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10-01-2019 | Brückenbau | Im Fokus | Article

Der Stand beim Brücken-TÜV

Author:
Christoph Berger

Als Reaktion auf den Einsturz des Polcevera-Viadukts in Genua Mitte August 2018 hatte die Bundesregierung einen sogenannten Brücken-TÜV für Deutschland angekündigt. Im Dezember 2018 gab sie Antworten zu dessen Umsetzungsstand.

"Mit dem 'Brücken-TÜV' ist eine Betrachtung des Bauwerks über die eigentliche Brückenprüfung hinaus gemeint und mit dieser nicht zu verwechseln", schreibt die Bundesregierung in der Drucksache 19/6330 als Antwort auf eine Kleine Anfrage. Dafür sei der sogenannte "Brücken-TÜV" beziehungsweise der "Traglastindex" entwickelt worden. Dieser erlaube einen Blick in das "Innere" eines Tragwerks, um dort eventuell Schäden oder Defizite zu identifizieren. Der Traglastindex solle für die Autobahnen Ende des Jahres 2018 und für alle übrigen Brücken im Zuge der Bundesfernstraßen im Laufe des Jahres 2019 zur Verfügung stehen, heißt es weiter.

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Überwachung, Prüfung, Bewertung und Beurteilung von Brücken


In der Anfrage wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die Bewertungsmethodik nach DIN 1076 bewährt habe. "Am Beginn der Prüfung steht die visuelle Inspektion des Bauwerks durch einen erfahrenen Ingenieur, da oftmals aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds der Konstruktion auf den Bauwerkszustand geschlossen werden kann. Bestehen jedoch Zweifel über den Zustand der Konstruktion, werden vorwiegend zerstörungsfreie oder quasi-zerstörungsfreie Prüfverfahren eingesetzt, welche im Gegensatz zu zerstörenden Prüfverfahren keine oder nur geringe Schädigungen am Bauwerk erfordern", heißt es dazu beispielsweise im Kapitel "Überwachung, Prüfung, Bewertung und Beurteilung von Brücken" des Springer-Fachbuchs "Handbuch Brücken".

Drohnen und intelligente Systeme

Doch diese Methodik werde nun durch neue Prüftechniken im Rahmen des Brücken-TÜVs – die Rede ist zum Beispiel von Drohnen und intelligenten Systemen – ergänzt. So erhalte man einen zusätzlichen Kennwert. "Mittels einer statischen Bewertung beziehungsweise Nachrechnung lassen sich die vermuteten Defizite überprüfen", schreibt die Bundesregierung. 

Auch die Autoren des Kapitels "Schwingungsmessungen an Brücken mit Hilfe von Smartphones" im Springer-Fachbuch "Forschungskolloquium 2018 Grasellenbach" schreiben, dass eine flächendeckende, dauerhafte Überwachung von Brücken schon mit günstigeren Sensoren realisiert werden könne. Diese seien beispielsweise in einem Smartphone vorhanden und würden zusätzlich den Vorteil einer vorhandenen Recheneinheit bieten.

3,34 Milliarden Euro

Gefragt nach den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln, heißt es in der Antwort, dass für 2019 760 Millionen Euro, 2020 dann 780 Millionen, 2021 bis zu 850 Millionen Euro und 2022 schließlich nochmals 950 Millionen für das Programm Brückenmodernisierung vorgesehen sind.

Den Antworten der Bundesregierung sind zudem drei Anlagen hinzugefügt, die aus einer Bauwerksliste zum "Programm Brückenmodernisierung" im Jahr 2018, einer Liste der in den Jahren 2008 bis 2018 durchgeführten Projekte zum Einsatz von Sensorik an Brückenbauwerken sowie einer Auflistung über Brücken mit adaptiven Systemen bestehen.

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