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01-03-2017 | Bauplanung | Im Fokus | Article

Sachsen-Anhalt mit 3D-Gebäudemodell

Author:
Christoph Berger

Sachsen-Anhalt hat die Gebäude seines Bundeslands in einem 3D-Gebäudemodell dargestellt. Kommunen und Planungsbüros sollen so neue Möglichkeiten der Projektierung und Simulation an die Hand gegeben werden.

Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation des Landes Sachsen-Anhalt hat ein neues Produkt entwickelt, für das mehr als 1,7 Millionen Gebäude und Dachformen digital modelliert worden sind.

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Basis dieses 3D-Gebäudemodells sind der Grundriss der Liegenschaftskarte sowie weitere Geobasisdaten: Grundrissdaten der Gebäude aus der amtlichen digitalen Liegenschaftskarte, Gebäudehöhen aus Laserscanndaten, aktuelle Luftbilddaten und Geländehöhen aus dem Digitalen Geländeprofil AKTIS-DGM.

3D-Gebäudemodell im Detaillierungsgrad LoD2

Laut der Leistungsbeschreibung zum Produkt gehört neben der Geometriebeschreibung des Körpers und eines Flächenaggregates auch die Höhe des Gebäudes, ein Objektindifikator, die Gebäudefunktion, Metadaten und der amtliche Gemeindeschlüssel zum Dateninhalt.

Die Modellierung entstand dabei in einem automatisierten Verfahren. Mithilfe von IT und Software wurden spezielle Dach- und Bauwerksformen automatisch generiert und interaktiv bearbeitet, zum Beispiel Kirchen. Der 3D-Gebäudemodell liegt nun im Detaillierungsgrad LoD2 (Level of Detail 2) vor. Bei Bedarf kann ein 3D-Gebäudemodell im Detaillierungsgrad LoD1 daraus abgeleitet und abgeben werden. Die Darstellungstiefe dreidimensionaler Formen wird laut dem Kapitel "3D-Stadtmodellierung: City GML" im Springer-Fachbuch "Building Information Modeling" beschrieben. So handelt es sich bei LoD1 um ein sogenanntes Klötzchen‐, Block‐oder Massenmodell, bei LoD2 um ein Oberflächenmodell, bei LoD3 um ein Architekturmodell und bei LoD4 um ein Innenraummodell.

Jahreszeitabhängiger Sonnenverlauf und Hochwassersituationen

Landesentwicklungsminister Thomas Webel wies bei der Präsentation des Modells darauf hin, dass Stadt- und Raumplanern nun über ein Werkzeug verfügen würden, mit dem sie unter anderem auch den jahreszeitabhängigen Verlauf der Sonne oder Hochwassersituationen simulieren könnten.

Im bereits erwähnten Kapitel "3D-Stadtmodellierung: City GML" heißt es zu den Möglichkeiten der Virtualisierung durch Modelle: "Virtuelle 3D‐Stadtmodelle gewinnen kontinuierlich an Bedeutung und werden bereits heute für vielfältige Anwendungszwecke eingesetzt. Ihr Einsatzspektrum reicht dabei von der einfachen grafischen Visualisierung stadträumlicher Strukturen über Telematik‐ und Navigationssysteme bis hin zu Augmented‐Reality‐Applikationen sowie komplexen Simulationen im urbanen Gefüge."

Umsonst ist der neue Service Sachsen-Anhalts allerdings nicht: Die Daten können gegen eine Gebühr beim Geokompetenz-Center des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (LVermGeo) erworben werden.

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