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About this book

Die Braunkohlesanierung ist eines der größten Umweltprojekte Europas. Ca. 30 Braunkohlentagebaue und fast 90 Standorte von Kraftwerks- und Veredlungsanlagen werden seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts im Raum Halle/Leipzig und in der Lausitz saniert. Ziel ist die Beseitigung von Umweltschäden und die Wiederherstellung attraktiver und sicherer Landschaften nach dem Bergbau. Dieses Vorhaben ist beispiellos und es mussten neue Wege beschritten werden. Das Buch informiert Praktiker und Studierende über den Stand der Technik und des Wissens der komplexen Sanierung von Bergbaufolgelandschaften. Wie werden solche Großvorhaben geplant, genehmigt, organisiert und finanziert? Welche technischen Lösungen werden zur Beseitigung von Umweltschäden, zur Gewährleistung der Sicherheit, bei der Rekultivierung oder zur Wiederherstellung des Wasserhaushalts entwickelt und eingesetzt? Auf diese und andere Fragen der Sanierung gibt das Buch Antworten. Dabei werden theoretische Ansätze ebenso betrachtet, wie die praktischen Erfahrungen bei der Umsetzung und die erreichten Ergebnisse. Vertreter aus Behörden, Ministerien, den Sanierungsunternehmen, von Planungsbüros und Hochschulen geben ihr einmaliges Expertenwissen preis. Zahlreiche Abbildungen und Tabellen ergänzen den Text. Ein Glossar unterstützt das Verständnis.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einführung

Zusammenfassung
Mit der Einführung geben die Herausgeber dem Leser einen gestrafften Überblick zum Buchprojekt, um dessen Logik und Struktur zu erläutern. Wichtige Faktoren und Zusammenhänge werden vorgestellt. Die Braunkohlesanierung in Deutschland blickt im Jahr 2013 auf einen besonderen Erfahrungsschatz der letzten 20 Jahre. Das Wort Braunkohlesanierung ist eine jüngere Neubildung. Sein Inhalt ist nicht selbsterklärend. Dennoch wurde es binnen dieser kurzen Zeit für viele Menschen zum Synonym für die „Neugestaltung ganzer Landschaften“, der „Heilung tiefer Wunden in der Natur“ sowie für die „wirtschaftliche und ökologische Umstrukturierung“ ehemaliger Braunkohlenbergbaureviere. Die Ergebnisse der Braunkohlesanierung finden inzwischen national und international Beachtung. Wie beim Bergbau der Abbau einer Lagerstätte, so ist auch die Braunkohlesanierung endlich. Mit dem Fortschritt der Arbeiten verändern sich die Aufgabeninhalte und Akteure.
Carsten Drebenstedt, Mahmut Kuyumcu, Thorsten Pietsch

2. Gesellschaftliche, natürliche und technische Rahmenbedingungen der Braunkohlesanierung

Zusammenfassung
Das Kapitel gliedert sich in zwei Abschnitte.
Zunächst wird ein Rückblick auf die Entwicklung der Braunkohlenindustrie in Ostdeutschland und die Ausgangssituation für die besonderen Herausforderungen der Braunkohlesanierung gegeben. Ziele, Aufgaben, Umfang und Stand der Braunkohlesanierung werden definiert, noch offene Aufgaben benannt. Im zweiten Abschnitt werden die natürlichen und technischen Rahmenbedingungen der Braunkohlesanierung dargestellt. Dabei werden die Wechselwirkungen zwischen Naturraum, Geologie und Bergbautechnik zunächst allgemein beschrieben. Es schließt sich eine spezifische Untersetzung für die betrachteten Braunkohlereviere in Mitteldeutschland und in der Lausitz an.
Carsten Drebenstedt, Mahmut Kuyumcu, Thorsten Pietsch

3. Rechtliche, finanzielle und organisatorische Grundlagen

Zusammenfassung
Um den gesamten Prozess der Anfang der Neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts anlaufenden Braunkohlesanierung verstehen und in seiner historischen Bedeutung bewerten zu können, ist es notwendig, vor der Darstellung der einzelnen technischen Inhalte zunächst einen Blick auf die Rahmenbedingungen zu werfen, die entscheidende Bedeutung für ihre Entstehung und erfolgreiche Durchführung hatten und haben.
Friedrich von Bismarck, Anja Andrich, Andreas Berkner, Klaus Boldorf, Wolf-Dieter Dallhammer, Carsten Drebenstedt, Klaus Freytag, Andreas Kadler, Hans-Dieter Meyer, Jörg Schlenstedt, Reinhardt Schmidt, Michael Strzodka, Klaus-Otto Weymanns

4. Wiedernutzbarmachung von Tagebauen und Kippen

Zusammenfassung
Ausgehend von den rechtlichen Grundlagen für die bergbaulichen Tätigkeiten werden die Ziele, Aufgaben und Grundsätze einer nutzungsorientierten Sanierung bergbaulicher Flächen definiert und Sanierungsstrategien für die beiden Braunkohlenreviere in Ostdeutschland entwickelt. Aus den Untersuchungen zur Böschungsstabilität ehemaliger Braunkohlentagebaue, der Beurteilung der Setzungsfließgefahr an hiesigen Kippen werden Techniken, Technologien und Einsatzkriterien abgeleitet, mit denen gekippte setzungsfließgefährdete Böschungen gesichert, saniert und gestaltet werden. Erforderliche Planungen zur Herstellung der bodenmechanischen und hydromechanischen Stabilität an Böschungen von Tagebaurestlöchern und deren Hinterland sowie zum Nachweis des Sanierungserfolges als Voraussetzung für das Beenden der Bergaufsicht werden beschrieben. Anhand einer Vielzahl von Fallbeispielen werden praktische Vorgehensweisen der Sicherung, Sanierung und Gestaltung der Tagebaurestlöcher und -seen unter Berücksichtigung verschiedener Nutzungsziele und Lastfälle vorgestellt. Grundsätze des Bauens auf bindigen Mischbodenkippen werden an 2 Beispielen dargestellt.
Alfred Vogt, Wolfgang Förster, Carsten Drebenstedt, Holger Dorn, Jürgen Keßler, Werner Fahle, Gunter Reichel, Dietmar Grießl, Rolf Katzenbach, Anke Werner, Stefan Geß, Thomas Bennewitz

5. Wasserwirtschaftliche Sanierung

Zusammenfassung
Der Braunkohlenbergbau in Mitteldeutschland und in der Lausitz hat in den vergangenen 150 Jahren nachhaltig in den Wasserhaushalt eingegriffen. Die Gewinnung der Braunkohle erforderte eine Entwässerung vieler Gebirgsschichten, die bis in einer Tiefe von 80 m eine Fläche von ca. 2.100 km2 in der Lausitz und ca. 1.300 km3 in Mitteldeutschland überstrichen. Das bis 1990 entstandene Grundwasserdefizit betrug 13 Mrd. m3 in der Lausitz und 7 Mrd. m3 in Mitteldeutschland.
Friedrich-Carl Benthaus, Gert Gockel, Wilfried Uhlmann, Walter Geller, Holger Mansel, Claus Nitsche, Uwe Grünewald

6. Verwahrung untertägiger bergmännischer Hohlräume und Brunnen

Zusammenfassung
Die Verwahrungsarbeiten sind Bestandteil der Pflichten eines Bergbaubetriebes zur Beseitigung von Gefahren, definiert in bergrechtlichen Betriebsplänen entsprechend § 69 Abs. 2 Bundesberggesetz (BBergG). Es werden die technologischen Grundlagen der ab den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts stillgelegten Entwässerungsstrecken und deren sichere Verwahrung beispielhaft beschrieben.
Hans-Hermann Baumbach, Heidi Förtsch, Angela Rostalski

7. Wiedernutzbarmachung der Flächen von Tages- und Veredlungsanlagen

Zusammenfassung
Die Verpflichtungen zur Wiedernutzbarmachung gemäß Bundesberggesetz (BBergG) erstrecken sich auch auf Tages- und Veredlungsanlagen. Die Tagesanlagen mit den dazugehörigen Werkstätten und Instandhaltungsanlagen für die Braunkohlengewinnung im Tagebaubetrieb und vor allem die thermischen Braunkohlenveredlungsbetriebe zur Erzeugung von Energie, Wärme, Gas, Koks Briketts, Teeren, Ölen und weiteren chemischen Produkten führten aufgrund sehr hoher Produktionsleistungen und damit nicht einhergehender Umweltschutztechnik zu hohen Emissionen und Immissionen von Schadstoffen der Pfade Luft, Wasser, Boden und zu Gebäudekontaminationen. Es kam zu Störfällen, Leckagen und längerfristigem Aussickern von Gas- und Flüssigprodukten. Der Anfall von überschüssigen teerhaltigen Abprodukten (Teer-Öl-Feststoffgemische) führte zu Ablagerungen und Anlegen von Zwischenlagern ohne Langzeitsicherheit und damit erheblicher Umweltgefahr. Es besteht das gesetzliche Erfordernis, auch im Rahmen der bergrechtlichen Wiedernutzbarmachung, zur Gefahrenabwehr eine ordnungsgemäße und umweltverträgliche Umweltsanierung zu gewährleisten. Die Aufgaben der bergrechtlichen Sanierung zur Altlastenbeseitigung und Sicherung hinsichtlich ihrer flächenmäßigen Dimensionen, der wissenschaftlich-technischen Anforderungen und ihrer strukturellen Wirksamkeit erfordern ingenieurtechnisch anspruchsvolle Leistungen. Um die Komplexität und Verbundwirtschaftlichkeit der Auswirkungen von Tages- und Veredlungsanlagen auf die Umwelt und die Sanierung einschätzen zu können, sind in den Abschnitten 7.1.1 bis 7.1.6 die Grundlagen zur Wiedernutzbarmachung gemäß BBergG erläutert. Es sind detailliert dargestellt die Veredlungsprozesse und deren Umweltbeeinflussung der betroffenen Schutzgüter. Eine Wertung des Gefahrenpotentials wird vorgenommen. Nach erfolgreicher Sanierung und Beendigung der Bergaufsicht werden entsprechende Nachnutzungen auch mit Erhöhung des Folgenutzungsstandards erreicht. Spezifische Methoden und Arbeitsverfahren für die Sanierung von Veredlungsstandorten wurden bezüglich Organisationsformen und Projektmanagement entwickelt und mit Erfolg angewendet (s. Abschn. 7.2). Die für die Wiedernutzbarmachung notwendigen technischen Maßnahmen wie Abriss und Rückbau (oberirdischer Rückbau, Entflechtung, Tiefenenttrümmerung) sowie Maßnahmen der Gefahrenabwehr bei Bodenkontaminationen sind in Abschnitt 7.3 erläutert. Unter Abschnitt 7.4 sind ausgewählte Beispiele für technische Maßnahmen aus der Lausitz (z. B. Schwarze Pumpe Brikettfabrik West und Altkraftwerke, BHT-Kokerei Lauchhammer) und Mitteldeutschland (z. B. Industriestandort Espenhain, Schwelerei Deuben, Brikettfabrik/Kraftwerk Holzweißig/Bitterfeld) dargestellt.
Michael Illing, Waldemar Hofmann, Hans-Dieter Beerbalk, Steffen Reußner, Ludwig Luckner, Michael Rüger, Thomas Daffner, Manfred Kolba, Jan Masnica, Georg Morszeck, Britta Radoi, Anett Thomas

8. Rekultivierung

Zusammenfassung
Die Kapitel 4 bis 7 beleuchteten wesentliche Aspekte der technischen Sanierung. Ehemalige Braunkohlentagebaue als Lebensräume, Landschaften, ja sogar Naturräume blieben außerhalb dieses Fokus. Im folgenden Kapitel 8 Rekultivierung oder biologische Wiedernutzbarmachung werden die ökosystemare Bedeutung der Bergbaufolgelandschaften und die Wege zur Wiederherstellung und Eingliederung in die umgebenden Naturräume behandelt.
Jörg Schlenstedt, Axel Brinckmann, Uwe Häfker, Michael Haubold-Rosar, Anita Kirmer, Dirk Knoche, Ingmar Landeck, Antje Lorenz, Frank Rümmler, Michael Stärke, Sabine Tischew, Dietmar Wiedemann

9. Nachnutzung und Flächenvermarktung

Zusammenfassung
Im Ergebnis der in den vorherigen Kapiteln beschriebenen Sanierung und Wiedernutzbarmachung ehemaliger Tagebaugebiete entstehen neue Landschaften mit veränderter Nutzungsstruktur und vielfältigen Potenzialen für eine Folgenutzung . Nach grundsätzlichen Überlegungen zur Wiedereingliederung der Bergbauflächen in den Nutzungskreislauf werden diese Potenziale am Beispiel der Liegenschaften des stillgelegten Braunkohlenbergbaus näher untersucht und mögliche Strategien zur Identifikation und Umsetzung dieser Potenziale dargestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erarbeitung integrierter Nutzungskonzepte, eine darauf aufbauende nachnutzungsorientierte Sanierung und die zügige Vermarktung der sanierten Flächen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Revitalisierung von Industriealtstandorten.
Bernd Krüger, Karla Ebersbach, Andreas Kadler, Herbert Klapperich, Rolf Kuhn

10. Schlusswort

Zusammenfassung
Mit der Arbeit an dem vorliegenden Buchprojekt wurde erneut deutlich, dass die Braunkohlesanierung im speziellen und die Bergbausanierung im Allgemeinen komplexe, anspruchsvolle und langfristig angelegte Aufgaben sind.
Mahmut Kuyumcu, Carsten Drebenstedt

Backmatter

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