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28-02-2014 | Baubetrieb | Im Fokus | Article

Öffentlich-private Partnerschaft erfolgreich

Author:
Annette Galinski

Immer engere finanzielle Spielräume der öffentlichen Hand haben dazu geführt, dass Bauvorhaben vermehrt in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften realisiert werden. Laut einer Umfrage des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie bescheinigen Auftraggeber diesem Modell Termintreue, Kostensicherheit und Qualität.

Bei einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) - auch Public-Private Partnership (PPP) genannt - übernehmen Bauunternehmen nicht nur die Errichtung von Hoch- und Tiefbauten. Sie bieten zudem aus einer Hand die Planung, gegebenenfalls die Finanzierung sowie den Betrieb der Bauwerke (meist 20 bis 30 Jahre). "Somit agieren in einer solchen Partnerschaft Ingenieurbüros, Bauunternehmen, Facility Manager für die technische Abwicklung sowie im Falle einer Finanzierung durch den privaten Partner auch Finanziers, also Investoren und Banken, gemeinschaftlich", erläutert das Herausgeberteam des Betriebswirtschaftlichen Institutes der Bauindustrie (BWI-Bau) im Buchkapitel "Leistungsangebote bauausführender Unternehmen im Überblick" (Seite 20).

Fortschritt für den öffentlichen Bau

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"ÖPP hat den Praxistest bestanden! Die Erfahrungen unserer öffentlichen Partner zeigen eindeutig, dass ÖPP zu mehr Termintreue, Kostensicherheit, Transparenz und Qualität im öffentlichen Bau beiträgt", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Öffentlich Private Partnerschaften (AK ÖPP) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und Mitglied des Vorstands der HOCHTIEF Solutions AG, Nikolaus Graf von Matuschka, anlässlich der Umfrageergebnisse einer deutschlandweiten Vollerhebung unter öffentlichen Auftraggebern von ÖPP-Hochbauprojekten. Demnach sei ÖPP zu fast 100 Prozent terminsicher. 80 Prozent der Auftraggeber hätten in der Umfrage bestätigt, dass ihre Projekte im vorgegebenen Zeitplan fertiggestellt worden seien. Knapp jedes fünfte Projekt (18 Prozent) konnte den Nutzern sogar früher als geplant zur Verfügung gestellt werden. Grund dafür sei die enge Verzahnung von Planen und Bauen aus einer Hand. Bei ÖPP übernehme ein Generalunternehmer die Verantwortung für eine termingerechte Fertigstellung und damit auch die damit einhergehenden Risiken. Daher bestehe ein hoher Anreiz, die Gebäude in der vorgegebenen Zeit fertigzustellen.

Termin- und Kostensicherheit nicht zulasten der Qualität

Beachtlich sei außerdem die hohe Kostensicherheit bei ÖPP. So seien 93 Prozent der ÖPP-Hochbauprojekte im vereinbarten Kostenrahmen errichtet worden, in 2 Prozent der Fälle sei dieser sogar unterschritten worden. Auch hier spiele die Risikoübertragung auf den privaten Partner eine wesentliche Rolle. "ÖPP ist quasi ein vertraglich gesichertes Festpreisangebot bei voller Transparenz", stellt Matuschka klar. "Sollte die ausgeschriebene Leistung teurer werden als vom privaten Partner kalkuliert, geht das zu seinen Lasten."

Matuschka betonte außerdem, dass Termin- und Kostensicherheit keineswegs zu Lasten der Qualität gingen. Im Vergleich zu konventionellen Projekten sei die Qualität bei ÖPP mindestens vergleichbar, vielfach aber auch besser. Gerade bei den Instandhaltungs- und Betriebsleistungen liege ÖPP deutlich vorn.

Als wesentliche Vorteile von ÖPP hätten die Auftraggeber die

  • langfristige Planungssicherheit,
  • höhere Kostentransparenz sowie
  • schnellere Realisierung

genannt. Außerdem spiele die höhere wirtschaftliche Effizienz eine grundlegende Rolle.

Rahmenbedingungen von ÖPP

Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung von ÖPP ist eine vorgeschaltete Eignungs- und Wirtschaftlichkeitsprüfung, ein gut gesteuerter Wettbewerb sowie eine vertraglich geregelte Risikoverteilung. Welche vertragliche Form für das ÖPP geeignet ist und wie die vertraglichen Beziehungen aufgebaut werden, beschreibt das Herausgeberteam des BWI-Bau im Buchkapitel "Leistungsangebote bauausführender Unternehmen im Überblick" (Seite 20).

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