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01-09-2014 | Baustoffe | Im Fokus | Article

Freiräume nutzen

Author:
Christoph Berger

Stadtentwicklung geht alle etwas an. Am Wochenende diskutierten Jugendliche aus ganz Deutschland die Frage: Wie können städtische Freiräume jugendgerecht gestaltet werden?

Für leer stehende Gebäude braucht es gute Ideen – erst recht wenn es sich um historisch und ästhetisch besonders ansprechende Bauwerke handelt. Bei Jugendlichen findet sich dafür zwar meist die Kreativität, allerdings nur selten die entsprechenden Mittel, um die Vorhaben schließlich auch umzusetzen.

Jugendliche setzen Ideen um

In dem Projekt „Jugend belebt Leerstand“ bekamen Jugendliche jedoch die Chance, ihre Vorstellungen in eigener Verantwortung mit Baumaßnahmen umzusetzen. Dazu wurden zwölf sehr unterschiedliche Gebäude von der Eckkneipe bis zum Kasernengebäude ausgewählt.

So wurde aus dem Haindlkeller in Miesbach, einem Baudenkmal aus dem 16. Jahrhundert, ein Ort für Jugendkultur. Auch in Halle-Glaucha haben Jugendliche ein Gebäude von 1830 vor dem Verfall gerettet. In alte und leer stehende Gewölbe und Gemäuer ist heute mit Cafes, Proberäumen für Bands, Werkstätten und einer Skatehalle junges Leben eingezogen.

Politik hört sich die Jugend an

Jugendliche in die Stadtplanung einzubeziehen ist auch das Ziel des „Jugendforums Stadtentwicklung“ statt. Das fand gerade zum sechsten Mal statt. Jugendliche diskutieren dabei mit Vertretern des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ihre Anliegen und Ideen für eine jugendgerechte Stadtentwicklung.

In einer Ideenwerkstatt tauschten sich die Jugendlichen zuerst über das diesjährige Schwerpunktthema „Freiräume“ aus und bereiteten das Jugendforum inhaltlich vor. Dabei ging es um die Fragen: Wie können Straßen, Plätze, aber auch Brachflächen genutzt werden, was ist möglich und was nicht? Für alle Stadtbewohner bieten Freiräume und Grünflächen mehr Lebensqualität. Für eine gesunde Kindheit und Jugend sind sie sogar lebensnotwendig.

Konkrete Vorstellungen kommuniziert

Ihre Ideen für urbane Freiräume stellen sie schließlich Staatssekretär Gunther Adler vor und diskutierten mit ihm die Ergebnisse. Die Jugendvertreter aus Modellprojekten von Rosenheim bis Görlitz engagieren sich in Jugendbeiräten und dem Forschungsvorhaben Jugend.Stadt.Labor des Bundesbauministeriums und Jugendverbänden.

Die Jugendlichen sprechen über Hürden und würden sich schon über Zwischennutzungsmöglichkeiten freuen. An die Kommunen kommunizieren sie den Vorschlag, überdachte Orte anzubieten, Taxigutscheinscheine oder Elektrofahrräder zur Verfügung zu stellen. Gerade in kleineren Kommunen würde dies ihre Mobilität erhöhen.

Den Jugendlichen ist zudem sehr wohl bewusst, dass sie für so manches Vorhaben die Akzeptanz der Nachbarn benötigen, die Anwohner vor und während der Umsetzung einbezogen werden sollten. Die Verwaltung könnte dabei noch mehr Hilfestellungen bei der Vernetzarbeit bieten. Natürlich geht es den Jugendlichen auch um Geldmittel. Eine Rolle spielt zudem der Unfallschutz.

Jugendliche Kreativität wird gebraucht

Staatssekretär Adler stellte schließlich heraus, dass es sich sowohl lohne, den Jugendlichen zu vertrauen als auch ihnen etwas zuzutrauen. Außerdem erschließe sich durch sie ein großes Potenzial an Kreativität. Adler sagte außerdem: „Wir setzen weiter auf das Engagement junger Leute für die Stadtentwicklung. Wer sich früh engagiert und mitgestaltet, wird dies in der Regel auch später tun.“

Die Ergebnisse des Jugendforums sollen in einer Rechtefibel zur kreativen Nutzung von Freiräumen veröffentlicht werden. Die Rechtefibel soll sowohl anderen engagierten Jugendlichen helfen, als auch Stadtverwaltungen und Grundstückseigentümern Mut machen, Jugendprojekte zu unterstützen.

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