltwirtschaft in ein neues Großmächteregime zurückfallen, das an das 19. Jahrhundert erinnert – mit den USA und China an der Spitze.

Paul J. J. Welfens

10. Schlussfolgerungen für internationale Organisationen

Dieses Kapitel befasst sich mit den wichtigsten Schlussfolgerungen für internationale Organisationen in dieser neuen Ära des US-Populismus und des Aufstiegs Chinas. Die entscheidende Rolle der internationalen Organisationen für Handel, Investitionsströme und regionalen sowie globalen Wohlstand wird hervorgehoben. Darüber hinaus wird ein Schwerpunkt auf die destabilisierenden Auswirkungen nicht nur des neuen internationalen Politikansatzes der Trump-Administration – und der Betonung des Bilateralismus – gelegt, sondern auch auf die entscheidenden Auswirkungen des britischen Brexit-Prozesses und die damit offensichtlich verbundenen Herausforderungen für die EU und Asien. Da die USA in den meisten internationalen Organisationen, die für die Globalisierung relevant sind, eine sehr große Rolle spielen, gibt es viele negative Auswirkungen, die in einer analytischen Perspektive betrachtet werden müssen.

Paul J. J. Welfens

Kapitel 3. Grundlagen und Begriffe

In den vorstehenden Kapiteln wurden die allgemeinen und gesetzlichen Rahmenbedingungen dargelegt, um eine Einordnung der Geldwäsche sowie der Terrorismusfinanzierung zu ermöglichen und dadurch ein Grundverständnis für das Thema zu schaffen. Bevor die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen im Einzelnen beleuchtet werden, gilt es die im Geldwäschegesetz verwendeten Begriffe zu erläutern. Die verwendete Terminologie ist wesentliche Grundlage für das weitere Verständnis der Materie sowie der für Güterhändler resultierenden Pflichten. Die nachfolgenden Definitionen sollen vor allem eine Abgrenzung der im Alltag verwendeten Begriffe von der geldwäscherechtlichen Auslegung und Interpretation ermöglichen. Die juristische Sprache des Geldwäschegesetzes wird so in die Praxis transportiert und die Anwendung erleichtert.

Olaf Bausch

Kapitel 3. Eine US-amerikanische Zivilgesellschaft?

Aller Anfang ist vermittelt, das ist sicher. Wir könnten also beim Thema „amerikanische Zivilgesellschaft“ mit den Puritanern des 17. Jahrhunderts anfangen und deren „Hexenverbrennungen“ im Jargon unserer Zeit als „gross violations of human rights“ – als schwere Menschenrechtsverletzungen – brandmarken. Aber wir wollen dies lieber als koloniale Vorgeschichte der USA betrachten und somit dem Dunkel der Geschichte nicht entreißen.

Jakob Schissler

2. Wertorientierte Unternehmensführung

Wie auch in Kap. 1 gilt hier, dass zunächst nur ein Überblick gegeben wird, der auf der existierenden Literatur basiert. Details, besonders zu den Berechnungen, folgen dann später, wenn wir uns mit den Beispielunternehmen beschäftigen und mit dessen Zahlen das Beteiligungscontrolling und die Bewertung Schritt für Schritt und mit entsprechendem Tiefgang durchsprechen. Die wertorientierte Unternehmensführung ist schon seit einigen Jahren bekannt und hatte sicherlich schon einmal einen Höhepunkt erreicht. Dann wurde aber zunehmend auch Kritik laut, dass es nicht sein kann, alles in einer Unternehmung der Wertsteigerung für den „Shareholder“ zu unterwerfen, sondern es seien primär das ganze Umfeld, also die „Stakeholder“ (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und u. a. Anteilseigner etc.) zu berücksichtigen.Ich persönlich bin sicherlich ein Anhänger von Wertsteigerungsmanagement, allerdings haben wir auch in der deutschen Wirtschaft (wie immer) entsprechende Übertreibungen gesehen und somit hat dieser Managementansatz derzeit leider einen negativen Beigeschmack.

Bernd Heesen

5. Erfolgskriterien aus Sicht der Bank

Im Folgenden beschreibt Christian Kreiß, Studiendekan des Masterstudiengangs Industrial Management und Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Investition und Finanzierung an der Hochschule Aalen, die Erfolgskriterien eines Business-/Geschäftsplans aus Sicht eines Kreditinstitutes. Christian Kreiß war knapp zehn Jahre lang überwiegend im Kreditbereich Firmenkunden von Banken tätig, zuletzt als Leiter der IPO-Stelle bei dem Bankhaus Reuschel (heute DONNER & REUSCHEL Aktiengesellschaft). Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit dort war die kritische Beurteilung von Business- und Geschäftsplänen hinsichtlich Kreditwürdigkeit, der Möglichkeit, Eigenkapital einzuwerben und der Beurteilung der Börsenfähigkeit. Unterstützt wurde Christian Kreiß bei diesem Kapitel von Florian Wiesbauer, Masterabsolvent und Unternehmensnachfolger der Wiesbauer GmbH & Co. KG, Bietigheim-Bissingen.

Anna Nagl

Geldpolitik

Mit der Einführung des Euro ging die Aufgabe der Währungssicherung von der Deutschen Bundesbank auf das Eurosystem über, das aus der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt und den Zentralbanken der Länder besteht, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben. Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist nach dem Maastrichter Vertrag, die Preisstabilität zu gewährleisten. Soweit es ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das Eurosystem die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft. Das Eurosystem ist auf das Hauptziel der Geldwertstabilität verpflichtet.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs, Marion Leuenroth

Demokratie und Anomie: Profile, Ursachen und Effekte einer fundamentalen Herausforderung in der empirischen Synopse

Der Beitrag bilanziert die Befunde der zwölf Fallstudien und analysiert, inwieweit sich diese in einen systematischen Gesamtzusammenhang stellen lassen. Dabei zeigt sich, dass Anomie eine potenziell vielgestaltige, inhaltliche Dimensionen und systemische Handlungsebenen überschreitende Herausforderung der Demokratie darstellt, ihr Gefährdungspotenzial jedoch variiert: Neben vereinzelten fundamentalen Bedrohungsszenarien sind auch Fälle zu konstatieren, in denen anomische Entwicklungen einen Nutzen für die Performanz demokratischer Gemeinwesen aufweisen, weil sie Lerneffekte bewirken.

Martin Sebaldt, Verena Ibscher, Luis Illan

Anomie durch Fehlsteuerung? Planungsgrundsätze und Effekte der europäischen Finanzpolitik im Gefolge der Schuldenkrise

Der Beitrag unternimmt den Versuch, am Fall der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise Anomien, also Zustände systematischen Normen- und Ordnungsverlusts, in der Finanzpolitik zu identifizieren. Dazu werden für ausgewählte Politikfelder der europäischen Finanzmarkt- und Haushaltspolitik evidente Regelungslücken aufgesucht und den politischen Maßnahmen zur Überwindung dieser Defizite gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass Regelungsdefizite nun teilweise von Übersteuerung abgelöst werden und hierarchische Fremdsteuerung dafür anfälliger ist als Gegenstände der Selbstkoordination.

Maximilian Grasl

Moral an die Börse?

Finanzskandale, feindliche Übernahmen und großzügige Zahlungen an Manager in Finanzinstitutionen haben in der Öffentlichkeit Empörung hervorgerufen. Funktionsdefizite der Finanzmärkte können jedoch nur durch politische Regulierung, ethische Strukturierung der globalen Finanzmärkte und durch die beiden zentralen Prinzipien Stabilität und Partizipation beseitigt werden.

Friedhelm Hengsbach

„Dieses Mal ist alles anders“?

Umsteuern zu einer regelethischen Reflexion

Nach der Technologieblase gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts und der folgenden Finanzkrise im Jahr 2000 hatten renommierte Banker eingestanden, dass sie alle Fehler gemacht und nicht mit einem so abrupten Absturz der Börsenkurse gerechnet hätten. Die Bevölkerung hatte sich damals über die Gier und die maßlosen Gehaltsanhebungen der Manager empört.

Friedhelm Hengsbach

Bauwirtschaftslehre – Grundlagen

Die Bauwirtschaftslehre als spezielle Betriebswirtschaftslehre ist Grundlage des wirtschaftlichen Handelns der am Planen, Bauen und Betreiben von Bauten und Anlagen Beteiligten. Lange sehr stark auf die Technik fokussiert, werden heute professionell ausgerichtete bauwirtschaftliche Funktionen und Prozesse als entscheidende Erfolgsfaktoren in den Unternehmen akzeptiert und angenommen. Zunächst werden die Grundbegriffe der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaftslehre erläutert. Dazu zählen Begriffe wie Markt, Angebot und Nachfrage, Kosten, Rentabilität, Konjunktur und Tarifrecht. In der Unternehmensrechnung sowie der Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung werden die Grundlagen zur Erfassung, Darstellung, Auswertung und Überwachung aller Geld- und Güterströme in (Bau-)Unternehmen vermittelt. Im Kapitel Unternehmensfinanzierung werden schließlich die Ziele und Einflussfaktoren der Finanzierung eines Unternehmens sowie alternative Finanzierungsformen dargestellt.

Claus Jürgen Diederichs, Alexander Malkwitz, Ayosha Aghazadeh

Politisches Framing — sprachbezogene Kompetenzentwicklung im Politikunterricht

Eine relevante und höchst aktuelle Überschneidung fachübergreifender und fachspezifischer sprachlicher Phänomene hat Elisabeth Wehling mit ihrem 2016 erschienenen Buch „Politisches Framing“ einer breiten Öffentlichkeit, die weit über fachwissenschaftliche Kreise hinaus geht, dargelegt. Wehling erläutert darin an zahlreichen Beispielen, dass in politischen Debatten und für ihre Wirkung nicht zuerst die vorgetragenen Fakten entscheidend sind, sondern gedankliche Deutungsrahmen — in den Kognitionswissenschaften Frames genannt — die den Fakten eine Bedeutung verleihen. Informationen werden demnach in Relation zu Erfahrungen und Vorwissen als relevant oder irrelevant eingeordnet sowie durch Frames bewertet und interpretiert. Dadurch beeinflussen Frames — häufig unbewusst — Denken und Handeln. (Wehling, S. 17 ff.) Eine Auseinandersetzung mit den von Wehling dargelegten Erkenntnissen im Rahmen des Politikunterrichts ermöglicht die Entwicklung und Förderung von sprachlicher und fachlicher Kompetenz. Dieser Beitrag fasst die von Wehling dargelegten Erkenntnisse zusammen und erläutert das didaktische Potenzial des Themas Politisches Framing anhand kompetenzbezogener Aufgaben für den Politikunterricht.

Max Droll

3. Rechtlicher Hintergrund

Um die in Kapitel 2.2 beschriebenen Ziele zu erfüllen, muss die Bankenaufsicht einen ausreichenden Überblick und Einblick über/in die Struktur, die Geschäfte und die Risiko- und Ertragslage haben. Grundlage hierfür sind einerseits die in der folgenden Box 3.1 dargestellten, wichtigsten Anzeige- und Vorlagepflichten von Finanzdienstleistungsinstituten und Wertpapierhandelsbanken.

Christian Glaser

8. Glossar

Advanced Measurement Approach (fortgeschrittener Ansatz zur Messung der operationellen Risiken)

Christian Glaser

2. Einordnung von Sonderprüfungen in den Wirkungskreis der Bankenaufsicht

Für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute bilden insbesondere das Kreditwesengesetz (KWG), aber auch weitere Gesetze, Verordnungen, Rundschreiben und Meldepflichten den engen gesetzlichen Rahmen. Außerdem muss ein Institut – im Gegensatz zu vielen anderen Branchen – vor Aufnahme seiner Tätigkeit bereits die ausdrückliche Erlaubnis hierfür bei der BaFin einholen. Die Lizenz kann bei gravierenden Verstößen auch wieder entzogen werden.

Christian Glaser

5. Idealtypischer Ablauf einer Sonderprüfung

Der zeitliche Ablauf einer Sonderprüfung kann je nach Prüfer, Inhalt und auch je nach Intensität abweichen. Trotzdem finden sich die einzelnen, in Abb. 5.1 dargestellten Phasen in jeder und die zeitliche Verteilung in den meisten Sonderprüfungen. Nach einer Darstellung der typischen Prozessschritte einer Sonderprüfung zu Beginn dieses Kapitels werden in den Kapiteln 5.5. bis 5.7. häufige Prüfungsschwerpunkte aus den Bereichen MaRisk, Geldwäscheprävention und IT dargestellt, ehe in Kapitel 5.8. ausgewählte MaRisk-Fokusbereiche umfassender behandelt werden.

Christian Glaser

4. Hinweise zur Prüfungsvorbereitung

Wie in den vorherigen Kapiteln bereits dargestellt wurde, wird irgendwann jedes Institut im Rahmen einer Sonderprüfung geprüft. Bankgeschäftliche Prüfungen haben – mit Ausnahme von Prüfungen aufgrund unerlaubter Geschäfte gemäß § 44c KWG – typischerweise bereits einen längeren Planungsvorlauf hinter sich, wenn die Prüfungsanordnung beim Institut eingeht.

Christian Glaser

7. Die Kerninhalte des Buchs - in zehn Minuten zusammengefasst

Im Gegensatz zu den bedeutenden Instituten, die in der Regel eine Bilanzsumme von über 30 Mrd. Euro aufweisen und direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt werden, liegt die direkte Aufsicht über die weniger bedeutenden Institute (LSIs) weiterhin bei den nationalen Aufsichtsbehörden.

Christian Glaser

6. Nachbereitung der Sonderprüfung

Ebenso wichtig wie eine gute Vorbereitung auf eine Sonderprüfung und ein koordinierter Verlauf ebendieser, ist es, sich im Nachgang mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen und die Feststellungen möglichst schnell und zielgerichtet abzuarbeiten. Auch für den Abschlussbericht mit den Ergebnissen sowie das Follow-Up der Feststellungen gibt es klar geregelte aufsichtsrechtliche Vorgaben und Standardisierungen.

Christian Glaser

11. Immobilienfinanzierung und Finanzmarktstabilität

Der Erwerb eines Eigenheims ist die finanziell anspruchsvollste und folgenreichste Entscheidung im Leben der meisten Bürgerinnen und Bürger. Der Kaufpreis einer Immobilie übersteigt das verfügbare Eigenkapital in der Regel um ein Vielfaches. Zur Finanzierung ist deshalb die Aufnahme eines Hypothekendarlehens erforderlich. Die daraus resultierenden finanziellen Verpflichtungen bestehen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten fort. Während dieser Zeit muss das Haushaltseinkommen stets hoch genug sein, um die Kreditraten bedienen zu können und trotzdem genügend Geld „zum Leben“ zu haben. Einkommen und Vermögen sind jedoch innerhalb der Marktwirtschaft ungleichmäßig verteilt, sodass nicht jeder Haushalt der finanziellen Belastung des Wohneigentumserwerbs gewachsen ist. Werden Immobilienkredite auf breiter Front zu leichtfertig vergeben, können finanzierende Banken in Schieflage geraten und die Finanzmarktstabilität gefährdet sein.

Oliver Lerbs

Desiderata und zukünftige Forchungsaufgaben

Erstens und grundsätzlich besteht selbstverständlich ein Desideratum darin, die Dimensionen Föderalismus, Konstitutionalisierung und Eigenständigkeit einer EU-Sportpolitik (wenngleich keine „Politik“ im Sinne einer gemeinsamen Politik der Union vorliegt) weiter zu erforschen. Diese Dimensionen sind in der vorliegenden Untersuchung (sei es in der Dissertation 2016 oder im Nachtrag 2018) derart oft angesprochen worden, dass im vorliegenden Abschnitt nicht weiter darauf einzugehen ist, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist. Wie oben dargestellt (VIII.2.2, „Rückkoppelung auf die drei Forschungsfragen“) bestätigt eine Analyse des Materials aus den Jahren 2016-18, dass die bereits festgestellte sportpolitische Rollenverteilung zwischen Union und Mitgliedstaaten weiterhin Bestand hatte und hat.

Jacob Kornbeck

Forschung und theoretische Rahmung

In Forschungspublikationen dient der Literaturbericht dazu, einen angemessenen (d.h. selektiven statt vollständigen) Auszug (digest) aus der für das zu behandelnde Thema relevanten bereits vorliegenden Fachliteratur vorzulegen, mit dem Ziel, dadurch die zu untersuchende Fragestellung zu untermauern (Yegidis & Weinbach, 2005, S. 47). Bei der Dissertation – egal ob in monographischem oder kumulativem Format erstellt und vorgelegt – muss sich diese glaubhaft-machende Funktion naturgemäß verstärken, nicht zuletzt da die Dissertation nicht bloß interessante, nützliche Einblicke ins ein gegebenes Thema zu vermitteln, sondern ebenfalls doktorale Kompetenz zu demonstrieren hat.

Jacob Kornbeck

Kapitel 5. Kritischer Vergleich der Abbildung von Leasingverhältnissen aus der Sicht der abschlusserstellenden Unternehmen

Während im vorangegangenen Kapitel die Abbildung von Leasingverhältnissen aus der Perspektive der Abschlussadressaten beurteilt wurde, soll im Rahmen dieses Kapitels der Fokus auf die bilanzierenden Unternehmen als Anwender der Vorschriften gelegt werden. Dabei soll in Gliederungspunkt 2 kritisch untersucht werden, inwieweit die IFRS und die handelsrechtliche Rechnungslegung den bilanzierenden Unternehmen einen zielgerichteten Einsatz jahresabschlusspolitischer Aktionsparameter im Rahmen der Leasingbilanzierung ermöglichen.

Katrin Lazarz

Kapitel 18: Materiell-rechtliche Übertragungsmechanismen

Es hat sich gezeigt, dass Verfassungsgerichte grundsätzlich Kontrolle gegenüber rechtsordnungsfremden inter- und supranationalen Normen ausüben sollten, um die Beachtung konstitutionalistischer Prinzipien sicherzustellen. Andererseits haben wir auch gesehen, dass von der Ausübung einer solchen Kontrolle gewisse Risiken ausgehen. Sie kann die Funktionsfähigkeit institutionalisierter inter- und supranationaler Kooperation beeinträchtigen und die prekäre Legitimität inter- und supranationaler Institutionen beschädigen. Sie beeinträchtigt die einheitliche Anwendung des inter- und supranationalen Rechts, sobald und soweit nationale Verfassungsgerichte unterschiedliche Kontrollmaßstäbe verwenden. Deshalb erscheint es sinnvoll, wenn inter- und supranationale Verfassungsgerichte die Beachtung konstitutionalistischer Prinzipien gewährleisten und nationale Verfassungsgerichte sich auf eine subsidiäre Kontrolle beschränken können.

Andrej Lang

5. Neue Ansätze im internationalen Firmenkundengeschäft

Neue Ansätze im internationalen Firmenkundengeschäft erfordern auch einen Blick in Richtung Kundennutzen und Kundenwünsche. Der Einstieg in Kap. 5 zeigt auf, dass Banken ihr Beratungskonzept verändern müssen. Die Unternehmen erwarten nicht nur ein Angebot an klassischen Produkten und Dienstleistungen, sondern auch, dass die Bank als Ratgeber im internationalen Geschäft fungieren sollte. Hierzu bedarf es umfangreicher Kompetenzen seitens der Firmenkundenbetreuer (individuelle Handlungskompetenz) und die Beachtung der Ziele in der Kundenbetreuung. Im weiteren Verlauf gibt das Kapitel einen kurzen Überblick über das Leistungsangebot der führenden Universalbanken und Kreditinstitute mit ihren Verbundpartnern. Im letzten Abschnitt wird dann Bezug genommen auf ein neues CRM-System im Auslandsgeschäft, wobei zunächst die Instrumente vorgestellt werden, danach erfolgen organisatorische Hinweise bis zu den notwendigen Schritten einer Implementierung der Systeme.

Henning Kehr, Jörg Michael Gummersbach

8. Risiko-Messung und Kreditrisiko-Management

In diesem Kapitel 8 werden wir – ebenfalls wieder nur in den Grundzügen – die wesentlichsten Risiko-Maße für Finanzprodukte und Finanz-Portfolios, den „Value at Risk (VAR)“ und den „Conditional-Value at Risk (C-VAR)“, der auch als „Expected Shortfall“ bezeichnet wird, kennenlernen.

Gerhard Larcher

3. Prototypische Umsetzung einer BI-basierten Reporting-Anwendung und eines Prüfungsansatzes

Das vorliegende Kapitel widmet sich zweier ausgewählter prototypischer Umsetzungen, um den aktuellen Anforderungen an die Nutzung risikorelevanter Daten zu begegnen. Abschn. 3.1 präsentiert eine Reporting-Anwendung zur Früherkennung und automatisierten Klassifizierung von Bonitätsrisiken für Einzelkunden und Portfolien. Ein Ansatz zur Ermittlung des Umsetzungsstandes einer Risikoreporting-Anwendung gemäß BCBS #239/MaRisk AT 4.3.4 ist Gegenstand von Abschn. 3.2.

Uwe Rudolf Fingerlos, Guido Golla, Alexander Pastwa, Peter Gluchowski, Roland Gabriel

1. Einführung in das Reporting von Risikodaten

Die Bedeutung von Daten als wichtige unternehmerische Ressource bekommt mit Schlagworten wie „Big Data“, „Industrie 4.0“ oder „Digitale Transformation“ neuen Auftrieb. Insbesondere durch die Digitalisierung der Industrie steigt die Menge an jährlich erzeugten Daten in Unternehmen ständig weiter an (vgl. Voigt und Seidel 2016).

Uwe Rudolf Fingerlos, Guido Golla, Alexander Pastwa, Peter Gluchowski, Roland Gabriel

Kapitel 4. Wesentliche Entwicklungen im Betrachtungszeitraum

Nachfolgend sollen die relevanten Entwicklungen für den Betrachtungszeitraum dieser Analyse von 2008 bis 2017 dargestellt werden. Er umfasst daher zum einen die übergeordnete, volkswirtschaftliche Entwicklung nach der Finanzkrise sowie zum anderen deren Folgen. Dies sind namentlich die Adjustierung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank in der Eurozone und die einhergehende Zinsentwicklung und darüber hinaus die regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die Organisation der Leistungserbringung von Instituten.

Robert Conrad

Geldpolitik

Preisstabilität wird definiert als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter, aber nahe bei 2 % gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend der Definition muss Preisstabilität dabei mittelfristig gewährleistet sein.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kapitel 8. Internationale Finanzmärkte

Die Finanzkrise führte zur schlimmsten Depression seit 1929. Nur durch massive Konjunkturprogramme konnte Schlimmeres verhindert werden. Hier kam die keynesianische Theorie zur Anwendung.

Christian A. Conrad

Kapitel 3. Ansätze zur Digitalisierung des Controllings

Um noch effizienter, effektiver und schneller das Management unterstützen zu können, sollte das strategische Controlling die drei Ausprägungen der Digitalisierung nutzen. Sie haben Auswirkungen auf die Erledigung strategischer Controlling-Aufgaben – oder etwas konkreter – auf die Wahrnehmung der Aktivitäten im Rahmen der Controlling-Prozesse, auf anzuwendende Controlling-Instrumente sowie generell auf die Gestaltung der Steuerungssysteme. Insgesamt können sieben Ansätze zur Digitalisierung im strategischen Controlling ausgemacht werden.

Stephan Abée, Silvio Andrae, Ralf B. Schlemminger

3. Finanzcontrolling

Die Finanzlage ist von existenzieller Bedeutung für Unternehmen; Illiquidität als Extrem zieht Insolvenz und Konkurs nach sich. Daher muss im Finanzbereich statt Improvisation und Reaktion informatorisch gut unterlegtes und geplantes Handeln vorherrschen (Hahn und Hungenberg 2001, S. 616). Die finanzielle Führung von Unternehmen ist eine komplexe Gesamtaufgabe und umfasst folgende Teilaufgaben (Hahn und Hungenberg 2001, S. 616–646; Horváth et al. 2015, S. 411–415; Lachnit 2001, Sp. 887–889; Perridon et al. 2016, S. 720–765):

Stefan Müller, Sarah Müller

Kapitel 3. Der Brexit und seine Folgen

Der Brexit hat das Vereinigte Königreich in eine mehrfache Verfassungskrise gestürzt. Der Zusammenhalt der Viervölker-Monarchie (Engländer, Schotten, Waliser, Iren) bröckelt. Die Machtbalance der vier Machtzentren – Volk, Parlament, Regierung und Krone – ist gestört. Johnson hat aus der Konservativen Partei eine Partei radikaler englischer Nationalisten gemacht. Die Frage nach der englischen Identität ist ein wesentlicher Auslöser des Brexit. Die britische Wirtschaft ist nicht katastrophal abgestürzt, wie das voreilige Remainer 2016 prophezeit haben. Aber sie zeigt deutliche Krisensymptome: Investitionen sacken ab, die Währung verliert an Wert. Wie eine künftige nationale Politik in den Politikbereichen aussehen soll, in denen der Brexit Kompetenzen nach London zurückverlagert, ist völlig ungeklärt – ebenso wie das künftige Verhältnis zur EU. Hier wird es Konflikte geben. Die Aussichten auf neue Handelschancen jenseits der EU sind dürr.

Rudolf G. Adam, Gill Mertens

Der Euro und die Europawahl 2019: Wie die großen europäischen Parteienfamilien die Eurozone reformieren wollen, und warum

Der Euro ist Symbol und Instrument des europäischen Integrationsprozesses. An der Ausgestaltung der Eurozone wird sich der Erfolg der Europäischen Union mitentscheiden. Dieser Beitrag diskutiert sowohl Herausforderungen der Eurozone als auch Lösungsvorschläge, formuliert von zentralen Fraktionen im Europäischen Parlament. Deutlich wird, dass sich die Mitte des politischen Spektrums uneinig über die Balance zwischen europäischer Risikoteilung und nationaler Verantwortlichkeit ist. Zukünftig wird entscheidend sein, in wirtschaftspolitischen Reformen europäische Solidarität mit dem Prinzip der Subsidiarität zu vereinbaren.

Sebastian Heidebrecht

Kapitel 13. Arbeitsrecht

Das Hongkonger Arbeitsrecht ist sehr arbeitgeberfreundlich, was sich nicht nur im Arbeitsrecht selbst wiederfindet, sondern sich auch durch die gesamte Hongkonger Gesellschaft sieht. Da es Arbeitgebern sehr einfach ist, neue Mitarbeiter anzustellen und diese auch wieder zu entlassen, findet sich dies auch spiegelbildlich aufseiten der Arbeitnehmer wieder. Da die Arbeitnehmer wissen, dass sie im Zweifel schnell wieder entlassen werden können, sind die Mitarbeiter in der Regel wesentlich weniger loyal zu dem Arbeitgeber als zum Beispiel in Deutschland oder in anderen Ländern, in welchen der Arbeitnehmerschutz wesentlich stärker ausgeprägt ist. Es ist von daher nicht ungewöhnlich, dass Mitarbeiter kündigen und sich einem anderen Arbeitgeber zuwenden, nur weil der eine etwas höhere Vergütung anbietet, oder andere Gehaltsbestandteile anbietet, die der jetzige Arbeitgeber so nicht anbietet (Krankenversicherung, Arbeiten von zu Hause, freiwillige Zusatzversicherungen, Schulgeld, etc.). Das Lohnniveau in Hongkong ist wesentlich höher als in Deutschland oder Österreich und liegt ca. 10 % über dem Schweizer Lohnniveau. Hinzu kommt der sehr geringe Einkommenssteuersatz, der dazu führt, dass die meisten Arbeitnehmer überhaupt keine Lohnsteuer zahlen und die maximal bezahlbare Lohnsteuer für gut verdienende Mitarbeiter (ab ca. 300.000 € brutto im Jahr) bei maximal 15 % liegt.

Constantin Frank-Fahle, Florian Leber, Stefan Schmierer

15. Finanzierung von Unternehmen der lokalen Ökonomie - Hemmnisse und Möglichkeiten

Die Finanzierung stellt Unternehmen im Kontext der lokalen Ökonomie häufig vor Herausforderungen, etwa aufgrund fehlender Bonität oder aufgrund ungewöhnlicher Geschäftsideen. Dieser Beitrag zielt – mit Beispielen unterlegt – darauf ab bestehende Hemmnisse bei der Fremdfinanzierung lokaler Unternehmen aufzuzeigen und Möglichkeiten zu nennen, um diese zu umgehen. Aufbauend auf der Darstellung der Unternehmensfinanzierung in Deutschland, werden die klassische Bankfinanzierung sowie alternative Finanzierungsformen (Mikrokredite und Crowdfunding) vorgestellt und deren Vor- und Nachteile für die lokale Ökonomie diskutiert.

Franz Flögel, Kerstin Meyer, Dajana Schlieter

Kapitel 4. Moderne Planung und Budgetierung – eine Diskussion mit der Praxis

Alle Theorien zur modernen Planung bleiben irrelevant, wenn sie nicht den Weg in die Praxis finden. Der abschließende Abschnitt stellt die Expertensicht aus der Praxis dar, die auf einem strukturierten gemeinsamen Telefoninterview basiert. Darin tauschten sich die Autoren mit Dr. Ali Arnaout (Senior Vice President & CFO, AIDA Cruises, und CIO, Costa Group), Nico Köllner (Finance Director, E.ON B2B Solutions), Ingo A. Mueller (Managing Director, Bereichsleitung Group Planning & Controlling Treasury, Commerzbank) sowie Stephan Pierer (Head of Finance, Digital Services Siemens Healthineers) über ihre persönlichen Erfahrungen und Tipps zur modernen Unternehmensplanung aus.

Timo Grund, Prof. Dr. Avo Schönbohm, Khai Tran

Erster Teil: Relevanz der Stiftungsinsolvenz

Auf den ersten Blick wirkt es möglicherweise fast ein wenig befremdlich, wenn man das Rechtsinstitut der Stiftung überhaupt im Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren erwähnt. Bisweilen wird die rechtsfähige Stiftung nach § 80 Abs. 2 S. 1 BGB auch als „Ewigkeitsstiftung“ bezeichnet, da die Stiftung grundsätzlich auf Dauer und ohne festgelegtes Ende errichtet wird. Anders als bei Unternehmen sucht die Befassung mit der Insolvenz einer Stiftung vor dem Hintergrund dieses Ewigkeitsgedankens unweigerlich nach ihrer Berechtigung.

Johannes Weiland

Das außenpolitische Handeln von Angela Merkel in der Griechenlandkrise (2010–2015)

Im vorangegangenen Kapitel ist der Operational Code von Angela Merkel in der Griechenlandkrise analysiert worden. Anschließend wurden auf der Basis der Ergebnisse der Operational Code Analyse die Erwartungen formuliert, die sich aus Angela Merkels Denkbildern für ihre Griechenlandpolitik ergeben. Der dritte Teil der Dissertation setzt sich mit dem tatsächlichen außenpolitischen Handeln der Bundesrepublik auseinander und soll die Forschungsfrage B beantworten.

Danae Ankel

Kapitel 2. Rationale Kreditentscheidungen vor dem Hintergrund der Finanzierungstheorie

Innerhalb der Ökonomie lassen sich normative und deskriptive Strömungen unterscheiden. Der Teil der Wirtschaftswissenschaften, der sich mit dem tatsächlichen Verhalten der Wirtschaftssubjekte beschäftigt, basiert auf der deskriptiven Entscheidungstheorie und ist in erster Linie verhaltenswissenschaftlich geprägt.

Sebastian Heim

17. Handlungsfeld 12: Machtübertragung richtig machen – Krönungsszenarien

Das Handlungsfeld der „Machtübertragung“ beschreibt unterschiedliche Facetten zur formalen Übertragung von Funktionsmacht, die damit im Regelfall auch von einer übergeordneten Instanz als Machtquelle stammen muss.

Thomas Breyer-Mayländer

Herausforderungen der europäischen Finanzindustrie

Europäische Banken befinden sich gegenwärtig in einem präzedenzlosen Struktur- und Kulturwandel mit vielfältigen Ursachen. Maßgeblich geprägt wird dieser Wandel durch den technologischen Fortschritt und die Digitalisierung sowie eine materielle Zwickmühle: In Folge der Finanzkrise haben die nationale und europäische Bankenaufsicht umfassende regulatorische Anforderungen an die Qualität und Substanz der Eigenkapitalbasis, die Liquidität und die Konzernstruktur und -kultur verabschiedet, die zu einer verbesserten Finanzstabilität beitragen sollen. Der aufsichtliche Fokus auf der Kapitalunterlegung und den SREP-Anforderungen ist für die Banken in einem für die Kapitalbeschaffung sehr komplizierten Umfeld, in dem die Ertragssituation vermehrt unter Druck steht und sich Kostenstrukturen – in höchstem Maße auch durch regulatorische Kosten geprägt – als relativ starr darstellen, eine große Herausforderung und stellt eine substanzielle Belastung für die Profitabilitätssituation dar.

Marcus Schenck

SREP – Neues Prüfungskonzept der Bankenaufsicht

Zu den drei Säulen der Europäischen Bankenunion zählte von Beginn an der Einheitliche Bankenaufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism; SSM), innerhalb dessen sich die Beaufsichtigung des europäischen Bankensektors nach einheitlichen Kriterien und Maßstäben vollzieht. Nachdem zuvor die nationalen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung ihrer Banken verantwortlich waren, hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem 04.11.2014 die direkte Aufsicht über die 128 systemrelevanten Institute und Institutsgruppen in Europa übernommen. Dabei wird sie allerdings weiterhin tatkräftig durch die nationalen Aufsichtsbehörden unterstützt.

Hans-Bernd Wolberg

Cui bono? Komplexe Regulierung und ihre Folgen

Aber im Gegensatz zu Schimanski benutzen Aufseher nicht ihre Fäuste, wenn das Aufsichtsgespräch mal nicht läuft.

Andreas Dombret

Die neue Realität des Bankgeschäfts

Beginnen möchte ich mit einem Glückwunsch an die Veranstalter, denn es ist eine große Leistung, eine Veranstaltungsreihe über nun 19 Jahre erfolgreich zu halten und immer wieder aufs Neue spannende Themen zu identifizieren. Auf der anderen Seite machen es die deutsche Kreditwirtschaft sowie die deutschen und europäischen Aufseher den Organisatoren einfach, immer wieder neue Themen zu finden. Bei Kreditinstituten passiert immer wieder etwas, werden neue Strategien entwickelt, und wenn einmal nichts passieren sollte, dann liefern die verschiedenen Aufsichtsbehörden neue Impulse für Veränderungen.

Herbert Hans Grüntker

Complexity Kills the Cat

Banken sehen sich in unserem verstrickten Finanzsystem zunehmenden Herausforderungen durch den Double Trouble aus Niedrigzinsumfeld und ansteigender Regulierung sowie durch die Digitalisierung und deren Konsequenzen für Vertriebskanäle und Geschäftsprozesse ausgesetzt. Die Vielfalt der Herausforderungen in einem ohnehin komplexen Umfeld sowie das Nebeneinander analoger und digitaler Lösungsansätze machen das Bankensystem als Ganzes und die einzelnen Institute zunehmend komplexer. Ein Ende der notwendigen und bereits eingeleiteten Anpassungsmaßnahmen ist genauso wenig absehbar wie das Ende der damit einhergehenden Komplexitätssteigerung.

Michael Lister

7. Geld – Das Blut der Welt

In der Wirtschaft geht es nur ums Geld! So zumindest die verständliche Meinung vieler, wenn nicht gar der meisten Menschen. Allerdings wissen Sie, dass es bei Wirtschaft noch um einiges mehr geht. Tatsächlich wurde das Thema Geld bis hierher höchstens einmal gestreift. Auch im BWL-Studium wird selten darüber gesprochen. Und trotzdem, am Ende läuft es immer auf das Geld hinaus. Geld ist im Alltag der Hauptberührungspunkt mit Wirtschaft. Welche Bedeutung das Thema hat, zeigt alleine schon, dass es – außer für Sex – für wohl keinen anderen Begriff mehr Synonyme gibt:

Fabian Dittrich

6. Die Bewertung von Unternehmen im Rechnungswesen

Mit der internationalen Rechnungslegung ist das Paradigma der „fair value Bewertung“ nach Deutschland gekommen. Für die Konzernrechnungslegung von börsennotierten Unternehmen ist die Bewertung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) verpflichtend. Der Fair Value (fairer Wert, zumeist im Deutschen mit beizulegender Zeitwert übersetzt) wird in dem IFRS 13, der seit 2013 die bislang verstreuten Regelungen zur Bewertung mit dem Fair Value bündelt, folgendermaßen definiert (IFRS 13.9):

Stefan Behringer

§ 14 Finanz- und Börsenaufsicht

Als Finanz- und Börsenaufsicht wird im Folgenden die staatliche Aufsicht über Finanzunternehmen, Kapitalmärkte und Börsen bezeichnet, die von europäischen und nationalen Behörden im Verbund ausgeübt wird. Sie soll Einleger und Anleger schützen und die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems sichern, an deren Gewährleistung angesichts der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Finanzinstituten und -märkten ein erhebliches öffentliches Interesse besteht.

Ann-Katrin Kaufhold

§ 5 Wirtschafts- und Währungspolitik

Die industrielle Revolution in Deutschland war stark geprägt durch den Wirtschaftsliberalismus in England, dem Ausgangspunkt der Lehren eines Adam Smith (1723–1790) und eines David Ricardo (1772–1823). Der Beginn der rechtlichen Gestaltung der Wirtschaftspolitik bzw. nach der damaligen Terminologie der Wirtschaftslenkung kann in den Staatseingriffen des 19. Jahrhunderts gesehen werden. Diese wurden entgegen den liberalen herrschenden Vorstellungen von Staat und Gesellschaft wegen der sozialen Spannungen in Folge der wachsenden Industrialisierung notwendig. Der fortschrittlich freiheitliche Deutsche Zollverein von 1834 war ein Niederschlag dieses Denkens. Erst nach der Reichsgründung erfuhren das Postulat der Freiheit der Wirtschaft vom Staat und der Glaube an die Selbstregulierung der Wirtschaft eine entscheidende Schwächung. Verstärkte Auslandskonkurrenz, nationalwirtschaftliche Rivalitäten und der Druck des Großgrundbesitzes zwangen Reichskanzler Bismarck 1876 zur Aufgabe seiner liberalen Handelspolitik. Zunehmend setzten sich staatswirtschaftliche Tendenzen durch: Post und Bahn, Telegraf und Telefon, umfangreiche land- und forstwirtschaftliche Domänen und zahlreiche Bergwerke waren in der Hand des Staates. Über die Hälfte seiner Einnahmen kamen aus eigenen Wirtschaftsbetrieben. Den Umbruch vom Liberalismus zu einem gemäßigten Staatsinterventionismus verdeutlicht die Gewerbeordnung von 1869 (→ § 9 Rn. 1). Sie bekennt sich zum Prinzip der Gewerbefreiheit, behält aber gleichzeitig dem Staat Eingriffs- und Aufsichtsbefugnisse vor. Die Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts blieb trotz mancher Ansätze hinter der theoretischen Bewältigung des Interventionismus durch die Nationalökonomie zurück. Auf der Basis der durch einen siegreichen Liberalismus geschaffenen Rechte erkannte die Opposition aus wirtschafts- und sozialpolitischen Erwägungen die Lenkungsproblematik. Adolph Wagner stellte in seiner „Grundlegung der politischen Ökonomie“ aus dem Jahr 1892 die Grundfrage, wie Freiheitssphäre und Eigentum beschaffen sein müssen, um den Bedingungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens zu genügen. Insgesamt gesehen gab es in Deutschland bis 1914 bemerkenswerte Ansätze für eine rechtlich eingehegte Wirtschaftspolitik. Die Sorgen der gesamten Volkswirtschaft um sozial benachteiligte Gruppen und um den Missbrauch wirtschaftlicher Macht fanden im Zeitalter des Liberalismus durchaus ihren juristischen Niederschlag.

Reiner Schmidt

§ 4 Die Organisation der Wirtschaftsverwaltung

Das Organisationsrecht ist Rückgrat des Verwaltungsrechts. Es legt fest, wer für eine Entscheidung zuständig, wem eine Entscheidung zuzurechnen und wie die zuständige Entscheidungseinheit intern verfasst ist. Es ist die Matrix, über die Legitimationsmittlung organisiert wird. Organisation verteilt Herrschaftsmacht und schützt hierdurch die Freiheit des Einzelnen. Das Organisationsrecht verknüpft Aufgaben und Organisation zur Kompetenz und weist zudem einer Verwaltungseinheit die Kognitionskompetenz zu, den maßgeblichen Sachverhalt festzustellen. Hierin liegt eine ganz wesentliche Eigenleistung von Verwaltungsverfahren. Denn die stets wertungsabhängige Feststellung des Sachverhalts ist mehr als die Abbildung einer verfahrensexternen Wirklichkeit, sondern vielmehr konstitutive Kreationsleistung des Verfahrens, damit aber letztlich Kompetenzfrage, mit der entschieden wird, wessen Perspektive auf die Tatsachen die maßgebliche ist.

Klaus Ferdinand Gärditz

Kapitel 3. Innovationsverantwortung: Passive Transparenz durch Kontrolle

Die Innovationsverantwortung ist bislang nicht mehr als eine Utopie. Sie verlangt einen Ausgleich der Konflikte von Datenschutz und Innovationen. Bislang legt die täglich erfahrbare digitale Transformation vor allem Wert auf die Innovation, während die Regulierung des Datenschutzes durchaus als zweitrangig betrachtet werden kann. Sowohl für die Daten für Innovationen als auch für den Schutz der Datensubjekte sind bisher vor allem Verfahren gefunden worden, die dem Verbergen zuzurechnen sind. Wegen dieser doppelten Geheimhaltung haben vor allem die Plattformen eine dominierende Position zur Auslegung der Innovationsverantwortung erhalten. Eine Stärkung der Datensubjekte verlangt die Rechtfertigungspflicht der Plattformen zu Auskünften über die Datenherkunft, Datenverarbeitung und Datenweitergabe. Zum Ausgleich der Interessen sollten die Datensubjekte z. B. im Kontext einer technisch-sozialen Ko-Evolution in die Festlegung der Regeln zum „Zeigen und Verbergen“ von Daten einbezogen werden. Die zweite Voraussetzung für eine Innovationsverantwortung ist die Transparenz der Daten, da sonst eine Kontrolle unmöglich wäre. Rechtfertigungspflicht und Transparenz käme einem Strategiewechsel beim Datenschutz gleich, da bei den vorgeschlagenen Kontrollzentren alle Daten, inklusive der anonymen Daten einbezogen werden und die Protektion nicht nur die Datenpreisgabe, sondern auch den Datenempfang einschließen muss. Die technische Herausforderung ist das Verbergen der Daten vor unberechtigtem Zugriff. Europa hat durch eIDAS einen Vorsprung beim Aufbau von Vertrauenszentren, die allerdings sich auf den Schutz von Dokumenten konzentrieren und sowohl Daten als auch Prozesse unbeachtet lassen. Ausgehend von den Schutzzielen der mehrseitigen Sicherheit können diese Erfahrungen für zukünftige Kontrollzentren genutzt werden. Allerdings wäre es notwendig eine Rechtfertigungspflicht zu normieren, um korrekte Zurechenbarkeit von Daten zu erreichen. In Fallstudien werden unter Verwendung der Blockchain erweiterte Zertifikate entworfen, die beispielhaft Kontrollmöglichkeiten auch für Prozesse z. B. mit Hilfe der Informationsflussanalyse zulassen und so zum Vertrauensinstrument zur Realisierung der Innovationsverantwortung durch Kontrollzentren werden.

Günter Müller

Kapitel 8. H

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. I

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. F

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 7. G

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. C

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. B

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 4. D

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. E

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. A

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 10. J

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. M

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. O

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 12. V

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. K

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. P

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 8. R

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 13. W

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. L

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 4. N

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. S

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 8. Digitale Geschäftsmodelle und asymmetrische Information in der Finanzierung von Unternehmen

Digitale Geschäftsmodelle zeichnen sich oft durch die spezifische Nutzung von proprietären Daten oder Algorithmen aus. Wettbewerbsvorteile von Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen sind dann charakterisiert durch Merkmale von erfolgsrelevanter Information und Aspekten von deren Offenlegung − oder bewusst gewählter Intransparenz − die intrinsisch zu asymmetrischer Information führen. Management und Personal der Firma kennen die Erfolgsaussichten und die relevanten Risikofaktoren dann besser als mögliche Kapitalgeber.

Thomas Wenger

Kapitel 2. Raum für Vertrauen und die Rolle von Finanzkommunikation im Kreditprozess

Kapital 2.1 soll die Forschungsfrage I („Kann Vertrauen im Kreditprozess eine Rolle spielen?“) klären. Hierzu wird wie folgt vorgegangen: Nachdem in Kapitel 2.1.1 die für diese Arbeit wesentlichen Elemente des Kreditprozesses dargestellt wurden, widmet sich Kapitel 2.1.2 den Risiken, die mit der Vergabe eines Kredites für die Bank einhergehen. Einerseits ist der Gesetzgeber bestrebt, diese Risiken (bzw. die Folgen ihres Eintretens) zu begrenzen (Kapitel 2.1.3), andererseits wird auch die Bank selber bestrebt sein, dies zu tun.

Marc Hansmann

Kapitel 5. Regulatorische Auswirkungen

Sowohl bei Aufsichtsbehörden als auch in der Privatwirtschaft ist das Thema ‚Klimawandel‘ lange Zeit vernachlässigt worden. So gibt es im Bankensektor hinsichtlich der Geschäftsmodelle und des Risikomanagements zahlreiche neue Herausforderungen durch das Auftreten von Klimarisiken. Diesen Risiken kann durch einzel- aber auch gesamtwirtschaftlichen Instrumenten begegnet werden.

Joachim Weeber

1. Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre

Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Aktivitäten von privaten Personen, Unternehmen dem Staat in einem Wirtschaftsraum und deren Zusammenwirken.

Michael Siegert

Kapitel 3. Langfristige Geldanlage: Aktien, Anleihen und weitere Anlagemöglichkeiten

In diesem Kapitel werden langfristige Kapitalanlagen vorgestellt, bei denen die Ermittlung des Risikos und die Dauer der Investition eine entscheidende Rolle spielen und die in der Verzinsung widergespiegelt werden. Der Zins macht damit als Ausdruck des bewerteten Risikos und der Zeit Anlagemöglichkeiten vergleichbarer.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 2. Kurz- und mittelfristige Geldanlage

In diesem Kapitel werden die klassischen kurz- und mittelfristigen Formen der Geldanlage wie die Anlage auf Konten, das Bausparen und die staatlichen Fördermöglichkeiten sowie die jeweiligen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einlagensicherung.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

6. Rollen und Handelnde im Rahmen von BAIT

BAIT, wie auch MaRisk sind prinzipienorientiert. Daher gibt es für die Institute die Möglichkeit, die Anforderungen situationsgerecht umzusetzen. Für diese Umsetzung, aber auch später für den daran anschließenden Normalbetrieb muss es verschiedene Personen geben, die diese Aufgaben erfüllen. Beide Rundschreiben fordern eine ganze Reihe von Rollen und Stellen vor. Das Kapitel stellt alle genannten Personen und Institutionen vor.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

1. Überblick zur IT in der Bankenwelt

Immer wieder ist in den Nachrichten von technischen Problemen bei Banken zu lesen. Die Finanzbranche befindet sich nach der Krise 2008/2009 noch mitten in der Umstrukturierung und Anpassungsphase. In dieser Zeit des Umbruchs mit neuer Technik, die marktfähig wird, aber auch Unzulänglichkeiten, die noch bestehen, legt die Aufsicht ihre Anforderungen für die Finanzbranche vor. Die BAIT basieren auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und schaffen ein gemeinsames Level. Die Banken-IT hat im Alltag aber verschiedene Probleme, die sie daran hindern, allen Anforderungen zeitnah und umfassend gerecht zu werden.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

7. Dokumentation für die Umsetzung der BAIT

BAIT wie auch MaRisk machen stellenweise sehr konkrete Vorgaben über Dokumente und Reports, die vorgehalten werden müssen. Das Kapitel stellt alle diese Dokumente vor, aber auch Rollen und dazu deren notwendige Ausstattung an schriftlichen Anweisungen. So müssen alle Beschlüsse des Instituts verschriftlicht werden und umgesetzt werden. Alle Konkretisierungen brauchen ebenso eine Dokumentation, um revisionssicher zu werden. Dieses Kapitel ist damit das längste im Buch, da es zeigt, welche verschiedenen Vorlagen geschaffen werden müssen, aber auch auf welcher Basis sie erstellt werden, in dem die zugeordneten Dokumente aufgezählt werden.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

2. MaRisk und BAIT im Detail

Die Anforderungen des KWG werden mit zwei Rundschreiben der deutschen Aufsicht BaFin in Bezug auf die IT der Banken konkretisiert und präzisiert. Die MaRisk geben die Mindestanforderungen für das Risikomanagement vor. Darin enthalten sind bereits Regelungen z. B. zu Auslagerungen. Detaillierter sind die BAIT, die sich ausschließlich auf die IT bezieht. In dem Kapitel werden die relevanten Passagen aus den MaRisk, sowie alle Kapitel der BAIT vorgestellt. Auf das in 09/2018 hinzugefügte Kapitel der BAIT wird ebenso eingegangen. Es werden Unklarheiten der BAIT dargestellt, wie auch der Handlungsbedarf, der sich mit den BAIT ergibt. Neben den beiden Rundschreiben wird an dieser Stelle auch auf weitere Vorgaben eingegangen, die zu berücksichtigen sind.

Tomislav Maksimovic, Holger Biernat

Kapitel 1. Das Konto

Beim Konto handelt es sich um eine kontenartig geführte Rechnung eines Bankkunden, die auf der Grundlage eines Kontokorrentvertrages gemäß den §§ 355 bis 357 Handelsgesetzbuch oder auf der Grundlage eines Darlehensvertrages im Sinne der §§ 488 ff. BGB von einem Kreditinstitut geführt wird. Das Bankkonto kann kreditorisch oder debitorisch geführt werden. Wird das Bankkonto debitorisch geführt, handelt es sich um ein Darlehenskonto nach § 488 BGB. Wird das Bankkonto kreditorisch geführt, besitzt der Kunde als Inhaber des Bankkontos eine Forderung gegenüber dem Kreditinstitut.

Wolfgang Grundmann, Corinna Heinrichs

Kapitel 11. Bankenregulierung und Einlagensicherung

Eine bislang hoch angesehene Bank bricht zusammen, was zu einem erheblichen Vertrauensverlust im Finanzsektor führt. Es kommen Zweifel an der Solidität anderer Finanzinstitutionen auf, zum einen weil sie möglicherweise eine ähnliche Geschäftspolitik betrieben haben, zum anderen weil sie mit der gescheiterten Bank in Geschäftsbeziehungen standen und deshalb Forderungsausfälle befürchtet werden. Aus Sorge um ihr Geld ziehen viele Menschen Einlagen ab, aber auch professionelle Marktteilnehmer versuchen, ihre Außenstände zu reduzieren.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 22. Geldpolitik in den Finanzkrisen

Die globale Finanzkrise der Jahre 2008/2009 war in Umfang und Folgen die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise der frühen 1930er-Jahre. Deutschland etwa erlebte den Zusammenbruch mehrerer großer Banken, erlitt 2009 mit einem Rückgang des BIP um 5 v. H. einen einmalig schweren Wirtschaftseinbruch und die Wirtschaftspolitik sah sich zu drastischen Rettungsmaßnahmen genötigt. Während sich in den Folgejahren die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern wieder zu stabilisieren begann, kam es ab dem Jahr 2010 zu einer weiteren, eher regionalen Finanzkrise. Diese Krise des Euroraums entwickelte sich zu einer Staatschulden- und Bankenkrise mit großen wirtschaftlichen Problemen in den betroffenen Ländern. Im Sommer 2015 stand schließlich sogar der Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion auf der wirtschaftspolitischen Agenda.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 3. Zentralbanken und Europäische Zentralbank

Das Projekt einer Europäischen Währungsunion war das wohl ehrgeizigste wirtschaftspolitische Vorhaben in Europa während der 80er- und 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Eine Währungsunion erfordert den Verzicht auf nationalstaatliche Gestaltung der Geldpolitik. In kaum einem Land fiel dieser Verzicht schwerer als in Deutschland.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 10. Regulierung des Finanzsektors

Die im Jahr 2007 ausgebrochene Finanzkrise hat fast zum Kollaps des weltweiten Finanz- und Wirtschaftssystems geführt. Es hat etliche Jahre gedauert, bis sich Finanzinstitutionen und Volkswirtschaften wieder vollständig erholt haben, obwohl die Leitzinsen der Zentralbanken zum Jahresanfang 2018 immer noch extrem niedrig liegen. Eine breit akzeptierte Lehre dieser Krise ist die Einsicht, dass der Finanzsektor einer strikteren Regulierung bedarf und dass diese bis in die Krise hinein ungenügend war.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 15. Geldpolitische Instrumente

Geldpolitische Instrumente scheinen zunächst ein wenig aufregendes Randgebiet der Geldpolitik zu sein. Tatsächlich jedoch unterliegt das Instrumentarium mindestens so starken Änderungen wie die geldpolitische Strategie.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 1: Einleitung

„Natürlich achte ich das Recht; aber auch mit dem Recht darf man nicht so pingelig sein.“ Diese Worte, die Konrad Adenauer 1960 in Essen gesagt haben soll, enthalten sicherlich ein Quäntchen Wahrheit. Der in ihnen anklingende pragmatische und effizienzorientierte Ansatz könnte sich auch im Umgang mit Verfahrens- und Formfehlern im europäischen Eigenverwaltungsverfahrensrecht als notwendig erweisen.

Laura Hering

4. Umfeld moderner Banksteuerung

Die Banksteuerung ist beeinflusst durch externe Faktoren (Regulatorik im Bereich quantitativer und qualitativer, IT, neue Produkte und Risiken der Gegenwart) wie auch interne Risiken. Ein Mittel der systematischen Behandlung kann eine Risk-Map sein, womit all diese externen Faktoren erfasst, und bewertet werden. Bankinterne Risiken können dagegen anhand von Frühwarnindikatoren erkannt und behandelt werden.

Holger Biernat

3. Grundlegende Einordnung des Themas

Banksteuerung folgt einem Regelkreis. Dabei sind verschiedene Besonderheiten von Banken im Vergleich zu anderen Unternehmen zu beachten. Die aktuelle Literatur am Markt bietet verschiedene Lösungen für Teilbereiche der Banksteuerung, viele der gegenwärtigen Bücher greifen die neuen Themen rund um Banking 4.0 noch gar nicht in Gänze auf. So lässt sich die aktuell verfügbare Literatur in verschiedene Gruppen für Teilgebiete zusammenfassen. Andere Literatur, die bei der Deutschen Bibliothek verfügbar ist, stammt aus den Vorjahren, kann also aktuelle Themen noch nicht aufgreifen, die erst danach wirksam geworden sind. Das Kapitel zeigt die aktuellen Problemfelder, denen sich Banken ausgesetzt sehen, als Folge der Krise 2007/2008 und der gegenwärtigen Marktentwicklung im Euro, im Welthandel oder aber der neuen Technik. Danach werden vergangene und aktuelle Skandale vorgestellt aber beispielhaft auch, was die mögliche Ursache bzw. Unzulänglichkeit im Bereich Banksteuerung gewesen sein kann.

Holger Biernat

2. Begriffliche Festlegungen

Dieses Buch bezieht sich auf solche Unternehmen, die der Bankenaufsicht unterliegen und für die daher die deutschen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) Anwendung finden. Das sind nicht nur Banken, auch solche mit einem speziellen Fokus, sondern auch andere Finanzdienstleister. Die Aufsicht spricht gerne von Instituten. Die Begriffe Finanzdienstleister und Bank sollen daher alle synonym verwendet werden.

Holger Biernat

5. Start und Ziel: das Erstellen der Strategiepapiere

Strategien, formuliert in Strategiepapieren sind kein Selbstzweck, sondern sind die Darstellung der Ziele und Visionen, um diese in der Realwelt umsetzbar zu machen. So abstrakt die Strategie am Ende sein mag, die Strategiefindung selbst ist kein losgelöstes Vorgehen, sondern sie muss verschiedene Nebenbedingungen berücksichtigen. Der Startpunkt ist eine ehrliche Selbstanalyse, die Teil des Strategiezyklus ist mit Elementen wie der Formulierung von Prämissen, der Erstellung, der Kommunikation aber auch der Kontrolle. Unvorhersehbare Entwicklungen können dabei eine Anpassung innerhalb des Jahres notwendig machen. Die Überwachung kann anhand von Kennzahlen erfolgen, so lassen sich neben den regulatorischen Vorgaben auch interne Kennzahlen, Limite und Begrenzungen formulieren. Deren Abgleich gegen die tatsächliche Entwicklung setzt eine entsprechende Möglichkeit der Überwachung voraus, so müssen die Daten dazu entsprechend strukturiert und verlässlich bereitgestellt werden.

Holger Biernat

Kapitel 16. Europäischer Währungsfonds: Zum Vorschlag der EU-Kommission – Konstrukt lässt weitreichende Freiräume zu

Im Dezember 2017 hat die EU-Kommission „Weitere Schritte zur Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion Europas: ein Fahrplan“ angekündigt. Darin enthalten sind fünf Reformelemente: ein Europäischer Finanzminister als Vorsitzender der Eurogruppe und Vizepräsident der EU-Kommission; ein Europäischer Währungsfonds (EWF); die Überführung des Fiskalpaktes als völkerrechtlichen Vertrag in das supranationale EU-Recht; eine Letztsicherung für den einheitlichen Bankenabwicklungsfonds sowie drei neue Haushalts-/Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung der Konvergenz beitrittswilliger Länder, zur Stabilisierung bei asymmetrische Schocks sowie zur Unterstützung von Reformen. Die institutionellen Änderungen werden den Einfluss von EU-Kommission und EU-Parlament stärken, die technokratische Regelbindung durch politische Einflussnahme schwächen und das Prinzip “Nothilfe gegen Auflagen” zugunsten von bedingungslosen Krediten und Transfers auflösen.

Dirk Meyer
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