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24-08-2020 | Börsengang | Infografik | Article

Ant Financial forciert vor Mega-IPO neues Geschäftsfeld

Author:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 min reading time

Das chinesische Fintech Ant Financial könnte im September den bislang größten Börsengang weltweit schaffen. Zusätzlichen Aufwind könnte dem Unternehmen vor dem geplanten IPO die Expansion in das Geschäft mit Konsumentenkrediten geben. 

Der für seinen Bezahldienst Alipay bekannte chinesische Finanzkonzern Ant Financial will an die Börse. Laut der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" hat der für September geplante IPO an den chinesischen Börsenplätzen Hongkong und Shanghai im Hinblick auf sein Emissionsvolumen das Potenzial, den bisherigen Spitzenreiter, den Ölkonzern Saudi Aramco, von Platz eins der Hitliste zu verdrängen. 

Ant Financial ist aktuell wertvollstes Einhorn weltweit

Wie die Zeitung weiter berichtet, könnten beim Börsengang bis zu 15 Prozent der Anteile angeboten werden. Aktuell wird das Unternehmen mit rund 200 Milliarden US-Dollar bewertet und ist damit das wertvollste Fintech der Welt. Ant Financial war vom ursprünglichen Mutterkonzern, dem Tech-Riesen Alibaba, vor dessen eigenem IPO im Jahr 2014 abgespalten worden. Seinerzeit lag das Emissionsvolumen bei rund 25 Milliarden US-Dollar. 

Noch vor dem Börsengang forciert das chinesische Fintech das Geschäft mit Verbraucherkrediten, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters. Zwar bietet Ant Financial über seinen Bezahldienst Alipay zugleich eine Palette an Leistungen wie Mikro-Kredite, Versicherungen und Services rund um das Vermögensmanagement an. Bislang gehörten Konsumentendarlehen aber nicht zu den Kernaktivitäten des Unternehmens. 

Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens geplant

Es heißt, dass Ant Financial zu diesem Zweck zusammen der Nanyang Commercial Bank, dem Software-Anbieter China Trans Info Technology und der Batteriefirma CATL ein Gemeinschaftsunternehmen gründen will. Das Grundkapital soll rund eine Milliarde Euro betragen. Bereits im vierten Quartal soll das neue Unternehmen seine Geschäftstätigkeit aufnehmen, heißt es im "Handelsblatt". Das, so berichtet die Wirtschaftszeitung weiter, komme auch der Strategie der chinesischen Regierung entgegen, die den durch die Corona-Krise gestrauchelten Konsum im Land wieder ankurbeln will. 

Ob diese Nachrichten reichen, um die größten IPOs der vergangenen zehn Jahre zu überflügeln, muss sich zeigen. Der aktuelle Spitzenreiter ging im Dezember 2019 an die Börse. Im Dezember brachte es der saudische Ölmulti Aramco laut dem Statistikportal Statista auf 29,4 Milliarden US-Dollar. Allerdings ging mit 1,5 Prozent der Aktien nur ein sehr geringer Anteil des Unternehmens an die Börse in Riad. Insgesamt wurde das Unternehmen zum Börsenauftakt mit rund 1,7 Billionen US-Dollar bewertet. 

Alibaba liegt mit Emissionsvolumen auf dem zweiten Platz

Der chinesische Tech-Konzern Alibaba hatte sich 2014 beim eigenen IPO für die New Yorker Börse entschieden und belegt aktuell mit einem Emissionsvolumen von rund 25 Milliarden US-Dollar den zweiten Platz der Rangliste. 2019 erfolgte dann das Zweitlisting an der Hongkonger Börse, das dem Unternhmen noch einmal 12,9 Milliarden US-Dollar einbrachte. 

Dass sich Ant Financial nun ausschließlich für zwei chinesische Handelsplätze entschieden hat, schreiben Experten den derzeitigen wirtschaftlichen Spannungen zwischen China und den USA zu. Neben wechselseitigen Handelsbeschränkungen gießt ein mögliches Verbot der chinesischen Videoplattform Tiktok in den USA zusätzlich Öl ins Feuer. Denn bislang favorisierten chinesische Börsenanwärter meist das New Yorker Handelsparkett.  

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