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23-06-2014 | Bankvertrieb | Im Fokus | Article

Soll Provisionsberatung verboten werden?

Author:
Bianca Baulig
2 min reading time

Die Wertpapieraufsicht ESMA schlägt strengere Regeln für Provisionen in der Finanzberatung vor. Damit greift sie ein Thema auf, das seit Längerem in der deutschen Finanzwirtschaft kontrovers diskutiert wird.

Die European Securities and Market Association (ESMA) spricht sich in einem aktuellen Papier zur Umsetzung der neuen Regeln für die Finanzbranche (Mifid II) für eine Reglementierung der provisionsgetriebenen Beratung aus. Sie soll nur noch erlaubt sein, wenn sie nachweislich dem Wohl der Kunden dient. Dies meldet der Berufsverband deutscher Honorarberater (BVDH). Er bezeichnet die Pläne der ESMA als sinnvoll. "Sie stärken die Verbraucherrechte und helfen Interessenkonflikte in der Beratung zu Finanzprodukten zu vermeiden", heißt es in einer Pressemitteilung.

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Bei der Beratung auf Provisionsbasis kritisiert der Vorsitzende des BVDH, Karl-Matthäus Schmidt, zugleich Vorstandschef der ausschließlich auf Honorar beratenden Quirin Bank, dass hier nicht der zufriedene Kunde den Berater zahle, sondern der Produktgeber denjenigen, der möglichst viele seiner Produkte verkauft. Als besonders gravierend bezeichnet Schmidts Stellvertreter beim BVDH, Dieter Rauch, die Auswirkungen auf den freien Vermittlermarkt: "Bisher hat noch keiner so richtig gemerkt, was die Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie für die auf Provisionsbasis tätigen Vermittler in Deutschland bedeutet. Künftig darf sich nämlich nur unabhängiger Berater nennen, wer keine Provisionen mehr annimmt." Dies betrifft laut Rauch rund 40 Prozent des Marktes der freien Makler und Finanzvertriebe.

Dass die Honorarberatung in den Kreisen der Versicherungsvermittler ein umstrittenes Thema ist, führt Autor Uwe Schmidt-Kasparek in einem Beitrag für das Versicherungsmagazin aus. Darin beschreibt er unter anderem die Gefahr, dass Verbraucher kaum zwischen guten und schlechten Beratern unterscheiden könnten.

Bankkunden wollen nicht zahlen

Über ein Verbot der Provisionen wird in der Politik – auch auf EU-Ebene – seit Längerem diskutiert. So hat die Bundesregierung hat mit ihrem "Gesetz zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente" gehofft, die Beratung gegen Entgelt als Alternative zur provisionsgetriebenen zu etablieren. Doch einen Durchbruch gab es noch nicht. Als einen wichtigen Grund für die anhaltende Flaute in der Honorarberatung nennt Bankmagazin-Autor Stefan Terliesner in einem Beitrag die geringe Zahlungsbereitschaft für Beratung bei Privatkunden. Verbraucherschützer kritisieren zudem die Einschränkung auf bestimmte Produkte, wie Terliesner weiter ausführt.

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