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About this book

Im Zentrum des Bandes steht das Spannungsgefüge beruflicher Bildung. Es geht u. a. um die Frage, wie Lehr-Lern-Prozesse in Betrieben, Schulen und Hochschulen zu gestalten sind, damit Auszubildende sowie Fach- und Führungskräfte gegenwärtige und künftige Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Arbeits- und Bildungswelt bewältigen können. Dazu werden aktuelle Ergebnisse wirtschaftspädagogischer Forschung erörtert,interdisziplinäre Lösungsansätze für wirtschaftswissenschaftliche und erziehungswissenschaftlicheProblemstellungen skizziert sowie Gestaltungsvorschläge für die Berufsbildungspraxis, einschließlich Lehrerbildung formuliert.

Table of Contents

Frontmatter

Berufliche Bildung an der Grenze zwischen Wirtschaft und Pädagogik

Zu den Beiträgen dieses Bandes
Zusammenfassung
Der Sammelband richtet sich an Wissenschaftler und Studierende, an Personalverantwortliche und Ausbilder in Unternehmen, an Referendare und Lehrkräfte, an Verantwortliche von Bildungseinrichtungen und Hochschulen sowie alle anderen Leser, die einen wirtschaftspädagogischen Blick auf die Bedingungen, den Verlauf und die Wirkungen beruflicher Bildung werfen wollen und die an interdisziplinären Ansätzen und Lösungsvorschlägen für wirtschaftswissenschaftliche, erziehungswissenschaftliche sowie berufsbildungspraktische Fragestellungen interessiert sind. Das betrifft u. a. die Frage, wie Lehr-Lern-Prozesse in Betrieben, Schulen und Hochschulen zu gestalten sind, damit Auszubildende sowie Fach- und Führungskräfte aktuelle und künftige Herausforderungen einer digitalisierten Arbeits- und Bildungswelt bewältigen können.
Juliana Schlicht, Ute Moschner

"Berufliche Identitätsentwicklungin einer dynamischen Arbeitswelt undin gesellschaftlichen Umbruchprozessen –Grundpositionen und Grundkonzepte"

„Beruflichkeit“ als wirtschaftspädagogisches Konzept

Ein Vorschlag zur Begriffsbestimmung
Zusammenfassung
Der Begriff „Beruflichkeit“ erfährt in der Literatur höchst unterschiedliche Bedeutungszuweisungen, ohne dass immer klar wäre, worauf er sich bezieht. Der vorliegende Beitrag unterbreitet einen Vorschlag, der ihn – im Rekurs auf einen pädagogischen Berufsbegriff – als Konstrukt zur Bezeichnung tätigkeitsbezogener Metakognitionen ausweist. Damit lässt er sich als das personale Pendant zu den metafunktionalen Strukturparametern der arbeitsteilig organisierten Gesellschaft etablieren und erhält so einen systematisch bestimmten terminologischen Ort. Als mehrdimensionales Konstrukt verweist ein solcher Beruflichkeitsbegriff auf bislang wenig beforschte Facetten des individuellen tätigkeitsbezogenen Selbstverständnisses und erschließt zugleich für die Praxis der Berufs(aus)bildung zentrale Interventionsperspektiven zur Ermöglichung einer gelingenden beruflichen Integration ihrer Adressaten.
Klaus Beck

Gedanken zur Zukunft der kaufmännischen Grundbildung

Zusammenfassung
Der Arbeitsplatzabbau von kaufmännischen Berufen als Folge der Digitalisierung wird kontrovers diskutiert. Sicher auszugehen ist von einem Abbau. Sein Umfang hängt von vielen Wechselwirkungen ab, die kaum prognostizierbar sind. Sicher notwendig wird aber in jedem Fall eine grundlegende Reform der kaufmännischen Grundbildung im dualen System, die traditionelle Bahnen verlassen muss. Deshalb wird hier ein neues Modell vorgestellt, das im Prinzip am Berufskonzept festhält, aber auch Elemente der Modularisierung beinhaltet. Diese Änderung führt zur Umgestaltung des dualen zu einem trialen System. Zusätzlich ist eine gezielte Verbindung von Grundbildung und beruflicher Weiterbildung sicherzustellen, auf welche im dualen System Vorbereitungen zu treffen sind. Damit es zu einer nachhaltigen Erneuerung der kaufmännischen Grundbildung kommt, sind die Lehrpläne sowie die Ausbildung im Betrieb grundlegend an das neue Modell anzupassen, in welchem viele Traditionen hinfällig werden.
Rolf Dubs

Was haben betriebliche Qualifikationsanforderungen mit Bildung zu tun?

Zusammenfassung
In der Tradition bildungswissenschaftlichen Denkens und bildungspraktischen Handelns gelten (berufs-)praktisch verwertbare Qualifikationen und Kompetenzen einerseits und zweckfreie Bildung andererseits als unvereinbar. Im vorliegenden Beitrag soll dreierlei gezeigt werden: Erstens, dass, wie und warum in zweckfreier Bildung gesellschaftspraktische und wirtschaftsbetriebliche Ansprüche zur Geltung kommen (bis hin zu der Tatsache, dass sich aus zweckfreier Bildung besonders erfolgreich „Kapital“ schlagen lässt); zweitens, dass und warum keine wirtschaftsbetriebliche Organisation der Erwerbsarbeit sich völlig über Ansprüche hinwegsetzen kann, die in den kulturellen Bedürfnissen Beschäftigter und im Qualitätsbewusstsein der Kunden betrieblich produzierter Güter ihren Niederschlag finden. Drittens darf dabei allerdings nicht übersehen werden, dass „der Mensch“ in gesellschaftlicher, betrieblicher und auch in pädagogischer Praxis sehr verschieden „gesehen“ werden kann – bis hin zu der Möglichkeit, Menschen als Mittel rentabler Kapitalverwertung zu betrachten und zu „gebrauchen“.
Helmut Heid

"Betriebliches NachhaltigkeitsundWissensmanagement –wirtschaftspädagogische Konzepte,Befunde und Forschungsperspektiven"

Zum Diskrepanztheorem der (Berufs-) Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Zusammenfassung
Erfahrungen in der praktischen Umweltbildung wie auch Erkenntnisse aus der empirischen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung zeigen deutlich, dass zwischen Umweltbewusstsein und Umwelt-/Nachhaltigkeitshandeln Diskrepanzen bestehen. Der für Bildungsprozesse idealtypische Verlauf von Wissensänderungen über Bewusstseinsänderungen hin zu einem geänderten Verhalten kann insbesondere für Lehr-Lernprozesse im Rahmen von (Berufs-)Bildung für eine nachhaltige Entwicklung nicht bestätigt werden. Dieses Diskrepanztheorem war Gegenstand zahlreicher Studien und Metaanalysen in der Umweltbewusstseins-, der Nachhaltigkeits- und der Professionsforschung. Weil es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Umweltwissen, Umweltbewusstsein und Umwelthandeln gibt, stellt sich die Frage nach wirksamen didaktischen Ansatzpunkten zur Förderung eines an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichteten Verhaltens. Im Beitrag wird ein kognitionstheoretisches Rahmenkonzept zur Modellierung, Analyse und Gestaltung des Diskrepanztheorems der nachhaltigen Entwicklung entworfen und auf die betriebliche Bildung zur Förderung nachhaltigen Handelns in Unternehmen übertragen.
Karin Rebmann, Andreas Slopinski

Kommunizieren und kooperieren, um erneuerbare Energien zu nutzen

Befunde und Perspektiven für eine berufliche Bildung für Nachhaltigkeit
Zusammenfassung
Im Zentrum des Beitrags stehen „soziale“ Komponenten betrieblicher Zusammenarbeit, die nicht nur, aber ganz besonders in der Energiebranche das nachhaltige Wirtschaften entscheidend mitbestimmen. Es geht um die Frage, wie Fach- und Führungskräfte miteinander und mit Geschäftspartnern kommunizieren und kooperieren, um komplexe Aufgaben und Problemstellungen zur Nutzung erneuerbarer Energien effektiv zu bearbeiten. Dazu werden zum einen einige Befunde aus einer Untersuchung der betrieblichen Praxis skizziert, bei der es darum ging, das Kommunizieren und Kooperieren in nachhaltigkeitsorientierten Geschäftsprozessen zu analysieren und zu verbessern. Zum anderen wird umrissen, wie Kommunikations- und Kooperationsanalysen in Nachhaltigkeitskontexten konzipiert und realisiert werden können und welche Forschungsperspektiven sich für die berufliche Bildung für Nachhaltigkeit eröffnen.
Juliana Schlicht, Ute Moschner

Wissensmanagement bei der BMW AG

Einflussfaktoren auf die Weitergabe von Erfahrungswissen in Unternehmen
Zusammenfassung
Entstanden ist das Forschungsvorhaben aus einem Kooperationsprojekt zum betrieblichen Wissensmanagement des Lehrstuhls für Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Universität Leipzig, des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik der Technischen Universität Dresden und des BMW Werks Leipzig. Ziel des Projektes war es, theoretisch fundierte, nachhaltige Lösungen für die effektive Ausgestaltung von Wissensmanagementprozessen für das BMW Werk Leipzig zu erarbeiten. Gegenstand dieses Artikels sind zwei Studien zu Einflussfaktoren auf die Weitergabe von Erfahrungswissen, welche im BMW Werk Leipzig durchgeführt wurden. In der ersten Studie wurden Mitarbeiter mit Hilfe von leitfadengestützten Interviews zu ihren subjektiven Theorien zur Weitergabe von Erfahrungswissen befragt. Auf Basis der Ergebnisse und auf Basis der Theorie des geplanten Handelns wurde ein Fragebogen konstruiert, mit dessen Hilfe die Intention der Mitarbeiter zur Wissensweitergabe erhoben wurde. Im Ergebnis beider Studien konnten wesentliche Einflussfaktoren auf die Wissensweitergabe identifiziert werden.
Johanna Langfermann, Bärbel Fürstenau

Alle wollen Wahrheit, aber „Wahrheit“ ist nur, was alle glauben?

Endogenes Prozessmanagement als Angebot der Managementbildung zur Bewältigung des Spannungsverhältnisses von Individuum und System im Kontext moderner Beruflichkeit
Zusammenfassung
Das Management komplexer Projekte stellt die beteiligten Akteure vor vielfältige Herausforderungen. Von zentraler Bedeutung ist dabei, ein gemeinsames Verständnis von Zielvorstellungen, Rollen und Zuständigkeiten, Prozessschritten und Arbeitsweisen zu entwickeln. Unter den Rahmenbedingungen fortschreitender Individualisierung wird es immer schwieriger, über diese – für eine erfolgreiche Projektrealisierung wesentlichen – Aspekte Einigkeit zu erzielen. Oftmals ist auf den ersten Blick gar nicht erkennbar, wer zum Kreis der Akteure – im Sinne der vom Projekt Betroffenen – gehört und in den gemeinsamen Aushandlungsprozess eingebunden werden muss. In diesem Beitrag wird am Beispiel des Managements von Großprojekten aufgezeigt, inwiefern modernes Management in einer zunehmend komplexen Arbeitswelt angesichts von Individualisierung und einer demografischen Entwicklung, die das Angebot an (qualifizierten) Arbeitskräften zu einer knappen Ressource werden lässt, eine Herausforderung für die (Berufs-)Bildung darstellt.
Manuel Schulz

"Arbeiten, Lernen und Lehrenin digitalisierten Umgebungen –Bestandsaufnahmen undForschungsperspektiven"

Spannungsfelder digitalisierter Bildungswelten

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund des Megatrends der Digitalisierung, dessen Relevanz sich bereits in unterschiedlichen Begrifflichkeiten (Cyber-physical Systems, Internet of Things, Big Data, Semantic Web, etc.) niedergeschlagen hat, sehen sich Akteure im System der beruflichen Bildung mit mehrschichtigen Herausforderungen konfrontiert. Einerseits ist vor dem Hintergrund zunehmender Informatisierung betrieblicher Wertschöpfungsketten zukünftig von weitreichenden Veränderungen der Aufgabenbereiche kaufmännischen Personals in Industrie und Handel auszugehen. Andererseits könnte eben dieses Personal von der kommenden Automatisierungswelle bei ausbleibender Reaktion in seiner (beruflichen) Existenz durchaus bedroht werden. Fraglich ist nun, wie Reaktionen von Seiten der (beruflichen) Bildung auszusehen haben. Bildung kann ein wirksames Gegenmittel gegen technologieinduzierte, ökonomische, soziale, gesellschaftspolitische, kulturelle und gesundheitliche Verwerfungen bzw. Beeinträchtigungen sein, wenn ihre Aufklärungsfunktion einerseits die Neben- und Folgeeffekte einbezieht und andererseits unterschiedliche Ansprüche nicht a priori als berechtigt oder unberechtigt klassifiziert, bevor man eine qualitative und quantitative Effektprüfung vorgenommen hat. Der Beitrag erörtert die Auswirkungen der Digitalisierung auf unterschiedliche Bereiche der beruflichen Bildung anhand einer mehrschichtigen (Makro-, Meso- und Mikro-Schichtung) Betrachtung.
Detlef Sembill, Clemens Frötschl

Interpersonales Vertrauen – eine Komponente der Komplexitätsreduktion in digitalisierten Arbeitsumgebungen

Zusammenfassung
Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht das interpersonale Vertrauen. Bereits seit Jahrzehnten als „Schmiermittel“ in komplexen ökonomischen Austauschprozessen identifiziert, wird es auch und insbesondere in komplexen digitalisierten Arbeitsumgebungen eine exponierte Funktion für die effektive Ausgestaltung von Kommunikation und Kooperation besitzen und sollte daher in der Forschung zur beruflichen Bildung künftig stärker in den Blick genommen werden. Es geht beispielsweise um die Frage, wie die Entwicklung von interpersonalem Vertrauen in kommunikativ-kooperativen Problemlöseprozessen empirisch untersucht werden kann. Dafür wird ein Überblick über Definitionsansätze sowie Methoden und Instrumente der Vertrauensforschung erarbeitet, mit denen interpersonales Vertrauen empirisch analysiert werden kann. Zudem wird ein Modell vorgestellt, auf dessen Grundlage sowohl Determinanten als auch Effekte interpersonalen Vertrauens im Kontext digitalisierter Arbeitsumgebungen untersucht werden kann.
Ute Moschner, Juliana Schlicht

E-Learning zwischen Euphorie und Ernüchterung

Zusammenfassung
Es wird zunächst belegt, dass die Hoffnung auf eine Revolution des Bildungssystems durch E-Learning rund 50 Jahre alt ist und dass die optimistischen Aussagen und Hoffnungen seit damals etwa gleich geblieben sind. Ferner wird gezeigt, dass sich die Entwicklung vor allem am technisch Möglichen, jedoch nicht am didaktisch Sinnvollen orientiert. Die didaktischen Schwächen werden mit Beispielen aus der Khan-Academy, aus den Video-Lectures von MIT und Yale, aus dem deutschen Bildungsfernsehen und an eigenen Projekten des Autors illustriert. Der Autor kommt zum Schluss, dass man die zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten aus Kostengründen nur dann einsetzen sollte, wenn Lernziel und Adressaten dies rechtfertigen und verweist auf Anwendungen in der Medizin, der Pilotenausbildung und der Autoindustrie. Schließlich wird auf jene Bildungsprobleme eingegangen, die auch durch E-Learning-Umgebungen nicht gelöst werden können.
Wilfried Schneider

"Lehr-Lern-Prozessgestaltung zwischenInhalts- und Kompetenzorientierung –Domänenspezifische Modellierungsansätzeund Befunde"

Domain-specific aspects of teaching-learning research

Zusammenfassung
Ausgangspunkt ist eine kritische Sichtweise auf die vorherrschenden, vornehmlich von der Psychologie beeinflussten Muster der Lehr-Lern-Forschung, bei denen die inhaltliche Dimension des Lehrens und Lernens – auf die es ja eigentlich zentral ankommt – systematisch vernachlässigt wird. Anhand zweier Beispiele wird dargestellt, wie sich Inhalte präziser erfassen und für eine Verbesserung des Lehrens und Lernens besser nutzen lassen. Für den Englischanfangsunterricht wird gezeigt, welche Möglichkeiten die Erhebung und Auswertung von Verhaltensweisen von Lehrenden und Schülern zusammen mit der Erfassung und Analyse von syntaktischen Strukturen der im Unterricht und im eingesetzten Lehrbuch verwendeten Sätze mit Hilfe eines linguistischen Modells bieten. Für den Wirtschaftslehreunterricht liefern Ziel- und Inhaltskriterien eines komplexen Lehr-Lern-Arrangements zusammen mit den gegebenen instruktionalen und Assessmentmöglichkeiten Ansatzpunkte einer Optimierung von Lehr-Lern-Prozessen sowohl auf der Geschäftsprozess- als auch der Intrapreneurshipebene. Deutlich wird, dass es die Betonung der Ziel- und Inhaltsdimension ist, die diesen Fortschritt ermöglicht.
Frank Achtenhagen, Susanne Weber

Was ist „betriebswirtschaftliche Kompetenz“?

Zusammenfassung
Im Beitrag1 wird die These vertreten, dass vermutlich weder auf der Aufgabenebene noch auf der Ebene persönlicher Dispositionen etwas zu finden ist, das alle als kaufmännisch oder betriebswirtschaftlich bezeichneten Verrichtungen eint und als betriebswirtschaftliche Kompetenz aufgefasst werden könnte. Diese entsteht letztlich im längsschnittlichen Durchgang durch mehr oder weniger disparate, situativ transformierte Themenfelder. Gleichwohl lassen sich querschnittlich Dimensionen bestimmen, die in allen Themenfeldern die Grundlagen kompetenten kaufmännischen Handelns bilden.
Georg Hans Neuweg

Kompetenzmodellierungen in der beruflichen Bildung – eine Zwischenbilanz

Zusammenfassung
Vorgesehen ist mit diesem Beitrag, einen Überblick zum Forschungsstand zur Kompetenzmodellierung zu geben, wobei primär berufsfachliche und eher am Rande auch soziale und personale Kompetenzen in den Blick genommen werden. Die Befunddarstellung zu den berufsfachlichen Kompetenzen ist primär auf den gewerblich technischen Bereich fokussiert, partiell werden auch Ergebnisse aus dem kaufmännischen und Dienstleistungsbereich einbezogen. Abschließend werden Forschungsperspektiven entfaltet.
Reinhold Nickolaus

"Professionalisierung von Lehrendenberuflicher Schulen –Forschungs- und praxisorientierteGestaltungsansätze in Deutschlandund Österreich"

Praxisphasen im Lehramtsstudium: Es kommt darauf an, was man daraus macht

Erfahrungen mit dem Kernpraktikum an der Universität Hamburg
Zusammenfassung
In neu konzipierten Lehramtsstudiengängen stellen schulische Praxisphasen oftmals zentrale Studienelemente dar, die im Zuge der Reform der universitären Lehrerbildung vielerorts eine bedeutsame Ausweitung erfahren haben. Angesichts dieser Entwicklungen ergeben sich komplexe Gestaltungsherausforderungen, damit schulische Praxisphasen einen Beitrag zur Professionalisierung leisten können. Denn: Ein einfaches „Mehr an Praxis“ ist zunächst einmal kein Garant dafür, die Lehrerbildung zu verbessern. Schulische Praktika als Teile des Lehramtsstudiums erfordern umfassende curricular-didaktische Gestaltungsleistungen zur Entwicklung einer theoretisch fundierten Konzeption, die im Zuge einer engen Kooperation mit den unterschiedlichen Beteiligten zu entwickeln und umzusetzen wäre. Darüber hinaus bedarf es einer formativen Evaluation, die das Erleben der Betroffenen in den Mittelpunkt rückt und aus einer subjektorientierten Perspektive Entwicklungsprozesse rekonstruiert und analysiert. Wir wollen in diesem Beitrag die Hamburger Sequenz schulischer Praxisphasen als einen Modus wissenschaftlichen Lehramtsstudiums vorstellen und uns dabei vor allem auf das zwei Semester umfassende Kernpraktikum konzentrieren. Auf dieser Grundlage ist es uns ein Anliegen, Anstöße für die Gestaltung und Evaluation curricular integrierter schulischer Praxisphasen zu geben.
Tade Tramm, Nicole Naeve-Stoß

Konzepte und Entwicklungsmöglichkeiten der Begleitung schulischer Praxisphasen für angehende Lehrende

Zusammenfassung
Die pädagogische Begleitung der Praxisphasen von angehenden Lehrenden an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in Österreich steht im Fokus. Für das Schulpraktikum im Rahmen des Masterstudiums der Wirtschaftspädagogik gibt es bereits elaborierte und validierte Konzepte, welche im Beitrag vor dem Hintergrund einer konnektivitätsorientierten Perspektive einer kritischen Analyse unterzogen werden. Als Untersuchungseinheiten werden die Begleitkonzepte der Praxisphasen der beiden österreichischen Universitäten Graz und Innsbruck herangezogen. Der Beitrag schließt mit Überlegungen zur Weiterentwicklung der Konzeptionen, die auch für andere Modelle schulischer Praxisphasen genutzt werden können.
Annette Ostendorf, Elisabeth Riebenbauer, Michaela Stock, Heike Welte

Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen aus Sicht der Lehrerinnen und Lehrer

Zusammenfassung
Auf die Bedeutung der Kooperation von Lehrkräften und deren Bereitschaft in Teams zusammen zu arbeiten, um die Schule als Organisation weiterzuentwickeln, wird in einigen inzwischen vorliegenden Wirksamkeitsstudien zum Thema Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen hingewiesen. Ohne die Partizipation der Lehrerinnen und Lehrer kann das Qualitätsmanagement als schulisches Steuerungsinstrument keine Wirkung entfalten, und der vielfach beschworene „Motor“ zur Schulentwicklung kann nicht anspringen. Eine Schule, die als Organisation entwickelt und „gemanagt“ werden soll, braucht mehr Koordination und Austausch zwischen den Lehrkräften und mehr Verbindlichkeiten. Um die Frage zu beantworten, welche Kompetenzen und Haltungen Lehrkräfte benötigen, um das Qualitätsmanagement der Schule und die Qualitätsentwicklung ihres Unterrichts voranzutreiben, sind zunächst die Rollen und Aufgaben von Lehrkräften zu klären, um dann Strategien zu entwickeln, wie diese in das Qualitätsmanagement integriert werden können. Für Österreich und Deutschland kann nach einer ersten Analyse festgestellt werden, dass die dort zur Anwendung kommenden Qualitätsmanagementsysteme diese Rollenklärung bislang noch nicht ausreichend vorgenommen haben.
Franz Gramlinger, Michaela Jonach, Cornelia Wagner-Herrbach

Konstruktion, Implementation und Evaluation eines multimedialen Assessmenttools in der wirtschaftspädagogischen Ausbildung

Zusammenfassung
Im Kontext der Outputorientierung im Bildungssystem gerät die Förderung handlungsbezogener Kompetenzen zunehmend in den Fokus der Lehrerausbildung und Forschung. Kompetenzorientierung verlangt nach einer Konvergenz von Curriculum, Instruktion und Assessment. Der vorliegende Beitrag analysiert die curriculare Verankerung der Förderung handlungsbezogener Kompetenzen innerhalb der wirtschaftspädagogischen Studiengänge und stellt ein innovatives Lehr- und Assessmentkonzept vor, das im instruktionalen Kontext auch als komplexes Assessmenttool zur gezielten Förderung solcher (bisher vernachlässigten) Kompetenzfacetten in der wirtschaftspädagogischen Ausbildung implementiert und evaluiert werden soll. Dabei werden insbesondere die, für ein erfolgreiches Unterrichten im kaufmännischen-verwaltenden Bereich, erforderlichen aktionsbezogenen (AC) und reflexiven (RC) Kompetenzen mittels eines videobasierten Tools (mit Speedbedingungen und natürlichen Antwortformaten) fokussiert und mögliche Anwendungsbereiche kritisch diskutiert.
Christiane Kuhn, Olga Zlatkin-Troitschanskaia, Hannes Saas, Sebastian Brückner

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