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About this book

Im Zuge der politischen, sozialen und ökonomischen Diskussionen um die spezifischen Stärken und Schwächen, wie auch Entwicklungschancen auf mittlerer räumlicher Maßstabsebene, hat das Thema der Regionalentwicklung besondere Aktualität erhalten. Das Buch befasst sich mit den Fragen der Herausforderungen für Regionen und die Regionalentwicklung in Gegenwart und Zukunft. Dabei wird insbesondere darauf eingegangen, welche Ansätze und Praktiken der Regionalentwicklung heute bestehen und wie diese begründet werden. Dabei erfolgt auch eine Reflexion von aktuellen Praxen und deren Begründung vor dem Hintergrund theoretischer Konzepte zur Raumentwicklung. ​

Table of Contents

Frontmatter

Bausteine der Regionalentwicklung – eine Einführung

Zusammenfassung
Die Auswirkungen der Globalisierung auf das lokale Geschehen, der Wettbewerb der Regionen, die Entstehung von Regionalmanagements, LEADER-Regionen und Makroregionen, der Wandel des ländlichen Raumes oder die Entstehung von Altindustrieregionen – diese ganz unterschiedlichen Schlagworte, die auf unterschiedlichen Maßstabsebenen ansetzen, haben eine Gemeinsamkeit: ‚Die Region‘ rückt dabei in den Fokus. Gleichzeitig hängen die Schlagworte wie verbundene Bausteine eng miteinander zusammen. Die Region ist ‚en vogue‘ - auch wenn der Begriff und seine Nutzungen alles andere als eindeutig sind. Nahezu alles kann ‚Region‘ sein und für ganz unterschiedliche Dinge kann ‚Regionalentwicklung‘ von Belang sein. An diesem Punkt setzt der Sammelband ‚Bausteine der Regionalentwicklung‘ an und fächert mit seinen verschiedenen Beiträgen unterschiedliche Facetten auf. Ziel ist es, sich scheinbar gegebenen, ‚natürlichen‘ Begrifflichkeiten und Sachverhalten aus theoretischer und gleichzeitig praxisorientierter Sichtweise zu nähern.
Florian Weber, Olaf Kühne

Theoretische Bausteine der Regionalentwicklung

Frontmatter

‚Neopragmatische‘ Argumente zur Vereinbarkeit von konzeptioneller Diskussion und Praxis der Regionalentwicklung

Zusammenfassung
Diskussionen zu ‚Region‘ und ‚Regionalentwicklung‘ sind aktuell sehr dynamisch. ‚Die Region‘ ist en vogue – sowohl innerhalb der ‚Praxis‘, in der immer wieder neue Regionalentwicklungsinitiativen oder Regionalmanagements entstehen, als auch innerhalb der wissenschaftlichen Reflexion und Analyse. Praktische Herangehensweise und theoretische Reflexion liegen in diesem Bereich allerdings vielfach weit auseinander. Der Beitrag verfolgt vor diesem Hintergrund das Ziel, konzeptionelle Reflexionen mit praxisorientierten Beobachtungen in Verbindung zu setzen, um daraus einen Zugriff abzuleiten, der unterschiedliche theoretische und praktische Blickwinkel zusammendenkt und so neue Sichtweisen auf Region und Regionalentwicklung ermöglicht.
Tobias Chilla, Olaf Kühne, Florian Weber, Friedericke Weber

Gerechte Grenzen? Zur territorialen Steuerung von Nachhaltigkeit

Zusammenfassung
Als zentrales Element des Leitbildes der Nachhaltigen Entwicklung gilt die soziale Integration, d. h. die Zusammenführung aller Menschen und ihrer verschiedenen Interessen zur dauerhaft angemessenen Nutzung der vorhandenen Ressourcen des Planeten Erde. Der Gedanke der Gerechtigkeit ist dabei von besonderer Bedeutung: die Nutzungsrechte an den knappen natürlichen Gütern des Planeten müssen zur Vermeidung von Verteilungskämpfen nicht nur innerhalb der gegenwärtigen, sondern auch mit Blick auf alle folgenden Generationen gerecht verteilt und verwaltet werden. Dementsprechend sind die Prinzipien, die einer solchen Verteilung zu Grunde liegen, sowie die zu ihrer Gewährleistung notwendigen räumlich organisatorischen Rahmenbedingungen von entscheidender Bedeutung für die Realisierung sozialer Nachhaltigkeit. Mit diesen grundlegenden Fragen möchte sich der vorliegende Beitrag beschäftigen, schließlich muss sich auch die Regionalentwicklung an ihnen messen lassen.
Olaf Kühne, Wolfgang Meyer

Regionen als ‚Soft Spaces‘? Das neue EU-Instrument der makroregionalen Strategien

Zusammenfassung
Der vorliegende Artikel betrachtet eine neue Form der Regionalisierung, die mit der Etablierung von Makroregionen in der EU zu beobachten ist. Am Beispiel des Donauraums wird die Entstehung dieser großräumigen Kooperationsräume reflektiert, die zunehmend Basis für verschiedene raumrelevante Politikfelder und transnationale Projekte sind. Auf Basis einer Einordnung von makroregionalen Strategien im Kontext der europäischen Raumentwicklungspolitik wird das Konzept der ‚soft spaces‘ näher dargelegt. Dieses wird sodann als konzeptioneller Rahmen zur Erklärung der aktuellen Dynamik der ‚Makro-Regionalisierung‘ herangezogen.
Franziska Sielker, Tobias Chilla

Weltanschauungen in regionalentwickelndem Handeln – die Beispiele liberaler und konservativer Ideensysteme

Zusammenfassung
Die Frage, welche Entwicklung Regionen nehmen oder nehmen sollten, aber auch die Frage, was unter ‚Region‘ zu verstehen sei, ist in hohem Maße abhängig von gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen, die häufig in (politischen) Weltanschauungen fußen. Die wissenschaftliche Befassung, in welcher Form, weltanschauliche Vorstellungen die Definition von Region – und damit eng verbunden Landschaft – beeinflussen, oder sogar bestimmen, ist eng verbunden mit dem Aufkommen nicht-essentialistischer, insbesondere konstruktivistischer Verständnisse von Raum (vgl. Beitrag Chilla/Kühne/Weber/Weber in diesem Band). In dem vorliegenden Beitrag werden die Weltanschauungen des Liberalismus und des Konservatismus untersucht, einerseits, da sie im Diskurs der Entwicklung von Regionen und Landschaften eine besondere Dominanz, andererseits weil sie hinsichtlich ihrer diskursiven Formierung jeweils voneinander abgrenzende Hegemoniebestrebungen aufweisen. Die Untersuchung der Implikationen zu Regionalentwicklung und Landschaftsentwicklung erfolgt auf Grundlage einer Idealtypenbildung nach Max Weber.
Olaf Kühne

Konzeptionelle und methodische Bausteine der Regionalentwicklung

Frontmatter

„Ein Bier wie seine Heimat – ursprünglich, ehrlich und charaktervoll“. Eine Untersuchung der Vermarktung ‚fränkischer‘ Biere aus diskurstheoretischer Perspektive

Zusammenfassung
Produkte aus der Region erfreuen sich unter den Konsumenten einer neuen Beliebtheit. Die Ursachen sind vielschichtig und reichen von Unterstützung der regionalen Landwirtschaft bis hin zu Angst vor Gammelfleisch. Neben diesen Grundnahrungsmitteln spielt bei einem weiteren Konsumgut die Herkunft ‚vom Land‘ eine wesentliche Rolle beziehungsweise wird häufig betont: beim Bier. Vielfach zeigen sich bei der Vermarktung der Biere entsprechend regionale Bezüge. Inwieweit wird bei der Vermarktung von Bieren allerdings bewusst auf die Betonung von regionaler Herkunft beziehungsweise Regionalität Wert gelegt? Bisher wenig beleuchtet wurde auch die Frage, wie diese Regionalität gegebenenfalls transportiert wird. Innerhalb einer empirischen Untersuchung aus diskurstheoretischer Perspektive von fünf Brauereien in Ammerndorf, Bayreuth, Bruckberg, Kulmbach und Thalmässing werden verschiedene identifizierten Regionsabgrenzungen in den Mittelpunkt gerückt. In der Folge wird auf die Bezüge zu ‚Regionalität‘ und ‚regionaler Identität‘ in der Vermarktung eingegangen. Nach der Betrachtung markanter Elemente zur Schaffung einer spezifischen sozialen Wirklichkeit werden abschließend gezeigt, wie durch die Reduktion auf wenige markante Elemente, klare und einfache Botschaften zu ‚Bier aus der Region‘ (re)produziert werden.
Christina Fischer, Florian Weber

Die ‚innovative Region‘ – eine kritische Beleuchtung

Zusammenfassung
Zu Beginn der 1990er Jahre sprach man noch vom alles dominierenden Einfluss der Globalisierung, dem man wirtschaftlich, gesellschaftlich wie auch individuell ausgeliefert war. Dabei stützte man sich vielfach auf die Erkenntnis, dass ‚moderne‘ Lebensbedingungen aus der regionalen Verankerung gelöst werden und somit regionale Differenzierungen und Fragestellungen immer stärker in den Hintergrund treten. Dies hatte zur Folge, dass auch das geographische Forschungsinteresse an Räumen und Regionen zurückging. Mit fortschreitender Globalisierung und sich in diesem Zuge verändernden Steuerungsmöglichkeiten der nationalen und regionalen Ebene auf der einen Seite, wuchs das Bedürfnis nach überschaubaren, identifikationsfähigen Regionen auf der anderen Seite. Diesen Entwicklungen wurde auch aus wissenschaftlicher Perspektive Rechnung getragen. Fast zeitgleich mit der Renaissance der Region als Forschungsobjekt wurde auch der Terminus ‚Innovation‘ von den Wirtschaftswissenschaften wieder aufgegriffen. Im Beitrag werden die Begriffe ‚RegionȈ und ‚Innovation‘ aus geographischer Perspektive konkretisiert und in Zusammenhang gestellt . Dazu werden regionale Innovationskonzepte auf ihre räumlichen Implikationen untersucht, um zuletzt das undeutliche, wirtschaftswissenschaftlich dominierte Bild der ‚innovativen‘ Region um geographische Fragestellungen zu erweitern.
Judith Pizzera

Bausteine der Regionen im Kontext gesellschaftlicher Wandlungsprozesse

Frontmatter

Postmoderne Tendenzen in ‚ländlich bezeichneten Räumen‘ – Chancen und Herausforderungen für die Raumentwicklung

Zusammenfassung
Der Druck auf viele ländlich bezeichnete Räume ist aktuell sehr hoch. Die letzten Jahrzehnte sind geprägt durch tiefgreifende Wandlungsprozesse, wie unter anderem dem Rückgang der wirtschaftlichen Bedeutung des primären und sekundären Wirtschaftssektors. Diese Umbrüche lassen sich jedoch nicht nur im wirtschaftlichen Bereich feststellen, sie sind Bestandteil einer weitaus größeren Veränderung und betreffen auch weitere Bereiche wie Politik, Kultur oder Gesellschaft. Flexibilisierung, Pluralisierung und Individualisierung stehen als übergeordnete Begriffe für diese Entwicklung. Der Beitrag ist eine Annäherung, postmoderne Tendenzen in ländlich bezeichneten Räumen zu beschreiben und diese als Chance für die Raumentwicklung zu erkennen. Da sich das Ende beziehungsweise das Ausmaß dieser Prozesse noch nicht abschätzen lässt, gibt es bislang kaum konkrete Antworten. Das Ergebnis wird neben einer möglichen Weiterentwicklung auch aufzeigen, welche neuen Fragen gestellt werden müssen.
Simone Linke

Naturparke als ‚natürlich gegebene‘ Regionen? Theoretische und praktische Reflexionen

Zusammenfassung
In Deutschland werden je nach Schutzziel und Aufgabe Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke als so genannte Großschutzgebiete unterschieden. Nationalparke verfolgen einen sehr strengen Naturschutz. Im Sinne ihres Mottos ‚Natur Natur sein lassen‘ sollen sich diese zu „Wildnisgebieten“ entwickeln. Während in Nationalparken damit eine wirtschaftliche Nutzung so gut wie ausgeschlossen ist, schließen Biosphärenreservate die anthropogene Nutzung explizit mit ein: Die Reservate sollen einen aktiven Beitrag zur Entwicklung von Kulturlandschaften leisten und Modellräume der Nachhaltigen Entwicklung bilden.Naturparke bilden die älteste Kategorie der Großschutzgebiete in Deutschland. Im Vergleich zu Nationalparken und Biosphärenreservaten haben Naturparke das breit gefächertste Aufgabenprofil. Neben Naturschutz und Tourismus zählen heute Umweltbildung, Landschaftspflege und Nachhaltige Regionalentwicklung zu den Naturpark- Aufgaben. Gerade die Aufgabe der ‚Nachhaltigen Regionalentwicklung‘ wird heute immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Der Artikel fokussiert den Konstruktionscharakter von Naturparken, deren Zugänge zur Umsetzung der Nachhaltigen Regionalentwicklung und politische Aushandlungsprozesse, die nicht ausbleiben können, wenn unterschiedliche Akteure sich gleichermaßen als optimal dafür geeignet erachten, dieser Aufgabe nachzugehen.
Friedericke Weber

Herausforderungen der Energiewende: Zur Konstruktion von ‚Energieregionen‘

Zusammenfassung
In der gesellschaftlichen Diskussion um die ‚Energiewende‘ taucht zunehmend der Begriff ‚Energieregion‘ auf. In politischen Reden, auf Websites, in der Zeitung oder bei Konferenzen kann man ihn hören und lesen. Verwaltungen, Politik, Projektiererinnen und Projektierer, Energieversorgungsunternehmen, Lokalzeitungen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bürgerinnen und Bürger stellen regionale Bezüge her, um energiespezifische Aspekte zu thematisieren. Kommunen schließen sich zu ‚100 % Erneuerbare-Energie-Regionen‘ zusammen oder (re)kommunalisieren ihre Energieversorgung. Unternehmen werben mit ihrer regionalen Verbundenheit. Energiegenossenschaften bündeln finanzielle Mittel, um regionale Projekte anzustoßen und Forschungsinstitute begleiten diesen Prozess durch regional ausgerichtete ‚naturräumliche‘ und akteursbezogene Potentialstudien. Es fällt auf, dass der Begriff ‚Energieregion‘ selten in Alltagskontexten, sondern viel eher in formal organisierten Kontexten auftaucht. Vor diesem Hintergrund rückt die Frage in den Fokus, wie Organisationen mit ‚Energieregionen‘ umgehen und über diese sprechen. Zentral wird damit die Kommunikation über Raum, womit eine konstruktivistische Sichtweise eingenommen wird. In diesem Sinne ist die Beobachtung von ‚Energieregionen‘ die Beobachtung von zunehmender Kommunikation über ‚Energieregionen‘. Nicht die Frage, was ‚Energieregionen‘ sind, sondern die Frage, wie unterschiedliche Organisationen sie konstruieren, wie sie sich darauf beziehen beziehungsweise wie sie in ihren Äußerungen zum Tragen kommen, wird zentral.
Claudia Kölsche

Bausteine regionaler Entwicklungsprozesse

Frontmatter

Oberschlesien – Ein Transformationsraum im Strukturwandlungsprozess

Zusammenfassung
Wo einst Ruß die roten Fensterbänke der Bergbauarbeitersiedlungen bedeckte, entstehen nun für die neue Mittelschicht sterile gated communities. Dort, wo täglich Zechen- und Stahlarbeiter zur ihrer Schicht gingen, zieht heute am Straßenrand ein Altmetallsammler seinen Bollerwagen. Brachliegende Zechengelände wurden zu Konsumtempeln. Banken- und Dienstleistungszentren sind nun die neuen begehrten Arbeitgeber heranwachsender Generationen.Eines steht fest: In kaum einer europäischen Region vollzieht sich die strukturökonomische,soziale und ökologische Transformation so tiefgreifend wie in Oberschlesien. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Verlauf der sozialwirtschaftlichen Transformationen in Oberschlesien. Zu Beginn werden ausgewählte sozialwirtschaftliche Entwicklungen der letzten 20 Jahre und somit der Transformations- und Strukturwandlungsprozess in Oberschlesien beschrieben. Im zweiten Teil werden die Ergebnisse einer Korrespondenzanalyse dargestellt, um die Disparitäten innerhalb der Region Oberschlesien1 aus der Perspektive der Wahrnehmung quantifizierbar und visualisierbar zu machen.
Cyryl Garus, Martin Pudlik

„Die Stärken der Region herausarbeiten“ – Von Idealvorstellungen der ‚Regionalentwicklung‘ und Hindernissen ‚vor Ort‘

Zusammenfassung
Mainfranken – eine Region im Nordwesten Bayerns. Klar abzugrenzen, aber unter Druck im Wettbewerb der Regionen. Entsprechend gilt es, die Region noch stärker zu vermarkten und die eigene Identität zu stärken. Absolut nachvollziehbar – oder etwa nicht? Vielleicht nicht unbedingt: Was macht Mainfranken so besonders? Wie erklären sich die Grenzen Mainfrankens? Inwieweit kann durch Marketing eine Bindung und eine gemeinsame Identität der Bewohnerinnen und Bewohner geschaffen werden? Welche Aufgabe kann und soll Regionalentwicklung übernehmen? Dies sind nur einige Fragen, die sich aus dem Eingangszitat ergeben.Im Beitrag wird an einigen markanten normativ gesetzten Kriterien aus der praxisorientierten Wissenschaft zu ‚Regionalentwicklung‘ angesetzt. Diese werden dann mit dem Beispiel der ‚Region Mainfranken‘ kontrastiert. Inwieweit lassen sich aus Sicht einer Regionalentwicklungsinitiative Zielvorgaben erfüllen, welche Problematiken ergeben sich? In diese Überlegungen fließt die Frage ein, ob und inwiefern die Grenzen der ‚Region‘ kritisch hinterfragt oder als gesetzt angenommen werden. Der Beitrag verfolgt damit die Ziele, sowohl dem Regionsverständnis aus Sicht einer Regionalentwicklungsinitiative als auch den damit eng verbunden Grenzen idealtypischer Konzeptionen nachzugehen.
Florian Weber, Friedericke Weber

Regionskonstruktionen für das LEADER-Programm – Empirische Befunde aus Deutschland und Schweden

Zusammenfassung
EU-Förderprogramme für ländliche Räume (wie LEADER) verlangen von den Bewerbern, sich zu Empfänger-Regionen zusammenzuschließen, also ein territoriales Gebilde zu konstruieren, wobei die Vergabe der Förderleistungen als Anreiz- oder Belohnungssystem verstanden werden kann. Die Bedingung, nur auf einer regionalen Ebene anzusetzen, fußt auf sehr konkreten Erwartungen, was die Wirkung der Förderung anbelangt. Zu Beginn dieses Beitrags wird deshalb zunächst ausgeführt, aus welchen konzeptionellen Überlegungen heraus solche Regionskonstruktionen hergeleitet werden. Ab dem zweiten Abschnitt werden dann eher anwendungsbezogene Fragen nach den Strategien behandelt, mit denen versucht wird, solche Konstruktionen politisch zu legitimieren und zu verstetigen. In der Auswertung zweier Fallstudien in Deutschland und Schweden wird ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, welche Hilfskonstrukte dazu herangezogen werden und welcher Bilder von der jeweiligen Region sie sich dabei bedienen.
Tilman A. Schenk

Die Großregion: Raum- und Identitätskonstruktionen einer Grenzregion

Zusammenfassung
Die Entwicklung von Kooperationen unterschiedlichster Art über Grenzen hinweg ist in großen Teilen der Welt heute alltäglich. Nationalstaaten verändern in diesem Prozess der Globalisierung ihre Bedeutung, sind sie doch, so Daniel Bell, „zu klein für die großen Probleme des Lebens und zugleich aber zu groß für die kleinen Probleme des Lebens“. Die zunehmende Bedeutung sowohl der EU als auch von Regionen, beispielsweise sichtbar in der Proklamation des ‚Europas der Regionen‘ und dem damit einhergehenden Prinzip der Subsidiarität, kann als eine Folge des Bewusstseins dieses Umstands gewertet werden – die EU soll „nur dann tätig werden […], wenn sie Probleme effizienter lösen kann als es auf einer niedrigeren Ebene, z. B. der nationalen oder regionalen Ebene, geschehen kann“.In diesem Zusammenhang kommt es zu neuen Bündnissen von Regionen und neuen Abgrenzungen - häufig über Nationalstaatsgrenzen hinweg. Doch wie entstehen heute neue Grenzen, welche Kriterien und auch welche Legitimationen werden in diesen Prozessen der Raumkonstruktion herangezogen? Das Beispiel des grenzüberschreitenden Verflechtungsraums ‚Großregion‘ soll exemplarisch diesen Überlegungen nachgehen und einen Blick auf Raum- und Identitätskonstruktionen einer europäischen Grenzregion ermöglichen.
Antje Schönwald

Stadtgarten – Ein utopisches Modell für Neustadt am Rübenberge

Zusammenfassung
Der Artikel blickt auf das Partizipations-Projekt Stadtgarten, das von Valentin Goderbauer und Karl-Heinz Einberger im Juli 2006 in Neustadt am Rübenberge bei Hannover realisiert wurde. Das Projekt ging als einer von vier Siegern aus einem Ideen- und Realisierungswettbewerb hervor, der seinerseits Teil des Stadtmarketing-Konzepts „Neu(e) Stadt – ein öffentlicher (T)Raum“ war, mit dem sich Neustadt am Rübenberge erfolgreich um eine Finanzierung im Rahmen des Projekts „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Niedersachsen“ bewarb. Im Fokus stehen praxisorientiert Entwurfsansätze, die Projektrealisierung sowie markante Ergebnisse.
Karl-Heinz Einberger

Fazit

Frontmatter

Zusammenfassendes Fazit

Zusammenfassung
Nach dreizehn inhaltlichen Beiträgen im Sammelband ‚Bausteine der Regionalentwicklung‘, die vier Hauptthemenbereichen zugeordnet wurden, wird ein abschließendes Fazit gezogen. Trotz der Zuordnung zu diesen Themenkomplexen zeigen die Beiträge neben unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen auch Unterschiede in der Herangehensweise und in der theoretisch-konzeptionellen Fundierung. Es standen verschiedene Aspekte und Zielsetzungen im Fokus. Dies zeigt auch die Vielfalt der aktuellen Regional(entwicklungs)forschung. Wie bereits im Einleitungsbeitrag angemerkt, stehen die Beiträge allerdings keinesfalls unverbunden nebeneinander – sie ergeben als ‚Bausteine‘ ein Gesamtbild: ein Gesamtbild wie bei einem Gebäude; wie zusammenfassend dargelegt wird.
Olaf Kühne, Florian Weber
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