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04-03-2021 | Bilanz | Nachricht | Article

Spannend werden die kommenden Monate

Author:
Stefanie Hüthig
2:30 min reading time

Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, berichtet von zahlreichen positiven Entwicklungen im Jahr 2020, aber auch von Sorgen, die das Dauerzinstief und die Pandemie bereiten. Damit steht sein Haus stellvertretend für viele Institute.

Die Geschäftszahlen 2020 der Kreissparkasse Köln spiegeln wider, wie es derzeit in vielen Geldhäusern aussieht. Der Zinsüberschuss sank auf 365 Millionen Euro, kommend von 386 Millionen Euro im Vorjahr. "Schon ein leichter Zinsanstieg würde uns bemerkenswert helfen", sagte Institutschef Alexander Wüerst, betonte aber zugleich, dass sich sein Haus nicht darauf verlässt. Wüerst rechnet im Gegenteil damit, dass das historisch niedrige Zinsniveau noch lange Zeit anhalten wird.

Im abgelaufenen Jahr erzielte die Kreissparkasse Köln ein Vorsteuerergebnis von 99 Millionen Euro, nachdem es 2019 noch bei 107 Millionen Euro gelegen hatte. Das hält Wüerst in der aktuellen Corona-Situation für zufriedenstellend. Die Bilanzsumme stieg auf 28,6 Milliarden Euro. Das Kreditneugeschäft übersprang 2020 die Vier-Milliarden-Marke, was das Institut über den erneut starken Zufluss von Einlagen refinanzieren konnte. Auf 22,23 Milliarden Euro belief sich der Einlagenbestand zum Jahresende nach 20,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Wertpapier-Nettoabsatz verdoppelte sich von 313 auf 679 Millionen Euro. Der Sparkassenchef zeigte sich erfreut über seine mutigen Kunden, die vor allem bei den niedrigen Kursen im März 2020 zuschlugen.

Folgen der Pandemie zeigen sich ab diesem Jahr

2020 sorgte die Kreissparkasse pauschal mit 35 Millionen Euro vor, für 2021 sprach Wüerst von rund 50 Millionen Euro. Er gab zu, überrascht zu sein, dass es im vergangenen Jahr zu keinen größeren Kreditausfällen kam. Im Laufe dieses Jahres und 2022 erwartet Wüerst jedoch, die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren, und wies darauf hin, dass die Corona-bedingten KfW-Kredite ab 2021 bedient werden müssen. 245 Millionen Euro an Fördermitteln, davon über 180 Millionen mit einer Haftungsfreistellung von 90 beziehungsweise 100 Prozent, haben die Kölner 2020 ausgereicht.

Auch in der Beratung und im Zahlungsverkehr macht sich Covid-19 bemerkbar. Im Schnitt 4.000 Kundenanrufe gehen dem Institut täglich zu, in Spitzenzeiten, vor allem zu Beginn der Lockdowns, sind es rund 6.000. Neu etabliert hat die Sparkasse die "Mediale Beratung", bei der Kunden bei einem ihnen eigens zugeschlüsselten Mitarbeiter auch komplexe Produkte wie Baufinanzierungen abschließen können. Von 60 Gesprächen pro Tag würden in dem Team rund 50 per Videoberatung, die die Sparkasse schon länger im Angebot hat, geführt.

Kontaktlos-Zahlungen auf dem Vormarsch

Apple Pay trägt stark zur zunehmenden Kontaktlos-Zahlung bei
Bedingt durch die Pandemie war 2020 jede zweite Zahlung von Kunden, die die Kreissparkasse ausführte, kontaktlos, zuvor war es noch jede dritte. Die Kontaktlos-Zahlungen per Girocard legten um 120 Prozent zu. Apple Pay habe starke Auswirkungen auf die skizzierte Entwicklung gehabt, erklärte Vorstandschef Wüerst.

Die Cost-Income-Ratio der Kreissparkasse Köln stieg im vergangenen Jahr von rund 75 auf 76,6 Prozent an. Ehemals, so Wüerst, seien 65 Prozent das Ziel gewesen. "Heute wären wir froh, in Richtung 70 Prozent zu kommen." Gleichwohl hält er es für realistisch, in den nächsten Jahren die 70 Prozent zu erreichen.
 

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