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18-03-2016 | Bankstrategie | Im Fokus | Article

Die Macht der Digitalisierung im Bankwesen

Author:
Eva-Susanne Krah
3 min reading time

Die Auswirkungen der digitalen Transformation auf Kundenverhalten, Services und den Geschäftsbetrieb von Geldinstituten sind vielfältig. Wie stellen diese sich darauf ein? 

Die digitale Veränderung durchdringt inzwischen die ganze Finanzbranche und hat Auswirkungen auf Kunden, Produktinnovationen, Märkte und die Geschäftsorganisation der Geldhäuser. Doch "in diesem digitalen Zeitalter ist die traditionelle IT-Architektur nicht mehr beweglich genug, um die schnelle Serviceentwicklung zu unterstützen", glaubt He Dabing, President of Marketing and Solution Sales der Enterprise Business Group des Telekom-Unternehmens Huawei. Internationale Entscheider aus dem Banken- und Software-Sektor suchten auf dem 4. Global FSI Summit von Huawei und "The Banker" während der Fachmesse Cebit in Hannover Antworten darauf, wie Geldhäuser digitales Banking weiterdrehen können.  

Banken müssen den digitalen Nutzen erkennen

Finanzinstitute und ihre Software-Partner stehen vor allem vor zwei Herausforderungen: Einerseits müssen sie skalierbare und intelligente IT-Lösungen finden, um mit der rasanten Veränderung im Bankensektor mitzuhalten und die Kundenerwartungen zu bedienen. Andererseits müssen Geldhäuser neue Geschäftsmodelle schmieden, beispielsweise für Finanzdienstleistungen über das Internet. 

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Chris Skinner, Chairman des Financial Services Club, einem Zirkel von Entscheidern aus der Finanzindustrie, findet, dass digitale Netzwerke sich beispielsweise durch Fintechs durch Entwicklung der entsprechenden Technologien bereits auf alle Aspekte der Bankdienstleistungen erstrecken.


Denn alle Service-Channels einschließlich Kundenservice-Center, Geldautomat, physischer Geschäftsstelle, Internet oder Mobile Banking, erfolgten über digitale Plattformen. Kreditinstitute müssten jedoch erst die Macht der Digitalisierung erkennen, ihre Multi-Channel-Aktivitäten neu überdenken und die digitalen Technologien maximal nutzen. Nur dann gelingt eine Vereinfachung der Geschäftstransformation, die künftigen Geschäftsentwicklungen gerecht wird, meint Skinner.

Die Zeit drängt, denn Kreditinstitute werden von Fintechs beispielsweise bei der Bankentechnologie längst herausgefordert: "Der Zahlungsverkehr ist die Lieblings-Domäne der Start-ups. Auf diesem komplett automatisierten Spielfeld gelingt ihnen der Einstieg in das Finanzgeschäft am einfachsten", schreibt Bankmagazin-Chefredakteurin Stefanie Hüthig in ihrem Titelbeitrag "Viel mehr als ein Projekt" (Ausgabe 10/2014, Seite 12-21). Die Technologie-Gründer seien in der Zeit in ein Vakuum vorgestoßen, als Banken vornehmlich mit der Regulierungswelle beschäftigt gewesen seien.

Innovationen vorantreiben

Laut Jin Panshi, General Manager des IT-Departments bei der China Construction Bank (CCB), sehen sich Geschäftsbanken dabei mit mehreren Hürden konfrontiert:

  • Die Innovationsmöglichkeiten müssten sich verbessern, um der Liberalisierung der Zinssätze und den Online-Finanzdienstleistungen Rechnung zu tragen.
  • Kernleistungssysteme beruhten weitgehend noch auf Mainframes, was die iT-Kosten nach oben treibt und 
  • aufgrund der zentralisierten Struktur sei eine rasche Serviceentwicklung über viele Stellen hinweg behindert. 

Das chinesische Bankhaus hat als Antwort darauf beispielsweise eine offene Plattform entwickelt, die Mainframe-Anwendungen migriert, und Video-Banking eingeführt. Durch die Integration innovativer Technologien, wie mobiler oder Video-Kommunikation in den Finanz-Channel-Services, sind Banken in der Lage, sich von reinen Verarbeitungszentren für Transaktionen zu Kommunikationsservice-Zentren für ihre Kunden zu entwickeln. Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) ermöglicht ihren Kunden durch Remote-Videotechnologie auf diese Weise virtuelle Services "von Angesicht zu Angesicht". 

In welchem Dilemma Geldhäuser stecken, die ihre digitale Kompetenz vorantreiben, beschreibt der Springer-Autor Harald Brock im Kapitel "Vom Mono- zum Multichannel-Management" (Seite 29-57) seines Buchs "Multi- und Omnichannel-Management in Banken und Sparkassen". Er weist darauf hin, dass für Kreditinstitute die bloße Straffung der Filialnetze im aktuellen Marktumfeld als Einzelmaßnahme nicht mehr ausreicht, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Management und Mitarbeiter müssten vielmehr die Digitalisierung der Finanzwelt akzeptieren und die damit verbundenen Potenziale heben. Der Ausgestaltung der Kommunikationskanäle zum Kunden kommt dabei aus seiner Sicht eine strategisch wichtige Rolle zu. "Eine für alle Institute gültige Blaupause oder Musterlösung existiert nicht", weiß Brock. Jede Bank oder Sparkasse müsse individuell klären, "wie viel Vergangenheit die Zukunft verträgt."

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