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06-03-2015 | Baustoffe | Im Fokus | Article

Über 50 Milliarden Euro für Gebäudeenergie

Author:
Christoph Berger

2013 zahlten die deutschen Privathaushalte über 50 Milliarden Euro für Heizung, Warmwasser, die Klimatisierung und Beleuchtung von Gebäuden. Ohne so manche Maßnahme wäre der Betrag noch deutlich höher gewesen.

Zwar gaben die privaten Haushalte 2013 aufgrund gestiegener Energiepreise inflationsbereinigt fast zehn Milliarden Euro mehr für die Gebäudeenergie aus als noch zehn Jahr zuvor, doch ohne Verbrauchseinsparungen durch energetische Modernisierungen und Sanierungen sowie ein energiebewusstes Nutzerverhalten wären es in diesem Zeitraum sogar über 20 Milliarden Euro mehr geworden. Dies geht es aus dem neuen Gebäudereport 2015 der Deutschen Energie-Agentur (dena) hervor.

In dem Report fasste die Agentur alle wichtigen verfügbaren Statistiken und Analysen zur Gebäudeeffizienz in Deutschland zusammen und ergänzte diese mit eigenen Berechnungen und Erklärungen, die die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aspekten aufzeigen.

Im Gebäudesektor kann noch viel Energie eingespart werden

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Heraus kam dabei auch, dass in Deutschland trotz der erzielten Erfolge noch viel Energie eingespart werden kann. So ist der Gebäudebestand weiterhin für 40 Prozent des Endenergiebedarfs verantwortlich.

Allein auf Gebäude bezogen, handelt es sich beim Endenergiebedarf laut dem Kapitel „Energieeinsparverordnung“ des Springer-Fachbuchs „Denkmal und Energie“ um „die berechnete Energiemenge, die an der Gebäudegrenze übergeben werden muss, um die im Verlauf eines durchschnittlichen Jahres zur Heizung, Lüftung, Warmwasserbereitung, Kühlung und Beleuchtung benötigte Energie bereitzustellen“. Berücksichtigt sind dabei bereits sämtliche Energieverluste, die innerhalb eines Gebäudes auftreten.

Und dass viele der Gebäude in Deutschland noch sanierungsbedürftig sind, zeigen beispielsweise folgende Zahlen aus dem Report:

  • Etwa 65 Prozent der Fassaden und

  • 35 Prozent der Dächer älterer Gebäude sind nicht gedämmt.

  • Außerdem wurden über die Hälfte der Heizungsanlagen, zirka 55 Prozent, vor 1997 installiert.

Auch Nichtwohngebäude und ihre Potenziale wurden analysiert

Insgesamt sind in den Report die Daten aus den über 18,6 Millionen Wohngebäuden eingeflossen. Ergänzt werden die Auswertung zudem erstmals um ein Kapitel über Nichtwohngebäude. In Deutschland handelt es sich dabei um ebenfalls immerhin drei Millionen Gebäude in Neubau und Bestand.

Der Anteil an Nichtwohngebäuden am gesamten Gebäudeaufkommen beträgt somit etwa 13,9 Prozent. Ihr Anteil am Energieverbrauch ist hingegen deutlich höher: Die dena-Analysen haben gezeigt, dass Nichtwohngebäude mit 36 Prozent am bundesweiten Gebäudeenergieverbrauch beteiligt sind. Der Anteil beträgt damit etwa die Hälfte der Wohngebäude, die mit 64 Prozent veranschlagt werden.

Beitrag zum Erreichen der Klimaziele

Der Report kommt daher auch zu dem Schluss, dass es in diesem Segment noch erhebliche Potenziale gibt: Nichtwohngebäude können einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung im Gebäudebestand und damit zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung leisten.

Die Klimaprogramme der Bundesregierung und EU sehen laut dem Artikel „Energiewende im Wohnungssektor – Fakten, Trends und Realisierungsmöglichkeiten“ vor, die Treibhausgasemissionen in der EU sowie in Deutschland im Zeitraum von 1990 bis 2050 um 80 Prozent oder mehr zu verringern.

In dem Report geht es jedoch nicht nur um Energieverbräuche und die Rahmenbedingungen für Energieeffizienz. Es werden auch Angaben zu Eigentümer- und Mietstrukturen gemacht sowie die Entwicklung des Gebäudebestands im Zusammenhang mit wirtschaftlichen, politischen und historischen Ereignissen aufgezeigt.

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