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17-06-2019 | Bankstrategie | Im Fokus | Article

Finanzdienstleister bauen auf Influencer-Marketing

Author:
Barbara Bocks
3 min reading time

Immer mehr Kreditinstitute arbeiten mit Influencern zusammen, um eine junge Zielgruppe anzusprechen. Dabei verfolgen sie aber ganz unterschiedliche Ziele - oft fernab dem Vertrieb klassischer Bankprodukte.

Immer mehr Marken setzen auf die Zusammenarbeit mit Influencern. Diese Entwicklung macht auch vor der Finanzbranche nicht halt. Im Mai hat beispielsweise die Bayern LB eine sehr provokante Kampagne mit der Autorin und Bloggerin Ronja von Rönne gestartet. In dem Clip "Mission Traumjob" nimmt sie die Berufswünsche von Kindern aufs Korn. Ziel dabei war es, speziell die Bayern LB als Arbeitgeber beziehungsweise als "Traumjob, von dem du als Kind nie geträumt hast" bekannt zu machen. Und die Commerzbank hat im vergangenen Herbst mit der Komikerin Enissa Amani mehrere Videos zu Themen wie Fonds-Sparen veröffentlicht.

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Influencer-Marketing

Influencer-Marketing kann man als Werbung verstehen, die Konsumenten dazu motivieren soll, bestimmte Produkte, Dienstleistungen oder Marken zu bevorzugen.

Ein gutes Gefühl bei den Kunden zu erzeugen ist für Kreditinstitute deutlich schwieriger als für Unternehmen anderer Branchen. Denn Girokonten oder Versicherungen haben an sich nur wenig emotionalen Wert, erklärt Bankmagazin-Autorin Anja Kühner in dem Artikel der April-Ausgabe "Influencer stellen Kundennähe her". Diesen Wert erhalten sie laut Kühner erst dadurch, dass sie die Produkte mit Elementen aus Fashion und Lifestyle, wie es im Influencer-Jargon heißt – oder wie bei der Kampagne der Bayern LB mit Humor verknüpfen.

Influencer-Marketing ist für Banken Pflicht

"Da sich Finanzprodukte nicht anfassen lassen, sind Banken erst relativ zögerlich auf den Influencer-Zug aufgesprungen. Aber heute sind sie überall dabei". Zu dieser Einschätzung kommt Lars Stark, Gesellschafter und Geschäftsführer der digitalen Kreativagentur Buddybrand im Bankmagazin-Beitrag. Das Einbinden von Internet-Promis in den Marketing-Mix sei inzwischen fast schon Pflicht, denn ihnen gelinge es, authentische Geschichten zu erzählen und eine emotionale Bindung aufzubauen.

Die Börse Stuttgart setzt speziell auf die Zusammenarbeit mit Influencern aus dem Finanzbereich wie Natascha Wegelin alias "Madame Moneypenny" oder Albert Warnecke als dem "Finanzwesir". "Grundsätzlich haben die Börse Stuttgart und die meisten Influencer im Finanzbereich dieselbe Zielgruppe: Privatanleger beziehungsweise so genannte Selbstentscheider", sagt Thomas Zuleck, Leiter TV-Kommunikation an der Börse Stuttgart, gegenüber Springer Professional. Daher sieht Zuleck sinnvolle Synergien. "Wenn wir das Thema finanzielle Bildung zusammen angehen, können wir mehr erreichen. Dabei ist uns wichtig, auf Augenhöhe mit den Influencern und nicht zuletzt den Anlegern selbst zu agieren", so Zuleck weiter. Davon würden schlussendlich auch Menschen, die in Finanzdingen eher unerfahren sind, profitieren.

Influencer verbessern Finanzbildung der Anleger

Es sei nicht das Ziel, irgendwelche Produkte zu bewerben, erklärt Zuleck. "Es würde unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Influencern konterkarieren, wenn wir sie als Vertriebsplattform sähen", so Zuleck. Die Börse Stuttgart darf ohnehin als öffentlich-rechtliche Börse keine einzelnen Produkte bewerben. "Uns geht es vor allem darum, Menschen für ein Engagement am Finanzmarkt zu motivieren und ihnen das nötige Rüstzeug mitzugeben", so Zuleck weiter. Aber die Börse Stuttgart ist ihm zufolge auch kein Non-Profit-Unternehmen: "Wir freuen uns selbstverständlich über jeden Anleger, der unsere Dienstleistungen schätzt und seine Orders nach Stuttgart legt".

Ob eine Zusammenarbeit mit Influencern sinnvoll ist, entscheiden laut Zuleck vor allem "Vertrauen, Sympathie und Inhalt und zwar für beide Seiten". Auch die Zielgruppe würde schnell merken, wenn etwas aufgesetzt oder weit hergeholt wäre. Die Zusammenarbeit erfolge vor allem in den Bereichen Social Media und Bewegtbild, auf den Kanälen der Influencer und der Börse Stuttgart. Hinzu kommen dem Medienexperten zufolge gemeinsame Veranstaltungen, damit sich die Community auch in der realen Welt kennenlernen kann.

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