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12-03-2015 | Bankenaufsicht | Im Fokus | Article

Deutsche Bank ist gestresst

Author:
Eva-Susanne Krah
2 min reading time

Der nicht bestandene Stresstest wird für eine US-Tochter der Deutschen Bank zum Stolperstein. Im Risikomanagement muss das Geldhaus nachbessern.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat die Deutsche Bank Trust Corporation im Stresstest durchfallen lassen. Sie hegte Vorbehalte gegen den Kapitalplanungsprozess der US-Tochter der Deutschen Bank und beanstandete im zweiten Teil des Belastungstests deren interne Kontrollsysteme und das Risikomanagement. Den ersten Teil hatte das Bankhaus vor einiger Zeit bestanden. Das Geldinstitut verweist nach Berichten von "FAZ.net" darauf, dass es eine Milliarde Euro in die Verbesserung der Systeme und Kontrollen investiert hat. Darüber hinaus wurden 1.300 Mitarbeiter, davon 500 speziell in den USA, zur Verstärkung des Risikomanagements und der Überwachung von Vorschriften an Bord geholt. Als Konsequenz aus der Stresstest-Panne darf die Deutsche Bank vorerst keine erhöhten Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe mehr an die Shareholder vornehmen, bis "substanzielle Fortschritte bei der Behebung der Probleme" erreicht seien, heißt es. Auch die Banco Santander kam nicht durch die Prüfung, die Bank of America bestand nur mit Einschränkungen.

Stresstests sind ein Kraftakt

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Als Konsequenz aus der Finanzkrise prüft die Fed seit dem Jahr 2009, wie robust Banken im Falle einer Krise wären. Dem aktuellen Test mussten sich insgesamt 31 Institute unterziehen. Als "Kraftakt" kommentierten Ende Oktober die deutschen Bankenverbände den letzten Bilanz- und Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB). Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), lobte damals dessen „Präventivwirkung“. Die Banken hätten die Überprüfungen sehr ernst genommen und sich angestrengt, ihr Kapital zu erhöhen, Gewinne einzubehalten und Risiken abzubauen.

Woran die Deutsche Bank jetzt arbeiten muss, wird auch andere Geldhäuser immer stärker beschäftigen: So betont Burkhard Eckes, Partner und Banken-Experte bei Pricewaterhouse Coopers (PwC), in einem Beitrag der Bankmagazin-Redakteurin Stefanie Hüthig auf Springer für Professionals, dass für Kreditinstitute „die notwendige Stringenz und nachhaltige Profitabilität" genauso wie schärfere Kontrollen ihres Risikomanagements zum Alltag gehören werden.

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