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27-04-2020 | Bankstrategie | Infografik | Article

Weiter Open-Banking-Ansatz eröffnet Wachstumschancen

Author:
Angelika Breinich-Schilly
3 min reading time

Noch hapert es bei der Zusammenarbeit von traditionellen Geldhäusern mit Fintechs, zeigt ein aktueller Report. Doch die Studienautoren sind sicher, dass die Institute davon profitieren, wenn sie in einem Finanz-Ökosystem neue Rollen übernehmen.

Damit Banken in dem sich wandelnden Umfeld attraktiv und wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie sich laut des aktuellen "World Fintech Report 2020" des Beratungshauses Capgemini "in agile und kundenorientierte Inventive Banks verwandeln". Die Studie, an der auch das Finanznetzwerk Efma beteiligt ist, analysierte die Ergebnisse der Interviews der "2020 Global Fintech"-Führungskräfte sowie des "Capgemini Open X Readiness Index". Dieser bewertet auf Grundlage von 98 Datenpunkten die Bereitschaft zur Kollaboration in den vier Säulen Menschen, Finanzen, Wirtschaft und Technologie.

Banken fehlen operative Voraussetzungen 

Wie die Studie belegt, hapert es bei den Banken vor allem an der nötigen Agilität und den operativen Voraussetzungen: Bislang reichten die Bemühungen der klassischen Finanzdienstleister deshalb nicht an das heran, was Kunden insbesondere bei Technologieanbietern überlicherweise an Service gewohnt sind. 

Die Übernahme spezieller Aufgaben innerhalb von Fintech-Partnerschaften sowie ein umfassender Open-Banking-Ansatz verspricht den Studienautoren zufolge dagegen ein "bestmögliches Kundenerlebnis" und damit auch größere Wettbewerbschancen. Dabei sollten Banken ihre Position als Universalanbieter für Finanzlösungen aufgeben und dafür die Rolle des Spezialisten im neuen, offenen Ökosystem übernehmen.

Fintechs erleben Prozesse etablierter Banken als frustrierend

Allerdings sehen vor allem die Fintechs aktuell noch große Probleme bei der Zusammenarbeit. So geben laut Studie 70 Prozent der Fintechs an, kulturell oder organisatorisch nicht kompatibel mit ihren Bank-Partnern zu sein. Noch mehr empfinden die Prozesse der etablierten Banken als frustrierend. Und mehr als die Hälfte der Fintech-Führungskräfte haben nicht den richtigen Kollaborationspartner gefunden. Unter den klassischen Geldhäusern halten sich nur 21 Prozent für agil genug, um mit einem Fintech zu kooperieren. Und nur sechs Prozent der Banken haben die erwünschte Rendite durch eine Zusammenarbeit erreicht.

Die Covid-19-Pandemie habe den Bedarf an digitalen Leistungsangeboten bei traditionellen Instituten noch erhöht und werde die Zusammenarbeit mit Fintechs zusätzlich befeuern, glauben die Studienautoren. "Eine effektive Zusammenarbeit erfordert ein Mindestmaß an Reifegrad in Bezug auf Prozesse, Unternehmen und Menschen", betont Klaus-Georg Meyer, Leiter Business & Technology Consulting Financial Services bei Capgemini in Deutschland. "Während für traditionelle Banken ein Scheitern keine Option ist, sind Fintechs schneller mit Produkten auf dem Markt und auch bereit, dabei einmal einen Fehler zu machen. Inventive Banks mit der Bereitschaft und Fähigkeit, in großem Maßstab zusammenzuarbeiten sowie Innovationen zu industrialisieren, werden am ehesten innerhalb des gemeinsamen Open-X-Ökosystems gedeihen."

Middle- und Backend-Prozesse daten- und kundenorientierter gestalten

Der Analyse zufolge sollten Banken vor allem ihre Middle- und Backend-Transformation durch datengesteuerte und kundenorientierte Partnerschaften mit Fintechs vorantreiben. Sie verbesserten damit das Frontend und würden wettbewerbsfähig sowie für den Verbraucher attraktiv bleiben. Obwohl die Gesamtinvestitionen in neue IT-Entwicklungen von 24 Prozent im Jahr 2016 auf 33 Prozent im Jahr 2019 gestiegen sind, basieren die Middle- und Backend-Abläufe nach wie vor auf komplexen, oft manuellen Geschäftsprozessen. Das mache die Kundenerfahrung unübersichtlich.

So hätten 50 Prozent der Kunden das Gefühl, von ihrer Bank keine personalisierten Angebote zu erhalten. 60 Prozent vermissen auf verschiedenen Händler-Websites die Möglichkeit einer Lastschrift-Zahlung. Und 48 Prozent der Kunden der Generation Y sowie technisch versierte Personen seien zudem frustriert über die kleine Produktpalette und Dienstleistungen, die von ihrer traditionellen Hausbank angeboten werden.

Damit diese Kunden nicht zu anderen Dienstleistern abwandern, ist es laut Studienautoren "unerlässlich, die Wertschöpfungskette vom Front- bis zum Backend zu verbessern". So steigerten die Institute das Umsatz- und Gewinnwachstum, erhöhten die Produktivität, das Kundenengagement sowie ihre Transparenz und senkten gleichzeitig ihre Kosten.

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