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13-07-2022 | Bilanz | Nachricht | Article

VR-Banken rechnen mit deutlichem Ergebnisrückgang

Author: Jan F. Wagner

2:30 min reading time

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Die Genossenschaftsbanken haben für 2021 trotz der konjunkturdämpfenden Corona-Pandemie den Gewinn vor Steuern kräftig gesteigert. Allerdings dürfte ihre Profitabilität in diesem Jahr wegen der bevorstehenden Zinswende und der abgeschwächten Konjunktur wesentlich niedriger sein.

Wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner aktuellen Pressekonferenz in Frankfurt mitteilte, betrug der Vorsteuergewinn seiner Mitglieder 10,5 Milliarden Euro 2021 und damit 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Zur Gruppe gehören die 770 Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und weitere genossenschaftliche Spezialinstitute sowie die DZ Bank Gruppe und die Münchener Hypothekenbank.

Zinsüberschuss unverändert, Provisionsüberschuss höher

Trotz der Niedrigzinspolitik der EZB und der damit geschrumpften Margen blieb der Zinsüberschuss mit 18,2 Milliarden nahezu unverändert. Grund dafür war ein hohes Kreditvolumen, das die geringen Margen kompensieren konnte. Den Provisionsüberschuss konnten die Genossenschaftsbanken durch mehr Wertpapiergeschäfte steigern, und zwar um knapp 17 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. 

Positiv auf die Bilanz wirkte zudem die Risikovorsorge, die 2021 nach Auflösungen lediglich 0,3 Milliarden Euro betrug. Im Vorjahr hatten die Institute 2,3 Milliarden Euro für notleidende Kredite zurückgelegt. Die Aufwand-Ertrags-Relation - die Kennzahl für die Effizienz der Institute - verbesserte sich derweil von 65,4 auf 64,6 Prozent.

Kein rosiger Ausblick für 2022

Auf der Veranstaltung gab der BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin, einen Ausblick für 2022, der alles andere als rosig war. Ihm zufolge dürften die sich abzeichnende Konjunkturabschwächung sowie die höheren Zinsen - die EZB soll im Juli ihren Leitzins von null auf mindestens 0,25 Prozent erhöhen - das Geschäft der Institute stark belasten. 

"Unterjährig und auch mit Blick auf 2023 werden daher mit unterschiedlichen Szenarien arbeiten, die Inflation und Konjunktur, die Inflation und Konjunktur, insbesondere Energiepreissteigerungen und Lieferengpässe im geopolitischen Zusammenhang berücksichtigen", so Martin. Er skizzierte die Konsequenzen: "Eine erhöhte Risikovorsorge in den Sektoren Unternehmen und private Haushalte planen wir dabei ein." Dabei dürften die Genossenschaftsbanken von den steigenden Zinsen in Form von höheren Margen profitieren.

Unterm Strich aber rechnet der BVR mit einem deutlichen Ergebnisrückgang gegenüber dem Geschäftsjahr 2021. Auf Nachfrage von Springer Professional nannte Martin die Höhe des Rückgangs nicht und begründete dies mit den zahlreichen ökonomischen Unwägbarkeiten.

Wirtschaftspolitik neu ausrichten

Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage forderte BVR-Präsidentin Marija Kolak: "Es ist Zeit, die Wirtschaftspolitik mit Blick auf die langfristigen Herausforderungen neu auszurichten." Der Belebung der Investitionen solle hierbei eine prominente Rolle zufallen - gerade in den Bereichen Klimaschutz und Digitalisierung. "Als Finanzierer des Mittelstandes kommt vor allem den Banken hier eine zentrale Rolle zu. Sie begleiten Unternehmen bei ihrem Transformationsprozess in Richtung nachhaltigen Wirtschaftens. Volksbanken und Raiffeisenbanken sind sich ihrer wichtigen Aufgabe hier bewusst."

"Damit die Zukunftsinvestitionen in Gang kommen, müssen die Störungen der Lieferketten deutlich verringert und der Fachkräftemangel entschärft werden", so Kolak. Diese seien nicht nur Inflationstreiber, sondern auch Investitionsverhinderer.

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