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29-05-2024 | Batterie | Im Fokus | Article

Eine europäische Batterielieferkette bringt Klimavorteile

Author: Christiane Köllner

2:30 min reading time

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Die Errichtung einer eigenen Batterieproduktion in Europa anstelle von Einfuhren aus China soll gut fürs Klima sein, wie T&E erklärt. Der Verband spricht sich für mehr Investitionen in europäische Gigafabriken aus. 

E-Auto-Akkus in Europa statt in China zu produzieren, könnte die CO2-Bilanz von E-Autos deutlich verbessern, wie eine Analyse von Transport & Environment (T&E) zeigt. So ließen sich durch eine Verlagerung der Elektrofahrzeuglieferkette aus China an europäische Standorte die bei der Herstellung einer Batterie anfallenden Emissionen um 37 % senken. Kämen bei der Herstellung erneuerbare Energien zum Einsatz, steige das Einsparpotenzial sogar auf über 60 %, so T&E. Würde die europäische Nachfrage nach Batteriezellen und -komponenten vor Ort gedeckt, könnten zwischen 2024 und 2030 schätzungsweise 133 Mio. t CO2 vermieden werden. Das entspreche den jährlichen Emissionen Tschechiens.

Aktuell könnte Europa weniger als die Hälfte (47 %) der voraussichtlich bis 2030 nachgefragten Lithium-Ionen-Batterien herstellen, gibt T&E an. Vor einem Jahr habe der Anteil noch bei einem Drittel gelegen. Hier hätten vor allem die in Reaktion auf den US-amerikanischen Inflation Reduction Act beschlossenen Maßnahmen ihre Wirkung gezeigt. "Für die verbleibenden 53 % der angekündigten Produktionskapazitäten besteht nach wie vor ein mittleres oder hohes Risiko, dass sie verzögert, reduziert oder gestrichen werden, wenn die europäischen Regierungen nicht entschieden gegensteuern", heißt es von T&E. 

Geplante EU-Produktionskapazitäten gefährdet

Seit der letzten T&E-Risikobewertung 2023 hätten Frankreich, Deutschland und Ungarn die größten Kapazitätszuwächse vorzuweisen, so T&E. Im vergangenen Jahr habe das Batteriezellen-Joint-Venture Automotive Cells Company (ACC) von Stellantis, Total und Mercedes-Benz die Produktion im französischen Pas-de-Calais aufgenommen, während die Fertigstellung der Anlagen von Verkor in Dünkirchen und Northvolt in Schleswig-Holstein auch aufgrund staatlicher Subventionen näher rücke.

Finnland, das Vereinigte Königreich, Norwegen und Spanien seien dagegen die Standorte, "an denen überwiegende Teile des Kapazitätsausbaus immer noch einem mittlerem bis hohem Risiko ausgesetzt bleiben", so T&E. Die Projekte der Finnish Minerals Group, der West Midlands Gigafactory sowie die Vorhaben von Freyr und Envision AESC würden nur zögerlich voranschreiten. 

Nur zwei Anlagen produzieren Kathoden

Andere Teile der Batteriewertschöpfungskette zu sichern, sei noch eine größere Herausforderung. Gründe seien die Dominanz Chinas und die in Europa erst allmählich entstehende Expertise. Der T&E-Analyse zufolge habe Europa das Potenzial, bis 2030 56 % seines Bedarfs an Kathoden zu produzieren. Bislang hätten aber nur zwei Anlagen die Produktion aufgenommen, so T&E. 

Bis zum Ende dieses Jahrzehnts könnte die Region auch ihren gesamten Bedarf an verarbeitetem Lithium decken und zwischen 8 und 27 % der benötigten Batteriemineralien aus innereuropäischen Recyclingkreisläufen zurückgewinnen. Für ein zügiges Wachstum seien die Verarbeitungs- und Recyclinganlagen laut T&E jedoch auf Unterstützung durch die EU und die jeweiligen Staaten angewiesen.

Handeln auf EU-Ebene gefordert

T&E fordert daher ein investitionsfreundlicheres Klima. Auf EU-Ebene müssten ambitioniertere Regelungen für Elektrofahrzeuge auf den Weg gebracht sowie strenge Nachhaltigkeitsstandards für Batterien zur Stärkung der innereuropäischen Produktion durchgesetzt werden. Zudem mahnt T&E an, die EU mit besseren Finanzierungsinstrumenten für Zukunftstechnologien auszustatten. Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, betont: "Entscheidend ist, dass wir die Europäische Investitionsbank und den EU-Batteriefonds besser aufstellen um Investitionen in europäische Gigafabriken unterstützen zu können".

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